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Schnell!, dränge ich die beiden. Den anderen nach!

Jetzt hören sie es auch. Nur-ein-Fuß’ Augen weiten sich. Du hast gesagt, in der Nähe der Luftmenschen werden sie keine –

Ich weiß, erwidere ich hastig. Keine Bomben. Die Gebärden für »Bombe« und »Explosion« ähneln sich: Schon seltsam, an was man in so einer Situation denkt! Das ist auch bestimmt keine Bombe – aber vielleicht trotzdem gefährlich.

Bestimmt sogar. Immer noch glaube ich, dass die Jäger es nicht wagen werden, mitten im Hafenbecken von Sydney eine Bombe zu werfen. Dass sie Drohnen gegen uns einsetzen, ist dagegen nachvollziehbar – heißt allerdings, dass sie wissen, wo wir sind!

Halt dich an meinen Schultern fest, meint Zwölf-Kiemen, und ich zögere keine Sekunde. Er zieht mich durchs Wasser, als säße ich wieder auf Kleiner-Fleck.

Kleiner-Fleck. Ich kann nicht an den Wal denken, ohne an Sechs-Finger denken zu müssen. Ob er es mitkriegen wird, wenn uns … wenn mir etwas zustößt?

Ich verbanne solche Gedanken, konzentriere mich darauf, der Strömung so wenig Widerstand wie möglich zu bieten. Mit mir im Schlepptau schwimmt Zwölf-Kiemen ungefähr so schnell wie Nur-ein-Fuß, aber das ist zu langsam. Das Surren der Drohne kommt unaufhaltsam näher.

Da, die vorletzte Gruppe. Sie haben sich Zeit gelassen, unterhalten sich. Wir erklären ihnen hastig, was los ist, und bringen sie damit auf Touren. Die nächsten, eine ganze Traube gemütlich dahinschwimmender Submarines, viele Kinder unter ihnen … Auch sie treiben wir an, sich zu beeilen, aber mit den Kindern geht es nicht so schnell. Wir werden langsamer und die Drohne nähert sich uns immer noch.

Verdammt, wo sind diese Tunnel denn? Gibt es die überhaupt noch? Lange wird es nicht mehr dauern, bis uns die Drohne eingeholt hat.

Da, das ist Schwimmt-schnell! Er kommt uns entgegen, winkt uns aufgeregt zu. Maschine!, signalisiert er mit weit ausholenden Gebärden. Schnell!

Wir schwimmen, so schnell wir können. Das Surren der Drohne ist inzwischen so laut, dass es niemand mehr überhören kann. Ich halte mich an Zwölf-Kiemen fest, habe Angst, von seinen Schultern abzurutschen, so heftig, wie er die Arme bewegt.

Da! Jetzt sehe ich es. Ein rechteckiges schwarzes Loch, unter einem vorspringenden Felsen, in dessen Schatten es liegt.

Rein da!, kommandiert Schwimmt-schnell und wedelt mit den Händen.

Die anderen tun, was er sagt, katapultieren sich in den Tunneleingang, verschwinden in der Dunkelheit wie Muränen, die in ihr Versteck schlüpfen. Mich durchzuckt ein heißer Schreck: Was nützt es uns denn, in den Tunnel zu fliehen, wenn uns eine Drohne folgt, die uns schon erfasst hat? Sie wird uns einfach weiter folgen, und dann?

Ich habe keine Ahnung, welche Art Gefahr uns von so einer Maschine droht. Aber ich habe auch kein gutes Gefühl, ganz und gar nicht.

Ich lasse Zwölf-Kiemen los, paddle auf Schwimmt-schnell zu und komme mir dabei so schwerfällig vor wie noch nie. Wir brauchen einen Schutz!, erkläre ich hastig. Damit uns die Maschine nicht verfolgen kann!

