Die Gendarmerie war kurz nach Selena und dem Hafenmeister an der Bonheur eingetroffen, mit zwei Einsatzfahrzeugen und einem Riesenspektakel. Wie sich herausstellte, hatte Selena nicht nur den Hafenmeister geweckt, sondern auch von ihrem Handy aus den Notruf gewählt.
Das Hafenbecken war belebt wie sonst nur am Tag, auf den Booten ringsherum brannte wieder Licht. Teils neugierige, teils verängstigte müde Gesichter zeigten sich an den Fenstern der Minijachten. Von den beiden Angreifern jedoch fehlte jede Spur.
Keller schilderte zwei Streifenpolizisten kurz und sachlich, was sich abgespielt hatte. Seine Vermutung, dass es sich nicht um einen versuchten Raub, sondern um den Angriff zweier bezahlter Schläger gehandelt habe, behielt er jedoch für sich. Stattdessen bat er darum, mit Béatrice Bardot sprechen zu dürfen.
Seine Gesprächspartner zierten sich. Offenbar war es keine verlockende Aussicht, die Kripoleiterin mitten in der Nacht aus den Federn zu holen.
»Madame le commissaire? Das geht nicht. Völlig ausgeschlossen«, meinte der ältere der beiden Polizisten. »Nicht wegen einer solchen …«
»Lappalie?« Keller kam nicht darum herum, mit weiteren Informationen herauszurücken, und wies die Uniformierten darauf hin, dass er Zeuge im Mordfall La Croix war.
Das veränderte die Lage. Die beiden Polizisten berieten sich. Schließlich gaben sie nach und erklärten sich dazu bereit, Béatrice Bardot zu verständigen.
Keller bedankte sich, woraufhin einer der Männer zum Wagen ging, um einen Funkspruch abzusetzen.
»Lieber Freund, Sie scheinen den Ärger ja magisch anzuziehen«, waren Béatrice Bardots Worte, als sie keine halbe Stunde später das Deck der Bonheur betrat. Statt ihm die Hand zu schütteln, begrüßte sie Keller mit berührungslosen Küsschen links und rechts. Waren sie inzwischen schon so vertraut miteinander?
Keller betrachtete sie forschend. Béatrice Bardot trug einen taillierten Sommermantel, ihr Gesicht war ungeschminkt, was sie in Kellers Augen jedoch nicht weniger attraktiv machte.
Inzwischen war wieder Ruhe eingekehrt im Hafen. Die Leute hatten sich schlafen gelegt. Den Hafenmeister und auch Selena hatte man weggeschickt, nachdem sie ihre Aussagen gemacht hatten. Keller führte seinen späten Gast in die Kajüte, wo Béatrice Bardot ihren Mantel ablegte, unter dem sie legere Freizeitkleidung trug: Jeans und Sweatshirt. Sie ließ sich in die Sitzecke fallen.
»Puh!«, machte sie und streckte die Beine aus. »Reichlich spät. Oder sollte ich besser sagen, früh?«
»Ja, es tut mir wirklich leid, dass ich Sie aus dem Schlaf gerissen habe. Ich hoffe, Ihr Mann ist nicht auch wach geworden.«
»Ich bin nicht verheiratet. Die Entbehrungen eines Polizeijobs – welcher Partner hält das auf die Dauer aus?« Béatrice Bardot wirkte verschlafen, sah sich jedoch aufmerksam um. »Ziemlich eng«, murmelte sie. »Gibt es hier so etwas wie einen Kaffeeautomaten?«
Keller verstand den Wink und fragte: »Ich habe einen kleinen Espressobereiter an Bord. Möchten Sie ihn mit Zucker, Madame Bardot?«
»Stark und schwarz. Und bitte nennen Sie mich einfach Béatrice. Um diese Uhrzeit mag ich nicht mehr so steif angeredet werden. Ich sage auch Konrad zu Ihnen, compris?«
Béatrice mochte angesichts der fortgeschrittenen Stunde keine besonders gute Laune haben, doch das Angebot, einander beim Vornamen zu nennen, gefiel Keller sehr. Außerdem konnte sie eine gute Nachricht verkünden: »Die Kerle, die Sie bedrängt haben, sind gefasst.«
»Ach, wirklich? So schnell?« Damit hatte er nicht gerechnet.
