Am nächsten Morgen spürte sie beginnende Routine sich ihrer Glieder bemächtigen. Ein beruhigendes Gefühl, aber auch eines, das baldige Langeweile verhieß. Beim Frühstück fragte sie Charona, bevor sich diese wieder aus dem Staub machen konnte, ob es im Ort ein gutes Gasthaus gäbe.
Auf Urlaub, antwortete diese.
Und ein Kaffeehaus?
Auch verreist.
Sie schwieg in ihre Tasse, während sie das Gefühl hatte, dass sich Charona über ihre Verwirrung freute, ohne dass sich in deren immer gleich missmutigem Gesicht ein Hinweis darauf hätte finden lassen.
Alles verreist?, fragte sie.
Was glauben Sie denn, antwortete Charona. Es wird ein sehr, sehr langer Sommer.
Die Alte verschwand, woraufhin der Fernseher sein morgendliches Dröhnen aufnahm. Was die Frau damit gemeint hatte? Sie hatte tatsächlich noch keinen anderen Menschen hier gesehen.
Wie interessant. Wenn man anfing, auf Zeichen zu achten. Es gab Tage, an denen sie glaubte, sie könnte die Männer fressen. Alles ein samtenes Schauen, aufblitzende Möglichkeiten in jedem Blick. Dann wieder interessierten sie sie gar nicht, nicht ein bisschen, nicht einmal ansatzweise. Ein mönchisches Leben, und drei Tage später sah sie einen Unterarm, der ihr bis zum Abend im Gedächtnis blieb. Die Wellen reiten, bis sie brechen. Wie anders sie dann sah, wie anders sie gesehen wurde. Kleinhirne kommunizieren, sie sind ganz klar in dem, was sie sich gegenseitig verraten. Ein seltsames Frohlocken in ihr, das Wissen, dass etwas Großes durch sie wirkte: jeden Monat durch sie durchschritt, sie mitnahm, sie wieder verließ. Sie ließ es kommen und gehen.
Seit ein paar Tagen war ihre Regel vorbei. Sie spürte es wieder anbranden, die Welt, die dichtere Konturen annahm, wie Eindrücke schärfer wurden, Gerüche sich ihr nachdrücklicher in die Nase schoben. Kein Wunder, dass sich ihr Körper so weit öffnete, mit weichen Gliedern alles an sich ziehen wollte. Aber sie würde sich träumen lassen. Dies war ihre Zeit, sie hatte sie an sich gerissen, und jetzt würde sie sie füllen, womit es ihr gefiel.
Ihr Erster war gleich richtig gut gewesen. Sie hatte das gespürt, aber nicht in Worte fassen können. Er hatte sie mit ernsthaften Augen angesehen, mit Augen, die gefallen wollten. Hatte verstanden, dass es eine große Ehre war, die sie ihm da zuteilwerden ließ. Sie hatte es zu schätzen gewusst: Und dass doch diese Ernsthaftigkeit, dieses wirkliche und ehrliche Bestreben, so viel wettmachte, was sonst hätte schiefgehen können. Letztendlich hatte er etwas in ihr gesehen, das sie nicht war und auch nie hatte sein wollen. Er war vom Land gewesen, er hatte andere Vorstellungen vom Leben gehabt. Eine Frau, die an der Universität blieb, war darin nicht vorgekommen.
Heute schon leichter in die Wanderschuhe. Ihr Fuß glitt ohne Widerstand hinein. Zwei Paar Wandersocken hatte sie mitgenommen, morgen würde sie sie waschen müssen. Ihr Shirt ein helles Blau, die Wandershorts mit Cargotaschen an den Oberschenkeln. Sie ging aus dem Haus – nun herrschte Stille. Charona war nirgends zu sehen. Der Tag saß heute dicker im Tal, fetter, eine Hitze, die bald unangenehm werden würde. Man hatte ihr Trockenheit versprochen, sie würde sie bekommen. Sie schritt unter den Tannen durch, die reglos in der Sonne standen. Vielstimmiges Insektendröhnen in der Luft. Bald würde alles knistern unter ihren Sohlen.