Wobei ich keine Ahnung habe, wie so ein Schutz aussehen könnte. Meine Gedanken kreisen irgendwie um Steine, mit denen wir vielleicht den Zugang hinter uns verstopfen können, aber wie lange das dauern wird, darüber will ich lieber nicht nachdenken …

Schwimmt-schnell nickt nur, packt mich und gibt mir einen Schubs in Richtung des Tunneleingangs. Wir sind die Letzten, die noch draußen sind. Ich tauche in den Tunnel ein, sehe irgendwo weit hinten Licht … und dann sehe ich das Gitter an der Seite.

Schwimmt-schnell ist auf einmal neben mir, ergreift das Gitter. Das war vor dem Eingang, erklärt er hastig. Aber verrostet. Hier. Er zeigt auf eine Art Schloss. Ich hab es aufgekriegt. Hat gedauert. An der anderen Seite sind dicke Scharniere, die noch halten.

Die Drohne kommt näher und näher, ein dunkler Schatten, umgeben von wirbelndem Wasser. Wir packen das Gitter, schwenken es herum, drücken es zurück in die Halterung. In der es nun natürlich nicht mehr bleibt.

Schwimmt-schnell presst das Gitter gegen die kaputte Verriegelung, ist ratlos.

Und die Drohne kommt immer näher.

Ich schaue mir die Halterung genauer an. Das, was Schwimmt-schnell zerbrochen hat, war nur eine Art Stift. Wenn wir noch ein Stück davon finden … Schon bin ich unten, taste über den Boden, sehe nichts. Das Surren der Drohne fühlt sich an, als würde mir jemand ein Stück Gitarrensaite durch den Kopf ziehen. Irgendetwas muss uns doch einfallen …

Da. Eine alte Schraube. Ich packe sie, gehe wieder nach oben. Gemeinsam hantieren wir an der Halterung herum, schaffen es irgendwie, die Schraube so in die angerosteten Metallteile zu stecken, dass das Gitter in der geschlossenen Position hält. Vielleicht. Dann schwimmen wir rückwärts, gerade noch rechtzeitig, ehe die Drohne gegen die Stäbe donnert.

Es ist ein klobiges, ovales Gerät mit drei schwenkbaren Antriebsdüsen und einem gläsernen Auge, aus dem nun ein Büschel fahlgrüner Laserstrahlen schießt, das den Raum hinter dem Gitter abtastet. Schwimmt-schnell packt mich, rast mit mir davon, ehe uns die Strahlen erreichen. Weiter hinten pressen wir uns jeder an eine Wand und beobachten, was die Drohne macht.

Es dauert etliche Minuten, bis sie den Tunneleingang abgetastet hat. Dann erlöschen die Laserstrahlen und eine Weile sieht es aus, als sei die Drohne unschlüssig, was nun zu tun ist. Zu unserer Erleichterung unternimmt sie keinen Versuch, das Gitter zu öffnen, sondern entfernt sich einfach wieder.

Schwimmt-schnell bewegt die Hände, aber in dem Halbdunkel hier kann ich nicht genau lesen, was er mir sagen will. Irgendwas von wegen, dass wir es geschafft haben und in Sicherheit sind.

Ich nicke, obwohl mir Dutzende von Gründen einfallen, warum wir noch lange nicht in Sicherheit sind. Wenn die Drohne weiterschwimmt und uns nicht mehr findet, kommt sie vielleicht zu dem Schluss, dass wir doch alle in dem Tunnel stecken müssen, und kehrt zurück. Und wenn Schwimmt-schnell das Gitter aufbekommen hat, mit bloßer Muskelkraft, dann schafft eine solche Maschine das genauso. Ganz davon abgesehen, dass es ja auch sehr kleine Drohnen gibt, die ohne Weiteres zwischen den Gitterstäben hindurchschwimmen und uns verfolgen können.

Wir wechseln einen Blick. Selbst in dem Halbdunkel hier kann ich sehen, dass Schwimmt-schnell so ernst ist wie selten. Er spürt ebenfalls, dass wir uns gerade etwas vormachen.

