Man muss auch loslassen können, wenn die Zeit dafür gekommen ist.
Diese Feststellung nahm sich Keller zu Herzen. Er rief sich in Erinnerung, dass er in diesem Fall nicht der ermittelnde Beamte war, sondern lediglich ein Tourist, der durch einen Zufall darin verwickelt worden war. Ihm stand es nicht zu, sich immer wieder einzumischen – abgesehen davon konnte er wohl kaum noch etwas ausrichten.
Keller hatte getan, was er für sinnvoll gehalten hatte, aber nun war für ihn Schluss. Wenn er dieses Kapitel nicht bald abschloss, müsste er sich ernsthaft fragen, ob seine Kinder mit ihrer Behauptung recht hatten, wenn sie sagten, das Detektivspielen sei ein zwanghafter Versuch, sich abzulenken von dem Verlust, den Helgas Tod für ihn bedeutete; Ablenkung von dem Schmerz, den er tief in sich spürte.
Keller gab seinen Mietwagen ab. Der Preis, den er zahlen sollte, war so niedrig, dass er ihn unmöglich akzeptieren konnte, und er steckte dem Autovermieter einen zusätzlichen Geldschein zu.
Anschließend zog es ihn noch einmal in sein Lieblingslokal, das Café Chez Félix. Er hatte Glück, Yvette war noch im Dienst. Kaum dass sie ihn sah, ignorierte sie einen nach ihr winkenden anderen Gast und stellte sich neben Kellers Tisch.
»Jetzt wird es ernst«, sagte Keller zu ihr. »Heute lege ich ab. Ich werde eure schöne Stadt vermissen. Und Sie besonders, Yvette.«
»Danke für das Kompliment, Monsieur Konrad«, sagte die Kellnerin geschmeichelt. »Sie waren ein sehr angenehmer Gast. Besuchen Sie uns unbedingt, wenn Sie mal wieder in der Nähe sind.«
»Das werde ich«, versprach Keller und gab seine Bestellung auf. »Diesmal bitte nur etwas zu trinken. Ich möchte rechtzeitig abfahren, um schon mal ein paar Schleusen hinter mich zu bringen, bevor es Abend wird.«
Während Keller auf seinen Kaffee wartete, griff er nach einer Zeitung, die jemand auf dem freien Stuhl neben ihm liegen gelassen hatte. Beiläufig blätterte er sie durch und stieß dabei – wenig überraschend – auf einen weiteren Bericht über die Morde im Hause La Croix. Der Verfasser des Artikels hielt sich absätzelang damit auf, die schillernde Welt dieser Familiendynastie zu schildern, und beschäftigte sich vor allem mit der steilen politischen Karriere von Richard La Croix. Doch an keiner Stelle wurden die Ermittlungen gegen La Croix erwähnt. Das war nachvollziehbar, denn dafür war die Information einfach noch zu frisch.
Keller fragte sich jedoch, ob Béatrice die Presse überhaupt informiert hatte. Oder hielt sie dieses Wissen aus Rücksicht auf den prominenten Verdächtigen unter Verschluss, solange es nur ging? Höchstwahrscheinlich ja. Wenn er aber daran dachte, wie schnell und unverhüllt die Meldung über Karims Festnahme verbreitet worden war, empfand er diese ungleiche Behandlung als höchst ungerecht.
Mitten in seine Überlegungen hinein bimmelte sein Handy. Es meldete sich seine Tochter Sophie. Hatten seine Kinder sich abgesprochen, ihn einer nach dem anderen anzurufen und ihm ins Gewissen zu reden? Trotzdem freute er sich, die Stimme seines Töchterchens zu hören.
»Sophie! Wie geht es dir, mein Engel?«, meldete er sich mit einem Lächeln im Gesicht. »Was macht die Kunst?«
»Passt schon. Ein paar kleine Synchronisationen fürs Fernsehen, ein Werbeclip. In der nächsten Spielzeit wird es besser, da komme ich wahrscheinlich am Staatstheater unter.«
»Toi, toi, toi, mein Engel.«
»Von wegen Engel! Dein Engel setzt dir die Pistole auf die Brust!«, kam es jetzt scharf durch den Hörer.
