Sie wachte auf, die Sonne schien. Das wunderte sie. Als wäre gar nichts gewesen, standen die Bäume reglos da, die Vögel sangen, ein wunderschöner Frühsommertag hatte begonnen. Sie fühlte sich betrogen. Ihr Körper abgekämpft, als hätte man ihn geschlagen. Sie wusch sich, zog sich an. Noch nie hatte sie die Menschen verstanden, die sich vor dem Essen die Zähne putzten. Was für eine Perversion. Draußen der Hügel, sie beugte sich aus dem Fenster. In der Entfernung ein Pferdewagen voller Heu, dass es das noch gab! Langsam verschwand er hinter der Kuppe, zeichnete eine zuckelnde, trockengrüne Wölbung in den Morgen. Sie richtete sich auf, dehnte sich, rollte die Schultern nach hinten. Ihre müden Augen zuckten im Spiegel an ihr vorüber. Sie sah aus, als wäre sie in die Schlacht gezogen.
Im Frühstücksraum war für eine Person gedeckt. Der Kaffee war grässlich, aber reichlich vorhanden. Sie sah den Staub in der Luft, der das Licht sanft machte und milchig. Von einem Fenster aus sah man auf die Stämme der beiden Tannen und auf den Waldrand, von dem anderen auf die Zufahrtsstraße vor dem Haus. Sie beugte sich zur Tasse und schlürfte den heißen Kaffee herunter, goss Milch nach. Keine Milde. Sie aß Semmeln, Marmelade und die drei einzelnen Kirschtomaten, die Charona ihr serviert hatte. Und einen wächsernen Apfel, der einsam im Obstkorb gelegen war.
Wollen Sie noch Kaffee, rief die Alte. Es knackte, ihr überlautes Krächzen drückte eine Delle in die Morgenstimmung.
Ich habe noch, erwiderte sie so laut, dass die Alte sich nicht beklagen konnte. Wo kann man denn hier einkaufen gehen?, fragte sie.
Charona, schon im Gehen, wandte sich wieder zurück. Was wollen Sie denn einkaufen gehen.
Sie schwieg, hielt dem Blick der anderen stand. Alles musste sie sich auch nicht bieten lassen.
Die Alte gab schließlich nach. Der Greißler ist auf Urlaub. Ich kann Ihnen einkaufen gehen. Schreiben Sie mir einen Zettel und legen Sie ihn mir hin.
Sie nickte, sah dem abziehenden Dutt hinterher. Die Katzen schickten ihr verdrossene Blicke nach. Wie die Alte einkaufen gehen wollte, war ihr ein Rätsel. Kein Supermarkt weit und breit und ein urlaubender Greißler. Sie hatte vor dem Haus kein Auto gesehen.
Sie hätte viele Gründe angeben können, wieso sie sich auf diese Periode spezialisiert hatte, vor allem, wieso sie hauptsächlich zu Schnitzler schrieb. Da war seine Einbettung in dieser besonderen Zeit, seine Skandale, seine Wortkunst, die Aussagen, die er mit seinen Texten über die sozialen Verhältnisse im damaligen Wien getroffen hatte … Es wäre eine lange Liste gewesen, und sie wäre trotzdem danebengelegen. Der wahre Grund dämmerte ihr erst langsam, nach Jahren der wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Materie, und es war einer, der sie von ihm wegführte, was sie etwas beunruhigte. Sie hatte sich schon immer von seinen Werken angezogen gefühlt, weil er das Wesentliche erzählte, indem er darüber schwieg. Aber was das bedeutete! Was das alles für Türen öffnete! Wieso dieser Punkt so wichtig war! Ein Mann, der über etwas, das er hätte totschreiben können, wenn es wirklich darauf ankam, schwieg.
Sie ging hinauf auf ihr Zimmer, die knarrende Treppe im dumpfen Morgenlicht. Sie sah die Farbe des Holzes, der Geruch der Nacht hing als fahle Erinnerung im Gang. Sie ließ sich auf ihrem Bett nieder, grub mit einer Hand im Koffer nach den Wanderschuhen, wofür sie sich nicht einmal erheben musste. Wann sie sich das letzte Mal so deutlich gespürt hatte, ihre Ränder, ihre Konturen? Sie stieg in die Schuhe, drückte nach, bis auch ihre Ferse hineinschlüpfte. Band mit entschiedenen Bewegungen die Schnürsenkel. Spürte ihrem Fuß nach, wie er zu allem entschlossen im Schuh steckte.