Béatrice lächelte verschmitzt, während sie Keller beim Aufbrühen des Kaffees zusah. »Sie wirken überrascht. Ihr Vertrauen in die hiesigen Polizeikräfte ist wohl nicht besonders groß.«
»Im Gegenteil. Ich bin überzeugt davon, dass Sie gute Arbeit leisten.«
»Aber nicht ganz so gute, wie Sie es tun würden«, stichelte sie.
»Sie haben einen falschen Eindruck von mir, Béatrice.«
»Nein, nein, ich habe genau den richtigen Eindruck von Ihnen. Aber Schwamm drüber. Es war kein großes Ding, die Verdächtigen zu fassen. Diese Jungs haben sich ziemlich stümperhaft angestellt. Sind einer unserer Streifen direkt in die Arme gelaufen.« Sie hätten zwar noch versucht, ihre Sturmhauben, Messer und Schlagringe verschwinden zu lassen, fuhr sie fort, doch da sei es bereits zu spät gewesen. Es handele sich um bekannte Größen aus der lokalen Neonazi-Szene.
»Neonazis?«, wunderte sich Keller und versuchte, sich einen Reim darauf zu machen.
»Ganz richtig, ja«, bestätigte Béatrice und musste gähnen. »Entschuldigen Sie, aber ich habe schon fest geschlafen, als der Anruf kam. Apropos: Meine flics sagten mir, sie seien von einer jungen Frau verständigt worden.«
»Nun ja, ich hatte Besuch von einer Bekannten. Verkäuferin in einem Delikatessenladen«, erwiderte Keller zögerlich. Er wollte Selena schützen und möglichst vermeiden, ihren Namen preiszugeben.
»Verkaufen Sie mich bitte nicht für dumm, Konrad!«
»Nein«, sagte Keller und bekam prompt ein schlechtes Gewissen, weil er ihr Informationen vorzuenthalten versuchte. »Entschuldigung.«
»Angenommen! Aber nun zurück zur Sache: Die festgestellten Personalien lassen darauf schließen, dass Selena Mansouri bei Ihnen war. Ebenjenes nordafrikanische Mädchen, das von dem La-Croix-Spross Clément ein Kind erwartet. Wenn dann plötzlich Nazis auf der Bildfläche erscheinen, ziehe ich gewisse Schlüsse. Sie nicht auch, Konrad?« Der Blick, mit dem sie ihn musterte, war ebenso intensiv wie forschend.
Keller stellte die Kaffeetassen auf dem Tisch ab. »Welche Schlüsse ziehen Sie?«, antwortete er mit der Gegenfrage.
»Ist das nicht selbsterklärend? Ich folgere daraus, dass die Angreifer es eben nicht auf Sie und Ihre Wertsachen abgesehen hatten, sondern auf Mademoiselle Selena.« Béatrice rührte den Kaffee nicht an, sondern wartete auf Kellers Reaktion. Als diese ausblieb, knüpfte sie an: »Oder liege ich da etwa falsch?«
Keller setzte sich zu ihr. »Sie meinen, die beiden hätten aus ausländerfeindlichen Motiven gehandelt? Nein, das war nicht so. Zumindest war Selena ihnen völlig gleichgültig. Sie haben sie überhaupt nicht beachtet, sondern sind gezielt auf mich losgegangen.« Keller musste schmunzeln, als er fortfuhr: »Zugegeben: Ich bin ebenfalls ein Ausländer in Ihrem Land, viel mehr noch als Selena mit ihrem doppelten Pass. Aber ich glaube, dass ich nicht ganz ins Opferbild von Neonazis passe.«
»Also wurden die zwei von jemandem vorgeschickt«, folgerte Béatrice, was Keller bestätigte. »Haben Sie eine Ahnung, wer das gewesen sein könnte?«, fragte sie.
