Ein schrecklicher Plan

„Zum Glück geht es Susi gut“, wisperte Jessi. „Aber warum ist sie bei den Boggits? Und was machen die überhaupt hier?“

Lili bat die Glühwürmchen, ihr Leuchten einzustellen, und schon ließ der Schimmer augenblicklich nach. Die Freunde versteckten sich hinter einem vorstehenden Felsen, sodass sie die Boggits beobachten konnten, ohne aber selbst gesehen zu werden.

Im Licht, das durch das Deckenloch fiel, erkannten sie hohe dicke Steinsäulen, die anscheinend die Höhlendecke trugen.

„Die Säulen versperren die Sicht“, wisperte Lili. Sie zuckte erschrocken zusammen, als ein Boggit laut auflachte.

„Har! Har!“

Finn schnupperte. „Puh, die stinken!“

„Wie verfaulter Blumenkohl“, sagte Jessi angewidert. „Suchen sie nach Edelsteinen? Kannst du erkennen, was sie machen, Goldi?“

„Ja“, antwortete die Katze. „Müffel kratzt sich, Stinki bohrt in der Nase, Schnuff und Mief schleppen große Steine.“

Miefs Stimme hallte durch die Höhle. „He, Miezekätzchen“, grunzte er Susi an. „Guck dir die Säulen an und verrate uns Boggits, wo Risse sind.“

Susi hörte auf zu pfeifen. „In Ordnung“, sagte sie. Das Katzenmädchen sah sich die Säulen an und meinte dann: „In der da sind Risse.“

Mief donnerte mit einem Stein gegen die Säule.

„Har! Har!“, gluckste Schnuff. „Das Kätzchen sieht mit dem Fernglas Risse. Schnuff war schlau, die Mieze mit in die Tunnel zu nehmen.“

„Werden wir jetzt Edelsteine finden?“ Susi deutete nach oben. „Ihr habt mir versprochen, dass ihr mir helft, welche zu suchen, wenn ich euch mit meinem Nachtsichtgerät helfe.“

Jessi blickte zu der Stelle an der Höhlendecke hoch, auf die Susi zeigte, und erschrak. „Schau mal, Lili! Goldi, siehst du das? An der Decke?“

„Es glitzert“, stellte Lili fest.

„Edelsteine!“, hauchte Goldi. „Die Decke ist voll damit, so wie es die Legende erzählt.“

„Arme Susi“, wisperte Lili. „Wahrscheinlich hat sie Goldis Grotte verlassen, um ein bisschen auf Erkundungstour zu gehen, und ist den Boggits in die Arme gelaufen. Sie haben sie reingelegt und dazu gebracht, ihnen zu helfen.“

„Aber warum wollen die Boggits die Säulen zertrümmern?“, fragte Jessi.

Müffel schlug gegen eine andere Säule. „Wir Boggits sind direkt unter der großen Tupfenwiese. Wenn die Säulen umstürzen, kracht die Waldlichtung ins Loch. Bamm! Bumm! Die widerlichen Häuser der Tiere gehen kaputt. Griselda wird sich freuen!“

Lili, Jessi und Goldi fassten sich entsetzt an den Händen.

„Das ist bisher Griseldas schrecklichster Plan“, flüsterte Lili. „Alle Häuser werden zerstört werden. Die Tiere werden den Wald verlassen und Griselda hat ihn dann ganz für sich allein.“

Goldi erklärte Finja und Finn schnell, was los war: „Um den Wald der Freundschaft zu retten, müssen wir verhindern, dass die Boggits die Säulen umwerfen.“

Jessi betrachtete ihre Laterne. „Lili, weißt du noch, wie das Licht der Glühwürmchen die riesigen Schatten an die Wand geworfen hat?“, fragte sie ihre Freundin.

Lili nickte.

„Ich habe eine Idee, wie wir die Boggits verjagen können“, sagte Jessi. „Mit einem Schattenmonster!“

„Genial!“, fand Lili. „Aber wir dürfen Susi nicht erschrecken.“ Sie dachte einen Augenblick nach. „Ich weiß, wie wir es machen! Seid alle ganz leise.“

Sie hob einen Stein auf und warf ihn so weit sie konnte auf die andere Seite der Höhle. Er landete klappernd und die Boggits wandten sich dem Geräusch zu.

„Was war das?“, fragte Müffel.

„Wir Boggits schauen nach“, sagte Mief. „Kommt.“

Alle vier stapften zu der Stelle, wo der Stein gelandet war.

Lili schoss aus ihrem Versteck, rannte zu Susi und hob sie hoch. Das Kätzchen jauchzte froh und fing sofort an zu schnurren.

„Hallo, Lili –“, sagte Susi, aber Lili bedeutete ihr, still zu sein.

Sie hastete zu dem Felsversteck zurück. Jessi und Goldi umarmten Susi erleichtert.

„Zum Glück bist du in Sicherheit“, sagte Goldi. Sie erklärte Susi, dass die Boggits sie ausgetrickst hatten, damit sie ihnen bei ihrem Plan half.

Susi war entsetzt. „Die Häuser zum Einstürzen bringen? Die Tupfenwiese zerstören?“, wisperte sie. „Ich dachte, sie wären nett. Sie dürfen das Dorf nicht vernichten!“

„Da hast du recht“, sagte Jessi. „Und wir brauchen eine mutige kleine Entdeckerin, um sie aufzuhalten.“