Wo war wessen Perspektive? Die Fliege am Fensterglas, die Zeugin wird von etwas Ungeheuerlichem. Erregung durch Ausschnitt, Wegschnitt, Abschnitt. Filmschnitt. Was der Mensch nicht weiß, aber zu wissen vermeint, das regt ihn ganz besonders auf. Das süße Wiener Mädel: Schnitzler schätzte die Künstlichkeit, die dargestellte Natürlichkeit brauchte, und wusste sie seinerseits richtig darzustellen. Natürlichkeit als mal mehr, mal weniger gelingendes Schauspiel, das als solches deutlich wurde. Die Frauen spielen dienliche Rollen, nicht immer widerwillig; die Freude, eine Partie besonders kunstfertig auszugestalten, darf dabei definitiv nicht unterschätzt werden. Die Männer dürfen sich über ihr eigenes Tun viel mehr täuschen, sie haben den Luxus, sich dumm genug verhalten zu können, damit die Frauen sie durchschauen. Weil ihr Verhalten im Zwischenmenschlichen im Grunde egal ist. Sie sind, wie sie sind, und alles andere hat sich nach diesen Göttersöhnen, nach diesen pflockgleich vom Himmel gefallenen Monolithen zu richten. Seltsam unfähig, sich wirklich vom Fleck zu bewegen, feststeckend in ihrer Umgebung, die sie tödlich fest umarmt, richten sie bloß ihren Penis nach dem Wind, einen Appendix, ein müdes Wetterfähnchen, das auf die nächste Dame zeigt, die sich seiner annimmt. Et al. hatte sich wissenschaftlicher ausgedrückt, aber eigentlich hatte sie Folgendes gemeint: Schnitzlers Texte waren durchsetzt von jungen Frauen, die gut zu vögeln sind, was sie an sich nicht störte. Es fehlte nur ein wenig die Balance.
Als sie vor die Tür trat, musste es in etwa elf gewesen sein. Sie ging hinters Haus, warme Stille, durchbrochen von Vogelsingen. Vogelrascheln in den Büschen. Vogelschatten in einzelnen zuckenden Bahnen am Himmel. Die Sonne hatte sich mit freundlicher Stärke über die Berge gelegt. Obwohl es nicht geregnet hatte, lag eine angenehme Feuchte in der Luft. Schon zu Beginn dieser Jahreszeit hier oben angenehmer als in der Stadt. Sie holte Atem. Das war also ihre Welt. Sie würde sich berauschen an allem, was diese seltsame Landschaft hergab, das Glimmen des bevorstehenden Feuers als Sonnensamt über den Hügeln, verwegen zwitschernde Ruhe vor dem Sturm. Egal, welches Jahrhundert. Eine Euphorie befiel sie, als hätte sie sich am Morgenkaffee schwer betrunken. Menschenleer, sie stand allein hinter einem alten Haus, im halben Schatten zweier Bäume, in ihrem Rücken der Hügel, den sie nun erklimmen würde. Blinzelnd, den Himmel inhalierend. Alles frei, alles offen. Sie, der Mittelpunkt der Welt.
Alles bodenlos. Welche Geschichten noch erzählen, wenn alles Geschichtenerzählen müßig wird? Die wahre Freiheit: ins absolut Konturlose hineinplappern. Die Horizonte gehen verloren, werden so oft verschoben, dass es einem vor den Augen flimmert. Der eine beginnt zu schießen, der andere hört damit auf. Am Meeresgrund schließen die Muscheln ihre Schlunde, Insekten gibt es entweder zu viele oder viel zu wenige. Im Dschungel fallen die Gorillas von den Bäumen, im Weltraum kracht der Schrott des einen Milliardärs in den des anderen. Alles stürzt schließlich mit Feuerfontänen ins Wasser. Man macht sich Sorgen, kommentiert einander nieder. Einige beschließen, mit Pappgalgen demonstrieren zu gehen. Andere tragen Hörner. Gleichzeitig Impfstoffentwicklung in Rekordzeit, noch nie so viele Menschen so gebildet, Möglichkeiten, Chancen etc. Wasserknappheit. Alle Internetstars in Dubai. Wissenschaftliche Erkenntnisse, Ernährung, Alternativen. Vegan dreimal so teuer wie eine tote Kuh. Jedes Paket in zwei Tagen vor der Haustür, umgedrehtes Lächeln, recycelbarer Karton. Drinnen ein Schneidbrett, das muntere Schwänke erzählt, während man mit dem neuen japanischen Faltstahlmesser den Schnittlauch pulverisiert. Alles übervoll von Scheiße, gleichzeitig noch nie so viel Gutes in der Welt. Ob sich am Ende alles ausgleicht? Wie nah das Ende eigentlich war.
Sie hatte schon immer zwischen den Zeiten gesteckt, eigenartige Verbundenheit über die Jahrhunderte hinweg. Diese nicht enden wollende Gemütlichkeit, die dann doch enden musste. Sie dachte an die Porzellanfuhren, an diesen wundervollen Begriff, und daran, dass man gerade am Höhepunkt der Zivilisation am heftigsten nach dem Tierischen gräbt. Weil es einem abgeht oder, besser noch, weil man testen will, wie sehr es wirklich gebändigt ist. Es rumort schon, tatzt gegen die Gitterstäbe. Irgendwas brodelt im eigenen Inneren. Ob es auskommen könnte? Und dann? Vielleicht einmal nicht absperren. Nur schauen. Was soll schon sein? Ein Tiger ist ein Tiger, und ist der Käfig jemals stabil genug?
