Kapitel 2

Mateo

V ater Illio stottert die Worte, die er schon bei einer Million Hochzeiten benutzt hat, und kommt dann zu den Gelübden. Als er schließlich verstummt, sieht er mich mit großen Augen an, die mich an eine Eule erinnern.

Diesen Teil hatte ich nicht geplant, obwohl alle anderen Teile meines Plans perfekt gelaufen sind. Ich habe Horatio und seine Brüder problemlos aus dem Weg geräumt – niemand hatte ein Massaker auf einer Hochzeit erwartet. Vielleicht hätten sie das besser tun sollen. Dieser Gedanke bringt mich zum Lächeln.

Meine Braut schreckt zurück, als ich das tue.

Ich drücke ihre kleine Hand fester und ziehe sie an meine Seite. »Ich nehme diese Frau zu meiner Ehefrau, und sie nimmt mich zu ihrem Ehemann. So.«

Vater Illio blinzelt langsam und sieht mehr denn je wie eine Eule aus. »Habt ihr die Ringe?«, fragt er.

»Natürlich.« Ich wende mich an Sonny und zeige auf den Trauzeugen, Horatios älteren Bruder. »Sonny, sei so freundlich.«

Er kniet nieder und durchsucht dessen Taschen, während einige der Gäste missbilligend oder entsetzt murmeln, und dann erhebt er sich mit einer Ringschachtel in der Hand. Mit einem leichten Wurf schnippt er sie mir zu, und ich schnappe sie mir aus der Luft, während er wieder seine Waffe auf die Reste der Familie Manchello richtet.

Ich klappe die Schachtel auf. »Nicht schlecht.« Ich nehme den Ring heraus und betrachte die Diamanten auf dem Platinreif. »Ein wenig übertrieben, aber ich kann nicht sagen, dass er meinen Geschmack überhaupt nicht trifft.« Ich ziehe den Ring mit den Zähnen heraus und lasse die Schachtel fallen.

Meine Braut, die am ganzen Körper zittert, hält mir nicht ihre linke Hand hin. Also greife ich nach unten, nehme sie, ziehe den Ring aus meinem Mund und stecke ihn auf ihren Finger.

»Wo ist meiner?«, frage ich.

Sie schüttelt den Kopf. Sie ist wirklich ein hübsches kleines Ding, mit welligen braunen Haaren und haselnussbraunen Augen. Sie hat einen Mund, der dafür gemacht ist, einen Schwanz zu lutschen – meinen natürlich. Und nur meinen. Ich werde ihn später ausgiebig nutzen. Als ich daran denke, wie sie weinen und mich anflehen wird, aufzuhören, muss ich noch breiter lächeln.

Red bekommt eine Ringschachtel von einer der Brautjungfern, öffnet sie und nimmt einen einfachen Platinreif heraus. Ich lasse nicht zu, dass er ihn meiner Braut gibt. Sie hat so viel Angst, dass sie ihn fallen lassen würde, und dann müsste ich ihren Vater dazu bringen, ihn aufzuheben. Eigentlich klingt das gar nicht so schlecht.

Ich werfe den Ring wie eine Münze in die Luft. Sie blickt auf und sieht zu, wie er sich dreht. Dann ergreife ich ihn aus der Luft und lasse ihn auf meinen Finger gleiten. Er ist sehr eng. Ich muss die Größe ändern lassen.

Die Unterlippe meiner Braut zittert, und eine Träne rinnt über ihr perfektes Gesicht. »Bitte lass mich gehen«, flüstert sie.

»Ich habe es dir schon gesagt, Prinzessin. Ich werde dich niemals gehen lassen.« Ich umfasse ihre Taille, küsse sie fest auf den Mund, und lasse sie die Kraft meines Anspruchs auf ihren Körper und vor allem auf ihren Namen spüren.

Die Stimme des Priesters ist kaum hörbar, und sein Tonfall niedergeschlagen. »Ich erkläre euch hiermit zu Mann und Frau.«

Niemand jubelt. Die Orgel ertönt nicht. Das Blumenmädchen weint auf dem Schoß seiner Mutter. Blut befleckt den Marmorboden, und ich bin mir sicher, dass Hirnmasse auf dem Rock meiner Braut klebt.

Ich könnte nicht glücklicher sein. Ich habe den Coup meiner Träume durchgezogen, und er lief perfekt. Die Fontanas sind geschockt, und das Blutvergießen hat gerade erst begonnen.

Als ich meine Braut loslasse, atmet sie scharf ein und versucht, sich von mir zu entfernen.

»Nein, Prinzessin. Von jetzt an gehörst du zu mir.« Ich nehme sie in meine Arme und trage sie die Treppe hinunter.

Meine Männer, die ihre Gewehre immer noch im Anschlag halten, fallen hinter mir ein, während ich meine Kriegsbeute wegtrage.

Ihr Vater wird sich innerhalb einer Stunde bei mir melden, und ich habe keinen Zweifel daran, dass das, was von Horatios Familie noch übrig ist, auf Blut aus ist. Ich bin bereit für sie.

Ich sehne mich nach dieser Gewalt, und wenn ich im Blut meiner Feinde baden könnte, würde ich das mit Freuden tun. Meine Braut zittert in meinen Armen, und ihr Blick schweift umher und sucht verzweifelt nach jemandem, der sie rettet. Das wird niemand tun. Dafür habe ich gesorgt.

