Saha!«, ruft Herr Farnsworth entsetzt aus. »Das kann unmöglich dein Ernst sein!«
Ich versichere ihm, dass es mein voller Ernst ist.
»Auf gar keinen Fall!« Aufgeregt reißt er Pigrit die Tafel aus der Hand. »Saha! Ich verstehe, dass du dich gerade in einer emotional aufwühlenden Situation befindest und das Gefühl hast, nach dem sprichwörtlichen Strohhalm greifen zu müssen, aber das kannst du nicht tun. Damit würdest du gegen einen der obersten Grundsätze der Gipiui Chingu verstoßen!«
»Meines Wissens ist der oberste Grundsatz der Gipiui Chingu, den Submarines zu helfen, am Leben zu bleiben.«
Er winkt ungeduldig ab. »Ja, sicher. Aber gleich danach … Schau, die Prinzipien, nach denen die Organisation vorgeht, sind alle wohlüberlegt. Sie haben sich in über hundert Jahren bewährt, selbst in extremen Situationen wie den Energiekriegen.«
»Herr Farnsworth«, erwidere ich, »ich bin in einer neotraditionalistischen Zone aufgewachsen. Ich kann das Wort ›Prinzipien‹ nicht mehr hören.«
»Dann nenn es anders. Sag von mir aus ›Strategien‹ dazu. Der Punkt ist, dass du diese Erfahrungswerte nicht einfach über den Haufen werfen darfst.« Er räuspert sich. »Außerdem würdest du den Submarines damit nicht helfen.«
»Im Gegenteil«, sage ich. »Nur so kann ich ihnen noch helfen.« Ich schaue an ihm vorbei, schaue Sechs-Finger an, der schräg hinter seinem Vater steht. »Was meinst du?«
Er bläst ratlos die Backen auf. »Ich weiß nicht. Ich verstehe deine Logik, aber … na ja, es geht auch gegen das, was die Großen Eltern gelehrt haben, nicht wahr?«
Es ist mir im Grunde egal, was sie davon halten. Sie werden mich nicht daran hindern, meinen Plan umzusetzen, und ausreden können sie es mir auch nicht. Für mich ist sonnenklar, dass es nur so geht und nicht anders.
Und dass es heute sein muss. Jetzt. Weil sich diese Chance so schnell nicht wieder bieten wird.
»Pigrit?«, frage ich trotzdem. »Was denkst du?«
Er hebt nur die Augenbrauen. »Du willst die Wahrheit sagen. Was gibt’s da noch zu diskutieren?« Dann grinst er breit. »Das mit der Leiter krieg ich hin, keine Sorge.«
»Danke«, sage ich und kappe die Verbindung. Als ich die Tafel ausschalte, spüre ich ein Lächeln auf meinem Gesicht. Es tut doch gut, jemanden auf seiner Seite zu wissen.
Ich schnalle meinen Rucksack wieder um und springe zurück ins Becken. Dort wartet die eigentliche Herausforderung auf mich: Die Submarines dazu bringen, bei meinem Plan mitzumachen.
Sechs-Fingers Reaktion hat mich schon darauf vorbereitet, dass sie mich mit entsetzten Augen anschauen, als ich ihnen erkläre, was ich vorhabe. Die Großen Eltern, natürlich. Als wüsste ich nicht längst, dass die gelehrt haben, die Wassermenschen müssten sich vor den Luftmenschen verstecken.
Ich weiß, erwidere ich mit so ruhigen, gelassenen Gebärden wie möglich. Und damals, als sie die Wassermenschen geschaffen haben, war das auch richtig. Aber seither ist viel Zeit vergangen. Ihr seid die Kinder der Kinder der Kinder der Kinder der ersten Wassermenschen und die Welt hat sich verändert. Inzwischen wissen einige Luftmenschen, dass es Wassermenschen gibt, und einige von denen, die es wissen, führen gerade da draußen im Meer Krieg gegen euch.
So ist es, bekräftigt Nur-ein-Fuß. Hätten alle Wassermenschen stets das Gebot der Großen Eltern befolgt, wäre es nicht so weit gekommen. Dann wüssten die Luftmenschen immer noch nichts von uns.
Ich schüttle entschieden den Kopf. Es war nur eine Frage der Zeit. Es gibt heute sehr viel mehr Wassermenschen als damals, also auch mehr Möglichkeiten, dass ihr von Luftmenschen gesehen werdet.
Einigen scheint dieses Argument einzuleuchten. Jedenfalls nickt hier und da jemand.
Der entscheidende Punkt, fahre ich fort, ist der, dass die meisten Luftmenschen den Krieg gegen euch nicht gut finden würden – wenn sie davon wüssten. Diejenigen, die gerade Jagd auf die Wassermenschen machen, können das nur tun, weil niemand von euch weiß. Wenn wir das ändern – wenn wir den übrigen Luftmenschen zeigen, dass es auch Wassermenschen gibt –, dann werden sie ihren Krieg beenden müssen.