Keller führte seine Tasse zum Mund, um nicht sofort antworten zu müssen. Ihm gingen zwar diverse Gedanken durch den Kopf, doch war er sich seiner Sache alles andere als sicher.
Béatrice wurde streng. »Karten auf den Tisch, Kollege! Rücken Sie endlich raus damit, weshalb Sie mich zu nachtschlafender Zeit zu sich gerufen haben. Wenn ich nicht bald einen triftigen Grund dafür zu hören kriege, werde ich wirklich ungemütlich. Und das möchten Sie nicht.«
Der starke Espresso regte seine Kombinationsgabe an. Dann packte er aus: »Ich weiß, dass ich kein Zufallsopfer dieser beiden Männer gewesen bin. Ich war ihr Adressat.«
»So? Woher nehmen Sie diese Gewissheit?«
»Aus der Tatsache, dass sie eine Botschaft für mich hatten. Eine Botschaft, die allein für mich bestimmt war. Sie lautete: Halt den Mund und verschwinde!«
»Das hätte von mir stammen können«, scherzte Béatrice. »Aber im Ernst: Wenn die beiden tatsächlich gekommen sind, um Sie zu vertreiben, haben sie das ganz bestimmt nicht aus freien Stücken getan. Für solche Aktionen sind diese Typen nämlich nicht nur zu dumm, sondern auch zu faul. Eigeninitiative entwickeln sie normalerweise nur, wenn ihnen jemand mit dunkler Hautfarbe über den Weg läuft, aber nicht bei jemandem wie Ihnen, wie Sie ja selbst gesagt haben. Die zwei sind also geschickt worden. Und Sie haben eine Ahnung, von wem?«
»Ich bin unschlüssig«, sagte Keller und wich ihrem Blick aus. »Wer hätte denn einen triftigen Grund, mir eine solche Botschaft zu schicken?«
»Ja – wer?« Béatrice trank ihren Kaffee, stellte die Tasse ab und sagte: »Das hat gutgetan! Danke dafür.« Sie stand auf. »Wenn Sie es nicht sagen können, müssen es die beiden Inhaftierten selbst tun. Wäre doch gelacht, wenn wir die Vögel nicht zum Singen brächten.«
Keller beobachtete Béatrice’ wiedererwachten Elan mit gemischten Gefühlen. »Setzen Sie Ihren Stellvertreter auf die beiden an?«, wollte er wissen.
»Marc?« Ihr eben noch freundlicher Blick wurde reserviert. »Mir ist nicht entgangen, dass Ihr gemeinsamer Start holprig verlaufen ist. Aber glauben Sie mir, Konrad: Marc Gauthier ist ein guter Polizist. Seine Aufklärungsquote ist hoch.«
»Kein Wunder, wenn er Geständnisse mit Gewalt erzwingt.«
Béatrice verschränkte die Arme. »Es steht Ihnen nicht zu, unsere Methoden infrage zu stellen. Wie wir arbeiten, geht Sie schlichtweg nichts an. Abgesehen davon liegen Sie falsch: Marc trägt gern dick auf. Im Gespräch mit Ihnen wollte er provozieren, um Sie abzuschrecken. Marc lässt sich nicht gern in die Karten gucken und mag es überhaupt nicht, wenn ihm jemand von außen reinreden will.«
»Also keine Schläge im Verhörraum?«
»Natürlich nicht!«, bestätigte Béatrice. »Wir haben andere, zeitgemäßere Mittel, um an Informationen zu kommen.«
Keller wollte Béatrice glauben, denn er hielt sie für aufrichtig und integer. Allerdings fragte er sich, ob ihr unsympathischer Vize seiner Chefin gegenüber ebenfalls wahrhaftig und aufrichtig auftrat – oder sie lediglich im guten Glauben ließ, dass er mit sauberen Methoden arbeitete.
