Am nächsten Morgen beim Frühstück pickte Stevie lustlos an ihrer frisch gebackenen Waffel herum, während Janelle wild auf ihren Laptop eintippte. Vi las ein Fachbuch über Politikwissenschaft und Nate war in irgendeinen Schmöker mit einem Drachen auf dem Cover vertieft.
Auch Stevie hätte besser lesen sollen; in einer Stunde hatte sie Literaturunterricht und müsste eigentlich längst Der große Gatsby durchhaben. Die ersten paar Kapitel hatte sie überflogen – irgendwas über einen reichen Typen, der gerne Partys schmiss, und seinen Nachbarn, der ihn dabei beobachtete. Außerdem stand später noch Anatomie auf dem Programm, mit einem mündlichen Test über das Skelettsystem. Mr Nelson würde wieder seinen großen Auftritt haben und Stevie die Namen all seiner Knochen kennen müssen. In Mathe und Spanisch hinkte sie ebenfalls gnadenlos hinterher. Die Schularbeit saß ihr im Nacken wie ein dickes, faules Monster. Solange sie sich nicht umdrehte, bestand die Chance, dass es sie in Ruhe ließ.
»Ich hab eine Nachricht an die ganze Schule verschickt«, sagte Janelle und klappte ihren Laptop zu.
Stevie guckte hoch und kleckerte sich dabei prompt Sirup auf ihren Hoodie.
»Hm?«, machte sie.
»Heute um acht veranstalte ich noch mal eine Vorführung. Ich hab alle eingeladen.«
Tatsächlich konnte Stevie beobachten, wie die Mail in ihrer Umgebung auf Handys und Laptops einging. Mudge, der auf der anderen Seite des Speisesaals saß, hob den Daumen.
»Ach, ihr kennt euch?«, fragte Stevie.
»Klar. Mudge will mal Animatronik-Entwickler bei Disney werden und Automaten und Roboter bauen.«
»Heute Abend wird der Hammer!«, meldete sich Vi zu Wort. Sie trug heute eine rote Latzhose mit einem kurzen Top in Regenbogenfarben darunter. Ihr silberblondes Haar hatte sie an den Seiten noch mehr abrasiert und hochgegelt. Vi wirkte immer so wach und lebendig, als hätte sie in eine Steckdose gegriffen. Vielleicht passten sie und Janelle deshalb so gut zusammen. Beide genossen das Leben in vollen Zügen und den buntesten Farben.
»Ich muss los.« Vi schnappte sich ihre Tasche. »Sonst komme ich noch zu spät zum Mandarinunterricht.«
Sie gab Janelle einen Kuss auf den Scheitel und winkte Nate und Stevie zu. Nate knüllte seine Serviette zusammen und stopfte sie in sein leeres Saftglas.
»Ich mach mich auch mal besser auf den Weg«, sagte er.
»Hast du heute nicht erst später Schule?«, fragte Janelle.
»Doch«, antwortete er, »aber ich will lieber ein bisschen die Ruhe bei uns im ersten Stock genießen, solange ich den Jungstrakt noch für mich habe. Bevor dieser Hunter kommt. Hunter, was ist das überhaupt für ein Name? Wie kernig hab ich mir den denn vorzustellen?«
»Er studiert Ökologie und ist total nett«, sagte Stevie.
»Cool«, befand Janelle. »David ist nicht mehr da und an seiner Stelle zieht ein netter Typ bei uns ein, der auch noch was für die Umwelt übrighat. Klingt nach einem guten Tausch, wenn ihr mich fragt.«
Janelle hatte noch nie mit ihrer Abneigung gegenüber David hinterm Berg gehalten.
»Okay«, sagte Vi zu ihr. »Dann sehen wir uns um sechs im Kunstschuppen. Ich bring dir was zu essen mit und …«
Vis Handy piepste und sie warf einen Blick darauf.
»Oh Gott«, stöhnte sie. »Oh mein Gott.«
»Was ist?«, fragte Janelle.
Stevies Magen zog sich zusammen.