Ich zeige auf den schmalen Schacht, durch den es, wie ich aus den Plänen des Ocean Dome weiß, um zwei Ecken herum direkt in das halbrunde Aquarium des Saals geht. Dieser Weg führt in einen großen Raum, in dem jetzt gerade viele Luftmenschen beisammensitzen, um über die Zukunft der Meere und Ozeane zu beraten. Es sind Menschen, deren Wort in der Welt der Luftmenschen Gewicht hat. Und nicht nur diese Menschen werden uns sehen, sondern noch zahllose weitere Menschen überall auf der Welt, weil Maschinen die Bilder und Gespräche an andere Orte übertragen. Wenn wir jetzt dort hinausgehen und uns zeigen, sieht uns die ganze Welt. Dann haben diejenigen, die uns jagen und verfolgen, keine Chance mehr, unsere Existenz geheim zu halten.
Warum sollten sie das wollen?, fragt jemand. Warum sollten die, die uns Böses wollen, sich an die Gebote der Großen Eltern halten?
Ich schüttle den Kopf. Von diesen Geboten wissen sie nichts. Sie wollen das Meer und seine Schätze für sich alleine haben, deswegen wollen sie alle Wassermenschen töten. Und nicht nur das, es soll auch niemand je erfahren, dass es sie gegeben hat.
Entsetzen in allen Gesichtern. Ein Entsetzen, das auch ich selber spüre. Der Plan, den sich Leute wie James Thawte ausgedacht haben, ist die entsetzlichste Art von Völkermord, die man sich vorstellen kann.
Wir können diesen Plan durchkreuzen, beschwöre ich die Submarines. Wir können alldem ein für alle Mal ein Ende setzen, indem wir dort hinausgehen und uns zeigen!
Nur-ein-Fuß streicht sich nachdenklich über das dünne, in dem blassblauen Licht praktisch nicht mehr sichtbare Haar. Das verstehe ich nicht. Wie sollten die Luftmenschen von dem Krieg gegen uns wissen, nur weil sie uns sehen?
Ich werde es ihnen sagen, erkläre ich.
Und dann? Was wird geschehen, wenn du es ihnen gesagt hast?
Dann, erwidere ich, werden die, die uns gejagt haben, damit aufhören müssen. Die anderen werden sie dazu zwingen.
Ein Moment der Reglosigkeit entsteht. Wir schweben inmitten dieses Würfels erleuchteten, klaren Wassers, erschöpfte Gestalten, die nicht wissen, wie es weitergehen soll, und eine ganze Weile regt sich keine Hand.
Schließlich ist es Nur-ein-Fuß, der das Wort ergreift.
Wir müssen dir glauben, dass es so kommen wird, stellt er fest. Ich nicke ernst. Ja. Aber ich kenne die Luftmenschen besser als ihr. Ich bin selber zur Hälfte ein Luftmensch. Es wird ein paar geben, die euch mit Angst oder Abscheu begegnen, aber die meisten – die weitaus meisten – werden verstehen, dass wir genauso Menschen sind wie sie und dass wir dieselben Rechte haben wie alle. Die meisten werden uns unterstützen. Und in der Welt der Luftmenschen geschieht das, was die Mehrheit will.
Er schaut nachdenklich in die Runde, betrachtet den schmutzigen, schmalen Tunnel, durch den wir gekommen sind, und dann den Schacht, durch den wir gehen müssen, um meinen Plan umzusetzen. Um der Verfolgung ein Ende zu bereiten.
Die anderen schauen auf ihn. Er ist der, auf den sie hören. Er muss entscheiden.
Auch ich schaue auf ihn. Ich habe alles gesagt, was ich zu sagen hatte.
Was wird geschehen, wenn wir nicht da hinausgehen?, fragt Nur-ein-Fuß und gibt sich gleich selber die Antwort: Wir bleiben hier und draußen geht die Jagd weiter. Vielleicht versorgen uns Von-obens Freunde eine Weile mit Nahrung, aber wie lange? Irgendwann müssten wir wieder gehen, den Weg, den wir gekommen sind, zurück ins Meer. Und dann? Werden wir noch andere Wassermenschen vorfinden oder werden wir die letzten sein?
Sein Blick wird starr, so, als horche er in sich hinein. Die Großen Eltern waren weise, fährt er schließlich fort, aber sie waren Menschen. Luftmenschen. Sie haben uns alles gelehrt, was sie wussten, und ihre Lehren haben uns und unsere Ahnen lange Zeit geleitet. Aber alles konnten auch sie nicht vorhersagen. Dies ist eine Situation, in der wir selber entscheiden müssen. In der wir uns vielleicht sogar gegen Regeln wenden müssen, die bisher immer gegolten haben.
