Maui, Juli 2022
Elias konnte sich noch mit Schaudern an den Klavierunterricht seiner Schwester erinnern. Jane besaß viele Talente, sie hatte ihn im Kirschkernweitspucken übertroffen, konnte länger tauchen als er und würde, ohne mit der Wimper zu zucken, in das Löwengehege eines Zoos marschieren, wenn es dort eine Raubkatze zu verarzten gäbe. Klavierspielen gehörte nicht zu ihren Stärken. Ihr Unterricht hatte mit fünf Jahren begonnen. Damals war Elias zwei gewesen, ein Alter, an das man eigentlich kaum Erinnerungen hatte. Janes verzweifelte Wutausbrüche an den Tasten hatten sich Elias jedoch nachhaltig eingeprägt. Deshalb hatte er die Aufforderung seiner Mutter, Emma solle etwas spielen, mit gemischten Gefühlen aufgenommen.
Doch nun saß sie an ebenjenem Klavier, das früher seine Nerven überstrapaziert hatte, und verwandelte sich vor seinen Augen in einen völlig anderen Menschen. Um die nächtliche Stimmung und den Zauber der aufgehenden Sterne draußen über dem Meer nicht durch Kunstlicht zu zerstören, hatten sie die Kerzen in den Windlichtern vom Tisch mitgenommen und auf das Instrument gestellt. Im warmen Schein ihrer Flammen waren Emmas schlanke Finger zunächst über die Tasten geglitten, als wollte sie das Elfenbein liebkosen. Elias hatte sich in die Musik fallen lassen und war wenig später aufgeschreckt. Emmas Hände jagten in fliegender Hast von einem zum anderen Ende der Klaviatur. Fasziniert sah er, wie sich ihr Körper erst sanft wiegte, dann anspannte und heftig zuckte. Emmas Mimik war so entschlossen wie ihr Spiel, ihre Haare fielen ihr ins Gesicht und schimmerten golden im Schein des flackernden Lichts. Elias war wie elektrisiert. Wo zur Hölle war die beherrschte junge Frau geblieben, die man nur aus der Reserve locken konnte, sobald es um das Thema Weltraum ging? Hier, an Janes ehemaligem Klavier, gab sich Emma nicht nur der Musik, sondern auch ihren Emotionen hin und spielte, als hinge ihr Leben davon ab. Ihr schmaler Rücken erbebte im Crescendo ihrer Finger, und Elias fragte sich, was geschehen würde, wenn sie sich mit derselben Leidenschaft anderen Bereichen des Lebens widmete. Die Musik wurde im nächsten Augenblick wieder sanft, doch sein Herz raste mit den letzten Takten davon. Als seine Überlegungen an dem Punkt angelangt waren, an dem ihre Finger über seine Brust streichen und quälend langsam abwärts wandern würden, zwang er sich, den Kopf zu heben und die Windlichter auf dem Klavier zu fixieren. Du hast zu viel Wein getrunken und schon zu lange mehr keinen Sex gehabt, sagte er sich. Aber er ahnte, dass das wohl nicht der einzige Grund war, warum Emma ihn so aufwühlte. Hier, in ihrem fieberhaften Spiel, erinnerte sie ihn auf beunruhigende Weise an Colleen. An die guten Zeiten mit ihr, die Leidenschaft, die sie geteilt hatten, bevor sie alles um sich herum in Brand gesteckt hatte. Und an Kaleo, der mit ihm nach der Beerdigung seines Vaters zusammen ans Meer gewandert war und mit ihm hinaus in diese verdammte, unendliche Weite geschaut hatte, die keine Antworten auf all seine Fragen hatte.
»Du hast dich verändert«, hatte Kaleo gesagt.
»Dad ist gerade beerdigt worden, erwartest du, dass mich das kaltlässt?« Er hatte die Krawatte gelockert und den obersten Hemdknopf aufgeknöpft. Es war schwül gewesen, und in dem schwarzen Anzug hatte er das Gefühl gehabt, zu ersticken.