Béatrice beobachtete Keller genau, während er nachdachte, und kam noch einmal zur Sitzecke zurück. Sie stützte sich auf der Tischplatte ab, sah ihm tief in die Augen und sagte: »Sie wirken nicht restlos überzeugt. Trauen Sie uns die Aufklärung der Sache nicht zu? Oder gibt es etwas anderes, das Ihnen auf der Seele liegt?«
»Nun …«, meinte Keller und seufzte. Er dachte an das Versprechen, das er Selena gegeben hatte. Gleichzeitig aber wusste er, dass er vor Béatrice nichts verbergen durfte. Was für eine Herausforderung für seine Loyalität!
Sie setzte sich wieder. Ihr Blick ruhte unverwandt auf seinen unruhigen Augen. »Womit halten Sie hinterm Berg, Konrad?«
Keller seufzte ein zweites Mal. Schließlich rang er sich dazu durch, mehr über sein Gespräch mit Selena zu verraten. Zwar hielt er Wort und erzählte nichts von Mansouris Morddrohung. Doch er musste die zweifelhafte Rolle des Obsthändlers wenigstens andeuten, um auf diese Weise Béatrice’ Fokus erneut auf ihn zu lenken.
»Haben Sie Mansouri inzwischen überprüft?«, erkundigte sich Keller. »Hat er ein Alibi für den Tatzeitraum?«
»Hat er nicht«, antwortete Béatrice. »Mansouri lebt zusammen mit seiner Tochter in einer Wohnung über seinem Laden, was Sie wahrscheinlich längst wissen. Dort verbringen beide den größten Teil ihrer freien Zeit. Am Tatabend aber war Selena nicht zu Hause. Darum gibt es keinen Zeugen dafür, dass Mansouri – wie er behauptet – das Haus nach Geschäftsschluss nicht mehr verlassen, sondern vor dem Fernseher verbracht hat.« Sie schmunzelte. »Als ›Beweis‹ dafür, dass er die Wahrheit sagt, hat er uns von dem Fernsehinterview mit La Croix erzählt, das er an dem Abend angeblich gesehen und über das er sich maßlos geärgert hat. Aber natürlich kann er sich später eine Aufzeichnung der Sendung auf YouTube oder sonst wo angesehen haben, um uns zu täuschen.«
»Sie ziehen Mansouri also ernsthaft als Täter in Betracht?«
»Wir haben weder Spuren, die auf Mansouris Anwesenheit in der La-Croix-Villa hinweisen, noch Aussagen von Zeugen, die ihn in der fraglichen Zeit beim Anwesen gesehen haben. Erst recht nicht haben wir so wunderbare Videoaufnahmen, wie sie uns Karim geliefert hat. Von daher tue ich mich schwer, Mansouri als Tatverdächtigen einzustufen. Aber ja: Er hat ein Motiv, sich an der Familie La Croix für die Schmach zu rächen, die sie über ihn und seine Tochter gebracht hat. Und in Kulturkreisen wie dem von Mansouri sind blutige Formen der Ehrenrettung denkbar.« Sie machte eine Pause und kräuselte die Stirn. »Allerdings könnte man das Motiv Rache ebenso gut bei seiner Tochter Selena vermuten. Ihnen gegenüber mag sie die sanfte Unschuld spielen, die Wahrheit sieht aber womöglich ganz anders aus. Die Familie La Croix hat sie nicht akzeptiert und mit dem Ungeborenen alleingelassen, da kann sich viel in ihr aufgestaut haben. Und das könnte sich in der Bluttat an Clément und den anderen entladen haben. Ob sie wirklich im Kino gewesen ist, wie sie behauptet, darf bezweifelt werden. Ein Billett konnte sie nicht vorweisen, einen Begleiter gab es offenbar nicht, und an der Kasse sowie beim Popcornstand konnte sich niemand an sie erinnern. Das haben wir überprüft.«
Keller stieß die Luft aus. Das war starker Tobak, dachte er. Auch Selena zur Verdächtigen zu machen, das ging zu weit. Gleichzeitig musste er einsehen, dass Béatrice’ Überlegungen nicht von der Hand zu weisen waren. Ganz sachlich und objektiv betrachtet kam Selena genauso infrage wie ihr Vater. Gegen sie sprach zudem, dass sie sich in der La-Croix-Villa auskannte. Selbst wenn sie nie persönlich dort gewesen sein mochte, hätte sie aus den Schilderungen ihres Freundes Clément Rückschlüsse ziehen und sich ein Bild machen können. Womöglich wusste sie von Clément sogar von dem nicht kameraüberwachten Zugang durch die Garage …
»Wie dem auch sei«, sagte Béatrice gähnend, stand auf und wandte sich erneut zum Gehen. »Über die Mansouris ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Aber heute Nacht haben Ihre beiden Besucher Vorrang. Ich möchte zu gern wissen, wer sie geschickt hat. Jede Wette, dass ich es bis zum Morgengrauen herausgefunden habe.« Sie sagte das mit einem siegesgewissen Lächeln, das Kellers Vorbehalte gegen südfranzösische Verhörmethoden wieder aufleben ließ.