Ein kleiner, gestreifter Wimpelfisch schwimmt vor ihm und schaut ihn an, als warte auch er gespannt auf Nur-ein-Fuß’ Entscheidung.
Doch es wurde uns auch prophezeit, dass eines Tages eine Mittlerin kommen würde, setzt Nur-ein-Fuß seine Überlegungen fort. Er schaut in die Runde, schaut die anderen forschend an, als stünde die richtige Antwort in ihre Gesichter geschrieben. Möglicherweise ist Von-oben diese Mittlerin. Ihre Mutter war ein Luftmensch, ihr Vater einer von uns, wie wir wissen, und sie kann sich in beiden Welten bewegen. Und warum sollte uns eine Mittlerin geschickt werden, wenn es nicht die Notwendigkeit gäbe, zu vermitteln? Zu vermitteln zwischen uns und der Welt der Luftmenschen?
Die anderen nicken ernst, erst wenige, schließlich fast alle. Sogar die Kinder.
Nur-ein-Fuß wendet sich wieder mir zu. Ich bin zu einem Schluss gelangt, erklärt er. Die Großen Eltern haben uns geschaffen, weil sie wollten, dass auch das Meer von Menschen bevölkert wird. Deswegen glaube ich, dass sie auch gewollt hätten, dass wir in der Situation, in der wir uns nun befinden, die alte Regel außer Acht lassen und tun, was immer wir können, um unseresgleichen vor weiterer Bedrängnis zu bewahren. Er macht eine einladende Geste in Richtung des Ausgangs. Geh voran, Mittlerin. Wir folgen dir.
Mir fällt ein Stein vom Herzen. Das ist ein Ja. Egal, wie er es begründet, es ist ein Ja, und das ist im Augenblick alles, was zählt.
Ich zögere keine weitere Sekunde, sondern schwimme sofort los, hinein in den schmalen dunklen Schacht, der aus dem Reinigungsbecken führt. Die anderen folgen mir. Ein paar Falterfische, die uns entgegenkommen, nehmen erschrocken Reißaus.
Nach etwa zehn Metern kommt eine Biegung nach links, dahinter wird es hell. Wir gelangen in ein erleuchtetes, kreisrundes Becken, in dem sich unglaublich viele, traumhaft schöne Fische in allen Farben und Formen tummeln. Drei Fütterungsautomaten lassen gerade Fischfutter ins Wasser fallen, um das sich die Tiere balgen.
Interessant. Die eigentliche Attraktion des Ocean Dome ist bekanntlich das lange, halbkreisförmige Aquarium, das die Bühne der Großen Halle umgibt. Doch wozu, habe ich mich gefragt, dienen die beiden kreisrunden Becken an dessen Enden, die im Plan eingezeichnet sind, die man aber von der Halle aus gar nicht sieht? Jetzt dämmert mir, dass man die Fische mal hier, mal auf der anderen Seite füttert, damit sie immer hübsch hin und her schwimmen.
Wir umrunden das Gewimmel, tauchen in den Schacht auf der gegenüberliegenden Seite des Beckens. Licht kommt uns entgegen, Tageslicht. Nach ein paar Metern endet die Betonwand rechts von uns und macht einer Glaswand Platz, durch die wir auf die Hafenbucht hinaussehen. Schiffe fahren aus oder ein, darunter Katamarane mit farbenprächtigen, prall geblähten Segeln. Ein Luftkissenboot braust in einer Gischtwolke dahin, die Segler weiträumig umfahrend.
Auch links von uns ist Glas, aber gleich dahinter eine Wand aus demselben hellen Holz, das mir während des Telefonats mit Pigrit aufgefallen ist; die gesamte Innenausstattung des Ocean Dome ist daraus gemacht. Das heißt, noch kann man uns vom Saal aus nicht sehen, doch ich sehe schon, dass die Holzverkleidung demnächst endet.
Das heißt, jetzt gilt es.
In diesem Bereich ist das Aquarium so schmal, dass man nicht mehr schwimmen kann; die Glaswände rechts und links sind kaum noch eine Schulterbreite voneinander entfernt. Dafür ist das Ganze vier oder fünf Meter hoch, was zusammen mit der sanften Krümmung nach links ein Gefühl von Platzangst erzeugt. Hoffentlich kneifen die anderen jetzt nicht!
Ich halte an, lasse mich auf den Boden sinken, der dick mit hellen, sauberen Steinen belegt ist, drehe mich um. Die anderen wirken nervös, aber wild entschlossen, die Sache durchzuziehen. Gut. Ich versuche ein aufmunterndes, zuversichtliches Lächeln, aber ich fürchte, es gelingt mir nicht besonders gut. Ich bin nämlich auch nervös, mächtig nervös sogar.
Aber auch wild entschlossen, die Sache durchzuziehen.