Ihre Zeit als et al. war ein lästiges Versteckspiel, das schon viel zu lange dauerte, durchsetzt von tumben Sätzen und müden Kompromissen. Manchmal trat sie auch als sie selbst auf: in kleinen, harmlosen Artikeln, auf Konferenzen. Sie hatte sich verschanzt hinter PowerPoint-Präsentationen, kleidete alles in eine Sprache, die Sachlichkeit atmete. Aber der Ärger am Kern der Dinge war sehr konkret und gar nicht abstrakt. Eine lodernde, brodelnde Leerstelle, die sie mit tiefen Schriftzügen energisch anstrich und umkreiste. Ein hallendes Schweigen, das auf nichts verweisen durfte. Sie hatte nicht geschrieben, sie würde gerne mehr Männer in der Literatur lesen, die sie erregten. Aber gedacht hatte sie es. Die Frauenkörper konnte sie auswendig hersagen, und sie interessierten sie nicht. Wer beschrieb einen Mann so, dass er anzog? Ein Desinteresse, das auf einer großen Ungleichheit gründete und in eine noch größere Ungleichheit hineinmündete, ein ewiger Wortfluss von verschwiegenen Gemeinheiten, ein blind drehender Kreisel. Man konnte sich ja nicht einmal auf einen Körperteil einigen. Es musste der ganze Gestus eines Körpers eingefangen werden: Wie das bewerkstelligen? Wo der Blick hinfällt, wo er verweilt. Goethe: Sein hoher Gang, seine edle Gestalt. Das Schauen übersetzen, das Schauen übersetzen dürfen. Diese verdammte Aufgabe. Jahrhunderte Literatur mit klaffenden Lücken, die niemand mehr sah, weil sie ganz selbstverständlich zum Landschaftsbild gehörten. Das männliche Entsetzen darüber, dass mitunter nicht diejenigen angeschaut werden, die meinen, ihnen stünde das zu.
Sich äußern: Harmlosigkeit war von Vorteil. Es gab unter den Frauen die Harmlosen, die man mit Gutmütigkeit strafte, und diejenigen, die gefährlich werden konnten. Gefährlich werden wieso? Sie wollten nicht ohne ihr Begehren sein. Und: Sie wollten neben ihrem Begehren auch noch als Mensch existieren. Wenn sie sich äußerten über ihr Verlangen, wurde diese Äußerung so groß, dass sie alles überdeckte: sich blähte, bonbonfarben verzogen, die ganze Frau nur mehr zu sehen durch die Ballonwände ihrer ungeheuerlichen Wünsche. Weibliches Begehren quoll auf an der Öffentlichkeit, als bekäme ihm der Wind nicht, der ihm dort entgegenblies. Was ein Befreiungsschlag hätte sein sollen, war eine böse Falle geworden. Es ging um Macht: Wenn Männer einfach so betrachtet würden, wo kämen wir denn da hin? Begehren durfte nichts Beiläufiges annehmen bei einer Frau, es gab nur Heilige oder Huren, nach wie vor, und dazwischen fehlte schon seit Jahrhunderten die Luft.
Sie querte den Waldrand, stieg über erste Wurzelstöcke in die Kühle hinein. Bergan, ein paar Schritte abseits vom Weg, stand eine Bank, die sie gestern übersehen hatte. Ein verwachsener Ausguck, blättriges Fenster hinaus ins Licht. Sie setzte sich, den Blick auf die im Dunst hängenden Hügel in der Ferne. Sie streckte die Beine durch, hielt ihre Schuhspitzen vor sich in die Luft, Erdklumpen und abgerissene Halme. Sie dehnte die Waden. Kein Nachdenken mehr. Sie fühlte sich wie ein verspieltes Kind. Dinge anstupsen und sehen, was passiert. Die Leichtigkeit tropfte ihr durch die Adern, knapp unter der Haut kochte sie über, zog sich einem Lichtnetz gleich über ihren ganzen Körper. Ihre Bewegungen wurden langsamer, nachdrücklicher, sie setzte sie ganz bewusst. Sie hob die Hand, betrachtete die anbrechende Sommerbräune auf ihrer Haut. Unerschrocken war das Wort. Als trüge sie lang wallende Bänder an den Handgelenken, seidige Versprechen eingewoben in den glänzenden Stoff. Sie erhob sich, ihre Gesten die eines Tieres, das sich sicher war. Die Schleifen hinter ihr wehend im blattdurchbrochenen Sommerlicht. Ein großes Schimmern um ihre Person.