»Das meine ich nicht. Du bist nicht derselbe, seit du mit Colleen zusammen bist.«
Lautes Klatschen riss ihn weg von dem Strand, an dem er damals noch lange gestanden hatte, unfähig, seinen Blick vom Horizont zu lösen. Selbst dann nicht, nachdem seine Schuhe und der Hosensaum von den anbrandenden Wellen schon völlig durchnässt gewesen waren.
Wie aus der Ferne hörte er seine Mutter sagen: »… wundervoll, nicht wahr, Elias?«
Sein Blick traf den Emmas, die sich eben vom Klavierhocker erhob und ihre Finger knetete.
»Sorry, so lange hatte ich gar nicht spielen wollen.«
Sie hatte seinen finsteren Gesichtsausdruck offensichtlich falsch gedeutet.
»Nein, es war großartig. Ich hätte noch ewig zuhören können.«
Ihre Miene sprach Bände. Sie nahm ihm das nicht ab, und er konnte ihr schlecht erklären, dass er gerade an seine Ex gedacht hatte. Emma sah auf ihre Armbanduhr.
»Aber du musst heute noch den ganzen Weg wieder zurückfahren, und es ist schon spät.« Eine Aufforderung lag in ihrem Blick. »Wolltest du mir nicht …?«
Schlagartig wusste er, was sie meinte. Ob es ihm lieber wäre, dass sie ein Hotelzimmer nahm. Rasch beeilte er sich zu sagen: »… das Observatorium zeigen. Natürlich! Mom, gehst du schon mal mit Emma voraus, und ich trage noch ihren Koffer ins Gästezimmer?«
Sie zog die Augenbrauen hoch, lächelte und folgte dann seiner Mutter in den Garten. Elias sah ihnen nach. Das Observatorium war das geheime Refugium seiner Mutter, ein Ort, an den sie sich immer zurückzog, wenn ihr alles zu viel wurde. Es würde Emma bestimmt gefallen. Die wohlhabenden Nachbarn der Umgebung hatten ihre Villen mit Fitnessräumen voller Hightech-Geräten und die Gärten mit Pools und Bars zum Cocktailmixen ausgestattet. Damit konnte seine Mutter nichts anfangen.
»Wozu soll das gut sein?«, hatte sie gesagt. »Wenn ich laufen will, geh ich vors Haus, wenn ich schwimmen will, hinunter zum Meer. Ich werde einen Teufel tun, mich auf einer Luftmatratze mit Cocktailbechereinsatz stundenlang durch eine Chlorbrühe treiben zu lassen.«
Es war vorhersehbar gewesen, dass Mom bei den Nachbarn aneckte, zumal sie zu Dads Leidwesen auch nicht einsah, ihre Meinung für sich zu behalten.
Elias stieg mit Emmas Koffer die Treppe hinauf und betrat das Gästezimmer. Seine Mutter hatte angenehm duftende Blumen aus dem Garten auf die Frisierkommode gestellt. Er stellte den Koffer ab und erhaschte im Hinausgehen einen Blick auf ein gerahmtes Familienfoto, das an der gegenüberliegenden Wand neben Dads Büro hing. Es waren oft ganz unscheinbare Dinge im Alltag, die ihn an Dad erinnerten. Wenn er sich die Krawatte auf die Weise band, die er ihm beigebracht hatte. Oder oben am Visitor Point Väter ihre Kinder auf die Schultern nahmen, damit sie besser sehen konnten. Jeder struppige Hundewelpe, dem er unterwegs begegnete, erinnerte ihn an Flint. Der Border-Collie-Mischling war das schönste Geschenk gewesen, das er ihm je gemacht hatte. Während er die Treppe hinunterging, flogen seine Gedanken wieder zurück zu Dads Beerdigung.
»Colleen und ich machen eine schwierige Zeit durch, das ist alles«, hatte er damals zu Kaleo gesagt, der sich gewundert hatte, dass sie ihn nicht begleitet hatte. In Wahrheit hatte sie ihm gesagt, dass Beerdigungen einfach nicht ihr Ding wären und Dad sie ohnehin nie habe ausstehen können. Es hatte ihn mehr verletzt, als er vor Kaleo zugeben wollte.
