Einleitung
Es ist eine Tatsache, dass auf Grund der wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Entfaltung eine Reihe von Institutionen und Sozialgebilden einem bedeutenden Wandel unterliegen. Dieser Wandel betrifft einerseits das innere Gefüge solcher Institutionen, er betrifft aber auch das Verhältnis verschiedener Institutionen zueinander.
Die Interpretation dieses Wandels verlangt sowohl eine historische Analyse sowie auch eine empirische Bestandsaufnahme des Gewordenen. Erst aus dem Ergebnis dieser beiden Untersuchungen und aus der Zusammenschau beider Faktoren ergibt sich die Möglichkeit eines Versuches einer grundsätzlichen Systematisierung dieses gesamtgesellschaftlichen Phänomens.
Zu diesen erwähnten Sozialgebilden und Institutionen gehört zweifellos auch das Sozialgebilde ›Kirche‹. In den kommenden Ausführungen soll der Versuch unternommen werden, die besondere Problematik, welche dieser Institution im Raum der industriellen Arbeitswelt erwächst, sowohl auf Grund einer historischen Analyse als auch einer empirisch-soziologischen Forschung näher in den Griff zu bekommen.