12. Kapitel
Gabe
Als Gabes Wecker ihn nach einer viel zu kurzen Nacht heute Morgen geweckt hatte, war er einen Moment lang orientierungslos gewesen.
Was machte dieser sexy Quarterback in seinem Bett? Er brauchte einen Moment bis ihm alles wieder einfiel.
Pilzrisotto, Blowjob, Gefängnis, heißester Sex seines Lebens mit dem heißesten Kerl aller Zeiten. Gabe hatte einen Augenblick nur damit verbracht, Austin zu betrachten, der tief und fest schlief und nicht mal auf das Klingeln des Weckers reagiert hatte.
Gabe hatte gelächelt und war ein wenig stolz auf sich gewesen, dass er Austin in die ewigen Sexgründe geschickt hatte. Zumindest vorübergehend.
Erst, als Gabe sich ganz vorsichtig aus Austins Umarmung und seinem fantastischen Geruch geschält hatte, war er aufgewacht und hatte ein Auge geöffnet. »Wohin?«
»Ich muss arbeiten«, sagte Gabe leise. Er konnte nicht widerstehen und küsste Austin auf den Mundwinkel.
»Bleib«, murmelte der mit rauer, warmer Stimme. Er schlang seine Hand um Gabes Nacken und zog ihn näher zu sich. »Zu früh.«
»Ich kann nicht, auch wenn ich gern wollte«, murmelte Gabe zurück. Er konnte ein Lächeln nicht unterdrücken, genauso wenig, wie er Austin widerstehen konnte. Für genau zehn Sekunden kuschelte er sich nochmal an seine harte Brust, ließ seine Finger durch sein Brusthaar gleiten und befühlte mit den Fingerspitzen sein stoppeliges Kinn. Ein letzter Kuss, dann machte er sich für die Arbeit fertig.
Er schrieb Austin einen Zettel, auf dem er ihm mitteilte, dass im Diner ein Kaffee auf ihn wartete und er sich auf ihn freute, wenn er ihn abholen kommen würde.
Dass Austin nicht kam, hätte ein erster Hinweis sein sollen. Dutzende von komischen Blicken, die ihn den ganzen Morgen über begleiteten, ein zweiter. Doch erst Monica brachte Licht ins Dunkel. Wie immer parkte sie den Kinderwagen vor der Tür, ehe sie mit Brady auf dem Arm das Diner betrat.
Gabe bereitete ihr ganz automatisch einen Kaffee zu, während sie auf ihn zukam. Er erwartete, dass sie ihm Brady in den Arm drückte, so wie sie es immer tat, um dem Koffeingott zu huldigen, doch dieses Mal tat sie es nicht.
»Was ist los?«
»Du weißt es noch nicht.« Monica wirkte nervös, ganz anders als sonst, während sie ihn nun ansah.
»Was sollte ich denn wissen?«
Monica ging zu einem der Stammgäste am Tresen, der zwar eine Zeitung vor sich liegen hatte, sie aber schon seit geraumer Zeit nicht mehr umgeblättert hatte. Gabe hatte das zwar sehr wohl bemerkt, sich jedoch nichts dabei gedacht.
Ohne zu fragen entriss Monica ihm die Zeitung und knallte sie vor Gabe auf den Tresen, sodass der Artikel auf der Titelseite vor ihm lag. Es fühlte sich an, wie ein Schlag ins Gesicht.
Ein großer Teil Amerikas wusste nun also offensichtlich, wie er aussah, wenn er den Schwanz des derzeit bekanntesten Quarterbacks lutschte. Genauso wie ihre Verhaftung aufgenommen worden war. Und die leidenschaftlichen Küsse vor der Tür, bevor sie seine Wohnung betreten hatten.
So also fühlte es sich an, wenn dein Privatleben ins Nirvana torpediert wurde. Seine Hand zitterte, als er die Zeitung unwirsch von sich schob.