»Träum weiter!« Kaleo hatte eine Muschel aufgehoben und mit Schwung ins Meer geworfen. »Weißt du was, Elias? Du bist immer noch der kleine Junge, der die geschlüpften Schildkrötenbabys tagsüber am Strand vor den Möwen beschützt und nachts ins Meer begleitet.«
»Soweit ich mich erinnere, hast DU mir früher immer dabei geholfen, und ich hab keine Ahnung, was du mir jetzt damit sagen willst.«
»Wir konnten nie alle retten.«
Elias hatte geschnaubt und sich abgewandt, aber Kaleo hatte ihm die Hand auf die Schulter gelegt.
»Du hast mir selbst erzählt, dass Colleen damit gedroht hat, sich umzubringen, wenn du sie verlässt, nur weil du vor ein paar Wochen zum ersten Mal nach Jahren endgültig die Schnauze voll hattest und deine Koffer gepackt hast.«
»Das war doch nur … Verzweiflung. Ich glaube nicht, dass sie wirklich …«
»Das war Erpressung! Sie weiß ganz genau, wo sie bei dir ansetzen muss! Elias, der sich für alles verantwortlich fühlt. Der alles richten will. Der stundenlang geduldig mit Opa Ian in der Werkstatt sitzt und jedes kaputte Ding wieder zum Laufen bringt. Die Zeiten sind vorbei, und Colleen ist kein verdammtes Werkstück! Vielleicht kannst du sie nicht reparieren! Vielleicht will sie gar nicht in Ordnung gebracht werden, weil sie Ordnung gar nicht mag, sondern lieber Chaos und alles um sich herum kaputt schlagen?«
»Spar dir deine Küchenpsychologie für deine Touriegruppen auf. Mit ein bisschen hawaiianischer Folklore ausgeschmückt, kommt das bestimmt supergut an!«
Kaleo hatte seinen Zynismus einfach überhört.
»Wie oft hast du schon deinen Stolz runtergeschluckt, wenn sie nächtelang angeblich nur spontan bei ihren Freundinnen geblieben ist oder ihre cholerischen Anfälle hatte? Wie oft hast du Scherben zusammengekehrt und versucht, sie zu einer Paartherapie zu überreden?«
»Herrgott noch mal, sie hat einfach Angst vor Psychotherapeuten! Schlechte Erfahrungen aus ihrer Kindheit. Ich kann sie doch nicht dazu zwingen!«
»Sie befürchtet nur, dass sie die Kontrolle über dich verliert.«
»Bullshit! Colleen ist eben impulsiv. Aber hinterher tun ihr ihre spontanen Aktionen immer leid.«
»So nennst du das also?« Er hatte ihn traurig angesehen. »Wie egoistisch sie ist, müsste dir doch spätestens heute klar sein, wenn sie dir nicht einmal bei der Beerdigung deines Vaters beisteht. Tu mir bitte einen Gefallen: Sprich selbst mit einem Therapeuten. Hör dir an, was er zu eurer Beziehung zu sagen hat. Versprich es mir.«
Als Elias hinaus in den nächtlichen Garten ging, erkannte er plötzlich, warum er sich all die Zeit nicht mehr bei Kaleo gerührt hatte. Es war nie angenehm, wenn man die Wahrheit ungeschönt unter die Nase gerieben bekam. Aber war es nicht genau das, was gute Freunde taten?
Süß drang der Duft der Frangipani-Blüten ihm in die Nase, während er auf den Turm zuschritt, in dessen mit Metall verkleideter Holzkuppel sich gerade auf einer Seite die Luke nach oben schob, um Platz für die Beobachtung des nächtlichen Himmels zu machen. Elias schob jeden weiteren Gedanken an Colleen und den Tag der Beerdigung beiseite und atmete tief durch, bevor er eintrat. Im Innenraum der kleinen Sternwarte brannte gedämpftes Licht. Beide Frauen standen neben dem Teleskop, aber Emmas Blick war auf die Wände gerichtet. Sie sah auf, als er die Tür hinter sich schloss.