Vi hielt ihnen ihr Handy hin, sodass sie alle die Schlagzeile auf dem Display lesen konnten: SENATOR EDWARD KING KÜNDIGT SEINE PRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDATUR AN.
»Der kandidiert tatsächlich«, sagte Vi. »Ich hab’s gewusst. Dieser Wichser.«
Janelle und Nate wussten, dass David der Sohn von Edward King war – Stevie hatte sie in das Geheimnis eingeweiht. Die beiden starrten sie an. Dann schnappte Nate sich sein Tablett und machte sich hastig vom Acker.
»Na ja, egal.« Vi schüttelte immer noch ungläubig den Kopf. »Also bis sechs Uhr dann. Ich versuche, ein paar Tacos zu ergattern.«
Als sie nur noch zu zweit waren, widmete sich Janelle eine Weile ihrem Obstsalat, bevor sie Stevie ansah.
»Du bist so still«, bemerkte sie. »Was treibst du eigentlich so in letzter Zeit? Seit wir uns diese Aufnahme auf dem alten Gerät angehört haben, wirkst du irgendwie total durch den Wind. Und dann das mit deiner Dozentin aus Burlington … Erzähl mal, wie geht’s dir denn?«
»Ach, na ja, ich hab einfach gerade viel um die Ohren«, antwortete Stevie. »Erinnerst du dich noch an diese Botschaft, die an meiner Wand aufgetaucht ist? Von der wir dachten, sie wäre bloß ein Traum gewesen?«
»Klar.«
»Gestern in Burlington hab ich eine Freundin von Ellie kennengelernt. Sie hat mir alles Mögliche erzählt, unter anderem, dass Ellie das von der Botschaft wusste, und anscheinend auch, wer sie an meine Wand projiziert hat.«
Janelles Kopf ruckte hoch.
»Aber wer macht denn so was?«, fragte sie ungläubig. »David?«
»Glaub ich nicht«, entgegnete Stevie. »Ich meine, der Einzige, der überhaupt einen Grund dafür gehabt hätte, wäre doch Hayes, oder? Wegen des Videos? Ansonsten fällt mir keiner ein. Jedenfalls glaubt diese Freundin, Ellie hätte Bescheid gewusst.«
»Tja, also wenn wir jemals herausfinden, wer das war«, erklärte Janelle, »kann derjenige sich aber auf was gefasst machen. Niemand tut dir ungestraft so was an.«
Mit einem Mal wurde Stevie ganz warm ums Herz. Klar, an ihrer alten Schule hatte sie auch Freunde gehabt – ein paar Leute, mit denen sie hin und wieder quatschte und sich Nachrichten schrieb. Aber wenn sie ganz ehrlich mit sich selbst war (was sie in der Regel eher vermied), dann hatte sie im wahren Leben noch nie so eine innige Verbindung zu jemandem gespürt. Ihre engsten Beziehungen waren die zu den Leuten aus ihren Internetforen gewesen. Erst die Ellingham hatte ihr dieses besondere Etwas beschert. Vielleicht war es ja sogar das, wovon ihre Eltern ständig geredet hatten. Freunde, mit denen man im Pyjama zusammenhocken und richtig reden konnte. Die einem zuhörten. Und sich für einen einsetzten.
Doch da sie nicht wusste, wie – und ob überhaupt – sie das ausdrücken sollte, tunkte sie bloß schweigend ihre Waffel in den Sirup.
»Kannst du zufällig durch Wände gucken?«, fragte sie Janelle nach einer Weile.
»Du meinst, ob ich den Röntgenblick habe? Schön wär’s. Aber ich nehme mal an, du willst eher wissen, ob es irgendwelche Werkzeuge gibt, mit denen man herauskriegen kann, was hinter einer Wand ist, und die Antwort lautet Ja. Ein Ortungsgerät. Gibt’s in jedem Baumarkt. Damit findet man Rohre, Stromleitungen, Metallteile, so was halt. Warum fragst du?«
»Ach … nur so.«
»Ui! Schon vier Zusagen«, verkündete Janelle, als ihr Handy piepste. »Also will heute Abend wirklich der ein oder andere kommen. Oh Gott. Was soll ich machen, wenn es nicht funktioniert?«
»Wird es schon«, versicherte ihr Stevie.