»Mir war nicht klar, dass ich so volle Lippen habe. Von oben muss das ein ziemlich fantastischer Anblick gewesen sein, ich werde Austin fragen, ob es stimmt.«
Monica, die an ihrem Kaffee genippt hatte, verschluckte sich prompt und hustete wie wild. Gabe ging um den Tresen herum und nahm ihr das Baby aus dem Arm. Er brauchte einen Anker. Ein Wesen, das es gut mit ihm meinte, ihn nicht für Aufmerksamkeit und schlagzeilenträchtige Artikel missbrauchte. Er brauchte Liebe und Baby-Geruch.
»Okay, du gehst also locker damit um?«, hakte Monica nach, als sie sich beruhigt hatte.
»Teufel, nein, natürlich bin ich nicht locker. Aber sag mir doch mal bitte, was mir anderes übrig bleibt«, erwiderte Gabe. Sein Herz raste und er wollte sich am liebsten in Lionels Büro verschanzen, doch das würde rein gar nichts an den Tatsachen ändern.
»Weiß Austin es schon?«
Gabe sah auf Brady hinunter, der sich wie immer an seine Brust schmiegte. »Ich habe keine Ahnung«, sagte er dann. Er war nicht gekommen, um seinen Kaffee und vielleicht den einen oder anderen Kuss abzuholen. Er hatte ihm keine Nachricht geschrieben oder anderweitig Kontakt mit ihm aufgenommen.
»Ich wollte meinen Kaffee mit Sahne und nicht mit Milch.« Gabe fuhr herum und starrte die Kundin an, die er vor Monica bedient hatte. Eigentlich hatte sie das Diner doch schon verlassen. Jetzt stellte sie ihren Becher zurück auf den Tresen und zog eine Augenbraue in die Höhe.
Eine meckernde Kundin war das letzte, was er gerade gebrauchen konnte. »Himmelherrgott nochmal!« Gabe ging hinter den Tresen, schnappte sich einen neuen To-Go-Becher, schenkte so schwungvoll Kaffee ein, dass sich daneben eine Pfütze bildete, dann griff er nach der Sahne und schüttete einen großzügigen Schluck ein. »Kaffee mit verfickter Sahne!«, stieß er hervor. Vielleicht brachte ihn der Zeitungsartikel doch etwas mehr aus der Ruhe, als er gedacht hatte.
»Das kann nicht Ihr Ernst sein«, sagte die Frau, einen schockierten Ausdruck im Gesicht.
»Das ist mein verdammter, beschissener Ernst!«
»Okay, Liebchen, ich kümmere mich darum.« Monica kam zu ihm hinter den Tresen. Sie nahm ihm Brady ganz vorsichtig ab, dann schenkte sie der Kundin einen neuen Kaffee ein, ehe die mit einem bösen Blick auf ihn endlich das Diner verließ.
»Du hast heute frei. Geh irgendetwas machen. Und wenn ich dir einen Tipp geben darf: Flieg unter dem Radar. Auf dem Weg hierher bin ich an ein paar Pressefuzzis vorbeigekommen. Die haben dich jetzt im Visier.«
»Ich kann nicht einfach freinehmen. Du hast Brady, das geht nicht.«
»Doch. Das geht. Ich rufe Carson an, dass er Brady später abholt.«
»Carson ist …«
Monica lächelte. »Carson ist mein Mann.«
Gabe seufzte. Das hatte ihm gerade noch gefehlt. Es gab keinen Ort, an den er gehen konnte, abgesehen von seinem nicht sehr einladenden Appartement, in dem ihn alles an die Nacht mit Austin erinnern würde. Gabe schüttelte entschlossen den Kopf. »Ich werde mich nicht verstecken«, sagte er in einem Anflug von Mut, woher auch immer der kommen mochte. Er hatte sich noch nie versteckt und würde auch jetzt nicht damit anfangen. Na ja, das war nicht ganz die Wahrheit, denn er war hier, in Crystal Lake, wo er sich vor seinem echten Leben mit all den echten Problemen versteckte.
Himmel! Er war ein Feigling!
»Kann ich Mac hierlassen und ihn später abholen?«, fragte er und Monica lächelte. »Natürlich. Wirst du nach Austin sehen?«
»Wäre vielleicht ein Anfang«, murmelte Gabe. Er bereitete einen weiteren Kaffee zu, drückte Monica einen Kuss auf die Wange und eilte über die Straße zu seinem Van, der sich noch immer nicht in einen Truck verwandelt hatte. Eine weitere Mission, die er mal überdenken sollte.