»Das habt ihr als Kinder ganz allein gemalt?«
Elias folgte ihrem Blick zu den in rotbraunen Farben gehaltenen steinzeitähnlichen Darstellungen von Pferden, Bisons und Strichmännchen-Jägern. Zwischen ihnen tauchten immer wieder hawaiianische Maori-Motive wie die Koru-Spirale, Schildkröten, Speere und Wellen auf. Er lachte verlegen und strich sich die Haare aus der Stirn.
»Na ja, wie alt waren wir damals, Mom?«
»Du und Kaleo? Zwölf oder dreizehn. Jane muss fast fünfzehn gewesen sein.«
Elias deutete um sich. »Meine Schwester ist die wahre Künstlerin, die das hier geschaffen hat. Sie hat einen Bildband über die Höhle von Altamira und andere steinzeitliche Malereien angeschleppt und die Umrisse der Tiere vorgezeichnet. Kaleo und ich mussten sie nur ausmalen«, gab er zu. »Er war auch für die Symbole verantwortlich. Seine Großmutter hat ihm einige auf Papier gemalt.« Elias ging zu einer Ecke der Wand und betrachtete die farbigen Abdrücke von drei Händepaaren. »Die hier stammen von mir. Und die daneben mit der Koru-Spirale von Kaleo.«
»Wofür steht denn das Symbol?«, fragte Emma neugierig, die ihm gefolgt war.
»Oh, für eine ganze Menge! Eine neue Lebensphase, die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, Harmonie, glückliche Partnerschaft und das Finden innerer Stärke.«
Über ihr Gesicht huschte ein seltsamer Ausdruck, dann wandte sie rasch den Kopf und deutete nach oben.
»Und wie seid ihr drei jungen Künstler da raufgekommen?«
Elias folgte ihrem Blick und grinste. »Dad hat extra ein Gerüst aufstellen lassen, damit wir einen Nachthimmel mit Sternen in die Holzkuppel malen konnten. Aber nicht, weil er von unserer Genialität so überzeugt war, sondern weil er uns auf diese Weise die Ferien über beschäftigen konnte.«
»Magst du Emma das Teleskop erklären?«, unterbrach seine Mutter. »Elias hat es nämlich selbst gebaut und mir erst vor ein paar Jahren zum Geburtstag geschenkt. Es ist sagenhaft, ich kann dir morgen einige außergewöhnliche Fotos zeigen, die mir damit gelungen sind!«
Peinlich berührt von dem vorauseilenden Lob trat er neben Emma und gab ihr eine kurze Anleitung. Da klingelte Moms Handy.
»Oh, es ist Jane!«, rief sie erfreut und winkte ihnen zu. »Fangt schon mal an, ich komme gleich wieder.«
Im Hinausgehen löschte seine Mutter das Licht, zog die Tür hinter sich zu und ließ sie allein. Die plötzliche Stille zwischen ihnen fühlte sich aufgeladen an, wie vor einem Sommergewitter. Elias versuchte, seine Aufmerksamkeit auf den Sternenhimmel zu lenken. Doch Emma stand viel zu nah, ihr Gesicht leuchtete marmorgleich im Mondschein, während sie durch das Teleskop sah, und er roch nun deutlich ihr Parfum, frisch, aber unaufdringlich, vermischt mit der ihr eigenen Note. Schon lange hatte er sich nicht mehr so nervös in Gesellschaft einer Frau gefühlt. Er räusperte sich.
