Auf der Leseliste für die Treffen des Monats war für diesen Dienstag eigentlich ein weiterer Roman von Simenon angesetzt, Maigret und die junge Tote, da gerade eine Verfilmung mit Gérard Depardieu in der Titelrolle in die Kinos kam. Und die Idee war, dass sie, nachdem sie diesen düsteren Noir, einen der dunkelsten der Reihe, wiedergelesen hatten, sich alle gemeinsam den Film im Programmkino Greenwich ansehen würden, das nicht weit entfernt von der Buchhandlung lag. Aber auch an diesem Abend hatten die Sanduhrmorde ihre Pläne über den Haufen geworfen.

Bevor er sich setzte, holte sich Signor Scalabrini seinen Hut, den er in der Buchhandlung vergessen hatte, von der Büste von Agatha Christie und legte ihn neben sich, um ihn nicht wieder liegen zu lassen. Dann zeigte er den Leseklubgefährten, welchen Wein er für diesen Abend ausgewählt hatte. Er war nicht von intensivem Dunkelrot wie sonst, diesmal war seine Farbe strohgelb mit grünlichen Reflexen. »Da dies heute kein Treffen zum Vergnügen, sondern eher eine … Arbeitssitzung sein wird, habe ich gedacht, wir nehmen einen Weißwein mit geringerem Alkoholgehalt, damit wir uns ein wenig besser konzentrieren können«, erklärte er, während Montecristo die Gläser auf das kleine Tischchen stellte.

»Wir Lumpenpack haben einen Gentleman wie Sie gar nicht verdient, Signor Scalabrini«, sagte Maina und brachte diesen damit in Verlegenheit. »Und auch keine begnadete

»Gott segne Ihre Zauberhände, Camilla, und Ihre Großzügigkeit, die an gute alte Zeiten erinnert, Vittorio«, sagte Fra Raimondo und segnete das Mahl mit einem Kreuz.

Wie üblich brachten sie einen Trinkspruch aus auf diejenige, die ihnen allen fehlte, ihre Präsidentin, dann drehte Montecristo die Tafel zu ihnen um, auf der er die neuesten Entwicklungen in den Fällen notiert hatte.

Alle Mitglieder des Leseklubs nahmen wie Musterschüler einen Notizblock zur Hand, um ihre Eindrücke aufzuschreiben.

»Also, unser Freund hat wieder zugeschlagen«, begann Montecristo. »Nur, dass es diesmal so aussieht, als hätte er die Beherrschung verloren … In Saronno hat er drei Menschen getötet. Vater, Sohn und Tochter … Aber beginnen wir ganz von vorn.«