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New York, Juni 1914

Marie wünschte sich nichts mehr, als zum Hafen zu laufen, auf das nächste Schiff zu steigen und wieder nach Hause zu fahren. Vor ihr ragte die Fassade des Hunter College auf, ein imposantes Gebäude mit hohen, kathedralenartigen Fenstern, schlanken Säulen und Bögen, ein bisschen wie ein Märchenschloss, völlig unwirklich und wie aus der Zeit gefallen. Ihr Vater drückte ihr aufmunternd die Hand, sagte etwas von Tudorgotik und sieh nur, die Türmchen, und seine Augen bekamen einen ganz entrückten Glanz. Und Marie, die ihn früher für seine Begeisterung, was Architektur und Kunst anbelangte, geliebt hatte, beherrschte sich nur mit Mühe, ihn nicht anzuschreien. Denn es war doch völlig gleichgültig, welchen Baustil das Gebäude hatte, offensichtlich konnte sie diese Schule unmöglich besuchen, er musste endlich aufhören, zu träumen, und der Realität ins Auge sehen. Aber da stand sie in ihrem schönen Kleid, eines aus der Garderobe ihrer Mutter, neben ihm, und sein bleiches, von den vergangenen Wochen ausgezehrtes Gesicht und die dunklen Schatten unter seinen Augen schnürten ihr die Kehle zu, und sie schwieg. Vielleicht tat ihr Vater das einzig Richtige, um in dieser lauten, pulsierenden und alles verschlingenden Stadt zu überleben. Er verfolgte seine Träume einfach immer weiter, gab nicht auf und glaubte stets daran, dass sie irgendwann wahr wurden, selbst wenn einem das Wasser bis zum Hals stand und man sich jeden Morgen um

Mitte Mai waren sie in New York angekommen, vor eineinhalb Monaten. Die Überfahrt war gut verlaufen, keiner von ihnen hatte unter Seekrankheit gelitten, und Marie konnte sogar die Fotos, die sie mit Vatis Kamera gemacht hatte, in den schiffseigenen Dunkelkammern für Amateurfotografen auf der »George Washington« entwickeln. Sie hatte sich darauf gefreut, sie Susanna bald schicken zu können, als sie die Freiheitsstatue in der Ferne aufragen sah und ihr Herz freudig zu hüpfen begann.

Jetzt bezweifelte Marie, dass sie sich in New York jemals heimisch fühlen würde. An der fremden Sprache lag es nicht, denn sie hatte an der Notre-Dame-Schule früher Englisch gelernt, und hier gab es viele Einwanderer aus allen möglichen Regionen der Welt, deren Sprachkenntnisse schlechter waren als die ihren. Aber gegen New York wirkte ihr geliebtes Temeswar wie

»Lass mich nur noch ein Stündchen ausruhen«, hatte er gesagt und war auf der Stelle wieder eingeschlafen.

Aber als er auch gegen Mittag nicht aufstand, hatte Marie ihre Hand auf seine Stirn gelegt und einen Aufschrei unterdrückt. Seine Haut war glühend heiß gewesen, und sein ganzer Körper hatte vom Schüttelfrost gezittert. Zwei Wochen lang hatte die mysteriöse Krankheit, die er sich auf dem Schiff bei der Überfahrt eingefangen hatte, angehalten, sein Hals war immer mehr zugeschwollen, und am Ende hatte er nur noch röchelnd geatmet. Marie war erst verzweifelt, dann ängstlich und zuletzt voller Panik gewesen. Sie hatte nicht gewagt, irgendjemanden um Hilfe zu bitten, weil sie befürchtete, man würde sie sofort auf eines der Schiffe zurück nach Europa stecken.

So war ihr nichts anderes übrig geblieben, als ihre

In diesen finsteren Stunden hatte Marie begonnen, verzweifelte Briefe an ihre Freundin Susanna zu schreiben, um sich nicht so allein zu fühlen und halb wahnsinnig vor Angst zu werden. Was sollte nur aus ihr werden, falls der Vater starb? Wenn doch nur Selma sie begleitet hätte! Aber ihr Dienstmädchen hatte einen Mann gefunden und war in Ungarn geblieben. Sie hätten es sich ohnehin nicht leisten können, sie zu bezahlen.