Als hätte sie getrunken. Der Wald, sie wollte den ganzen Wald einatmen. Ihre Wanderschuhe mit den geschundenen Kappen, einbiegen auf den Waldweg, nichts ausgeschildert. Kleine, schmale Pfade. Nur bergauf. Sie hatte so viele Bilder im Kopf. Sich das Neue, das unbarmherzig Neue wieder ins Gedächtnis rufen, alles immer zum ersten Mal. Sie musste sich erinnern, wie sich das anfühlte, erstes Mal: erstes Mal Cola trinken, erstes Mal Waldspaziergang, erstes Mal Sex. Nein, sie musste sich nicht erinnern, sie musste gar nichts denken, immer war sie am Denken, Waldbodenknirschen unter ihren Schuhen, immer denken, so viel Luft in ihren Lungen, sie sah den kleinen Ästen beim Brechen zu, den Zapfen, wie sie vor ihren Schuhen wegrollten. Was wollte sie eigentlich hier auf dieser Welt, was wollte sie herausfinden, wieso wollte sie diese Büsche und Bäume befragen, wieso würgte sie Schnitzler, bis dieser den letzten Brocken Bedeutung ausspie, wo sie doch nicht einmal wusste, was genau die Frage war? Ihr ganzer Körper in Aufruhr, hatte sie ihn vernachlässigt? Sie hätte ihn mehr machen lassen sollen. Sie hatte ihn in den Schatten gestellt, weil er dort am wenigsten störte. Aber verschwunden war er nicht, nein. Sie roch die Luft, dass Luft riechen kann, Gerüche lagen doch in der Luft, aber nein, hier roch die Luft selbst. Die Bäume stießen vor in dieses weit entfernte Himmelsdach, ein eigener Raum schloss sich über ihr, machte auf, machte zu, je nachdem, wohin der Weg sich schlängelte. Bäume von unten, dort waren sie einzeln, von oben eine Masse ohne Stamm, nur wolkiger Blätterflausch. Sie wollte da hinauf, so hoch war er ja gar nicht, dieser Berg. Sie wollte hinauf, und wenn sie oben war, dann wollte sie endlich in die samtige Tiefe hinunterschauen, die buschig vor ihr liegen würde.
Die eigenartigen Zustände, in denen sie sich befunden hatte während ihrer Pubertät. Man hätte experimentieren sollen, aber sie hatte überhaupt keine Lust dazu gehabt. Es war schon überwältigend genug gewesen, bloß zu schauen, bloß zu denken. Einen Jungen anzufassen, das hätte sie erschlagen. Um Gottes willen, ein Mensch, der so unerträglich da ist, was tun mit so einem, wie schauen, wenn einem die Augen aus dem Kopf fallen wollen? Sich angreifen lassen, um Gottes willen, auf keinen Fall. Selbst steckt man mehr schlecht als recht im eigenen Körper, und dann auch noch begehrt zu werden, das war sich nicht ausgegangen. Das wäre zu viel gewesen. Dann lieber verschwinden, gewisse Teile im Unsichtbaren lassen. Bloß mit dem Kopf hineinschauen in eine Welt, die mit dem Körper Seltsames vorhat, vor allem, wenn er einer Frau gehört. Aus den Augenwinkeln beobachten. Keine Frau sein. Das Frausein für später aufheben, wenn sie ihren Körper würde einsetzen und verteidigen können, wie es ihr gefiel. Eine Erleichterung und eine Bürde. Nicht begehrenswert sein wollen. Was hätte sie auch mit dem Wollen der anderen anfangen sollen? Damals eine unwichtige Empfindung. Wichtiger war, die Welt zu verstehen.
Niemals das Gefühl haben wollen, dankbar sein zu müssen für jemandes Begehren. Dann lieber gar nicht. Keine Kompromisse und keine zweite Wahl. Nur Göttin oder Geist.
