O h man, ich kann nicht mehr. Die zwei Grazien, mit denen ich zu der Tagung nach Hannover gefahren bin, sind so … richtig schön besoffen. Ich habe so zu kämpfen, dass ich nicht in schallendes Gelächter ausbreche.
Irgendwie ist es süß, den beiden zuzuschauen. Wie sie sich umeinander drehen und miteinander flirten.
Dass Conny hin und weg von Ali ist, war mir schon vor Tagen klar. Aber … dass sogar Ali auf Teufel komm raus flirtet, nun, das wird wohl am Alkohol liegen.
Ali schwingt sich aufs Bett und winkt Conny zu sich. Im Grunde bin ich hier ziemlich überflüssig. Die Zwei brauchen meine Hilfe wohl nicht mehr. Aber … ich halte das Handy mit beiden Händen fest und drücke im Sekundentakt auf den Auslöser.
»Komm schon, du Pfeife!«, ruft Ali in Connys Richtung.
Conny schaut mich fragend an. Ich zucke mit den Schultern, schiebe Conny dann aber mit Nachdruck Richtung Bett.
Conny stützt sich am Rand der Matratze ab und setzt sich vorsichtig neben Ali. Ali streckt die Hand aus und greift nach Connys Hand. Mit einem Ruck zieht sie Conny auf ihren Schoß. Himmel. Ist das heiß. Und lustig. Zu gleichen Teilen. Also, für mich ist es vor allem lustig. Ich bin ziemlich nüchtern. Eine muss schließlich wenigstens einigermaßen die Kontrolle behalten. Sollte es zu weit gehen, werde ich einschreiten. Oder das Zimmer verlassen.
Conny sieht so unsicher aus. Einerseits wünsche ich mir, dass sie die Kontrolle abgibt. Auf der anderen Seite denke ich, dass es besser wäre, wenn sie die Kontrolle behielte. Ich bin hin und her gerissen. Spätestens, wenn Ali morgen wieder nüchtern ist … oha. Wie gut, dass ich nicht in der Haut der Beiden stecke.
Alis Atem geht schwer. Sie atmet hektisch und ziemlich oberflächlich.
Conny rutscht auf Alis Schoß ein Stück nach vorne. Ali stöhnt auf. Conny beugt sich vor und stützt sich mit beiden Händen rechts und links neben Alis Oberkörper ab.
Ihre Nippel streichen über Alis.
Soll ich einschreiten? Oder mich lieber entfernen und die Zwei machen lassen? Ich bin mir absolut nicht sicher, was das Richtige ist.
»Äh … «, brummle ich, doch in diesem Moment beugt Conny sich noch weiter hinunter und presst ihre Lippen auf Alis.
Sie küsst Ali so leidenschaftlich, dass es sogar mir heiß wird, dabei stehe ich definitiv nicht auf Frauen oder Frauensex. Das hier ist wirklich … sexy. Und verdammt heiß.
Ich fange an zu schwitzen.
Conny löst sich von Ali und schaut sie liebevoll an. Ali jammert gequält.
»Willst du mehr?«, fragt Conny, und Ali nickt heftig.
»Kannst du haben. Aber nicht jetzt.«
Ali versucht nach Conny zu greifen, aber Conny springt aus dem Bett.
»Wir wollten doch Bilder machen.«, sagt sie nach Luft ringend.
Es ist ihr anzusehen, dass es ihr schwer fällt, nicht ins Bett zurückzukehren und Ali das zu geben, wonach sie verlangt. Ali spreizt die Beine und schaut Conny an. In ihren Augen lodert ein Feuer. Alles an ihr schreit nach Sex. Sie will. Ganz eindeutig.
Ich wende mich ab und atme ein paar Mal tief ein und aus.
Conny setzt sich auf einen der Sessel und schlägt ein Bein über die Armlehne. Ali springt aus dem Bett und tritt hinter sie. Ihre Hände gleiten langsam über Connys Brüste. Conny setzt sich so, dass ihr Kopf zwischen Alis Brüsten ruht. Ich drücke im Sekundentakt auf den Auslöser.
Ich mag meine zwei Kolleginnen. Wäre es anders, würde ich mit wehenden Fahnen das Zimmer verlassen. Ich habe kein Problem mit Frauen, die Frauen lieben. Im Gegenteil. Aber … das hier … geht doch schon ziemlich weit. Hoffentlich können Conny und Ali sich morgen noch in die Augen schauen. Und mir.
»Lasst uns Musik anmachen.«, schlägt Ali nach einer Weile vor.
Sie löst sich von Conny und stürzt zum Handy. Die ersten Takte eines Liedes erschallen. Ali fängt an zu tanzen. Uff. Bei Alis Tempo komme ich kaum noch mit. Bis jetzt dachte ich eigentlich nicht, dass sie so abgehen kann. In der Firma fällt sie eher durch ihre Ruhe und Geduld auf. Irgendwie cool, dass sie hier eine ganz andere Seite von sich zeigt. Trotzdem möchte ich morgen nicht in ihrer Haut stecken.