Ich tue den ersten Schritt, dann den zweiten und mit dem dritten trete ich aus dem Schutz der Holzverkleidung. Nun liegt das gewaltige Auditorium vor mir, ansteigende, halbkreisförmige Sitzreihen voller Leute, die der Rednerin lauschen, die gerade am Pult steht. Ich sehe sie nur von hinten, eine dicke Frau, die ein Kleid aus Milchhaut trägt und ihren Vortrag mit energischen Gesten begleitet. Über ihr schwebt ein Hologramm, aber von hinten sieht man nur ein Flimmern in der Luft und vage Umrisse von Grafiken und Text.
Weiter, nicht stehen bleiben. Jetzt gilt es nicht nur, jetzt muss es auch schnell gehen. Ich tue den vierten Schritt und den fünften, mache Platz für den nächsten, Schwimmt-schnell, der unwillkürlich einen erschrockenen Laut ausstößt, als er den ersten Blick in die Halle voller Luftmenschen tut.
Von denen uns jetzt die ersten bemerken. Köpfe recken sich, Nachbarn werden angestoßen, auf uns aufmerksam gemacht. Gespräche beginnen, deren Thema wir sind, das ist unverkennbar.
Weiter, immer weiter. Rasch. Ich spüre die Unruhe hinter mir, die Nervosität, die alle befallen hat. Es ist eine Sache, etwas zu beschließen, aber eine andere, es auch tatsächlich zu tun. Sie haben ihr Leben lang aufgepasst, Tauchern, Seglern und Schwimmern aus dem Weg zu gehen, sich nicht vor Luftmenschen sehen zu lassen – und nun zeigen sie sich ihnen!
Die Unruhe im Auditorium nimmt zu. Jetzt dreht sich auch die Rednerin um, sieht uns, erstarrt. Kameras richten sich auf uns, Videodrohnen schwirren über die Bühne auf das Aquarium zu. Uniformierte Sicherheitsleute sprechen aufgeregt in ihre Koms, ohne uns aus den Augen zu lassen.
Jetzt müsste ich die richtige Stelle erreicht haben. Ich weite den Brustkorb, erzeuge Luft in meinem Inneren, steige auf. Als ich am oberen Rand des Aquariums aus dem Wasser auftauche, befinde ich mich hinter der Holzverkleidung, die den oberen Teil des Saals ausmacht und nahtlos in die gewölbte Decke übergeht, die man immer auf den Bildern sieht.
Hier muss irgendwo … ah, da. Das ist es. Wartungszugang vom Saalinneren aus hat in dem Plan gestanden: Es ist eine Art Tür, die fugenlos in die Täfelung eingepasst ist, sodass man vom Saal aus nichts sieht, und die man nur mit einem Magnetschlüssel öffnen kann.
Vom Saal aus jedenfalls. Ich schwimme hin, schaue mir das Schloss aus der Nähe an. Ich habe Glück: Die Regel, dass man Magnetschlösser von innen per Hand entriegeln können muss, scheint auch hier in Sydney zu gelten. Ich drehe den entsprechenden Hebel und stoße die Tür zum Saal hin auf.
Nun blicke ich aus vier oder fünf Metern Höhe auf die Sicherheitsleute hinab, die eindeutig nicht wissen, was sie tun sollen. Ein paar erklimmen die Bühne, bewegen sich auf mich zu, sichtlich irritiert von Anblick all der Submarines im Aquarium. Ich stemme mich hoch, hebe ein Bein über die vordere Glaswand. Mit dem anderen warte ich lieber noch – nicht dass ich das Gleichgewicht verliere und abstürze.
Eine Kameradrohne kommt herangeschwirrt. Ihr Objektiv ist wie ein dunkles, gläsernes Auge, das mich neugierig anstarrt. Ich lächle, so gut ich kann, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit schaut durch diese Kamera die halbe Welt zu. Wir machen hier gerade die Schlagzeilen von morgen.
Jetzt stehen die Sicherheitsleute unter mir, diskutieren, gestikulieren, wissen aber nicht, was sie eigentlich von mir verlangen sollen. Dass ich zurück ins Wasser gehen soll? Bestimmt nicht. Dass ich herunterkommen soll? Ja, das würde ich sogar gerne.
Allmählich könnte Pigrit nämlich mal anrücken mit der Leiter, die er mir versprochen hat.
Wobei das vielleicht gar nicht so einfach ist. Die Wachleute sehen nicht so aus, als würden sie ihn ohne Weiteres passieren lassen.
Gut, dass die Kameradrohne weiterfliegt, denn ich merke, wie mein Lächeln wegbröckelt. Kann es wirklich sein, dass mein toller Plan an so einem blöden Detail scheitert?
In diesem Augenblick knallen die mittleren Saaltüren auf, als hätte man einen Rammbock dagegengestoßen, und Pigrit kommt laut schreiend hereingerast. Er wedelt mit den Armen wie ein Verrückter, läuft die Rampe ein Stück weit herab, dreht dann abrupt um und rennt wieder hoch, um vor den offenen Saaltüren nach rechts abzubiegen. Und die ganze Zeit zappelt und kreischt er, als würde er von unsichtbaren Bienenschwärmen verfolgt.