Eine Grenze wie ein Kettenvorhang. Sie trat aus dem Schatten in die sengende Sonne, einen Schritt über den Waldrand hinaus. Sie hatte geglaubt, schon oben zu sein, aber da war noch eine Kuppe und dahinter noch eine. Alles lang gezogen und weich, keine harten Steinwände. Keine Felsen. Sie hörte es plätschern, dort oben neben einem Marterl ein kleiner Brunnen, ein Baumstamm mit tief eingeschnitztem Becken, das Wasser troff in kleinen Rinnsalen darüber hinaus. Der Boden drum herum gatschig und schmatzend. Sie beugte sich unter den Wasserstrahl, der mit großer Intensität fast über das Becken hinausschoss, ließ sich das Wasser in den Mund und über den Hals laufen. Wo war die Trockenheit? Versteckte sie sich in den Bäumen? Sie schloss die Augen. Das ganze Gesicht darunter. So gut, dieses Wasser. Sie schüttete den letzten Rest heraus und füllte ihre Trinkflasche wieder an, metallisches Einrasten des Verschlusses. Die Handgelenke ins eisige Becken. Kurz war sie versucht, auch die Füße hineinzustecken, aber dann ließ sie die Schuhe an. Zog an ihrem Leibchen und wischte sich damit den Schweiß unter den Brüsten weg, den Schweiß unter den Achseln, den Schweiß auf der Stirne. Weiter hinauf. Sie würde den Gipfel schon noch finden.
Was sie nicht schon alles an Worten verloren hatte in ihrem Leben. Anhänge, Literaturverzeichnisse, Fußnoten. Dabei hätte man auch alles viel kürzer sagen können. Wo war wessen Perspektive? Dissertiert hatte sie über die weibliche Sexualität bei Schnitzler. Es gab die Sexualität, und dann gab es die weibliche Sexualität, die es eigentlich nicht gab. Beziehungsweise doppelt gab. Es gab das, was die Männer erdichteten, ein seltsames Schauspiel, das sie von den Frauen umgesetzt sehen wollten, auf dessen genaue Abarbeitung sie bestanden, zumindest in der Literatur. Man hatte sich darauf geeinigt, dass dieses Schauspiel der Realität entsprach oder zumindest die Darstellung realer Ereignisse umfasste wie die Passionsspiele, weil es doch das einzige Stück war, zu dem man den Text hatte. Ein anderer war nie geschrieben worden. Insofern führte man diese Passionsspiele als fixen Pausenfüller auch regelmäßig auf. Wenn es nur eine Geschichte gab, musste sie mangels Alternativen die wahre sein. Weil sie erzählt wurde, wurde sie weitererzählt.
Und dann gab es das, was es nicht gab. Das, was sich nicht zeigen durfte, weil es der Zeigenden sehr übel genommen wurde. Ein ganz klarer Unterschied, ob man im Text das Passionsspiel rezitiert oder über das zu schreiben versucht, für das die Worte fehlen. Wo es doch wirklich niemanden interessierte. Wer niemand ist, das ist die Frage! Zum Jemand werden, heißt, die eigene Geschichte als solche etablieren. In so vieler Hinsicht. Auch: ein Kanon der Körperlichkeit. Wie darüber schreiben? Eine Kartografie dessen, was ihr an ihm so gefällt. Aus der Stille hinaus-, in die Stille hineinzeichnen. Den Blick lenken. Ein Verzeichnis erstellen, ein Verzeichnis der anderen Art. Schnitzler schwieg aus einem lauteren Instinkt heraus. Wieso ausgerechnet das die Männer das Fürchten lehrt?
Sie sollte nicht so viel nachdenken. Sie hatte sich eine Pause verordnet, aber wie das Echte, wie das Eigentliche aushalten, wenn man es gar nicht gewöhnt war? Sie hatte gesagt, sie brauche keine Pause. Keine Pause vom Leben, aber eine Pause von allem anderen. Ein Fieber, ein Fieber auf der Suche.
Als junge Studentin war sie mit dem Rucksack nach Südamerika gereist. Schon beim Einsteigen ins Flugzeug diese erbarmungslose Angst. Drogenkartelle, Schießereien, verschwundene Touristinnen. Es war eine einzige Qual gewesen. Natürlich war nichts passiert, aber diese Angst, die unbequemen Busse, die aufgeschürften Füße, Verstopfung, sechs Wochen lang Verstopfung vor lauter Sorge. Sich nirgends ausgekannt. Die Tage gezählt bis zur Rückkehr. Wieso immer dorthin müssen, wo man nicht, aber auch absolut gar nicht war? Wieso konnte man sich selbst nicht in der eigenen Abstellkammer finden? Die Erleichterung, als sie wieder nach Hause gekommen war. Den Rucksack hatte sie unters Bett geschoben und nie wieder angeschaut. Sie war nur mehr dorthin gefahren, wo der Rollkoffer lautlos über die Straße glitt. Das schlechte Gewissen hinter den Erlebnissen, die ihr, wie sie meinte, das Wesentliche vorenthalten hatten: sich selbst gesucht, nichts gefunden. Drauf geschissen. Nun einen Dschungel aufgesucht, der näher lag.