Den Gang hinunter, zwei Wohnungen weiter, hatte Marie tagsüber und bis spät in die Nacht hinein das Rattern einer Nähmaschine gehört und sich irgendwann ein Herz gefasst und angeklopft. Sie hatte gedacht, Heimarbeit als Näherin zu finden. In Mamas seidenem Nachmittagskleid, die Haare kunstvoll hochgesteckt, hatte sie gehofft, ordentlich und fleißig zu wirken. Eine dünne Frau mit schmalen Lippen und dunklen Augenringen hatte ihr geöffnet. Hinter ihrem mehrfach geflickten, fleckigen Rock hatten sich zwei kleine Kinder gedrängt, und über ihre Köpfe hinweg hatte Marie gesehen, dass der ganze Boden mit halb fertigen Kleidern und Schnittmustern bedeckt war. Die Frau, ebenfalls eine Jüdin aus Osteuropa, sprach mit ihr Jiddisch.

»Ich geb dir einen Rat, Maydele: Zieh dir was Schlichtes an,

»Das … das wusste ich nicht, ich dachte …«, hatte Marie erschrocken gestammelt.

»Reich wirst du dabei nicht. Die Fabrikanten zahlen dir für ein Dutzend Hosen nur siebzig Cent.«

Wie sollte sie denn davon leben? Damit konnte sie sich nicht einmal die monatliche Miete selbst in diesem schäbigen Loch leisten, wenn sie Tag und Nacht arbeitete! Aber heiraten? Sie konnte sich nicht vorstellen, jemals wieder einen anderen Mann als Johannes lieben zu können.

 

Marie seufzte tief bei der Erinnerung an die furchtbaren ersten Wochen und ließ ihren Blick über die helle Kalksteinfassade des Schulgebäudes schweifen. Sie konnte den Optimismus ihres Vaters nicht teilen.

»Schau nicht so, Marie. Ich habe ein gutes Gefühl bei dieser Einrichtung. Du wolltest doch immer Lehrerin werden«, sagte er aufmunternd und deutete zum Eingang des Hunter College. Rabbi Moses zufolge war es die einzige Universität, die Frauen in New York kostenlos zu Lehrerinnen ausbildete.

Es war Marie wie ein Wunder erschienen, als sich ihr Vater Anfang Juni von seiner Krankheit schrittweise erholt hatte. Sobald er wieder auf den Beinen stand, hatte er Rabbi Moses in der Zentralsynagoge besucht. Ihm hatten sie es zu verdanken, dass sie in eines dieser brown houses, der Stadthäuser aus braunem Sandstein, nach Williamsburg in Brooklyn umziehen konnten. Marie wusste, dass allein die Höflichkeit dem Rabbi

»Wie sollen wir denn über die Runden kommen, wenn ich nicht arbeite, sondern aufs College gehe, Vati?«, fragte sie. Die Miete für ihre Wohnung war so hoch, dass ihre Ersparnisse in wenigen Monaten aufgebraucht sein würden. Sie hatte sich geschworen, nie wieder an die East Side zurückzukehren. Das dreistöckige Haus in Brooklyn war nicht luxuriös, aber einfach und sauber, wie überhaupt die ganze Gegend. Während sich in Manhattan die Hochhäuser in die Höhe schraubten, wuchs Brooklyn in die Breite und wirkte mit seinen weit verzweigten Straßen vertraut und fast wie ein Stück Heimat auf sie.