Fast gleichzeitig stoßen wir uns von den Wänden ab, dann folgen wir dem Tunnel, bis wir die anderen erreichen. Sie sitzen in einem geräumigen, ringsum gekachelten Becken, genau, wie Herr Farnsworth es versprochen hat – bloß ist dieses Becken ein schmutziges Loch: Auf den Kacheln sitzen Tausende harter, winziger Kegelmuscheln, der Boden ist bedeckt von einer schmierigen Schicht aus Schlamm, zweifellos Dreck aus dem Hafenbecken, der sich abgelagert hat, seit hier keine Forschungen mehr betrieben werden. Über uns leuchten drei helle Striche, die ein eklig grünliches Licht verbreiten und von denen einer flackert, was einem sofort auf die Nerven geht.

Und das Wasser riecht abgestanden, brackig, schlecht. Es fühlt sich an, als würde man Abwasser atmen.

Immerhin ist es still. Alles, was man hört, ist ein fernes Geräusch, das sich anhört wie das Brummeln und Trappeln in einem Einkaufszentrum.

In den Blicken, die mir begegnen, lese ich Entsetzen, Ärger, Angst. Wie sollen wir hier etwas zu essen finden?, fragt jemand, jemand anders meint: Hier kann ich unmöglich schlafen! Ein paar haben mitgekriegt, wie Schwimmt-schnell und ich das Gitter am Tunneleingang geschlossen haben, und wollen wissen, ob wir jetzt hier drinnen gefangen seien.

Wenn ich das nur wüsste! Mir ist doch genauso elend zumute, merkt das denn niemand?

Wartet, erwidere ich. Im Moment sind wir hier erst einmal sicher. Alles Weitere kläre ich gleich.

Dann tauche ich auf, blase alles Wasser aus meinen Kiemen, atme Luft ein und klettere auf den Beckenrand.

Von hier oben sieht unsere Situation kein bisschen besser aus. Es ist so kühl, dass mich fröstelt, so nass, wie ich bin. Irgendwo tropft Wasser herab. Es riecht unangenehm, nach Abwasser, Fäulnis, Verfall. Das Licht ist so hässlich grün, weil die Leuchtröhren dick von Schimmel überwuchert sind. Die flackernde Röhre gibt bedenklich zischende Geräusche von sich.

Ich winde mich einmal mehr aus den Trägern meines Rucksacks, ziehe die Tafel heraus und schalte sie ein. Ohne irgendwas zu erwarten. So, wie der Tag bisher gelaufen ist, sage ich mir, habe ich jetzt bestimmt auch kein Netz.

Doch dem ist nicht so. Als die Tafel hell wird, zeigt das Netzsymbol eine befriedigende Verbindung an. Kaum zu glauben. Ich rufe hastig den neuesten Eintrag in meinem Telefonbuch auf, die Nummer von James Farnsworth.

Im Augenblick nicht zu erreichen. Wäre ja auch zu schön gewesen.

Mist. Ich lasse die Tafel sinken, schaue mich um und spüre, wie mir die Tränen kommen. Das habe ich mir alles ganz anders vorgestellt. Ein Versteck für uns – da hatte ich eine gemütliche, kuschelige Höhle vor dem inneren Auge, in der wir in aller Ruhe abwarten, bis sich der Sturm draußen gelegt hat und wir wieder unserer Wege ziehen können.

Ich hebe den Blick, mustere die feuchten Wände, die verrosteten Türen, die gammeligen Leitungen. Eigentlich, dämmert es mir, war es ziemlich dumm, mir vorzustellen, wir könnten es irgendwo gemütlich haben, während draußen im Pazifik andere Submarines gejagt werden.

Und nicht nur gejagt. Auch getötet.

Andere Schwärme, die irgendwann keinen anderen Weg mehr sehen, als sich den Graureitern anzuschließen und Hohe-Stirn die Treue zu schwören. Der sie dann in einen aussichtslosen Krieg gegen die Luftmenschen führen wird.

Ich muss etwas tun. Mich zu bedauern, bringt uns keinen Meter weiter.