Als Frau so über Sex schreiben können wie ein Mann! So ignorant sein dürfen, so viel zu viel preisgeben, so feucht detailgetreu werden und sich trotzdem ernst genommen wissen. Mit sonorer Stimme auf der Bühne die derbsten Szenen vorlesen können, mit Intellektuellenbrille und sorglosem Wasserglas, während einem das abgewetzte Tweedsakko schon das zwanzigste Jahr treu um die Schultern hängt. Und trotzdem nicht selbst sexualisiert werden. Auch nicht ins Lächerliche gezogen. Das Begehren jedes Charakters ganz selbstverständlich dissoziiert von dem eigenen, man ist ja doch ein Künstler, als welcher man erhaben über den Dingen steht. Welche Genugtuung das wäre. Welche Genugtuung es wäre, so etwas lesen, so etwas vorlesen zu dürfen! Keine erhobenen Augenbrauen, keine roten Gesichter. Kein anzügliches Lächeln, das zeigt: Man hat auf peinlichste Weise missverstanden, wer gemeint ist. Kein Wunder, dass Valie Export regelmäßig die eigene Fut ablichten musste. Dass sich Die Klavierspielerin aus nicht im Wesen der Sache liegenden Gründen zum Skandal entwickelte. Kein Wunder, dass man sich immer wieder wundern musste. Vielleicht änderten sich endlich die Dinge: Vielleicht würde einem das Wundern vergehen. Beiläufigkeit galt nicht, hatte nicht zu gelten bei einer Frau, und: Worüber du nicht reden kannst, darüber musst du schweigen. Sie hatte lange gebraucht zu verstehen, wie alles zusammenpasste. Nun hatte sie Fährte aufgenommen. Sie schabte in Schnitzlers Texten nach den Spuren, die auf etwas anderes hindeuteten. Sie würde ungestört bleiben in ihrer Erforschung der Dimensionen dieser Dunkelheit. Wie tief die Grabungen eigentlich gingen. Sie war einem Geheimnis auf der Spur, das hauptsächlich deshalb so gut bewahrt wurde, weil niemand Maßgeblicher davon wissen wollte.
Sie ging aus dem Wald, ganz voll von sich selbst. Am Ende war es doch dieser Zustand hier. Über alles hinwegschreiten, den Weltkollaps wegsprengen unter den Sohlen wie kleine Kieselsteine, die Flüchtlingskrisen, Währungskrisen, Klimakrise. Alles von oben sehen, näher dem Himmel sein. Herrscherin im eigenen Reich, der Fatalismus eines satten Lächelns. Was blieb einem sonst übrig? Sie schritt, harte Schatten, dann gar keine mehr. Setzte sich in die Wiese, sie schloss die Augen. Die Sonne holte sie ein, ein vorsichtiges Schimmern auf den Halmen. Die Kühle aus ihren Poren verdampfte im heißen Gras. Wenn nichts mehr wichtig war. Das musste Freiheit doch heißen. Sommergeräusche, verhaltenes, erhitztes Knacken. Sie breitete sich hin, blinzelte träge hinauf. Ihr Schwelgen war süß und ungestört. War das das Leben, das sie gesucht hatte? Beruhigend wenig los am Kern der Dinge.