»Mach dir keine Sorgen, Liebes. Rabbi Moses hat versprochen, mir in der Synagoge Arbeit zu verschaffen, und ich werde wieder beginnen, zu malen und meine Werke bei den Galeristen vorstellen.«

»Der Rabbi kann dich nicht jahrelang mit Renovierungsarbeiten beschäftigen, und wenn es mit den Galerien nicht klappt …«

»… wird mir etwas Neues einfallen.« Ihr Vater beugte sich vor und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. »Komm, lass uns reingehen.«

Zögernd folgte Marie ihm durch das Portal und war überrascht, weil ihr gleich beim Eintreten ein Mädchen ein Heftchen in die Hand drückte, dessen Seiten mit einer goldenen Kordel zusammengefasst und am Ende mit einer gehäkelten Rose liebevoll verziert waren. Auf der Vorderseite stand in kalligraphischen Lettern Hunter College June 1914. Glockenblumen und Blätter zierten die verschnörkelte Schrift.

»Die Veranstaltung findet dort drüben, den Gang hinunter, statt. Sie sollten sich beeilen«, riet sie freundlich. »Gleich fängt es an.«

Aber Benjamin Rosenfeld ahnte wohl, dass er seine Tochter so schnell nicht wieder hierher bewegen würde, denn er nahm sie am Arm und zog sie augenzwinkernd mit sich in die Richtung, die das Mädchen ihnen gewiesen hatte. »Umso besser, das sehen wir uns doch gleich mal an.«

Wenig später fanden sie sich in einem festlich geschmückten Saal wieder, in dem feierliche Reden geschwungen und junge Damen einzeln auf ein Podium gebeten wurden, wo man ihnen ihr Zeugnis überreichte. Der Raum war brechend voll, alle Stühle bis auf den letzten besetzt, und viele mussten sogar stehen. Marie hatte ihrem Vater, der immer noch geschwächt war, trotz seines Protests ihren Sitzplatz überlassen und sich zu anderen Anwesenden an die Seite gesellt. Von hier aus konnte sie ungehindert alles beobachten. Jetzt war sie froh, dass sie das weiße Seidenkleid ihrer Mutter mit den kornblumenblauen Blüten angezogen hatte. Jung und Alt waren festlich gekleidet, die jüngeren unter ihnen lugten immer wieder sehnsüchtig zum Büfett hinüber, wo es Sandwiches mit Lachs, Shrimps und Huhn gab, Früchte, Käsekuchen und Kaffee. Man konnte ihnen förmlich ansehen, wie sehr die Reden sie langweilten. Nachdem alle jungen Frauen auf dem Podium versammelt waren, sangen sie laut mit glücklichen Mienen ›The Good Ship Alma Mater‹, das im Programmheft als Abschiedslied aufgeführt war. Plötzlich ertappte sie sich dabei, wie sie erst zögernd, dann mit vollem Herzen in das Lied mit einstimmte. We’re hopeful for the future, we’re grateful for the past. Die Abschiedsfeier an der Notre-Dame-Schule in Temeswar hatte sie wegen ihrer überstürzten Abreise nicht mehr besuchen können. Jetzt fühlte es

Während die Absolventinnen fröhlich lachend das Podium verließen, zu ihren Familien eilten und das Büfett eröffnet wurde, fühlte Marie auf einmal in dem einsetzenden Tumult, dass sie beobachtet wurde. Ein junger Mann mit schwarzem lockigem Haar musterte sie von der gegenüberliegenden Seite des Raumes so intensiv, dass ihre Wangen heiß vor Verlegenheit wurden. Rasch wandte sie sich ab und ging zu ihrem Vater, der aufgestanden war und sich gerade mit einem älteren Herrn mit weißem Bart unterhielt.

»Ach, da kommt sie schon!«, rief er und winkte ihr zu.

»Marie, das ist Mr. Davis, der Präsident des Hunter College.«

»Freut mich, Sie kennenzulernen, Miss Rosenfeld«, sagte der ältere Herr freundlich und sah sie durch seine randlose Brille aufmerksam an. »Ihr Vater hat mir gerade von Ihrem ausgezeichneten Abschluss auf der Notre-Dame-Schule in Tem…«, er blickte ein wenig hilfesuchend, und Marie, deren Herz bis zum Hals klopfte, ergänzte: »… in Temeswar. Das liegt in Ungarn, Mr. Davis.«

»Ja, richtig. Die Donaumonarchie.« Er wiegte nachdenklich den Kopf. »Die heutigen Nachrichten müssen Sie beide sehr aufgewühlt haben.«

Verwirrt wechselte Marie einen Blick mit ihrem Vater, der ebenso ratlos schien wie sie, aber der Schulleiter fuhr schon fort:

»Das würde mir wirklich große Freude bereiten«, erklärte Marie.