»Okay. Ich muss ruhig bleiben. Jetzt ist sowieso erst mal Unterricht und später veranstalte ich noch ein paar Testläufe. Bis nachher, ja?«
»Na klar.«
Janelle stopfte ihre Sachen in ihre große orangefarbene Tasche und eilte von dannen. Stevie holte ihren Gatsby aus dem Rucksack und starrte auf das Cover: ein königsblauer Hintergrund, vor dem das Gesicht einer Frau schwebte – ein Zwanzigerjahre-Flappergirl aus Licht und Himmel, hauptsächlich aus Augen bestehend –, und darunter eine Stadt, deren Lichter sie schmückten wie eine Perlenkette. Das Bild erinnerte Stevie ein wenig an das Familienporträt der Ellinghams von Leonard Holmes Nair, das in der Villa hing. Eine Verschmelzung von Mensch und Ort, wie eine Halluzination.
Apropos Flappergirl … in diesem Moment kam Maris in den Speisesaal gerauscht, in einer dicken Jacke aus zotteligem schwarzem Kunstpelz. Die meisten von Maris’ Klamotten waren mit Zotteln, Bommeln oder Fransen versehen. Dazu trug sie für gewöhnlich großzügige Mengen schwarz verschmierten Kajal und signalroten Lippenstift. Hinter ihr folgte Dash mit seinem übergroßen Mantel und überlangen Schal.
Maris und Dash waren Teil der Ellingham-Schauspielclique und hatten, nachdem Hayes nicht mehr da war, in allen Theaterangelegenheiten das Sagen. Wie es aussah, hatte Maris sich weitgehend von ihrer Trauer um Hayes erholt. In den Wochen nach seinem Tod hatte sie sich ganz als trauernde Witwe inszeniert und nichts als Schwarz mit Schwarz und passenden schwarzen Lippenstift getragen. Ständig war sie mitten in der Bibliothek oder im Speisesaal in Tränen ausgebrochen und hatte sich hingebungsvoll um Hayes’ spontan errichteten Gedenkschrein im Pavillon gekümmert. Vor dem Hintergrund, dass die beiden vorher gerade mal eine oder zwei Wochen zusammen gewesen waren, konnte einem das schon ein wenig übertrieben vorkommen. Jetzt jedoch trug Maris unter ihrer Jacke ein quietschgelbes Kleidchen statt der gewohnten Kummerkluft – vintage natürlich –, das sie mit schwarzer Netzstrumpfhose und Schuhen mit Blockabsätzen kombiniert hatte. Ihr Lippenstift war heute blau, anscheinend der erste Schritt zurück zu ihrem gewohnten Rot.
An einem der Tische am anderen Ende des Speisesaals entdeckte Stevie jetzt Gretchen, die Pianistin mit dem feuerroten Haar. Mit ihr war Hayes auch mal zusammen gewesen. Allerdings hatte er sie ziemlich ausgenutzt, sie seine Hausaufgaben erledigen lassen und sich außerdem fünfhundert Dollar von ihr geliehen, die er ihr nie zurückgezahlt hatte.
Theoretisch hätten Maris und Gretchen beide Grund genug gehabt, sauer auf Hayes zu sein. Gretchen hatte er auf alle möglichen Arten übel mitgespielt und mit Maris hatte er etwas angefangen, obwohl er zu dem Zeitpunkt noch eine Fernbeziehung mit seiner YouTube-Kollegin Beth Brave geführt hatte. Reichte das für einen Mord? Jedenfalls hätte Maris ihm helfen können, die Botschaft an Stevies Wand zu projizieren. Maris war clever. Und Maris kannte sich mit Theatertechnik aus, darum wusste sie bestimmt, wie man so was bewerkstelligte.
