Patty Keane stand vor dem Gefängnis von Warkworth. Es war fast schon dunkel, und der Wind blies immer noch stürmisch. Flüchtig dachte sie an die Kinder. Das Sozialamt hatte jemanden organisiert, der ein paar Stunden auf sie aufpasste, und sie hoffte, dass sie keinen zu großen Zirkus veranstalteten. Vera stand neben ihr. Unverrückbar und tröstlich. In dem großen Holztor öffnete sich eine schmale Tür, und eine kleine Gestalt trat heraus. Sie sah aus, als wäre sie tausend Meilen weit weg, doch sie musste die beiden bemerkt haben, die unter einer der Straßenlaternen standen, die das Ende des Parkplatzes markierten, denn nun kam sie direkt auf sie zu. Während sie näher kam, sah Patty, dass sie Ohrringe trug, die im Licht aufblitzten.
Als nur noch ein kurzes Stück Wegs zwischen ihnen lag, blieb Mary-Frances Lascuola unsicher stehen.
«Sie hat Angst», sagte Vera. «Sie glaubt, dass Sie sie vielleicht gar nicht sehen wollen. Dass Sie sie hassen.» Sie sprach so leise, dass der Wind ihre Stimme davontrug und Patty glaubte, sich die Worte nur eingebildet zu haben.
Noch immer bewegte sich die Frau keinen Schritt weiter, und es war Patty, die auf sie zugehen musste. Dann standen sie sich gegenüber, keinen Meter mehr voneinander entfernt. Vera hatte sich in den Schatten zurückgezogen. Und dann hob Mary-Frances eine Hand und strich Patty über die Wange. «Patricia», sagte sie. «Meine wunderschöne Tochter.»