Keller zuckte zusammen. »Alle Achtung, das hört sich an wie von Clint Eastwood persönlich gesprochen. Synchronisierst du für einen Western?«
»Mir ist nicht nach Scherzen zumute, Paps. Wir alle machen uns Sorgen um dich. Jedes Mal, wenn einer von uns mit dir telefoniert, gibt es neue Horrornachrichten.«
»Jetzt übertreibst du wirklich.«
»Ganz im Gegenteil! Drohungen, Einbrüche und Überfälle – du kannst mir nicht erzählen, dass diese Dinge zum normalen Touristenalltag in Südfrankreich gehören.«
Keller musste über den Temperamentsausbruch seiner Tochter schmunzeln, konnte ihr aber schnell den Wind aus den Segeln nehmen, indem er ihr von seinen Reiseplänen erzählte: »Ich genieße gerade meine letzte Tasse Kaffee am Place Carnot, werde mich dann mit Proviant eindecken, auf mein Boot steigen und die Leinen lösen.«
»Heute noch?«, fragte Sophie, wobei Zweifel in ihrer Stimme mitklang.
»Ja, heute noch. Mir bleibt nichts anderes übrig, weil es allmählich eng wird im Hafen. Von Tag zu Tag kommen jetzt mehr Boote an.«
»Und dir ist es egal, dass der Fall nicht gelöst ist?«
»Nein, natürlich nicht. Aber ich kann schlicht und einfach nichts mehr tun.«
»Sehr vernünftig«, meinte Sophie, wollte dann aber doch wissen, wie sich die Dinge zuletzt entwickelt hätten.
Keller sagte es ihr und hielt auch nicht mit seiner Befürchtung hinterm Berg, dass man Richard La Croix ohne handfeste Beweise wahrscheinlich nicht beikommen könne. »Der windet sich raus wie ein Aal.«
Daraufhin schwieg Sophie so lange, dass Keller schon annahm, die Verbindung sei unterbrochen.
»Sophie?«, rief er. »Bist du noch dran?«
»Ja, bin ich. Und du bist sicher, dass es dieser La Croix getan hat?«
»Was heißt hier ›sicher‹? Mir ist lediglich ein sehr geringer Teil der Ermittlungsergebnisse zugänglich gewesen, und ich war bei keinem der Verhöre dabei. Insofern kann ich mir nur als Außenstehender eine Meinung bilden.«
»Was meine Frage nicht beantwortet …«
»Dann lass es mich so sagen: Gegen Karims Täterschaft sprechen unter anderem die nicht vorhandene Tatwaffe und das fehlende Motiv. Obsthändler Mansouri hätte möglicherweise ein Motiv gehabt, Clément zu töten, nicht jedoch auch dessen Schwester und Mutter. Abgesehen davon wurde er von keiner Überwachungskamera erfasst und besaß keinen Schlüssel für den Zugang durch die Garage. Das Gleiche gilt für seine Tochter Selena. Richard La Croix ist die einzige Figur in diesem bösen Spiel, die Motiv, Gelegenheit und die notwendige Entschlossenheit auf sich vereint«, zählte Keller auf und nannte die ihm bekannten Details.
»Hm«, machte Sophie.
»Was heißt ›hm‹?«
»Du sagtest, dass sich Frau La Croix von ihrem Mann scheiden lassen wollte. Dass die beiden oft gestritten, einander womöglich gehasst haben. Da würde es mir einleuchten, wenn er einer Trennung mit einem Schuss zuvorgekommen ist«, sagte Sophie. »Aber die Morde an den Kindern wollen mir nicht in den Kopf gehen. Selbst wenn dieser La Croix ein echtes Ekelpaket ist – dermaßen hartgesotten, um die eigenen Kids zu killen, kann er nicht sein. So was kennt man doch nur von durchgeknallten Selbstmördern, die ihren Nachwuchs mit in den Tod reißen wollen.«
»Du sagst es ja, das hat es alles schon gegeben«, meinte Keller. »Außerdem spricht die Auffindesituation der Leichen dafür, dass die Opfer ihren Mörder kannten. Denn niemand hat den Versuch unternommen zu flüchten. Aus meiner Sicht ein ganz starkes Indiz dafür, dass die Familie keinen Argwohn gegen den Täter hegte.«
»Das mag ja sein. Aber muss es deshalb der Vater gewesen sein? Es gibt ja noch andere Menschen, die der Familie vertraut waren«, hielt Sophie ihm entgegen.