Mitten auf der Weide – war es denn eine Weide? – überkam sie große Lust, sich hinzulegen. Das Gras hoch und von Wiesenblumen durchsetzt. Ein Flirren, ein Surren in der Luft, heiß, aber noch nicht sengend. Sie setzte sich, ließ sich fallen, breitete sich hin. Die Beine den Hang hinunter, ihre Augen geschlossen, der Oberkörper schräg an den Hügel gelehnt. Die Schwerkraft an ihrem Gesäß gerade noch nicht so steil, dass sie ins Rutschen kam, gerade so, dass es ihre Wirbelsäule angenehm dehnte. Sie spürte die Halme kratzen auf ihren Armen und Beinen. Was für ein herrlicher Tag. Was für ein weiter, ausgedehnter, wollüstig hingebreiteter Tag. Endlos wie in der Kindheit. Jede Nacht absolut. Jeder Nachmittag eine eigene Ewigkeit.
Sie hätte auch in die Naturwissenschaften gehen können, hatte ihre Tante gesagt und es als Kompliment gemeint. Sie hatte es nicht als solches verstanden. Die Tante als erste Studierte gleich Schuldirektorin geworden, eine schmale, durchsetzungsfähige Frau mit dem Horizont einer Lehrerin. Nichts wäre einem Menschen wie ihr so gegen den Strich gegangen wie die Arbeit an der Universität. Fragen, die keine Antworten kennen. Antworten, zu denen die richtige Frage fehlt. Aber die Tante hatte ihr sagen wollen, dass sie gescheit war und dass sie ihre Zeit nicht verschwenden sollte mit Literatur. Wo doch mit der Literatur nichts zu holen ist. Im Gegenteil, Leute gingen darin verloren und hielten das, was zwischen zwei Buchdeckeln stand, im Gegensatz zum Rest der Welt tatsächlich für relevant. Sie hatte versucht, das Kompliment von der daran klebenden Schelte zu trennen. Es war ihr nicht gelungen.
Ob unsere gesellschaftliche Unternehmung irgendwann einmal falsch abgebogen war? Sie hatte nichts Besonderes von der Welt erwartet, aber irgendetwas hatte sie dann doch erwartet. Stillschweigendes Ausgehen von einer Zukunft. Hatte man das Recht dazu? Sie dachte an Hume, der der Sonne die bloße Gewohnheit unterstellte, aufzugehen. Auf wie viel Zukunft darf man überhaupt noch hoffen? Ach, sie war alt geworden, älter zumindest, sie hatte sich in ihren Körper eingelebt und war kurz davor gewesen, zumindest die adäquate Formulierung zu finden. Zumindest die Frage richtig zu stellen. Sie dachte sich: Welches Jahr ist wohl 1913? Dieses, das nächste? Jahre der Pandemie, in denen nichts passiert war. In denen man feststellte, dass nichts so ziemlich das Schlimmste war, was passieren konnte. Nichts hält der Mensch nicht aus. Und die Welt wurde nicht gefragt. Danach Krieg. Kriege. Staut sich die Realität auf, bricht sie in einem Schwung über einen herein? Was hält der Mensch denn aus? Vermeintliche Stille, während man das infernalische Brausen nur deshalb nicht hört, weil es noch um ein täuschendes Stück zu weit entfernt ist.
Eine Zeit, in der sie in StudentInnengruppen über alles Mögliche diskutiert hatten. Voller Rauch dieses Kämmerchen, die grauen Schwaden dick in der Luft, wider Erwarten ausschließlich Tabak, kein bitteres Gras, kein süßer Nachgeschmack. Kaffeebecher mit eingetrockneten Rändern auf allen möglichen Oberflächen. Die tibetanischen Gebetsfähnchen, die jedes Mal, wenn man den Raum betrat, im Luftzug müde flatterten. Che Guevara, der in unterschiedlichster Farbgebung von der Tür, von zerfledderten Bieruntersetzern, von kleinen, auf den Computer geklebten Stickern herunterstarrte. Umzingelt von der Revolution. Ein rotes Anarchiezeichen über die gesamte Wand gemalt, die Farbe in dicken Tropfen eingetrocknet, blutende Stränge eines großen A, ein rot nässender Kreis.
Sie hatten mit einem Eifer diskutiert, den nur Unmenschen als naiv bezeichnen können. Alles war vor ihnen gelegen und die Lösungen so greifbar, so klar. Es konnte doch nicht daran scheitern, dass man sie einfach nicht umsetzen wollte! Im Wesentlichen war die Misere dieser frühen, sehr ernsthaften Zeit damit zusammenzufassen, dass sie noch an die Vernunft im Menschen geglaubt hatten. Sie hatten Einsicht unterstellt, wo Logik überzeugen musste. Sie waren wirklich noch nicht lange genug auf der Welt gewesen, um den Menschen zu kennen. Nichts lag ihm ferner, als Erkenntnisse weiterzuverfolgen, die sich in Handlungsimperative auszuwachsen drohten. Wegschauen war einfacher, als sie damals noch dachten.
