Liebe Leserin, lieber Leser,
fühlen Sie sich auch manchmal einem Menschen ganz nah, obwohl Sie gerade räumlich unendlich weit entfernt sind, und von einem anderen trennen Sie Welten, während Ihre Hände sich berühren? Emmas und Elias’ Familiengeschichten sind voll von Episoden dieser Art, voll von Träumen, Zielen und Hoffnungen, die sich am Ende zerschlagen oder auf ganz andere Weise erfüllen als von ihnen gedacht.
Dies ist eine Geschichte über Auswanderung und Reisen ins Unbekannte – in neue Berufe, fremde Länder, Kontinente, sogar das Weltall. An den Weggabelungen entscheiden meine Figuren dabei sehr oft aus Liebe oder aus der Angst heraus, ebendiese zu verlieren.
In diesem Roman stecken, neben der intensiven Recherche, viele persönliche Erinnerungen, teils meine eigenen, teils die von Familienmitgliedern und guten Bekannten. Dennoch sind die Figuren und Ereignisse fiktiv und wurden miteinander und mit dem historischen Kontext verwoben, um ein möglichst realistisches Bild der jeweiligen Zeit und ihrer Menschen zu zeichnen. Aus dramaturgischen Gründen habe ich mir bisweilen die künstlerische Freiheit genommen, einen Eingriff in die Fakten vorzunehmen. Die konkreten Prüfungen bei der Auswahl von Astronauten werden von der ESA aus verständlichen Gründen geheim gehalten, daher habe ich mich an den zur Verfügung gestellten Materialien und Astronauten-Interviews über das Training orientiert. Statt Becky Walsh, die ich fiktiv als Ersatzfrau für Christa McAuliffe im Teacher-in-Space-Project auftreten lasse, war die Lehrerin Barbara Morgan am Challenger-Programm beteiligt. Sie flog zwölf Jahre nach dem Absturz des Space-Shuttle Challenger als Educator Mission Specialist ins All und hat nicht wie meine Becky auf Drängen ihres Mannes die Raumfahrt aufgegeben. Protestaktionen der indigenen Bevölkerung Hawaiis gegen den Bau des Thirty-Meter-Telescope gab es bereits schon früher als im Roman erwähnt. Ludwigskirchen im Banat ist ein fiktiver Ort, den ich im Hügelland am rechten Bega-Ufer angedacht habe. Hinsichtlich des schwowischen Dialekts im Banat habe ich widersprüchliche Quellen gefunden, was nicht verwunderlich ist, da die Siedler im großen Schwabenzug aus allen möglichen Gebieten Deutschlands kamen, Dialekte sich vermischt haben und auch durch österreichische Mundart oder ungarische Begriffe beeinflusst wurden. Ich habe mich bemüht diesem Umstand dadurch gerecht zu werden, dass verschiedene Personen unterschiedliche Dialekte sprechen.
Ein besonderes Dankeschön geht an meine unglaublich engagierte und inspirierende Lektorin Karoline Adler, die nicht in Panik ausbrach, als sie in Erwartung eines Einzelromans diese umfangreiche Familiensaga auf den Tisch bekam, mit einem Wissenschaftspaar in zukunftsorientierten Berufen auf der einen und einem gewagten Sprung zu meinen Figuren und deren Denkweise vor dem Ersten Weltkrieg auf der anderen Seite. Mehr Kontrastprogramm kann man sich kaum vorstellen. Ich danke Barbara Laugwitz, Tim Müller und all den anderen wunderbaren Leuten im dtv-Team, die hinter meinen Büchern stehen und es überhaupt erst möglich gemacht haben, dass Sie diese Geschichte nun in Händen halten. Meiner Agentin Christine Härle gilt mein herzlicher Dank für all die schönen und motivierenden Gespräche und Frau Dr. Gähler für die Bereitstellung von Informationen und Videos zur Visualisierung der Abläufe im ZKI des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums. Mein Beruf wäre sehr einsam, stünden mir nicht meine großartigen Kollegen und Kolleginnen unter anderem aus den Autorenvereinigungen der Writing Sassenachs und der Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautorinnen und -autoren DELIA mit Rat, Hilfe und dem Feiern unserer jeweiligen kleinen und großen Erfolge zur Seite. Wie schön, dass es euch gibt!
Natürlich gebührt größter Dank meiner Familie, die mich in all meinen Projekten unterstützt, ihr seid einfach die Besten! Robert, du hast mein Leben gerettet, als du in einer nächtlichen Aktion meine verloren geglaubten Dateien wiederhergestellt hast. Marina – ich danke dir für all deine lieben motivierenden Worte. Sarah – mit niemandem kann ich so über das Schreiben und die faszinierende Welt der Bücher sprechen wie mit dir. Stefan – ich werde diese Nacht auf dem Haleakalā unter dem Sternenhimmel niemals vergessen! Mami und Papi – ihr habt mir so viel von früher erzählt und seid mit mir zu euren Wurzeln gereist, ohne euch würde es diese Geschichte gar nicht geben. Oma – ich wünschte, ich könnte dir noch einmal sagen, wie sehr ich all die lustigen Anekdoten vom Dorf als Kind geliebt habe, mindestens so sehr wie deine einzigartigen Mehlspeisen, die du für mich gemacht hast. Oma R. – ich denke oft zurück an die schlüpfenden Küken in der Holzkiste in deiner Küche, an gurrende Tauben im Dachstuhl, an goldfunkelnden Salonzucker am Baum und das duftende Brot aus dem Holzofen. Maria – du bist mit siebzehn Jahren 1912 allein auf ein Schiff nach New York gestiegen, ich kann gar nicht glauben, wie mutig du warst!
Ich danke all den Buchhändlerinnen und Buchhändlern, die meine Romane in die Welt hinaustragen, und euch, liebe Leserinnen und Leser, für eure Treue und all die wunderbaren Rückmeldungen zu meinen Büchern.
Theresa Kern