Ich hebe die Tafel wieder, wähle noch einmal James Farnsworth an. Immer noch nicht zu erreichen. Ich merke, wie Ärger in mir aufwallt. Was um alles in der Welt treiben die beiden? Sie wissen doch, dass wir heute hierherwollten und dass wir hier auf sie angewiesen sind. Herr Farnsworth wollte den Schlüssel für die Anlage besorgen und mit Lebensmitteln auf uns warten.

Wie ich so auf die Tafel starre und auf die Meldung, dass der gewünschte Gesprächspartner im Augenblick leider nicht zu erreichen sei, bemerke ich, dass es hier lokale Dokumente gibt. Wie das? Ich öffne den Bereich. Es ist genau ein Dokument – ein Lageplan der Forschungsstation.

So alt wie die Station kann der Plan noch nicht sein; er sieht aus, als sei er nachträglich angelegt worden. Dafür sprechen Bezeichnungen wie »ehemalige Kantine« oder »ehemaliges Labor« und auch Hinweise wie: »ab hier einsturzgefährdet«.

Wo sind wir? Ich muss suchen, die Anlage ist enorm weitläufig. Wie viele Delfine hatten die hier? Der Platz muss für Hunderte gereicht haben. Es gibt mehrere Zugänge zum Meer; der Tunnel, durch den wir gekommen sind, ist nur einer von fünf.

Mit anderen Worten: Es existieren vier weitere Zugänge, durch die uns Drohnen erreichen können. Tolles Versteck.

Wenigstens galt der Teil der Anlage, in dem wir sind, den Erstellern des Lageplans nicht als einsturzgefährdet. Ist ja auch schon mal was.

Ich verstehe nicht alles. Was ist ein »XRM«? Was bedeutet der Pfeil, der mit »Aquarium/große Halle« beschriftet ist? Wieso sind die »Ruheräume« schraffiert?

Aber das hier verstehe ich: Es gibt mehrere sogenannte »Isolierbecken«, bei zweien davon steht »Kran noch funktionstüchtig«. Offenbar hat man, aus welchen Gründen auch immer, ab und zu Delfine in Becken gehievt, in denen sie dann allein waren. Vielleicht, um zu untersuchen, wie sie sich verhalten, wenn sie von ihrem Schwarm getrennt sind?

Auf jeden Fall könnte das etwas sein, das uns weiterhilft. Die Becken sind verhältnismäßig groß, groß genug für uns alle, und da sie keine Verbindung zum Tunnelsystem haben, können uns Unterwasserdrohnen, die aus dem Meer kommen, dort nicht erreichen. Es müssten natürlich alle einen kurzen Weg durch die Luft zurücklegen, aber nur ein paar Meter; das sollte zu schaffen sein.

Gut. Das ist vielleicht kein genialer Plan, aber einen anderen haben wir nicht. Ich präge mir den Weg noch einmal ein, auf dem wir zum nächstgelegenen Isolierbecken kommen, dann verstaue ich die Tafel wieder in meinem Rucksack und kehre zurück ins Wasser.

Dort ist Nur-ein-Fuß gerade dabei, den anderen seinen Plan zu erklären.

Hier können wir nicht bleiben, führt er mit entschiedenen Gesten aus. Es ist ein schmutziger Ort, wie alles, was die Luftmenschen bauen. Es ist ein Ort, an dem wir uns nicht aus eigener Kraft ernähren können, und es ist ein Ort, an dem wir trotz allem nicht sicher sind. Deshalb sage ich, lasst uns alle uns noch verbliebenen Kräfte zusammennehmen und von hier fliehen, zurück ins offene Meer, wo wir eine Chance haben, unseren Feinden zu entkommen. Hier, das wissen wir jetzt, haben wir keine solche Chance.

Ich sinke tiefer, sprachlos.

Niemand beachtet mich. Alle schauen Nur-ein-Fuß an, viele nicken. Sie denken wie er. Und ich kann es ihnen nicht verdenken. Im Augenblick bin ich mir nicht einmal sicher, ob er nicht womöglich schlicht und einfach recht hat. Ob dieser ganze Plan, uns im Hafen von Sydney zu verstecken, nicht von Anfang an idiotisch war.