In angenehm theoretischer Entfernung zu allen möglichen Katastrophen: Sie mochte gar nicht daran denken, wie die aktuell junge Generation empfand. Das muss eine Beschneidung, eine physische Amputation sein: Wenn einem die Zukunft genommen wird. Diese jungen Leute begingen jeden Tag ihres Lebens mit dem unerschrockenen Mut eines Verurteilten auf dem Weg zum Schafott. Was für eine bemerkenswerte Leistung, was für eine Tragödie. Dass sie überhaupt noch gingen. So dumm, bloß von sterbenden Eisbären zu faseln, war schon lang niemand mehr.
Natürlich hatte Schnitzler nichts wissen können. Schnitzler war kein Prophet. Aber trotzdem steckte es so dick in seinen Texten, so unübersehbar hinter jedem Satz – dass das doch alles absurd war, dass es so nicht weitergehen konnte, dass man ein vollbekleidetes Theater aufführte und es dann im nackten Zustand weiterspann. Dieses Nichtauskönnen. Dieses In-Wien-Sein, In-Wien-bleiben-Müssen. Dieses Nicht-aus-der-Zeit-heraussteigen-Können, immer dieselben Fehler, immer dieselben Situationen, immer dieselben Frauen, nur mit einem anderen Gesicht. Selbstverständlich alles ganz anders gelesen vor zwanzig Jahren. Aber ob nicht seine Texte insgeheim für diese Zeit hier geschrieben worden waren, ob nicht ein Loch, ein Verbindungsgang mit einem Schnalzen eingerissen war zwischen damals und dem jetzigen Jetzt, dieser zukunftslosen Zeit, die in der zukunftslosen Vergangenheit ihre Parallele fand … Die Zukunft nur vorstellbar als eine ewige Wiederholung des Jetzigen im gleichzeitigen Wissen, dass sie sich so nicht ereignen kann. Wenn sie sich überhaupt ereignen sollte. Spiegelperspektive, man starrt angestrengt auf sich selbst zurück. Das gespiegelte Bild wirft einem den aufsteigenden Ärger ins Gesicht. Alles, was kommt, ein wolkig dunkelschwarzes Nichts.
Sie mochte auch Ödön von Horváths Texte, die er mit ähnlichem Verständnis wesentlich später geschrieben hatte als Schnitzler. Aber die waren fundamental anders. Dort gab es durchaus eine Zukunft, sie war naheliegend und sehr klar. Dort war der Weg schon vorgezeichnet, mit Stacheldraht bewährt und führte ohne viele Kurven ins Verderben.
Sie öffnete die Augen und richtete sich auf. Stützte sich auf die Unterarme. Ihr Kopf summte. Vielleicht hätte sie sich doch eine Kappe aufsetzen sollen? Hinter ihr eine Bewegung. Sie wandte sich um und hatte mit einem Mal das Gefühl, dass ihr Magen voller Steine war.
Bist du eh nicht gestorben?, sagte er und sah sie an. Seinen Gesichtsausdruck konnte sie nur erahnen, blendender Himmel hinter ihm. Gelehnt auf eine Sense, eine Hand in die Hüfte gestützt. Zog das Leibchen hoch und wischte sich damit über die Stirn.
Nein, ich bin nicht gestorben, sagte sie, hob eine Hand über die Augen. Sie spürte ihr Gesicht von innen. Es zeigte Dinge, die es nicht zeigen sollte.
Soll ich dir aufhelfen?, fragte er.
Nein, sie schüttelte den Kopf und ließ sich wieder zurückfallen. Ich bleibe liegen, sagte sie. Ich träume noch. Das konnte doch nicht sein. Noch immer schlief sie, noch immer nur ein Traum.
Als sie aufstand, war es später Nachmittag. Sie verwendete keinen Gedanken an das, was geschehen war. Nicht jeder eigenartigen Anwandlung nachgeben. Die Zeit hatte sich über sie ergossen. Seltsame Nächte, ein noch seltsamerer Tag. Sie schüttelte sich, klopfte die Blütenblätter von ihren Kleidern. Eine Stelle in der Nähe war gemäht, aber das mochte nichts heißen. Ob sie es zu weit getrieben hatte? Nein, das hatte sie nicht. Sie würde mit sich selbst allein sein können, auch wenn keine Buchstaben mehr standen zwischen ihr und der Welt.