Bloß eine Leiter sehe ich nirgends.
Was soll das?
Was auch immer es soll, es ist auf jeden Fall etwas, das deutlich besser in das Schema der Wachleute passt als ein halb nacktes Mädchen, das aus einem fünf Meter hohen Aquarium auftaucht. Sie würdigen mich keines weiteren Blickes, sondern spurten los, um Pigrit den Weg abzuschneiden, ehe er die Türen auf der rechten Seite des Saals erreicht.
Zumindest versuchen sie es. Es sind ein Dutzend Sicherheitsleute, aber Pigrit ist klein und wendig; er beschäftigt sie alle: Flitzt hin und her, schlüpft unter Armen hindurch, die nach ihm fassen, hüpft über Beine hinweg, die ihm gestellt werden, springt auf Sitzlehnen, rennt Tische entlang, verschwindet unter Sitzen und taucht an unerwarteten Stellen wieder auf.
Und gerade als alle Wachleute vollauf damit beschäftigt sind, sich mit ihrem Anstrengungen, Pigrit einzufangen, zu blamieren, kommt die Leiter angerast. Sie kommt durch die mittleren Saaltüren geschossen, die immer noch weit offen stehen, saust die mittlere Rampe abwärts, ein langes, silbern schimmerndes Ding, und erstaunlich: Alle Aufmerksamkeit ist so sehr auf die Jagd nach Pigrit gerichtet, dass kaum jemand die Leiter zu bemerken scheint.
Es ist Sechs-Finger, der sie auf der Schulter trägt. Und er grinst dabei wie jemand, dem gerade ein toller Streich glückt.
Sechs-Finger ist stark und schnell. Im Nu hat er die Bühne erreicht. Ein Satz, und er ist oben. Während er die letzten paar Schritte bis zu mir macht, hebt er die Leiter schon von der Schulter, dreht sie herum, als wöge sie nichts, und stellt sie so zielsicher gegen die gebogene Aquariumswand, dass ihr oberes Ende genau unter mir anliegt.
Rasch jetzt. Mich an der Leiter festhaltend, klettere ich endgültig aus dem Wasser und steige die Sprossen hinab. Die Wachleute sind immer noch hinter Pigrit her. Auf dem Boden unter mir breitet sich eine Wasserlache aus.
»Du hattest völlig recht«, sagt Sechs-Finger, der die Leiter die ganze Zeit festgehalten hat. »Mit deinem Plan, meine ich.«
Ich lächle, würde gern etwas zu ihm sagen, aber dafür ist jetzt keine Zeit. Ich bin ganz und gar angespannt, restlos erfüllt von der Konzentration auf das, was jetzt getan werden muss. Also streiche ich ihm nur kurz und dankbar über den Arm, wende mich ab und gehe in Richtung des Rednerpults.
Dort steht immer noch die Frau in dem Milchhautkostüm, das ein Vermögen gekostet haben muss. Sie wirkt ratlos, empört und sie hält die Fernsteuerung für den Hologramm-Projektor, als wolle sie damit nach mir schlagen.
Nun scheinen sie Pigrit erwischt zu haben. Beifall brandet auf, der ganze Saal ist erfüllt von Tumult und Aufruhr. Ein Teil der Leute steht oder ist sogar auf Tische geklettert, um nichts zu verpassen, die anderen sind sitzen geblieben und beschäftigen sich demonstrativ mit ihren Tafeln, nicht bereit, sich von alldem von der Arbeit abhalten zu lassen.
Doch nun, da das Problem Pigrit gelöst ist, merken die Sicherheitsleute, was hier vorne los ist. Ungefähr die Hälfte von ihnen stürmt los, breitschultrige Schränke von Männern (zwei Frauen sind auch darunter, aber das sind ebenfalls Schränke), mit erhitzten Gesichtern, wütend funkelnden Augen und Waffen an den Gürteln. Immerhin, nach denen haben sie bisher noch nicht gegriffen, doch jetzt erstürmen sie die Bühne, lassen mich nicht aus den Augen. Und so, wie sie angerast kommen, kriege ich es mit der Angst zu tun.
Da senkt sich plötzlich etwas vor mir herab, eine Barriere, metallisch schimmernd: die Leiter, erkenne ich nach einer Schrecksekunde. Sechs-Finger hat sie ergriffen, sich blitzschnell über die Schulter gehängt und sich damit zwischen mich und die Uniformierten gestellt. Und jemand mit einer Leiter auf den Schultern kann eine Menge Unheil anrichten; er braucht sich nur hin und her zu drehen, um rechts und links Leute von den Beinen zu fegen.
