915. Tamara de Lempicka, 1898-1980, Polin.

Selbstporträt in einem grünen Bugatti, 1929.

Öl auf Holztafel, 35 x 27 cm.

Privatsammlung. Art déco.

 

 

Tamara de Lempicka

(Warschau, 16. Mai 1898 - Cuernacava, 18. März 1980)

 

Tamara de Lempicka war eine berühmte polnische Malerin des Art déco. Sie wurde in eine wohlhabende bürgerliche polnische Familie geboren. Tamara entdeckte ihre Leidenschaft für Kunst 1911 während einer Reise nach Italien mit ihrer Großmutter. 1917 gelangten nach der Russischen Revolution die Bolschewiki an die Macht und errichteten ein neues Regime. Tamara und ihr Ehemann Tadeusz verließen das Land und gingen nach Paris, wo sie 20 Jahre lang lebten. 1920 nahm sie Malunterricht bei Maurice Denis und André Lhote und entschied sich, sich von nun an Tamara de Lempicka zu nennen. Sie entwickelte einen Stil, der sowohl mondän, modisch als auch erotisch war und zeigte 1922 ihre Werke zum ersten Mal der Öffentlichkeit auf dem Salon dAutomne in Paris. 1925 war Lempickas Name auch unter den ausstellenden Künstler einer Ausstellung Bottega di Poesia in Mailand und auf der ersten Weltausstellung des Art déco in Paris. Die deutsche Modezeitschrift Die Dame beauftragte sie, eines ihrer bekanntesten Werke Autoportrait dans la Bugatti zu malen. Die Künstlerin erhielt Aufträge von der Familie Boucard und malte ein Porträt ihres Mannes Tadeusz, kurz vor ihrer Scheidung im selben Jahr. Sie traf den Baron Raoul Kuffner und zog in ein Luxusapartment in der Rue Méchain, das von dem modernen Architekten Robert Mallet-Stevens entworfen worden war. Ihre Arbeit und ihre Kreativität litten unter dem Machtaufstieg Hitlers und den damit verbundenen schwerer werdenden Lebensumständen sowie dem Börsencrash an der Wall Street. Sie litt lange Zeit an Depressionen.

Im Jahr 1939 gingen Lempicka und Kuffner in die Vereinigten Staaten und ließen sich in Los Angeles nieder. Lempicka begann wieder zu malen und schuf sich ihre einfache, sinnliche Welt. Sie entschlossen sich bald dazu, in New York zu leben. Ihr neues Leben in der High Society von New York reflektierte sie in ihren Arbeiten. Ihre figurativen Gemälde und Experimente mit dem abstrakten Impressionismus interessierten jedoch niemanden. Ihre Karriere näherte sich ihrem Ende. Tamara de Lempicka geriet langsam in Vergessenheit.

1962 mit dem Tod von Baron Kuffner zog sie mit ihrer Tochter und ihrem Sohn nach Houston. 1973 fand eine ihr gewidmete Retrospektive in der Galerie du Luxembourg statt, die ein großer Erfolg wurde. 1974 zog sie mit ihrer Tochter nach Cuernavaca in Mexiko und verbrachte dort den Rest ihres Lebens. Tamara de Lempicka starb am 18. März 1980.