»Wenn du Hilfe brauchst …«
Emma winkte ab. »Ich versuche nur gerade, mich zu orientieren, und starte erst einmal mit der kleinsten Vergrößerung«, murmelte sie. »Die Sternbilder sind natürlich anders als von daheim gewohnt.«
Elias zog sein Handy heraus. »Magst du Skyview zur Unterstützung?«
Emma hob den Kopf vom Okular, drehte sich um und schenkte ihm einen empörten Blick. »Ich will Astronautin werden und soll mir von einer App die Himmelskörper erklären lassen? Ernsthaft?«
Er hob abwehrend die Hände und lachte. »Schon gut, ich sag nichts mehr.«
Grinsend wandte sie sich wieder dem Teleskop zu. »Wäre ja noch schöner, wenn ich ins All fliegen will und mich nicht mal vom Boden aus orientieren kann. Okay … da ist der Polarstern in Verlängerung zum Großen Wagen im Norden. Und hier … Jupiter und Saturn … Sagittarius.«
»Pīmoe«, korrigierte Elias.
»Wie bitte?«
»So nennen die Hawaiianer das Sternbild des Schützen. Für sie ist es ein riesiger Ulua-Fisch, nach dem der Halbgott Māui seinen magischen Angelhaken auswarf.«
Sie sah nicht auf, aber er konnte das Lächeln sehen, das ihre Lippen umspielte. »War er denn wenigstens erfolgreich beim Angeln?«
»Wie man es nimmt. Die Legende wird unterschiedlich erzählt. In einer Version sollte er die Inseln zu einem Land mit der Angel zusammenziehen. In einer anderen erhielt er Unterstützung durch seine Brüder beim Fischen. Die rühmten sich damit, viel geschicktere Jäger zu sein. Doch sie angelten nur Haie. Als Māui seine Leine auswarf, verschluckte der Fischgott Pīmoe den Haken. Die Erde begann zu beben, so kräftig zog er, aber es gelang ihm nicht, ihn einzuholen. Zwei Tage lang währte ihr Kampf, dann wollte ihm einer seiner Brüder helfen. Doch dabei riss die Leine, und Pīmoe flog mitsamt Haken in den Himmel.«
»Warte! Der Haken ist im hawaiianischen Sternenhimmel dann das, was wir als Sternbild des Skorpions mit dem gebogenen Hinterleib kennen?«
»Ganz genau. Und das Beben, das die Brüder gehört hatten, war das Land, das sie aus dem Wasser gehoben und hinter ihren Kanus hergezogen hatten. So entstanden der Legende nach die Inseln Hawaiis und die Mānaiakalani-Sternenkonstellation, die Angelschnur des Häuptlings.«
»Die Griechen sahen darin den Skorpion, der Orion töten sollte.«
»Ich erinnere mich, ein Love-Triangle-Showdown zwischen Artemis, Apollon und Orion in unserem Sternenhimmel!«, spottete Elias.
»Ehrlich gesagt gefällt mir die hawaiianische Mythologie auch besser.«
»Weniger Hollywooddrama und mehr Seemannsgarn«, stimmte er lachend zu.
Und plötzlich wünschte er sich, er könnte ebenfalls über Nacht bleiben und mehr Zeit mit ihr verbringen.
Elias meinte immer noch den Angelhaken am Firmament leuchten zu sehen, als er eine Stunde später über die Landstraße zurück Richtung Kahului fuhr. Er fühlte sich so gut wie seit Langem nicht mehr. Um diese Uhrzeit war nicht viel los auf der Straße. Wie die Polynesier vor tausend Jahren in ihren Kanus war auch er auf dem Weg nach Hause und wäre doch lieber geblieben. Ihn leiteten zwar nicht die Sterne, sondern das Navi, aber dennoch genoss er den Ausblick auf das vom Mond beschienene Meer. Was für eine Nacht! Elias drehte das Radio lauter und trommelte im Takt der Musik aufs Lenkrad. Plötzlich ertappte er sich dabei, wie er in den Refrain ›I need you to stay‹ einstieg. Erschrocken hielt er inne. Was hatte diese Emma bloß mit ihm angestellt, dass er jetzt fucking Justin Bieber mitgrölte? Rasch drückte er die Taste für den Senderdurchlauf und atmete auf, als die harten Beats von Airbourne das Fahrzeuginnere zum Vibrieren brachten. ›I was born to run‹ … Schon viel besser!