»Dann schlage ich vor, Sie kommen am Freitagnachmittag noch einmal vorbei, und ich werde Mrs. Gray bitten, Ihnen einige Aufgabenblätter zum Bearbeiten zu geben, um besser einschätzen zu können, ob und in welcher Klasse wir Sie aufnehmen könnten. Sind Sie damit einverstanden?«

»Natürlich. Vielen herzlichen Dank, Mr. Davis.«

Sie wechselten noch ein paar Worte, dann verabschiedete sich der Schulleiter, um sich mit anderen Gästen zu unterhalten. Vor Aufregung knurrte Maries Magen.

»Magst du etwas vom Büfett probieren?«, fragte ihr Vater, und Marie zuckte ertappt zusammen.

»Gehört sich das denn? Wir sind doch gar nicht eingeladen«, flüsterte sie.

»Du musst schließlich kosten, was dich bei deinem Abschluss hier erwartet«, erwiderte er lächelnd, und da hakte sie sich bei ihm unter und ließ sich in das Gedränge vor den Tischen führen. Die Sandwiches schmeckten einfach köstlich, und langsam entspannte sie sich. Vielleicht würde doch alles gut werden und ihr Vater genug Arbeit bekommen, um ihr diese Ausbildung zu ermöglichen.

»Ich hole uns noch was zu trinken«, sagte er und verschwand in der Menge.

Plötzlich schob sich eine junge Frau mit schwarzen hochgesteckten Haaren und fröhlichen braunen Augen vor sie. Marie erkannte in ihr eine der Absolventinnen vom Podium.

»Verzeihung, sind Sie auch eine Schülerin?«, fragte sie.

Marie schluckte ihr Sandwich hinunter, tupfte ihren Mund

»Was möchten Sie werden? Seit diesem Jahr werden völlig neue Studiengänge angeboten, über die ich noch nicht viel sagen kann. Biologie, Chemie und andere Naturwissenschaften. Neuerdings kann man hier sogar Kunst studieren. Ich hätte das gemacht, wenn es früher möglich gewesen wäre.«

»Ich interessiere mich mehr für den Beruf der Lehrerin. Auch wenn mein Vater nichts gegen Kunst einzuwenden hätte, er ist selbst ein Maler.«

Ihr Gegenüber lachte. »Dann sind Sie hier bestens aufgehoben. Ich habe die Zeit hier genossen und bin gerne Lehrerin. Im Vertrauen, ich hoffe, dass ich irgendwann als Teil des Lehrkörpers zurückkehren werde.« Sie streckte ihr die Hand entgegen. »Entschuldigung, ich rede wie ein Wasserfall und habe mich noch gar nicht vorgestellt. Federica Lombardi.«

Ein Lächeln glitt über Maries Gesicht, als sie ihren Händedruck erwiderte. »Marie Rosenfeld.«

»Woher kommen Sie?«

»Aus dem Königreich Ungarn in Osteuropa. Und Sie?«

»Sizilien«, sagte eine dunkle Männerstimme in Maries Rücken, und sie drehte sich um. In ihren Ohren begann das Blut zu rauschen, als sie in dem jungen Mann vor ihr den schwarzhaarigen Fremden erkannte, der sie schon vorab so intensiv gemustert hatte. Von Nahem betrachtet war er nicht viel älter als sie, und doch besaß er eine ungewöhnlich tiefe Stimme. Sein Kinn war breit, die Wangenknochen hoch und sein Kiefer kantig geschnitten. Ein Muttermal prangte auf seiner linken Wange. Aber seine Lippen waren voll und weich, geradezu sinnlich, wie die einer Frau.