Waffenstillstand. Sie brüllen, herrschen Sechs-Finger an, beiseitezutreten, den Unsinn zu lassen, sich zu benehmen, und wo er überhaupt glaube, dass er sei?
In diesem Moment erhebt sich die Stimme von Professor Bonner, die das Chaos und Geschrei und Stimmengewirr so mühelos übertönt, als habe er einen Verstärker in seinem Brustkorb versteckt: »Hören Sie auf!«, donnert er. »Lassen Sie sie sprechen!«
Auf einen Schlag erstarrt alles. Alle schauen den riesigen, bärtigen Mann mit der tiefschwarzen Haut an, der da mitten im Auditorium steht und eine Autorität ausstrahlt, der niemand etwas entgegenzusetzen hat.
Der Professor dreht sich herum. »Und lassen Sie meinen Sohn wieder los«, herrscht er die Wachleute im Saalhintergrund an. »Das war nur ein Ablenkungsmanöver, das sollten Sie inzwischen gemerkt haben.«
Sie gehorchen ganz verdattert, lassen Pigrit los. Dessen Vater zwängt sich durch die Reihen zum Mittelgang und fährt fort: »Los – sie soll erklären, was das alles hier zu bedeuten hat.« Er macht eine Handbewegung in Richtung des Rednerpults. »Bitte.«
Niemand widerspricht. Nicht einmal ich. Auch ich gehorche, gehe auf das Pult zu, tropfnass, wie ich bin. Jeder meiner Schritte macht ein schmatzendes Geräusch und hinterlässt einen feuchten Fußabdruck auf dem Holzboden.
Jetzt, da ich bin, wo ich hinwollte, habe ich einen Knoten im Bauch, und meine Beine fühlen sich an, als würden sie gerade zu Pudding. Ja, ich habe versprochen, den Luftmenschen zu sagen, was vor sich geht, und als ich es versprochen habe, kam es mir vor wie der leichteste Teil des Ganzen. Doch nun merke ich, dass es so leicht gar nicht ist.
Hunderte von Augen sind auf mich gerichtet, auf ein halb nacktes Mädchen mit Muscheln im Haar, und das sind nur die Leute hier im Saal. Wie viele Menschen überall auf der Welt gerade zusehen und durch die Kameras miterleben, was hier vor sich geht, will ich lieber gar nicht wissen.
Verrückt – es ist erst ein paar Minuten her, dass ich aus dem Wasser gestiegen bin, und trotzdem ist mein Mund knochentrocken. Ich werde nicht sprechen können. Ich werde keinen Ton herausbringen. Mein ganzer schöner Plan wird daran scheitern und ich werde kläglich auf einer Polizeistation enden.
Da ist das Pult. Es ist kein Pult, an dem man sich festhalten oder hinter dem man sich verstecken könnte, sondern eine filigrane Konstruktion aus hauchdünnem transparenten Kunststoff. Die Mikrofone sind so klein, dass man sie fast nicht sieht, ihre Halterungen kaum dicker als ein Haar.
Die Frau weicht zur Seite, schaltet das Hologramm ab. Das leise Knistern des Projektors verstummt und plötzlich ist es so still im Saal, dass mir ist, als müsse jeder das wilde Schlagen meines Herzens hören.
Alle Augen sind auf mich gerichtet, mich, die ich von reiner Panik erfüllt bin. Nicht einmal, als mich Hohe-Stirn an den Pfahl gebunden meinem Schicksal überlassen hat, habe ich solche Angst gehabt. Auch nicht, als Bomben gefallen sind und Drohnen uns verfolgt haben.
Der Gedanke an die Bomben lässt mich daran denken, dass Lacht-immer, meine beste Freundin, ihr Baby verloren hat und ihr Lachen auch. Es lässt mich an Weißes-Auge denken, die mich in ihrem Schwarm willkommen geheißen hat und an Verletzungen gestorben ist, die ihr die Bomben der Jäger zugefügt haben. All diese Erinnerungen bewirken, dass Zorn in mir aufsteigt, und der Zorn löst die Starre.
Ich trete an das Pult, schaue umher. Ich sehe Pigrit, der mir zunickt und ermutigend den Daumen in die Höhe reckt. Ich sehe seinen Vater, der mir wohlwollend zulächelt. Und ich sehe Sechs-Finger, in dessen Blick etwas liegt, das mir meinen Mut zurückgibt.
»Mein Name ist Saha Leeds«, beginne ich. »Einige von Ihnen haben vielleicht schon von mir gehört – ich bin das Mädchen aus Seahaven, das unter Wasser atmen kann.«
Es schauen mich immer noch alle an, aber jetzt, da ein Anfang gemacht ist, fließen die Worte. Die gespannte Aufmerksamkeit des Auditoriums fühlt sich auf einmal an wie eine Aufforderung weiterzumachen.