»Mr. Foster, würden Sie mir ein paar Fragen beantworten?« Ein Mann in T-Shirt und Shorts tauchte unversehens neben ihm auf und drängte sich so in seine Tür, dass Gabe sie nicht schließen konnte. »Was sagen Sie zu den neuesten Fotos, die von Austin Perkins und Ihnen veröffentlicht wurden?«, fragte der Mann. Er war aufdringlich und kam ihm viel zu nahe.
»Verschwinden Sie!«, zischte Gabe. Er versuchte, den Türgriff zu erwischen, doch der Mann hinderte ihn daran, während er ihm gleichzeitig fast das Mikrofon ins Gesicht rammte.
»Mitkommen, Freundchen. So läuft das hier nicht!«, sagte plötzlich eine Stimme neben ihnen. Der Reporter verschwand aus Gabes Sichtfeld, dafür tauchte Officer Simmons auf und warf ihm einen ernsten Blick zu. »Crystal Lake wird mit diesen Taugenichtsen überflutet, ihr solltet euch vielleicht rar machen.«
Simmons umfasste den Arm des Reporters und stiefelte mit ihm davon. Gabe fielen andere wartende Männer auf, die zwischen ihm und dem Polizisten hin und her sahen. Offenbar trauten sie sich nicht, Gabe ebenfalls anzusprechen, sodass er problemlos wegfahren konnte.
Austin
Er griff nach einem Baseballschläger, den er zufällig in der hintersten Ecke des Gerätehauses entdeckt hatte. Er war ganz glatt und lag perfekt in seiner Hand, weil er über die Jahre so oft benutzt worden war.
Wunderbar.
Ausgezeichnet.
Genau das, was er jetzt brauchte.
Austin trat nach draußen, drehte sich um, holte aus und schleuderte den Schläger durch die Fensterscheibe des Gerätehauses. Mit einem Klirren zersplitterte sie in tausend Teile, doch die erwartete Genugtuung blieb aus.
Austin schnaubte und erklomm die Anhöhe, die ihn zum Haupthaus führte. Er trat an das nächste Fenster und schlug mit voller Wucht dagegen. Scherben, Krach, keine Genugtuung. Das war doch einfach nur beschissen! Sein gesamter Körper vibrierte vor Wut, doch weder ein dreimaliger Run über den Parcours, noch ein Lauf durch den Wald hatte sie auch nur ansatzweise entladen.
Er war wütend auf sich selbst, weil er es hätte ahnen müssen. Er hatte lange genug mit den Medien gelebt, und wusste, dass diese Typen überall lauerten, wie kleine Mistkäfer.
Natürlich hatten sie vom Kauf des Camps erfahren, und natürlich nutzten sie ihre Objektive, um all die pikanten Geheimnisse aufzunehmen, die nur Gabe und ihm gehören sollten.
So viele Jahre hatte er in der NFL gespielt, und noch nie war es ihnen gelungen, seine Privatsphäre derart mit den Füßen zu treten. Und jetzt traf er ein Mal einen Mann, der ihn und seine gesamte Lebensauffassung vollkommen durcheinander brachte, und dann passierte so etwas.
Er hatte am Morgen noch nicht mal die Augen ganz offen gehabt, da war sein Handy schon von Anrufen und Nachrichten geflutet worden. Dutzende von Zeitungen hatten ihn angerufen und um eine Stellungnahme gebeten, ein paar seiner ehemaligen Teamkollegen hatten ihn kontaktiert, Eric hatte ihm schon mehrere Sprachnachrichten geschickt, von der jede ungeduldiger als die andere klang. Sogar von Marsha war ein Anruf eingegangen. Aber er wollte mit niemandem von ihnen sprechen. Nur seinem Anwalt ließ er eine Nachricht zukommen, in der er ihn bat, ihm zum Teufel nochmal die verdammte Presse vom Hals zu halten . Was auch immer nötig war, er würde wissen, was zu tun war.