»Liebste Federica, magst du mich deiner neuen Freundin nicht vorstellen?«, fragte er und schenkte ihr ein Lächeln, das

Die Absolventin verzog spöttisch den Mund. »Miss Marie Rosenfeld, dieser neugierige junge Herr hier ist mein kleiner Bruder und wurde auf den Namen Enrico getauft, was so viel wie Herrscher bedeutet, und entsprechend führt er sich auch seit seiner Geburt auf.«

Marie verschluckte sich fast in ihrem Bemühen, nicht laut aufzulachen.

»Rica!«, schimpfte Enrico, legte die Stirn in Falten und verzog den Mund. »Was soll das denn? Und klein? Du verstehst es wirklich, meine Vorzüge bei hinreißend schönen jungen Damen anzupreisen.«

Er war tatsächlich nur wenig größer als sie. Bei seiner beleidigten Miene musste sie nun doch grinsen. In diesem Augenblick kam ihr Vater mit zwei Gläsern vom Büfett zurück, und die Stimmung wurde sofort befangener. Marie entging nicht, wie er Enrico sofort prüfend musterte. Aber Federica versprühte so viel natürlichen Charme, dass sein misstrauischer Blick bald schwand.

»Ich habe mich sehr gefreut, Sie kennenzulernen, Marie«, sagte Federica nach einer Weile. »Ich lebe noch bei meinen Eltern in Brooklyn. Wenn Sie möchten, würde ich Sie und Ihre Eltern gerne zu einer Tasse Kaffee einladen, und wir beide können uns dann ausführlicher über die Lehrerinnenausbildung hier am Hunter College unterhalten. Wollen Sie uns besuchen kommen?«

Marie sah ihren Vater fragend an.

»Meine Frau ist leider verstorben, aber meine Tochter und ich nehmen Ihr Angebot sehr gerne an, wenn es Ihnen und Ihren Eltern keine Umstände bereitet.«

»Überhaupt nicht! Mama freut sich bestimmt. Sie liebt die Malerei und wird begeistert sein, einen echten Künstler in ihrem Haus willkommen zu heißen.«

»Danke schön, das ist sehr freundlich von Ihnen. Wir wohnen ebenfalls in Brooklyn.«

»Wie wunderbar!« Federica zog einen Bleistift aus ihrem Handtäschchen und schrieb ihre Adresse auf Maries Programmheft mit der Bitte, doch am nächsten Sonntag nachmittags vorbeizukommen. Dann verabschiedeten sich die Geschwister höflich von ihnen und gesellten sich zu den anderen Gästen, nur Enrico warf immer wieder Blicke zu ihr herüber.

»Das ist doch mal ein guter Anfang«, sagte ihr Vater beschwingt und trank sein Glas Sekt aus. »Dieses Fräulein Lombardi scheint mir eine reizende junge Dame zu sein. Vielleicht könnt ihr Freundinnen werden, was meinst du?«

»Ja, sie ist wirklich sehr nett.« Marie konnte sich natürlich nicht vorstellen, jemals eine so gute Freundin wie Susanna zu finden, aber sie wollte ihrem Vater nicht die gute Stimmung verderben, und Federica war auch ihr sympathisch gewesen. Sie hakte sich bei ihm unter und verließ hoffnungsvoller als erwartet das Hunter College.

 

Draußen brannte die Sonne auf die Stadt herunter, und Marie setzte ihren Hut auf. Sie waren gerade erst wenige Schritte die Lexington Avenue zur nächsten Straßenbahnhaltestelle gelaufen, als ihr Vater an einem Zeitungskiosk stehen blieb und mit einem Mal jede Farbe aus seinem Gesicht wich.

»Großer Gott!«, murmelte er, löste sich von ihr und suchte mit zitternder Hand nach der Geldbörse in seinem Gehrock.

Österreichischer Thronfolger und seine Gemahlin von bosnischem Jugendlichen ermordet, um die Eroberung seines Landes zu rächen.