Sie trottete den Berg hinunter. Der Abend schon als anbrechender Nebel am Horizont. Sie hätte Schnitzlers Texte ja gerne ausgebessert. Oder nicht ausgebessert, sie hätte gerne etwas Eigenes hinzugefügt. Ein hübscher Mann. Nein. Ein Mann, der ihr sehr gefiel. Eigene Versionen von etwas. Perspektiven. Aber das konnte sie nicht. Sie war sekundär, sie konnte über-schreiben. Sie wäre gerne jemand gewesen, die eigene Texte schreiben konnte. Anstatt sich zu echauffieren, sich ständig zu ärgern, wenn sich wieder eine Frau in einem Männerbuch so unglaublich ferngesteuert verhielt, dass man sich nur an die Stirne greifen mochte. Wenn sie könnte, würde sie lieber selbst etwas nachlegen. Beispielsweise: Wie Frauen sprechen, wenn sie alleine sind. Oh, da gab es durchaus Worte. Das kleine, dreckige Lächeln auf den Lippen der Freundin. Ihr wissender Blick. Das satte Mhm, wenn sie von ihm erzählte. Wie die Katze vor einer vollen Schüssel frischer Milch. Im Beschreiben darin schwelgen, was gut war und was nicht, wie er sich verhielt, was er getan und was er unterlassen hatte, was man selbst zu tun, was man nicht zu tun gedachte. Jede Eroberung ein fröhlicher, durchaus prinzipieller Diskurs. Nichts davon in Büchern. Oder, vielleicht noch wichtiger: in keinen ernst zu nehmenden.
Der Wald, wie er knapp vor dem Abend stand: eine Stille zwischen den Bäumen, die etwas so Absolutes wie Einladendes hatte. Wie der Tod, dachte sie, und wo sie das schon einmal gelesen hatte. Stammweise Dunkelheit. Andacht. Ihre Füße stiegen fast geräuschlos, bloß ein leises Rascheln, als wäre sie ein Tier. Sie roch sich ganz deutlich: Es war ein fordernder, aber kein unangenehmer Geruch. Sie ließ sich bei jedem Schritt in die Knie fallen, obwohl sie wusste, dass es ihr nicht guttat. Wie ein Kind. Sich Zukunft stehlen, es deshalb immer endlos haben.
Was für eine Krankheit: sich beim Beobachten beobachten. Natürlich experimentierte sie zuerst an sich selbst. Man ging immer vom Naheliegendsten aus. Bloß wenn man dort verharrte, wurde das zum Problem. Was zuerst auffiel: Wie er dastand, wie er sich hielt. Goethe: Sein hoher Gang, seine edle Gestalt. Sehr gut beobachtet. Frauen hatten sehen lernen müssen, wo sich nichts präsentierte, zumindest nicht auf eine Art, die ihnen galt. Wenn, dann bot sich bloß ein Mann dem anderen in einer Art verklausuliertem Kriegsspiel dar, und sobald beide Seiten merkten, dass Frauen zuschauten, wurde das Ganze noch absurder. So hatten die Frauen denn schauen gelernt, dass es niemand merkte. Der Blick, der einem zusteht oder eben nicht: Wenn eine Frau so schaute, dass es jemand merkte, dann war sie ein Problem. Dann war ihr Blick, der ja existierte, ein Problem. Dann galt schon als Aufforderung, was zunächst nur eine Sichtung sein sollte. Die Augen mussten also in einer Beiläufigkeit alles aufnehmen, gleichmütig das, was ihnen gefiel, und das, was es nicht tat. Sie durften nicht verharren. In manchen Texten, Zeiten, Gesellschaften schauten nur die Huren. Und einer Hure, die also schaut, gebührt nichts Gutes. Man musste vorsichtig schauen als Frau. Man durfte nicht alles sehen.
Sie trat aus dem Wald, und wieder überkam es sie: Die Landschaft war unfassbar schön. In zartes Violett getaucht, Hügel über Hügel bis zum Horizont. Sie wandte den Blick, vor ihr die kleine Pension, kein Licht brannte in den Fenstern. Sie ging ums Haus, die Eingangstür war unversperrt. Vor ihrem Zimmer standen zwei Papiertüten mit den geforderten Einkäufen, daneben auf einem Tablett sauberes Besteck, ein Teller, ein Glas. Sie würde Charona morgen dafür danken müssen. Sie sperrte auf, fühlte sich schon fast zu Hause im Zimmer Tanne. Mit einer gewissen Befriedigung räumte sie den Kühlschrank ein. Nahm ein Stück Brot mit ein paar Scheiben Käse, öffnete das Fenster, stellte sich kauend in den Abend hinein. Stille, Ruhe, so viel Zeit zum Nachdenken. Alles übersteuern lassen, weil man es sich leisten kann. Nichts zurückhalten, alles sehen können. Sie schluckte. Genauso hatte sie es sich gewünscht.
Diese Nacht träumte sie von ihm. Der Blick in den Spiegel noch nachhallend, gelbes Licht, die Zahnbürste tropfend in den Halter geklemmt. Es war einer dieser Tage, an dem sie das Hemd an ihrer Haut kaum aushielt. Sie kroch ins Bett und wusste, dass sie bald schlafen würde. Der Weg in den Schlaf ein sanft abfallender Pfad.