Anschließend hatte Austin sein Handy ausgeschaltet, war zum Camp gelaufen und hatte dort nach einer Möglichkeit gesucht, sich abzureagieren. Viel lieber hätte er nachgesehen, wie es Gabe mit der ganzen Situation ging, immerhin waren die Fotos von ihm mehr als peinlich, er selbst kam dabei noch gut weg. Gabe war derjenige, der seinen Schwanz im Mund hatte.
Austin wurde bei dem Gedanken übel, als er das Knirschen von Kies in der Auffahrt hörte. Wenn ein Reporter es auch nur wagte, einen Fuß auf sein Anwesen zu setzen, würde der Schläger nicht länger auf Glas treffen, sondern definitiv gegen menschliche Körperteile.
»Hier bist du.«
Austin fuhr herum und sah sich Gabe gegenüber. Der hielt deutlichen Abstand zu ihm, nichts im Vergleich zu der Nähe, die sie in der vergangenen Nacht miteinander geteilt hatten. Und Austin wurde noch wütender. Weil er – seit Gabe ins Diner gegangen war – nicht eine Minute Zeit gehabt hatte, über alles nachzudenken. Sein Kopf war mit allem beschäftigt, nur nicht damit, zu analysieren, was zwischen ihnen passiert war.
»Was willst du hier?« Wow, das war barscher hervorgekommen, als er beabsichtigt hatte. Der Schläger in seiner Hand zitterte, weshalb Austin ihn sinken ließ.
»Oh. Vielleicht wollte ich nachsehen, wie es dir geht. Ich habe nicht damit gerechnet, dass … schlägst du gerade die Scheiben deiner Fenster ein?« Gabe trat näher und musterte die Fensterrahmen, und sah dabei so anbetungswürdig aus, dass Austin ihn am liebsten gegen die nächste Hauswand gedrückt und geküsst hätte.
»Was ist das mit dir und der Sachbeschädigung deines eigenen Hauses?«
»Ich bin wütend«, stieß Austin hervor.
»Oh, du bist wütend, und deshalb musst du dein Haus zerstören? Du hast eindeutig zu viel Geld.«
»Ist mir scheißegal.« Austin trat an das nächste Fenster, holte aus und schlug die Scheibe ein. »Wie können sie es wagen?«, knurrte er. Er holte nochmal aus und zertrümmerte nun auch noch den Holzrahmen. Er hätte sowieso ersetzt werden müssen, weil er alt und wurmzerfressen war.
»Was können wir tun?«, fragte Gabe hinter ihm. Seine Stimme war leise und viel dünner als sonst. Austin drehte sich zu ihm um und musterte ihn. Er war so sexy. So begehrenswert. Sogar jetzt, zerfressen von all seiner Wut, begehrte er Gabe vom Grund seiner Seele. Er wollte sich in ihm vergraben, ihm wieder nahekommen, er wollte sich ihm ausliefern, wollte alles nehmen, was er bekommen konnte.
»Nicht mehr miteinander ficken«, sagte er stattdessen, als wäre er ein herzloser Bastard. Als würde Abstinenz all ihre Probleme lösen.
Gabe legte den Kopf schief. »Wir lassen die Medien also bestimmen, was wir miteinander tun? Klingt absolut nicht fair.«
Austin lachte humorlos auf. »Als ob irgendetwas an dieser ganzen Scheiße fair wäre! Aber sag mir eins, Gabe: Willst du das? Diese Art von Aufmerksamkeit? Deinen höchstpersönlichen Bilderporno in der Zeitung, in den sozialen Medien, süße, nette Reels, die dich daran erinnern, wie du den Schwanz des erfolgreichsten Quarterbacks aller Zeiten gelutscht hast? Memes, die sich über dich lustig machen?«
»Tu das nicht«, sagte Gabe. Die Ruhe in seiner Stimme machte Austin wahnsinnig. Konnte er nicht auch mal kurz ausrasten? Für einen Moment wütend und laut und übertrieben sein? Warum passierte das mit Austin und nicht mit Gabe?
»Ich tue, was auch immer mir passt!«, rief er jetzt, holte aus und zerschmetterte drei Scheiben nacheinander. Die nächste Scheibe wäre eine bodentiefe Schiebetür. Sie versprach jede Menge Scherben.