Draußen, in der kühlen Nachtluft, blieb sie noch einmal stehen. Sie sah sich auf dem überschaubaren Vorderdeck der Bonheur um und fragte den nur zwei Schritte hinter ihr stehenden Keller: »Und Sie kommen mit diesem Ding wirklich ohne Hilfe zurecht?« Aus ihren Worten sprach echtes Interesse – und möglicherweise sogar eine gewisse Sorge darüber, ob Keller sich übernehmen könnte. »Allein das Benutzen der Schleusen stelle ich mir schwierig vor«, meinte sie. »Wie machen Sie das ganz allein? Und wie funktionieren diese alten Anlagen überhaupt? Ich habe sie ständig vor Augen, mir darüber aber kaum je Gedanken gemacht.«
Keller antwortete leise, er wollte die Menschen auf den anderen Booten nicht wecken. »Alles halb so wild, das ist kein Hexenwerk: Eine Schleuse ist ja eigentlich nur ein großes Becken mit Toren auf beiden Seiten. Durch Füllen oder Entleeren des Beckens steigt der Wasserstand, oder er fällt, wodurch das Schiff in der Schleuse entweder gehoben oder abgesenkt wird.«
»Das ist mir klar, aber wie läuft das Ganze ab? Als der Kanal gebaut wurde, gab es doch weder elektrische Pumpen noch irgendwelche anderen technischen Hilfsmittel wie heutzutage.«
»Das Prinzip ist sehr simpel«, erklärte Keller. »Um von einer Ebene des Kanals die nächsttiefere Stufe zu erreichen, fährt das Schiff in die offene Schleuse ein. Der Schleusenwärter schließt mithilfe einer einfachen Mechanik das hintere Tor und öffnet anschließend langsam das vordere. Dort strömt das Wasser aus, bis der Pegel des tieferen Niveaus erreicht ist. Ein aufwendiges Pumpensystem ist damit überflüssig. Oft gibt es nicht einmal einen Schleusenwärter, da die Bootsführer selbst Hand anlegen können. Das klappt übrigens in beide Richtungen, die Kammern besitzen also eine Hub- wie Senkfunktion. Jedenfalls ist das Ganze lange nicht so schwierig, wie es sich anhört, denn das Wasser macht die meiste Arbeit ja allein. Und damit der Kanal nicht irgendwann trocken liegt, wird aus Staubecken nachreguliert.«
»Leuchtet ein.« Béatrice nickte ihm zu. »Danke für die Nachhilfestunde in Schleusenkunde. Und jetzt: Bonne nuit!«
»Bonne nuit!«
Nachdem er seine Besucherin von Bord geleitet, die Tür verriegelt und sich endlich in seine Schlafkoje zurückgezogen hatte, lag Keller aufgewühlt auf der Pritsche. Er grübelte: Wer waren die Guten in diesem vertrackten Fall – und wer waren die Bösen? Trotz der späten Stunde brauchte er lange, bevor er in den Schlaf fand.