Regungslos stand er zwischen den Bäumen, als hätte sie ihn festgepinnt mit ihren Augen. Genau so, wie er gestern dagestanden war, eine Hand am Stamm des Baumes, die andere lose hängend, sein Ruderleibchen weiß und abgetragen. Eine zarte Spannung in seinem Körper, aber keine Unruhe. Sie näherte sich durch das lange Gras, schleifende Halme an ihren Beinen. Da sah sie seine Augen: Nur sie bewegten sich, zogen unstet hin und her, im Kontrast zu seiner Haltung. Sie trat ein paar Schritte auf ihn zu, Innehalten. Ein Hauch von Furcht in seinem Blick, während sie ihn betrachtete. Sie lächelte, sah in sein Gesicht, die Augen groß, an ihrem Grund ein ehrfürchtiges Fragen. Sie hob die Hand, fuhr über seinen Arm, dass die Fingerkuppen ihn kaum berührten. Zeichnete eine der Adern nach, die sich unter seiner Haut in entschiedenen Strängen wölbten. Ein Pochen und ein Drücken. Als könnte es kaum im Zaum gehalten werden. Was eigentlich so schön daran war, das Blut so dicht unter der Oberfläche ziehen zu sehen? Wie es sich wand und schlängelte. Waren es Grenzen? Hauchdünne, deutliche Barrieren? Wenn man sie überwand, war alles hin. Sie umfasste sein Handgelenk. So lebend. So lebend vielleicht. Ob sie wussten, was sie auslösten mit diesem Übermaß an Leben? Alles an ihnen war eine große Gefahr.
Sie hob die Augen. Wie sie das genoss. Sie sah ihn an, während sie hinter ihn trat; seine Augen folgten ihr, bis sie sie nicht mehr halten konnten. Er würde nichts wissen, gar nichts wissen würde er. Sie betrachtete seine Hand, wie sie da auf der Rinde lag, seine kräftigen Finger, die aussahen, als ob er damit Dinge anfasste, die wirklich waren und fest. Sie hob ihre eigene Hand und legte sie darüber, fächerte die Finger auf. Kein Zittern durfte durch seinen Körper gehen, als sie ihn berührte. Wie klein ihre Hand war im Vergleich zu seiner. Sich so köstlich klein fühlen dürfen. Worin die Freude in diesem Gefühl? Vielleicht war es eine Erfüllung: hineinpassen, in etwas hineinpassen, eine Proportion, die sich jedes Mal wieder neu vollzog, eine Prophezeiung, eine Beschreibung, eine Beschwörung. Reale Verhältnisse, wirkliche Verhältnisse, mathematische Verhältnisse. Jemanden in der Hand haben, der größer ist und stärker als man selbst. Diese Hand haben – und die größere, die nahtlos drüberpasst. Unter seinen Fingern die Rinde, rau. Eine seltsame Freude, aber ganz deutlich: wie sich seine Hände anfühlen würden, wenn sie erst einmal auf ihren Brüsten lägen.
Ein Rascheln im Gras, von der Hügelkuppe herunter stob der Pudel über die Wiese. Sie jetzt zu stören. Dieses elende Tier. Er machte knapp vor ihnen halt, bellte, fletschte mit zitternden Lefzen die Zähne. Sie ging ein paar Schritte auf den Pudel zu. Was denn?, sagte sie, aber der Hund gab keine Ruhe. Er knurrte den Fremden an, mit seinen kleinen Tatzen stampfte er mehrmals auf den Waldboden, dass es seinen ganzen Körper schüttelte. Der Hund wagte sich immer weiter vor. Er hatte wohl verstanden, dass sich der andere nicht regen würde. Das war ihr Bild, das sie geschaffen hatte, ihre Gedanken, die sie vor sich hingebreitet hatte, um sich in Ruhe daran sattzusehen. Was wollte dieser Pudel hier? Fort mit dir, sagte sie, aber der Hund trippelte immer näher an den Fremden heran. Erst als er knapp vor dessen Füßen sein Geschäft verrichten wollte, warf sie nach ihm mit einem Stein, der ihr plötzlich in der Hand gelegen war. Seine satte Glätte eine prinzipielle Möglichkeit, eine dauernd verfügbare Option. Sie verfehlte, aber der Hund hatte sich erschreckt. Mit einem erbärmlichen Kläffen machte er sich davon, winselte tiefer in den Wald hinein. Sie drehte sich nach dem Fremden um. Er war verschwunden. Eine Sekunde Unachtsamkeit hatte genügt. Scheiße. Wenn man nicht dauernd aufpasste auf sie, dann gingen sie verloren.
Die Dunkelheit kippte in dicken Brocken über ihr Blickfeld herein, schüttete ihr die Augen zu, es war kein Vorbeikommen mehr daran. Alles ein dunkles Glosen, samten und dick. Aus der Ferne drang ein kleines, wütendes Geheul.