»Andere Menschen?« Keller dachte darüber nach und fragte sich, ob im Laufe der Ermittlungen Großeltern, Onkel oder Tanten erwähnt worden waren. Davon war ihm nichts bekannt. Auch von Hausangestellten war nie die Rede gewesen. Er ging aber davon aus, dass Béatrice das überprüft hatte.
»Ja, andere Menschen«, beharrte Sophie. »Was ist zum Beispiel mit der Geliebten?«
»Was für eine Geliebte?«, fragte Keller irritiert.
»Mensch, Paps. Bist du auf deine alten Tage wirklich schon so eingerostet? La Croix und seine Frau standen vor der Trennung. Sicherlich nicht nur, weil Madame sich daran gestört hat, dass er nie seine Pantoffeln wegräumte. Natürlich muss es da eine Geliebte geben. Die sollte sich die Polizei vornehmen, denn sie hätte das stärkste Motiv von allen gehabt.«
Keller fehlten für einen Moment die Worte. Das, was seine Tochter gerade aus dem Ärmel schüttelte, war pures Dynamit. Sophie hatte die große Unbekannte aus dem Hut gezaubert. Der Drahtzieher könnte möglicherweise eine Drahtzieherin sein!
Doch wenn es diese heimliche Geliebte wirklich gab – wie lautete ihr Name?
Während Keller die Aufregung in sich aufsteigen spürte und er unruhig hin und her schaute, fiel sein Blick wieder auf den Artikel in der vor ihm liegenden Zeitung. Er wurde auf ein Bild aufmerksam, das La Croix gemeinsam mit Familienanwältin Bertrand zeigte. Wie schon einmal fiel Keller auf, wie vertraut die beiden wirkten.
»Eine Geliebte … das wäre natürlich eine Idee«, sagte Keller und verabschiedete sich abrupt von Sophie. Die wollte nachhaken und fragen, was ihrem Vater gerade durch den Kopf ging, aber er ließ sie nicht mehr zu Wort kommen.
Fieberhaft begann er zu grübeln, nahm seine Umgebung kaum noch wahr. Ein Gedanke jagte den nächsten. War es möglich, dass sich die Ermittlungen bislang auf die falschen Personen konzentriert hatten? Dass man in die verkehrte Richtung gedacht und dabei das Wesentliche übersehen hatte: die Geliebte …
Zig Mal hatte Keller in der Vergangenheit mit genau dieser Konstellation zu tun gehabt: Mord aus Leidenschaft – und allzu oft war eine Liebhaberin im Spiel gewesen. Nun vielleicht auch hier! Konnte das wirklich sein?
Keller versuchte, sich zu erinnern. Er ging innerlich die vielen Informationen, die er über den Fall gesammelt hatte, nach Hinweisen auf eine außereheliche Affäre durch. Aber er fand keine. Keine – bis auf die vertraulichen Gesten zwischen Madame Bertrand und ihrem Klienten.
Es lief also auf die Familienanwältin hinaus. Zumindest war es eine Möglichkeit, die zwingend überprüft werden musste. Warum war er bloß nicht selbst darauf gekommen?
Keller sah die neue, zarte Flamme eines Verdachts auflodern. Doch ihr Licht war zu schwach, um Béatrice damit zu behelligen. Nicht, bevor er nicht mehr über die Beziehung zwischen La Croix und seiner Anwältin wusste. Was er brauchte, waren Informationen. Am besten aus erster Hand. Also behielt er sein Smartphone in der Hand und googelte nach der Nummer von Geneviève Bertrand. Kurz entschlossen und ohne festen Plan rief er ihre Kanzlei an, hatte auf Anhieb Glück und wurde zu ihr durchgestellt.