Liegend merkte sie, dass sie ein Geräusch hörte, schon länger gehört hatte. Sie setzte sich auf. Wie Hufe auf Kies. Hinter ihr? Von oben? Deutlicher zeichnete es sich vor dem Hintergrund der Stille ab. Sie drehte sich um, da war nichts zu sehen. Sie meinte schon, sie habe sich verhört, da erschien ein Wagen von hinter der Hügelkuppe. Schob sich immer weiter in den gleißend hellen Himmel hinein. Zuerst nur eine Silhouette, dann fiel ihr ein – vor ein paar Tagen hatte sie ihn vom Fenster aus in die andere Richtung fahren sehen. Wohl denselben Wagen; da war er voller Heu gewesen. Der Wagen zockelte heran, er war klein, würde nicht viel halten. Details wurden schärfer. Ein schönes braunglänzendes Pferd schnaubte den Weg herunter, bremste das leichte Fuhrwerk ohne Mühe ab, blieb schließlich stehen. Einen Moment lang bewunderte sie dieses stolze Tier, wie es in der Sonne schimmerte, den Kopf neigte und wieder hob. Dann sah sie, wer nun vom Kutschbock sprang. Er ging um den Wagen herum, griff sich die Sichel. Sie wie einen Stock mit jedem Schritt in die Erde rammend, kam er auf sie zu. Sie riss sich los, presste ihren Blick weit in die Ferne. Die Hügel schienen sacht zu vibrieren. Das kann nicht sein, dachte sie. Was in ihrem Kopf wohl schiefgegangen war?
Grüß dich, sagte er hinter ihr. Wenigstens bist du heute nicht gestorben.
Das kann nicht sein, sagte sie und schüttelte den Kopf. Sie hatte die Wände eingeschlagen, zu heftig hatte sie umgerührt in der Zeit. Hätte sie stillgehalten. Hätte sie nicht so zügellos gedacht.
Was kann nicht sein?, fragte er. Sie drehte sich zu ihm um. Als spannte man eine Sehne, sie diese Sehne, in abgesetzten Bögen unter seiner Haut. Wie gut er ihr gefiel.
Dass du da bist, sagte sie, das kann es doch gar nicht geben.
Wieso nicht?, fragte er. Ich war doch gestern auch schon hier. Sie ging auf die Knie, hievte sich auf. Stand mit roten Striemen da, Grashalme auf den Handflächen, Erde auf der Haut.
Du warst gestern auch schon hier? Die Stimme ging ihr irgendwo in der Kehle verloren. Er lachte.
Ja, sagte er, sogar begrüßt haben wir uns. Sie wich zurück, schwankte kurz. Ihr Blick musste ihm Sorgen gemacht haben.
Ist alles in Ordnung bei dir?, fragte er und kam einen Schritt auf sie zu.
Die Hitze, sagte sie. Es wird mir wohl alles … ein bisschen zu viel. Sie richtete sich auf, streckte den Rücken durch. Mit solchen schönen Augen trat das Verderben also zu ihr hin.
Er fragte sie, wie sie hieß. Sie sah ihn an. An dieser Stelle hätte sie sagen können: Elisabeth Maria, oder besser Lisa-Marie, aber das tat sie nicht.
Lima, sagte sie. Es kam ganz selbstverständlich aus ihr heraus, kaum eine Verzögerung, als wäre sie nie jemand anderes gewesen.
Bist du wohl aus der Stadt?, sagte er. Dass er freundlich war. Dass er das Gespräch nicht abreißen lassen wollte.
Das bin ich, antwortete sie, aber lieber bin ich hier. Er nickte.
Michael, sagte er und streckte ihr die Hand entgegen.
Wie der Engel, sagte sie, während sie seine Hand ergriff. Um Gottes willen. Hatte sie das jetzt wirklich laut gesagt?
Also Engel weiß ich nicht, erwiderte er und verzog dabei keine Miene, aber Michael auf jeden Fall.