Wieder verbiss sich Stevies Gehirn in die Sache mit der Botschaft. Was hatte das alles bloß zu bedeuten? Wahrscheinlich war es einfach ein harmloser Streich gewesen. Na gut, vielleicht nicht gleich harmlos, immerhin hatte er Stevie eine ausgewachsene Panikattacke beschert. Aber verglichen mit allem anderen, was in letzter Zeit an der Ellingham passiert war, kaum der Rede wert. Schließlich war niemand dabei gestorben.
Aber darum ging es auch gar nicht. Alles, was Stevie interessierte, war: warum? Warum sollte jemand so etwas tun?
Sie wurde das Gefühl nicht los, dass sich, wenn sie erst hinter das Geheimnis um die Schrift an der Wand gekommen war, auch alle anderen Rätsel lösen würden.
Die ganze Stufe belegte den Pflichtkurs über Literatur und Geschichte bei Dr. Jenny Quinn, deren Unterrichtskonzept darin bestand, ihre Schüler Romane lesen und anschließend in den geschichtlichen und gesellschaftlichen Kontext einordnen zu lassen. Der große Gatsby spielte in den Zwanzigerjahren, einer Zeit, in der sich jede Menge spannende Verbrechen zugetragen hatten, was ganz nach Stevies Geschmack war. Außerdem war es von dort aus nicht mehr weit bis zum Ellingham-Fall in den Dreißigern.
»In der Literaturwissenschaft wird viel über das grüne Licht am gegenüberliegenden Steg debattiert«, erklärte Dr. Quinn. Sie war die stellvertretende Schulleiterin und wirkte ziemlich Furcht einflößend. Heute trug sie hohe, glänzende Pumps und eine lange weiße Bluse, die auf eine Art modisch und teuer aussah, die Stevie nicht richtig einordnen konnte. »Immer wieder geht es um dieses grüne Licht. Aber ich würde mich heute gern auf die Umstände von Gatsbys Tod am Ende konzentrieren. Auf den Mord.«
Stevie hob den Kopf. Moment mal, war Der große Gatsby etwa ein Krimi? Warum hatte ihr das denn keiner gesagt? Verblüfft starrte sie auf ihr Buch.
»Stevie!«, rief Dr. Quinn sie auf.
Diese Frau konnte Angst eine Meile gegen den Wind wittern. Ihr Blick war derart stechend, dass Stevie spürte, wie sie darunter immer kleiner wurde. »Du bist doch unsere Stardetektivin. Wie siehst du das? War Gatsbys Tod zu erwarten? Und wie wirkt er sich auf die Erzählung aus?«
Stevie hatte keine andere Wahl, als zu antworten, also hielt sie sich an das, was sie wusste.
»Normalerweise geschieht ein Mord nicht erst am Ende des Buchs«, merkte sie an.
»Vielleicht nicht in Krimis«, erwiderte Dr. Quinn. »Sonst hätten die Leser ja nichts mehr zu tun. Aber welche Funktion erfüllt der Mord hier?«
»Darf ich was sagen?« Maris hob die Hand.
Eine Welle der Dankbarkeit erfasste Stevie und schwappte weiter zu Maris und ihren blauen Lippen.
»Jeder darf mitdiskutieren«, sagte Dr. Quinn unverbindlich.
»Mich hat der Mord irgendwie enttäuscht.«
»Inwiefern?«
»Ich finde, Gatsby hätte die Chance bekommen sollen, die Konsequenzen seines Handelns am eigenen Leib zu erfahren«, erklärte sie. »Tom zum Beispiel – der ist ein Rassist und Betrüger, aber er und Daisy dürfen weiterleben.«
»Während Gatsby für ihrer beider Missetaten bezahlen muss.« Dr. Quinn nickte. »Worauf ich hinauswill, ist: Wann, meint ihr, stirbt Gatsby wirklich? Als er von der Kugel getroffen wird oder zu einem anderen Zeitpunkt in der Geschichte?«
Es war, als zielte jede einzelne dieser Fragen darauf ab, Stevies Gehirn in Gang zu setzen. Wann war Hayes wirklich gestorben? Als er beschloss, in die Kammer mit dem tödlichen Kohlendioxid zu gehen? Und was war mit den anderen? Ellie, als sie den Tunnel betrat? Fenton, als ihr Blick auf die Zigarettenschachtel auf dem Tisch fiel? Ihr aller Schicksal war lange zuvor von fremder Hand besiegelt worden, einer Hand, so körperlos wie die Augen auf dem Buchcover …
»Was meinst du, Stevie?«, wandte Dr. Quinn sich wieder an sie.