Wenn ich sie erst einmal hier herausgeschafft haben werde, werde ich sie mit großer Freude brechen. Bei dem Gedanken daran läuft mir das Wasser im Mund zusammen.

»Wohin gehen wir?« Ihre Stimme zittert, als ich sie hinaus in die Sonne trage.

Ich lächele sie an. »Nach Hause, Prinzessin. Endet das Märchen nicht so? Ich nehme dich mit nach Hause und ficke dich, bis du voll mit meinen Kindern bist?«

Sie ist benommen, und ihre Augen sind weit aufgerissen, während sie mich mit purer Angst im Blick anschaut. Scheiße, das macht mich hart.

»Das ist nicht echt. Wir sind nicht verheiratet. Wir …«

»Ich denke, du wirst feststellen, dass wir das sind Prinzessin. Die Heiratsurkunde wird innerhalb einer Stunde in den Akten sein.«

Sonny öffnet die Hintertür des schwarzen Geländewagens, der direkt vor der Kathedrale parkt. Ich setze meine gestohlene Braut hinein und schlage die Tür zu. Ihr weißes Kleid verfängt sich im Türrahmen und weht in der leichten Brise.

Ich klopfe auf das Autodach, und der Wagen fährt los. Der Rest meiner Männer füllt die anderen Geländewagen, während Benito und Red schnell die Reifen der Autos in der Nähe aufschlitzen.

Sobald das erledigt ist, gebe ich Red ein Zeichen. Er verriegelt die Türen der Kathedrale, rast die Treppe hinunter und springt mit einem Grinsen im Gesicht in mein Auto. Die Leute beginnen, gegen die Türen zu hämmern, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie versuchen, durch die Hintertür zu entkommen. Auch diese Tür ist verschlossen. Es wird eine Weile dauern, bis jemand vor meiner Haustür steht.

»Ich kann nicht glauben, dass wir es geschafft haben.« Red springt auf den Beifahrersitz, als ich mit quietschenden Reifen losfahre.

»Du hast an mir gezweifelt?«, frage ich.

»Nein, ich dachte nur, einer von uns würde jetzt an seinem eigenen Blut ersticken, aber sie haben sich kaum gewehrt.« Red scheint fast enttäuscht zu sein, dass es keinen Widerstand gab.

»Die Fontanas und die Manchellos sind alte Familien mit wenigen Erben. Das weißt du doch. Wir haben Horatio und seine Brüder getötet. Seine Mutter und ein paar Cousins sind alles, was übrig ist«, sagt Sonny auf dem Rücksitz.

»Leichte Beute.« Red lädt seine Waffe nach. »Ich habe überlegt, sie auf der Stelle zu töten.«

»Wir haben das Blut vergossen, das vergossen werden musste.« Ich habe jede Sekunde davon genossen. Meine Vergeltung an beiden Familien war keineswegs zeitnah gewesen, aber sie war trotzdem befriedigend, vor allem, weil ich jetzt eine Fontana-Braut habe.

»Ich brauche mehr. Diese Mistkerle hatten einen so schnellen Tod nicht verdient.« Benito behält die Straße hinter uns im Auge.

»Ich fange gerade erst an, Benny.« Mein Blutrausch wütet immer noch, und die, die ich wirklich tot sehen will – Leonard und Carmen Fontana – atmen noch. Aber ich werde sie nicht so einfach davonkommen lassen. Nicht so wie ich es bei Horatio und seinen Brüdern gemacht habe. Die Fontanas werden leiden, bevor ich die Axt auf ihre wertlosen Hälse fallen lasse. Jetzt, wo ich ihre Tochter, ihr einziges verbliebenes Kind, in meiner Hand habe, werde ich ihnen das Messer in die Seite rammen und sie langsam ausbluten lassen. Was mich an etwas erinnert. »Sonny, schreib dem Finanztypen eine SMS und sag ihm, er soll den Brautpreis an Leonard überweisen.«

»Willst du ihn wirklich bezahlen?« Sonny holt trotz seiner Überraschung sein Handy heraus.

»Ich bin ein Mann, der sein Wort hält. Das weißt du.«

Sonny schickt die SMS. »Wie lange wird es dauern, bis wir das Geld zurückbekommen?«

»Kommt drauf an.« Ich trete das Pedal weiter durch und fahre auf mein Grundstück in den bewaldeten Hügeln außerhalb der Stadt zu. »Wenn es mir zu langweilig wird, ihre Tochter zu quälen, werde ich ihnen schließlich ein Ende setzen. Und sobald ich das tue, wird all dieses Vermögen über meine geliebte Frau direkt zu mir zurückkehren.«

Red grinst. »Du wirst das arme, süße, unschuldige Mädchen ruinieren.«

Benito lacht. »Ich wette, sie hat noch nie einen Schwanz angefasst.«

»Eine Jungfrau? Gott bewahre!« Red lacht.

»Sie ist eine Prinzessin, Jungs. Natürlich ist sie eine Jungfrau.« Eine, die ich an meinem Schwanz in Stücke reißen werde. Verdammt, allein der Gedanke daran macht mich wieder hart. Es schadet nicht, dass sie ein wunderschönes kleines Ding ist. Rehaugen und ein kurviger Körper. Ich werde sie ruinieren und jede verdammte Sekunde davon genießen.