»Natürlich ist jedem von Ihnen klar, dass ich diese Fähigkeit umfassenden gentechnischen Manipulationen verdanke, Eingriffen, die weit über alles hinausgehen, was heute irgendwo auf der Welt möglich, üblich oder auch nur erlaubt wäre«, fahre ich fort. »Was Sie aber wahrscheinlich nicht wissen, ist, dass diese gentechnischen Eingriffe mehr als hundert Jahre zurückliegen.«
Seltsam – es ist, als könnte ich jedes erstaunte Einatmen im Saal hören, jeden noch so leisen Laut der Verblüffung.
»Kurz vor der Mitte des letzten Jahrhunderts, vor den Energiekriegen, hat in Korea ein Wissenschaftler namens Yeong-mo Kim unter höchster Geheimhaltung ein Projekt verfolgt, dessen Ziel nichts Geringeres war, als eine neue Menschenart zu erschaffen – den Homo submarinus, der imstande sein sollte, die Weltmeere zu bevölkern. Yeong-mo Kims Vorhaben wurde entdeckt, er selbst verhaftet, doch seine Geschöpfe entkamen in die Ozeane, wo ihre Nachkommen bis heute leben.«
Ich drehe mich um, weise auf das riesige, umlaufende Aquarium, in dem sie alle tapfer ausharren: Schwimmt-schnell, Lacht-nicht-mehr, Flinker-Flechter, Nur-ein-Fuß, Strich-am-Bauch, Brav-brav, Lange-Frau, Zwölf-Kiemen …
»Dies sind einige von ihnen. Mit diesen Menschen habe ich die letzten zwei Monate zusammengelebt. Wir haben Fische gejagt und Algen gegessen, haben uns vom East Australian Current treiben lassen, das Great Barrier Reef erkundet und vieles mehr.«
Ich wende mich wieder den Leuten zu, die im Auditorium sitzen. Und den Kameras. »Aber ich bin nicht hier, um meine Reiseerinnerungen zu erzählen. Ich bin hier, weil es nötig geworden ist, das Geheimnis um die Existenz der Wassermenschen, wie sie sich selbst nennen, zu lüften. Über hundert Jahre lang hat kaum jemand gewusst, dass es auf der Erde eine zweite Menschenart gibt. Auch Sie nicht – zumindest die meisten von Ihnen nicht …«
Auf dem Weg durch das Aquarium habe ich mir die Worte, die ich sagen wollte, zurechtgelegt, doch nun lässt mich ein spontaner Impuls davon abweichen und fragen: »Sind zufällig Vertreter der Tiefseeindustrie anwesend?«
Pause. Ich lasse den Blick schweifen. Hier und da heben sich zögernd Hände.
»Ihre Konzerne«, fahre ich fort, »wissen schon lange um die Existenz der Wassermenschen – der Submarines, wie sie auch genannt werden. Und seit sie das wissen, fürchten sie, dass die Wassermenschen eines Tages auf die Idee kommen könnten, Ansprüche auf den Meeresgrund anzumelden. Ein solches Begehren hätte vor den zuständigen internationalen Gremien und Gerichten gute Chancen. Auch wenn die Tiefseeindustrie schon lange existiert, die Wassermenschen waren vorher da. Und ihre Anerkennung würde die Geschäfte empfindlich beeinträchtigen – zumindest glauben das manche Leute in den Führungen dieser Konzerne.«
James Thawte fällt mir wieder ein. Eine hilfreiche Erinnerung, die meine Stimme automatisch so scharf werden lässt, wie es jetzt nötig ist.
»Und genau die Leute, die das glauben«, füge ich hinzu, »haben eine geheime Organisation gegründet, deren Ziel es ist, die Wassermenschen auszurotten, in aller Stille und so schnell wie möglich. Genau das ist es, was jetzt gerade, in diesem Moment, vor der australischen Ostküste geschieht. Dort kreuzen Schiffe, die Tiefseekonzernen gehören und die seit über drei Wochen mit Schwarmradar, Unterwasserdrohnen und Seebomben Jagd machen auf Menschen, die von uns nur unterscheidet, dass sie Wasser atmen anstatt Luft.«
Ich deute wieder auf das Aquarium hinter mir, doch als mein Blick meiner Hand folgt, sehe ich, dass die anderen bemerkt haben, wer der junge Mann mit der Leiter ist: Sechs-Finger, der Prinz der Graureiter. Ihre Hände wirbeln aufgeregt, genau wie seine. Sie wollen erklärt haben, was passiert ist, wieso er auf einmal an der Luft ist und was eigentlich gerade vor sich geht.
Das zu sehen, bringt mich aus dem Konzept und auf geheimnisvolle Weise scheint damit auch eine Art Bann zu brechen, der bis gerade eben auf dem Geschehen gelegen hat.