Sie stampfte die Wiese hinunter. Am liebsten hätte sie ihn geschlagen. Den Pudel gewürgt. Was wurde hier gespielt? Trat über die Schwelle, kein Mensch zu Hause. Ihre Schritte dröhnend auf dem morschen Holz. Sie rammte den Schlüssel ins Schloss, verficktes Zimmer Tanne. Riss die Kühlschranktür auf, sodass sie gegen den Kasten knallte. Diese Wut. Die Welt, die sie verarschen wollte. Lima biss in eine Birne, der Saft rann ihr übers Kinn, Tropfspur auf ihrem Shirt. Sie schlug die Türe zu, trat mit dem Fuß dagegen. Welche Unglaublichkeiten sich noch ereignen würden. Wie lächerlich es war, dass sie nichts davon glauben konnte. Sie warf den aufgegessenen Putzen ins Klo, dass es spritzte, rieb sich die Hände an der Hose ab. Duschen. Und wenn er morgen noch da wäre? Sie schmiss ihr dreckiges Gewand in eine Ecke, knurrte sich selbst im Spiegel an, betrachtete sich in ihrer nackten, dröhnenden Wut. Wenn er morgen noch da wäre.
Sie legte sich ins Bett. Tuchent bis übers Kinn. Schaute mit weiten Augen an die Decke, wie Wellen ging es über sie hin. Sie musste es branden lassen. Oh Gott. Wie sie mit ihm gesprochen hatte. Als wäre sie stumpfsinnig. Oh Gott. Niemand sollte sie so klein fühlen machen. Entsetzlich. Ein schöner Mann, und sie versickerte im Boden wie ein Tropfen Milch. Sah sie ihn an, sprach sie mit sich selbst.
Ein großes Surren hatte sich aus der Wiese erhoben, unnatürlich laut, auf und ab in ihren Ohren. Die Landschaft war ihr zu nahe gekommen, hatte auf sie eingedrängt. Die Hügel hatten sie belästigt, die Bäume am Waldrand hinter ihrem Rücken tuschelnd gerauscht. Schadenfroh, die Sonne mit harten, spitzen Strahlen aus der Höhe. Sie war dagestanden, die Fersen bergab. Er hatte die Sense ins Gras geworfen, war zum Wagen gestapft, um das Pferd loszumachen, damit es grasen konnte.
Ich werde jetzt dann mal gehen, hatte sie gesagt, dieser krachend unhandliche Satz so laut aus ihrem Mund, dass sie sich schreckte. Auf Wiedersehen, hatte sie gesagt, passendere Lautstärke. Sich umgewandt, talwärts.
Sag, hatte er ihr nachgerufen, was war das überhaupt für ein Engel? Dieser Michael?
Sie hatte innegehalten.
Der, der den Teufel aufgehalten hat. Nicht zurückgeblickt. Die Scham sengend hinter ihren Wangen, eine Schwellung, eine Verletzung an der Seele, die dringend gekühlt werden musste.
Den Teufel?, hatte er ihr nachgerufen. Sie weiter hinuntertrabend.
Ja, hatte sie gesagt, den Teufel. Kurz stehen geblieben, über die Schulter geblickt. Er hinter ihr, schon kleiner, nur mehr Silhouette vor dem aufragenden Berg. Wie er dastand. Ein Lächeln, das sie nur hörte und nicht sah.
Auf Wiedersehen, rief er mit unsichtbaren Lippen und einer Freundlichkeit, die zu ihr hinunterkullerte.
Sie wollte auch lächeln, hob aber im Gehen bloß die Hand.
Diese Nacht schwarzer Schlaf. Sie lag, sah Feuer, Feuer, Feuer. Wer hatte alles angezündet? Die Bäume knisterten, die Wiese glattgemäht, Vögel als Feuerklumpen fielen von den Bäumen. Sie inmitten von allem, was hatte sie hier zu schaffen? Sie spürte, dass sie nackt war, dass das Feuer sie ausgezogen hatte. Brandwundentriefend müsste sie gehen, aber da war nichts. Sie untersuchte Arme, Beine. Griff die Haut an den Wangen. Wo sie doch wie eine Fackel brennen sollte. Kühl und seidig schlich sie in diese Flammenwand, schlich tiefer in den Wald. Sie wollte bleiben. Sie musste sich nur erinnern. Hier war es doch so schön.