»Monsieur Keller?« Die Juristin klang reserviert und unverbindlich. »Ihr Anruf überrascht mich. Mir wurde gesagt, dass Sie bereits abgereist sind.«
»Ich bin gerade bei den letzten Vorbereitungen«, erklärte Keller. »Vorher aber möchte ich Sie gern noch einmal sprechen.« Er teilte ihr mit, dass er auf einige Ungereimtheiten gestoßen sei, die er mit ihr bereden und ausräumen wolle.
»Ungereimtheiten? Das klingt ziemlich konspirativ. Wenn Sie als Zeuge noch etwas beizutragen haben, rate ich Ihnen, sich direkt an den zuständigen Ermittler zu wenden. In diesem Fall an Madame le commissaire Béatrice Bardot«, sagte sie kühl.
»Ich möchte das nicht an die große Glocke hängen. Sie verstehen?«
»Wie Sie meinen«, sagte sie. Nach kurzer Pause fügte sie hinzu: »Was schlagen Sie also vor? Möchten Sie in meiner Kanzlei vorbeikommen? Darf ich Ihnen die Adresse durchgeben?«
»Nein, besser nicht. Ist es möglich, dass wir uns zunächst unter vier Augen unterhalten? Das Ganze ist eher vertraulicher Natur.«
»In meinem Büro sind wir unter uns«, entgegnete Geneviève Bertrand, lenkte dann jedoch ein. Sie erklärte sich zu einem Treffen außerhalb der Kanzlei bereit. Sie habe allerdings erst am späten Nachmittag Zeit.
»Geht es nicht eher? Jetzt gleich?«, fragte Keller, dem der späte Termin wegen seiner geplanten Abreise nicht passte.
»Bedaure, ich habe einige wichtige Termine, die sich nicht aufschieben lassen.«
»Na schön. Wo können wir uns sehen?«, erkundigte sich Keller und war gespannt auf ihren Vorschlag. Würde sie einen einsamen, abgelegenen Ort vorschlagen, müsste er auf der Hut sein.
Stattdessen nannte sie ihm ein Restaurant mitten im belebten Zentrum der Stadt. »Es liegt auf halbem Wege zwischen meiner Kanzlei und dem Hafen«, führte sie aus.
Ihr war also nicht daran gelegen, die Zusammenkunft geheim zu halten, dachte Keller mit einer gewissen Enttäuschung. Auch handelte es sich nicht um einen Ort, an dem sie ihm gefährlich werden konnte. Besonders verdächtig machte sie das nicht. Ob er schon wieder auf der falschen Spur war? Es hatte ganz den Anschein.
»Ist es Ihnen recht?«, fragte sie nach.
»Ja, klingt gut«, meinte er.
»Klingt nicht nur gut, ist es auch. Haben Sie schon Schnecken à la languedocienne probiert? Sie werden dort in einer Soße aus Sardellen, Nüssen und Mangold serviert. Ein Gedicht!«
»Wenn Sie das sagen. Einverstanden!«
Keller beendete das Telefonat mit dem Gefühl, dass er schwer zwischen gut und schlecht entscheiden konnte. Geneviève Bertrand hatte sich absolut unverdächtig verhalten. Nicht einmal ein Ansatz von Misstrauen hatte in dem Gespräch mitgeschwungen. Ganz im Gegenteil: Die Anwältin war äußerst souverän und glaubwürdig aufgetreten. Alles sprach dafür, dass Keller mit seiner Vermutung danebenlag.
Die Ungewissheit störte ihn ebenso wie sein unprofessionelles Vorhaben, sich ohne jegliche Absicherung auf das Treffen mit einer – möglicherweise – Verdächtigen einzulassen. In seiner aktiven Zeit als Kommissar wäre er ein solches Wagnis niemals eingegangen. Und als Rentner? »Auch nicht!«, beantwortete er sich selbst die Frage, schob seinen Stolz beiseite und nahm doch noch einmal das Telefon zur Hand. Er wählte die Nummer des Präsidiums.
