Von allen Monarchen seiner Zeit war Ludwig XIV. sicherlich derjenige, der am besten wusste, wie sich eine königliche Majestät mit schillerndem Glanz zu umgeben hat. Als Residenz benötigte er prächtige Gebäude, und als er in Versailles den Palast seiner Träume verwirklicht hatte, verlangte er noch nach den passenden Möbelstücken, die seine Galerien mit glitzernden Spiegeln, Malereien, Skulpturen und Vergoldungen füllen sollten, die sowohl einer solchen Gesellschaft würdig wären als auch eine nie zuvor gesehene Pracht zeigen sollten. Seinen konsequenten Vorstellungen folgend, wusste der König, dass er die Herstellung der Möbel, Teppiche und Silberwaren sehr guten Künstlern anvertrauen musste. Um die talentiertesten unter ihnen zu bekommen, gewährte er all jenen, die sich durch ihre Arbeiten außergewöhnliche Verdienste erworben hatten, Atelier- und Wohnräume im Louvre. Dessen Pracht spiegelte sich dann einerseits in den hervorragend umrahmten Tapisserien, den schimmernden Brokatstoffen, wobei die Städte Lyon, Tours und Venedig besonders herausgehoben wurden, und andererseits in den riesigen Gemälden von Charles Le Brun (1619-1690) und Adam Frans van der Meulen (1632-1690) wider. Aber auch kostengünstigere, Leder oder Seide imitierende Tapeten waren sehr geschätzt.
Dieser Zeitraum fiel unerwartet mit dem Ende der reichen Glasfenstermalereien zusammen und man begann, transparente, unseren modernen Fenstern ähnelnde Glasfenster anzufertigen. Aber auch die schweren und überladenen Keramikarbeiten von Bernard Palissy wurden nun zu Gunsten des chinesischen Porzellans und der Töpferware aus Nevers und Rouen, die sowohl in Form als auch im Dekor in Konkurrenz zu den eben erwähnten standen, abgelehnt.
Bei den französischen Barockmöbelstücken sind insbesondere die von André Charles Boulle (1642-1732), nach dem eine bestimmte Technik benannt ist, hervorzuheben: Schränke, Spiegel, Eckschränke, Kommoden, Schreibtische, Schrankuhren, aufklappbare Tische etc. in Ebenholz, verziert mit schwarzen Perlmutt-Intarsien und gravierten Arabesken aus Messing, dekoriert mit ziselierter Bronze. Das Dekor, etwa Blattwerk, Blümchen, Kappen, Lilien, Muscheln, Sonnen, Kartuschen, Schriftrollen im Wechsel mit dem königlichen Wappen usw. wurde in der Sichtachse platziert. Betten ohne Pfosten wurden mit Vorhängen aus Samt und Federn und schweren Baldachinen versehen. Dann gab es noch andere Baldachine, Kisten mit getrimmter Seide und Tischdecken sowie mit Stuck und weißen und goldenen Ornamenten verkleidete Decken. Die mannigfaltigen Vorhangleisten wurden mit unvergleichlicher Fülle dekoriert.
Bei den Silberarbeiten neigte man dazu, die Bescheidenheit des Holzes anzureichern. Außerdem kam unter der Regentschaft des Sonnenkönigs erstmals die Idee auf, zwiebelförmige Möbelstücke als wunderbare Kommoden mit praktischen Schubladen zu entwerfen. Das galt auch für die Idee, frühere Tische und Theken durch große Schreibtische zu ersetzen. Nicht vergessen werden darf dabei, dass die Kunst der Schreiner mit ihren Furnierarbeiten und den kleinen Möbelstücken wie Eckschränke, Konsolen oder Regale, die es später im Überfluss geben sollte, die nun alle Einzelstücke und keine Ableitungen von früheren Kommoden und Schreibtischen mehr waren, zu jener Zeit ihren Höhepunkt erreichte. Die Schreinerarbeiten wurden immer ansehnlicher, und die nächste Epoche begann mit den soeben entdeckten Formelementen zu spielen.
Die Tore und Balkone sprechen vom Triumph der Kunstschmiedearbeiten. Auch die Art, wie diese Stücke mit gemeißelten Applikationen und Marmortafeln versehen sind, stammt aus der Zeit Ludwigs XIV. Schließlich erreichte unter der Herrschaft der französischen Könige Ludwig XIV. und Ludwig XV. (1710-1774) die Kunst der Schmuckherstellung ihren Höhepunkt. Unter der Regentschaft des Sonnenkönigs waren Schmuckstücke in ihrer ganzen Pracht so edel und pathetisch, wie sie während der Zeit Ludwigs XV. anmutig und fantasievoll waren.
Der echte Stil der Zeit Ludwigs XV., so die Experten, ist durch eine Wiederbelebung des klassischen Geistes und einer Ablehnung des gewundenen Régence-Stils gekennzeichnet. J. F. Oëben, der Möbelschreiner der Madame de Pompadour (1721-1764), konzentrierte sich auf die Neukonzeption der Schränke, die im Gegensatz standen zu der erdrückenden Fülle von Reliefs und Bronzeschmuckstücken in der Tradition von Boulle. Eine seiner für königliche Auftraggeber geschaffenen Kommoden aus dem Château de Chanteloup stand Ende 2011 bei einem Schweizer Auktionshaus zur Versteigerung.
Eine anderer Möbeltischler war Johann Heinrich (Jean Henri) Riesener (1734-1806), der seine Akzente auf eine Transformation des starren Stils unter Ludwig XV. setzte. Die Goldarbeiten erinnern an die verzerrten einzigartigen Formen in den Entwürfen von Juste-Aurèle Meissonnier (1695-1750), Gilles-Marie Oppenordt (1672-1742) und Prieur. Schließlich wandten sich aber François Germain, Auber, Fayolle und andere wieder zurück zur griechischen Einfachheit.