Einige von denen, die auf meine Frage vorhin die Hände in die Luft gestreckt haben, stehen entrüstet auf. »Das ist eine Lüge!«, keift eine junge Frau mit langen blonden Haaren und wirft ihre Tafel wütend in ihre Umhängetasche. Ein Mann mit schmucktätowiertem Schädel und Kom-Implantat pflichtet ihr bei und ruft: »Dafür werden wir dich verklagen!«
Ich beuge mich wieder über die Mikrofone. »Es ist keine Lüge, es ist eine Tatsache und der Grund, warum wir hier sind. Die Geheimhaltung schützt die Wassermenschen nicht mehr, sondern bringt sie in Gefahr. Ich fordere, dass die Jagd auf sie sofort aufhört. Was dort draußen gerade im Auftrag einiger Tiefseekonzerne geschieht, ist nichts anderes als Massenmord.«
»Das muss ich mir nicht anhören«, erklärt ein vierschrötiger Mann und packt ebenfalls seine Tasche. Die drei zwängen sich durch die Reihen, stapfen empört die Rampen hinauf zu den Ausgängen.
Doch sie kommen nicht weit. Polizisten tauchen in den Saaltüren auf, Dutzende, eine ganze Wand aus leuchtend blauen Uniformen. Mitten unter ihnen entdecke ich James Farnsworth, Sechs-Fingers Vater, etwas abgekämpft, aber zufrieden wirkend.
»Polizei der freien Zone Sydney«, ruft jemand mit schnarrender Stimme. »Niemand verlässt den Saal.«
Die drei Konzernleute haben andere Absichten, doch es gibt nur ein kurzes Handgemenge, dann klicken Handschellen und Fußfesseln.
Wie aus dem Nichts steht auf einmal Professor Bonner neben mir, zieht mich ein Stück zur Seite.
»Etliche Leute im Saal kommen aus Zonen, in denen man Nacktheit irritierend findet«, meint er halblaut und macht Anstalten, aus seinem Jackett zu schlüpfen. »Von den Übertragungen ganz zu schweigen. Deswegen schlage ich vor, du ziehst das hier über …«
Ich atme erschrocken ein. »Nicht nötig«, sage ich rasch und winde mich aus meinem Rucksack. »Ich hab was dabei.« Hastig ziehe ich mein Kleid hervor, schüttle es aus und streife es über. So etwas Dummes! Ich hatte mir sogar vorgenommen, das zu tun, habe mein Kleid, als ich die Tafel das letzte Mal verstaut habe, extra obenauf gelegt – doch dann habe ich es in der Aufregung einfach vergessen.
»Gut«, meint der Professor. »Darin siehst du zweifellos besser aus als in meinem Sack von einem Jackett. Übrigens hast du das sehr gut gemacht. Hervorragender Einfall auch, ausgerechnet heute hier aufzutauchen. Du hast damit ein Ereignis geschaffen, das in die Geschichtsbücher eingehen wird. Was mich als Historiker natürlich begeistert.«
Ich schaue umher, hinauf zu den Polizisten, die die Eingänge sichern. Die Konzernleute werden gerade durchsucht. Im Auditorium sind hitzige Diskussionen losgebrochen. Alles sieht aus wie ein riesiges Durcheinander.
»Und jetzt?«, frage ich, unsicher, ob ich mit alldem tatsächlich etwas bewirkt habe oder nicht. »Was geschieht jetzt?«
»Jetzt«, sagt Professor Bonner, »müssen wir diskutieren.« Er schmunzelt. »Den Termin beim Berufsberater, der in der Abschlussklasse obligatorisch ist, brauchst du übrigens nicht mehr. Ich nehme an, dir ist klar, dass für dich nur noch eine Laufbahn infrage kommt.«
»Welche denn?«, frage ich verdutzt.
»Die einer Botschafterin zwischen uns und den Wassermenschen natürlich«, erwidert er lachend. Dann tritt er ans Rednerpult und beginnt mit seiner Donnerstimme: »Meine Damen und Herren, da wir es hier eindeutig mit einem Fall zu tun haben, der das Seerecht betrifft, beantrage ich hiermit eine sofortige Änderung der Tagesordnung …«
Mir ist, als würde ein Mantel aus Beton von meinen Schultern fallen. Das war es jetzt also. Wir haben es geschafft. Der Plan hat funktioniert. Ich höre nicht mehr zu, schaue mich nur um, sehe die Leute im Auditorium, die sich zu Wort melden, streiten, gestikulieren, sehe die Submarines im Wasser des Aquariums, deren Hände auch nicht stillstehen, und ich sehe Sechs-Finger, der ihnen zu erklären versucht, was los ist, und mich dabei auf eine Weise anlächelt, bei der mir wieder ganz warm wird.
Ich bin also, das wird mir plötzlich klar, tatsächlich die Mittlerin. Oder werde es bald sein. Auf jeden Fall scheint es, als hätte ich endlich meinen Platz im Leben gefunden.