Montecristo beendete den Bericht und heftete seinen Blick auf den Jungen, der mit verloren wirkendem Gesichtsausdruck auf der Schaukel unter dem smaragdgrünen Gewölbe der Bäume saß, unter den wachsamen Augen der beiden Frauen. Eigentlich hätte ihm das Hin- und Herschwingen Spaß machen müssen, doch stattdessen schien er wie betäubt: Er saß mit gesenktem Kopf da, die Augen starrten ins Leere, und die Lider waren noch gerötet von den vielen Tränen, die er bei dem Gespräch mit seinem ehemaligen Lehrer vergossen hatte. Mechanisch ließ er die Hände über die Eisenketten gleiten. Montecristo seufzte: Es war ein so herzzerreißender Anblick, dass es ihm die Kehle zuschnürte. Er riss seinen Blick los und konzentrierte sich auf die beiden Ermittler, die ihm gegenübersaßen.
»Bist du wirklich sicher, dass er all das gesagt hat?«
»Worauf willst du hinaus?«, erwiderte Marzio barsch.
»Nichts. Auf gar nichts will er hinaus«, sagte Angela Dimase und ging die Notizen durch, die sie sich in ihr Büchlein gemacht hatte. Während Montecristo erzählte, hatten sie und Caruso beide mitgeschrieben, mit ebenso angespanntem wie ungläubigem Gesichtsausdruck. Manchmal waren die Stifte sogar in der Luft erstarrt vor Erstaunen.
»Glaubst du, dass er jetzt auch mit uns sprechen wird?«
»Keine Ahnung … Eher nicht. Ich würde ihn auf jeden Fall in Ruhe lassen, Angela. Zumindest für heute. Für ihn ist es schon schwer genug, alles zu verarbeiten, was …«
»Sicher, klar. Ich bin ganz deiner Meinung … Sag mal, wärst du so freundlich, uns noch einmal alles ganz ruhig zu erzählen?«, bat Dimase.
»Was ist, hast du etwa Probleme mit den Ohren?«
»Na mach schon, Montecristo. Lass dich nicht bitten!«
Er stöhnte kurz und wiederholte dann noch einmal, was Lorenzo ihm enthüllt hatte.