»Ich weiß es nicht«, antwortete sie ehrlich. »Ist schwer zu sagen, wo das alles anfängt oder aufhört. Das ist wie ein endloser Kreislauf.«
Die Antwort war kryptisch genug, dass Dr. Quinn kurz innehielt. Zuerst wurde ihr Blick so beißend, dass er den Lack von den Mahagoniregalen hätte wegätzen können. Aber dann nahmen die Dinge doch einen anderen Lauf. Dr. Quinn verlagerte ihr Gewicht von einem Fuß auf den anderen und trommelte mit ihren sorgfältig manikürten Nägeln auf ihrem Pult. Sie musterte Stevie noch eindringlicher, als hätte sie Lust, sie auseinanderzubauen wie ein Uhrwerk und Einzelteil für Einzelteil unter die Lupe zu nehmen.
»Ein Kreislauf«, wiederholte sie. »Ein nicht zu durchbrechender Zyklus. Etwas, das sich gleichzeitig vorwärts und rückwärts bewegt. Das in die Vergangenheit zurückkehrt, um dort die Zukunft zu finden.«
»Genau!«, platzte es aus Stevie heraus. »Man muss erst die Vergangenheit verstehen, um einen Sinn in Gegenwart und Zukunft zu bringen.«
Stevie hatte zwar keine Ahnung, was Dr. Quinn eigentlich von ihr wollte, aber manchmal fand man sich einfach ganz plötzlich auf derselben Wellenlänge wie sein Gegenüber wieder und erkannte den tieferen Sinn in dem, was er sagte, wenn auch nicht unbedingt den wörtlichen. Und manchmal war das weitaus wichtiger und informativer.
»Aber findet man dort wirklich die Antworten?«, hakte Dr. Quinn nach. »Gatsby scheint das jedenfalls geglaubt zu haben und wir wissen ja, wie das geendet hat. Denk nur mal an diese Stelle kurz vor dem Schluss, als sein Mörder sich ihm nähert.« Sie las die entsprechende Textstelle vor.
Selbst ohne den weiteren Kontext zu kennen, war Stevie wie hypnotisiert von diesen Worten. Geister, die Träume atmeten, eine aschfahle Gestalt, die mit einer Waffe in der Hand – wenn Stevie nicht alles täuschte – auf jemanden zuglitt. Wer einen Sinn in der Vergangenheit suchte, ging früher oder später daran zugrunde.
Stevie musterte ihre Lehrerin, diese Frau, die von Kopf bis Fuß in Designerkleidung und Prestige gehüllt war. Die haufenweise wichtige Leute kannte und von den renommiertesten Unis und Ideenschmieden des Landes umworben worden war. Und die jetzt hier oben auf diesem gottverlassenen Berg stand und versuchte, Teenagern etwas über den Großen Gatsby beizubringen. Warum hatte sie all die Angebote ausgeschlagen und war nun hier an der Ellingham Academy, wo sie zudem unter Charles arbeitete, einem Mann, den sie offensichtlich nicht ausstehen konnte?
Wollte Dr. Quinn sie warnen – ihr eine unterschwellige Botschaft zukommen lassen? Oder verlor Stevie langsam, aber sicher den Verstand?
»Das nächste Buch hast du dann aber bitte gelesen«, ermahnte Dr. Quinn sie, »sonst erteile ich dir eine Strafarbeit.«
Stevie konnte beinahe die aschfahle Gestalt in ihrem eigenen Rücken spüren.