»Du drehst durch und das ist nicht gut. Ich habe mit Ethan telefoniert, er hat versucht dich zu erreichen.«
»Schön für ihn!«
»Er sagte, dass auf seinem Grundstück keine Presse erlaubt ist. Dort bist du sicher. Du hast einen Anwalt, erlasse Verfügungen, dass auch dein Grundstück sicher ist, damit sie dich hier nicht mehr fotografieren können.«
»Und dich, oder? Planst du bereits den nächsten Blowjob? Willst du es mir das nächste Mal ohne Zuschauer besorgen? Könnte langweilig werden.« Austin wollte nicht weitersprechen, er wusste selbst, dass er unfair wurde, dass er gerade einen der wenigen Menschen attackierte, der auf seiner Seite stand. Einen der Guten, der ebenfalls betroffen war. Anstatt seine Wut jetzt auch noch gegen Gabe zu richten, sollte er ihn in den Arm nehmen, ihm sagen, dass alles gut werden und der Moment der Demütigung nicht ewig andauern würde.
Das Problem war nur: Er machte das nicht. Warum auch immer er sich dazu hatte hinreißen lassen, er war mit Gabe im Bett gelandet, hatte die Nacht seines Lebens gehabt, er hatte bei ihm übernachtet . Nach allem, was er wusste, war er gestern Abend einfach nur schwanzgesteuert gewesen, denn wenn er auch nur einmal den Kopf eingeschaltet hätte, hätte er daran gedacht, dass Gabe ein Gefühlsmensch war. Einer von denen, die nichts ohne Gefühle tun konnten. So wie jetzt. In seinen Augen schimmerte ein verletzter Ausdruck, auch wenn er ihn nicht zeigen wollte.
Austin wusste, wann er jemanden getroffen hatte. Er war nicht dumm, er konnte sich selbst reflektieren. Es war unfair, Gabe zu verletzen, nur damit er sich vielleicht von ihm abwandte. Damit er ja nicht mit ihm über die vergangene Nacht sprach oder sogar mit dem Gedanken spielte, sie zu wiederholen.
Die langsamen Küsse, die Leidenschaft, sein Kopf auf Austins Brust, die Finger in seinem Brusthaar vergraben. Dieses absolut phänomenale Gefühl, neben einem anderen Menschen aufzuwachen, seine Wärme zu spüren und seine kratzige Stimme zu hören.
Austin holte aus, ließ den Schläger gegen die große Scheibe prallen, sodass sich ein Netz aus Scherben spann, ehe sie in einem Regenschauer aus Glas zu Boden rieselten. Das war eine der neueren Scheiben gewesen, die er nicht hätte ersetzen müssen.
»Bist du wütend wegen der Presse oder stört dich sonst noch etwas?«
»Weißt du, was mich am meisten stört? Dass wir hier stehen müssen und reden! Ich meine … wir hatten Sex. Nicht mehr und nicht weniger. Du würdest mir extrem helfen, wenn du jetzt keine große Sache daraus machst, sondern einfach Abstand hältst, damit uns die Presse endlich in Ruhe lässt.«
»Stimmt. Das hatte ich vergessen.« Gabes Stimme war eisig, so hatte Austin sie noch nie gehört. Er sah über seine Schulter hinweg. »Was?«
»Ich hatte vergessen, dass du dich vor jeder Verantwortung drückst. Und ich hatte vermutlich zu viel erwartet, als ich mit dir geschlafen habe. Nur so viel: Wir hatten Sex, Austin, aber das gibt dir noch lange nicht das Recht, mich wie den letzten Dreck zu behandeln, nur weil du Angst davor hast, dass ich irgendwelche Ansprüche an dich stellen könnte. Keine Sorge. Ich bin erwachsen und kann durchaus mit einem One-Night-Stand umgehen, was ich bei dir gerade anzweifle. Aber ich habe verstanden, was du mir sagen willst. Ich verschwinde und du kannst weiterhin dein Haus zerstören und tun, als wärst du unnahbar. Fick dich, Austin. Fick dich einfach.«
Gabe drehte sich um und ging weg. Er tat genau das, was er gewollt hatte, nur dass er ihn jetzt am liebsten zurückrufen, und ihn daran hindern wollte, ihn zurückzulassen.