Zu seinem Leidwesen wurde er nur zu Béatrice’ Adjutanten durchgestellt.
Marc Gauthier machte ihm klar, dass seine Chefin nicht zu sprechen sei. Seine ganze Antipathie gegenüber Keller klang durch, als er fragte: »Haben Sie uns etwas mitzuteilen? Dann schießen Sie los, Meister! Ich hoffe, es ist wichtig, denn ich habe wahrlich genug anderes zu tun.«
Keller räusperte sich. »Mir wäre es wirklich lieber, wenn ich das mit Madame le commissaire persönlich besprechen könnte.«
»Habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt? Daraus wird nichts. Sie müssen mit mir vorliebnehmen, wenn Sie etwas von uns wollen. Madame Bardot hat die klare Anweisung erteilt, keine Gespräche zu ihr durchzustellen – und Sie bilden da keine Ausnahme.«
Keller war sich alles andere als sicher, ob das stimmte. So, wie er Béatrice einschätzte, war sie nach wie vor für Hinweise empfänglich, selbst wenn er es zuletzt damit übertrieben hatte. Doch er hatte keine Möglichkeit, den arroganten Stellvertreter zu umgehen. Denn ihre Handynummer hatte Béatrice ihm bisher leider nicht anvertraut.
»Also gut«, rang Keller sich durch. »Dann hören Sie mir bitte gut zu: Ich stehe kurz vor der Abreise …«
»Das habe ich schon öfters von Ihnen gehört. Bisher war es ein leeres Versprechen.«
»Diesmal bleibt es dabei.« Keller überging die deutliche Spitze. »Ich habe vor, meine Fahrt noch heute fortzusetzen.«
»Reisende soll man nicht aufhalten. Bon voyage!«
»Moment! Legen Sie nicht auf. Bevor ich aufbreche, möchte ich eine letzte, dünne Spur verfolgen. Wahrscheinlich ist nichts dran an der Sache. Trotzdem wollte ich Sie darüber informieren.«
»Das haben Sie ja jetzt getan. Wenn das alles ist …«
»Mir liegt daran, dass Sie es Madame Bardot ausrichten.«
»Was? Das mit der dünnen Spur? Ich glaube, von Ideen dieses Kalibers hat Madame le commissaire mehr als genug gehabt. Unser Bedarf an Ihren Ratschlägen ist gedeckt.«
»Es geht mir nicht darum, Ihnen Ratschläge zu erteilen, sondern um einen Hinweis.«
»Und dieser Hinweis soll wohin führen? Mal wieder ins Nichts? Wissen Sie: Manche Fälle sind so kompliziert, da lässt sich nicht einfach eine Linie von A nach B ziehen, wie Sie das wohl gern hätten.«
Wieder hatte Gauthier es geschafft, Keller die Zornesröte ins Gesicht zu treiben. Die Arroganz und Ignoranz, mit der Béatrice’ Stellvertreter sich ihm gegenüber aufspielte, war unerträglich. Formlos beendete Keller das Gespräch.
Nachdem er seinen Ärger überwunden hatte, trank er den Kaffee aus, um wie geplant seine Einkäufe zu erledigen. Anschließend würde er die Bonheur startklar machen, sodass er gleich nach seinem Treffen mit Geneviève Bertrand ablegen konnte. Zwei oder drei Kilometer Wegstrecke auf dem Kanal wollte er danach trotz der fortgeschrittenen Stunde noch schaffen, dann würde er – je nach Ausgang des Gesprächs – Béatrice am nächsten Tag erneut kontaktieren. Er könnte ihr natürlich auch eine E-Mail schreiben, dachte er. Normalerweise waren E-Mail-Adressen in Behörden ja standardisiert, es wäre also ein Leichtes, die Adresse herauszufinden. Sobald er an Bord war, würde er sich an sein Notebook setzen und es probieren.