Am meisten leid tut es mir für Lacht-immer. Lacht-nicht-mehr, genauer gesagt. Vielleicht war ja die Flucht schuld daran, dass ihr Baby den Atem nicht hatte, wer weiß das schon? Und jetzt sitzt sie da im Dreck und schaut Nur-ein-Fuß an mit einem Gesicht, als ob sie gleich weinen müsste.

Nur-ein-Fuß organisiert die Flucht zurück in den Pazifik, erklärt, welchen Weg er nehmen will, und legt fest, wer wen beim Schwimmen unterstützen soll. Ich achte nicht weiter darauf, sondern lausche den seltsamen Geräuschen aus der Ferne. Rätselhaft. Schall trägt unter Wasser weit, schon klar – aber auf welchem Wege sollten die Wasserbecken einer Delfin-Forschungsstation mit einem Einkaufszentrum verbunden sein? Irgendwie beschäftigt mich das, keine Ahnung, wieso. Wobei man inzwischen diese Trippelgeräusche von Schritten kaum noch hört, dafür eine lautsprecherverstärkte Stimme, wie von einer Durchsage. Nur dass diese Durchsage gar nicht aufhört. Man versteht zwar kein Wort, nur »gwa gwa gwaa, gwa gwa gwaa«, aber definitiv redet da jemand. Irgendwo, weit weg, das Echo von Echos von Echos.

Die anderen packen ihre Sachen, nehmen Aufstellung. Jemand winkt mir, Schwimmt-schnell, bedeutet mir, an seine Seite zu kommen. Ich folge wie betäubt, verstehe nicht wirklich, was gerade vor sich geht. Bestimmt soll er mich ziehen, damit ich den Schwarm nicht aufhalte.

Vielleicht wäre es besser, ich würde erklären, dass ich dableibe. Dass ich dem Schwarm nicht länger zur Last fallen will.

Andererseits – nein. Das kann ich nicht machen. Das hieße, sie im Stich lassen. Zumindest würde es aussehen, als sei ich beleidigt, weil sie meinen Plan verworfen haben. Also gleite ich neben Schwimmt-schnell, rücke die Riemen meines Rucksacks noch einmal zurecht und warte darauf, dass es losgeht.

Ich höre immer noch diese Lautsprecherstimme, die ganz weit entfernt unverständliche Dinge sagt, höre kurzes, heftiges Trampeln wie von Hunderten von aufstampfenden Füßen und etwas, das klingt wie Applaus. Dann ist es wieder still.

Rätselhaft.

Nur-ein-Fuß hebt die Hand, gibt das Signal zum Aufbruch. Wir setzen uns in Bewegung, zurück in den Tunnel, durch den wir gekommen sind. Wenn das Gitter geöffnet wird, sollen wir so rasch wie möglich ins Freie schwimmen und uns zum Hafenausgang durchschlagen.

Als wir das Becken verlassen, erlischt das Licht hinter uns. Alles, was wir jetzt noch sehen, ist das bisschen Licht, das durch die Tunnelöffnung hereindringt, und die langen Schatten, die es an den Tunnelwänden wirft. Gerade als Nur-ein-Fuß und Zwölf-Finger zum Gitter schwimmen wollen, um dessen notdürftige Verriegelung zu entfernen, schiebt sich ein gewaltiger Schatten davor: eine weitere Drohne – nur ist sie größer als die, die uns verfolgt hat, und außerdem mit einem Greifarm und Werkzeugen ausgestattet. Etwas blitzt auf, dann kreischt eine Maschine so laut los, dass es einem in den Zähnen schmerzt: eine Kreissäge, die sich in die erste Gitterstrebe frisst.

Panik bricht aus. Alles drängt zurück. Arme rudern, Beine paddeln, Schreie dringen durch das metallische Dröhnen. Als die ersten wieder das Becken erreichen und die Annäherungsmelder dort passieren, geht das Licht wieder an und aus irgendeinem Grund schauen alle mich an.

Ich muss überhaupt nicht nachdenken. Ohne eine Sekunde zu zögern, hebe ich die Hände. Mir nach!