Der Schmuck aus der Zeit Ludwigs XV. beruft sich auf den gleichen Geist von Einfachheit und Nüchternheit in den Details, der sich durch den gesamten Stil zieht, obwohl die Stücke etwas schwer und sehr formal sind. Auch nach der Zeit der großen Könige ging die Herstellung von Gobelins und Wandteppichen weiter, obwohl im Laufe des Jahrhunderts die Festlichkeit ihrer Entwürfe an Anmut und Leichtigkeit nachließen. Die Rahmen wurden zwar größer und ihre Ornamente extravaganter, aber die Themen der Gemälde waren eher burlesk und sie selbst von kleinerem Format. Beispiele dafür sind Charles-Antoine Coypels (1694-1752) Darstellungen aus dem Leben des Don Quijote, die Jahreszeiten- und Elementegemälde von Claude Audrans III. (1657-1734) sowie die Bilder mit großen Liebesgöttern von François Boucher (1703-1770).
So wie es immer der Fall ist, spiegeln auch die im 18. Jahrhundert geschaffenen Schmuckstücke den Geschmack ihrer Zeit wider. Die edle gedrehte und geschwungene Rocaille-Form weist auch im Bereich der Schmuckherstellung die gleiche Verzierung auf wie auf den Friesen und Giebelfeldern, auf den Decken und Verkleidungen bis hin zu den in akribisch vergoldete Rahmen gesetzten Miniaturen. Die mit pastoralen und romantischen Szenen dekorierten Broschen, Schnallen und Medaillons wurden oft mit einer Vielzahl an Perlen oder Edelsteinen erweitert. Ebenso reflektieren exzentrisch geformte Ringe aus Edelmetallen das kapriziöse Ideal und die Anmut jener Zeit.
Dies war die Zeit der Möbel Rieseners sowie Pierre Gouthières (1732-1813), die Zeit wertvoller Intarsien und exquisiter Schnitzereien; es war die Zeit von naturbelassenen Materialien und von blassen, gedämpften Dekorationen mit anschmiegsamen, in Lyon gefertigten Stoffen und weißer, durch schmale Goldstreifen betonter Farbigkeit. Und es war die Zeit der feinen Bänder, Girlanden, Riffelungen und der Jagd-, Fischfang- und Trophäenmotive.
Das Edelmetalle verarbeitende Handwerk wurde von Goldschmiedemeistern wie Gouthière, dem die königliche Mätresse, die Comtesse du Barry (Dubarry; 1743-1793) viel Geld schuldete und ihn dadurch in Not und Elend brachte, und Pierre Germain (genannt Le Romain; 1703-1783) inspiriert. Letzterer war für viele der bedeutendsten Meisterwerke des 18. Jahrhunderts verantwortlich, während Gouthière enger mit der vergoldeten Bronzearbeit verbunden war. Zu dieser Zeit wurden farbige Kristalle mit Metallen zusammengebracht, um ebenso klare und transparente Reflexionen wie die des Silbers zu erzeugen und helle Ensembles zu schaffen, die sich durch einfache Formen und eine harmonische Gesamtwirkung auszeichneten. Dabei wurden blaue Kristalle bevorzugt. Das Silber und die damit geschaffenen liebenswerten Motive wurden für Salzstreuer, Teekannen und Tablettaufsätze mit dezenten Füßen und verziert mit Akanthusblättern sowie Bacchanten-Köpfen unter den üblichen Girlanden verwendet.
Die Begeisterung für Metallverarbeitungen produzierte eine ganze Reihe von kleineren Objekten und Gegenständen wie Fläschchen, Bonbonschalen, Schnupftabakdosen usw. und, natürlich, gab es den so vertrauten Nippes, etwa die Fächer aus der Zeit Ludwigs XVI. (1754-1793). Dekorative Fächer wurden aus parfümiertem Holz und Elfenbein gefertigt und mit Gold verziert. Sie stellten romantische Szenarien der Epoche dar: Hirtenszenen und chinesische Bilder, die in schöne Verzierungen eingebettet wurden. Die Bonbonschalen und Schnupftabakdosen konnten mit ihrer Kamee (ein sehr modisches Schmuckstück, gefertigt nach seiner Entdeckung in Pompeji), ihrer Emaille, den Mosaiken und ihren seltenen Miniaturen nicht übersehen werden.
Die Regierungszeit Ludwigs XVI. und die frühen Jahre der Französischen Revolution umfassten sowohl hinsichtlich der Form als auch des Dekors den beeindruckenden künstlerischen Zeitraum der Manufakturen in Sèvres. Durch chemische Reaktionen konnten auf wundersame Weise die Farben Gelb, Türkis, Koralle, Königsblau und Violett hergestellt und sehr zur Freude von Liebhabern auf Tassen, großen und kleinen Gläsern, Vasen und andere Gebrauchsgegenständen angebracht werden. Die Bildhauer Augustin Pajou (1730-1809), Étienne-Maurice Falconet (1716-1791) und Clodion (Claude Michel; 1738-1814) aus Sèvres schufen exquisite und unglasierte Porzellanfiguren, die zusammengesetzt zu übertrieben großen Tafelaufsätzen verarbeitet wurden. Die Ludwig XVI.-Vase aus Sèvres ist ganz klassisch mit einem Henkel in Form von Schriftrollen oder Lorbeer- und anderen Blättern versehen.
Diese Ära endete, nachdem sich die Vorteile einer notwendigen und einnehmenden Entwicklung des guten Geschmacks, der Subtilität und der willkommenen Auszeichnung, eine Vielfalt von Stilen zu schaffen, durchgesetzt hatten, in einer Revolution.