Bei einer Hausboottour durch Frankreich, das Land der Gourmets und Spitzenköche, darf der kulinarische Aspekt nicht zu kurz kommen. Die Fahrt über den Canal du Midi bietet jede Menge Gelegenheit für Einkäufe auf den Wochenmärkten und in den Geschäften kleiner und großer Orte entlang der Route. Die Auswahl an Fleisch, Fisch, erntefrischem Obst und Gemüse sowie köstlichen Backwaren lässt keine Wünsche offen – doch wie soll man sie mit den bescheidenen Mitteln einer Bordküche zubereiten?
Pas de problème! Denn erstens sind die meisten Boote der namhaften Anbieter inzwischen nicht nur mit Kühlschrank und (Gas-)Herd samt dazugehörigen Töpfen und Pfannen ausgestattet, sondern verfügen oft auch über Backofen und Mikrowelle. Außerdem lassen sich selbst mit einfachen Mitteln leckere Gerichte nach südfranzösischer Art zubereiten. Hier vier empfehlenswerte Rezepte zum Nachkochen!
Zutaten:
Fangfrischen Fisch gibt es auf den Wochenmärkten, aber auch die großen französischen Supermarktketten bieten in ihren Fischabteilungen eine riesige Auswahl. Beim Betrachten der im Eisbett gelagerten Seelachse, Meerbarben, Schellfische und Sardinen, umgeben von prächtigen Hummern, Taschenkrebsen, Muscheln und Schnecken, gehen jedem Liebhaber von Fisch und Meeresfrüchten die Augen über.
Und so wird’s gemacht: Die Dorade vom Fischhändler ausnehmen lassen. Wenn man möchte, kann man auch gleich Flossen und Kopf entfernen lassen – das sieht dann allerdings beim Anrichten nicht mehr ganz so schön aus.
Der Fisch wird innen leicht gesalzen und gepfeffert, dann frischen Thymian, ein Lorbeerblatt und eine Scheibe Zitrone einlegen.
Natürlich kann die Dorade wie üblich auf Holzkohle gegrillt werden, was zum besten Ergebnis führt. Ist dies – zum Beispiel an Bord eines Hausbootes – nicht möglich, kann man sie auch gut im Backofen oder sogar in der Mikrowelle zubereiten. Dazu gibt man die Ringe von ein bis zwei geschnittenen Lauchzwiebeln oder Schalotten, eine geviertelte Knoblauchzehe sowie einige Tomatenwürfel in eine Auflaufform und gießt mit etwas Weißwein (Tipp: Muscadet) und einem Esslöffel Olivenöl an. Die Dorade hineinlegen, mit zwei Zitronenscheiben bedecken. Abgedeckt in den Ofen oder bei Stufe 600 in die Mikrowelle schieben und ca. 25 bis 35 Minuten garen.
Dazu schmecken ein grüner Salat und Baguette. Wahlweise auch Kartoffeln oder Reis.
Zutaten:
Der Klassiker unter den französischen Schnellgerichten für Fleischfreunde: Für steak hachée, Hacksteak, verwenden wir Rindfleisch, das beim Servieren innen gern noch etwas blutig sein darf. Das Fleisch besorgen wir uns bei der boucherie, der Fleischerei vor Ort, und lassen es uns frisch durch den Fleischwolf drehen. Wer sich das Formen der Hacksteaks sparen will, erhält auf Wunsch auch fertige Bratlinge: Die Steaks sind etwa daumendick und kommen fertig geformt aus der Maschine.
Für die Zubereitung gibt es verschiedene Varianten. Das beste Resultat erzielen wir beim Verwenden einer gusseisernen Grillpfanne. Dazu stellen wir einen Gaskocher auf stabilem Untergrund am Ufer neben der Anlegestelle des Hausboots auf. Alternativ gelingt das steak hachée auch in der Bratpfanne auf dem Herd.
Und so geht’s: Hacksteaks mit dunklem Pfeffer aus der Mühle würzen, kurz anbraten, danach wenig salzen – fertig!
Je nach Geschmack kann man dazu eine fertige Tomatensoße aus dem Glas erwärmen. Sehr gute Begleiter sind haricots verts, kleine grüne Bohnen vom Wochenmarkt. Diese werden in kochendem Wasser leicht gesalzen und je nach Größe 10 bis 15 Minuten gekocht, dann abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken und mit einem Stück Butter verfeinern.
Zutaten:
Nicht nur Vegetarier kommen bei diesem Tipp aus der leichten Sommerküche auf ihre Kosten: eine schmackhafte Tarte mit aromatischen Tomaten, für deren Zubereitung unsere Bordküche über einen Ofen verfügen muss.
»Il n’y a plus de vraies tomates!«, es gibt keine richtigen Tomaten mehr! So klagten vor einigen Jahren viele Franzosen, die sich über die Geschmacklosigkeit des Supermarktgemüses ärgerten. Inzwischen haben viele alte (und einige neue) Sorten ihren Platz in den Sortimenten zurückerobert, und die Auswahl an Qualitätsware ist groß: etwa die Cœur de bœuf, in Deutschland als Ochsenherztomate bekannt, deren Fleisch saftig und fest ist, oder Verna orange, die eine ähnliche Konsistenz aufweist. Lecker ist auch die auberginefarbene Noire de Crimée oder die cremefarbene Beauté blanche du Canada.
Wir wählen eine große, fleischige Sorte, schneiden mehrere dünne Scheiben davon ab, salzen, lassen sie eine Weile stehen und gießen die Flüssigkeit ab. Anschließend einen Fertigteig (Blätterteig oder salzigen Mürbteig) ausrollen, in eine (Quiche-)Form geben und dünn mit Senf bepinseln. Eine Zwiebel und eine Knoblauchzehe sehr fein schneiden, gemischte Kräuter wie Thymian und Petersilie hacken und alles auf den Kuchenboden geben. Danach zuerst mit dem Käse und dann mit den Tomatenscheiben belegen. Zwischen die Tomaten noch etwas Käse geben.
Im Backofen bei 210 Grad ca. 25 Minuten backen und mit frischem Basilikum bestreut servieren.
Auch dazu passt ein frischer grüner Salat.
Zutaten:
Crème brûlée ist eine traditionelle französische Süßspeise, legendär durch ihre köstliche Karamellkruste. Unser Dessertvorschlag erlaubt sich eine mutige Abwandlung dieses Klassikers – und zwar als Cupcake. Voraussetzung: Unsere Hausbootküche muss über einen Backofen oder eine Mikrowelle mit Backfunktion verfügen.
Wir rühren gut 130 g Butter mit ca. 160 g Zucker schaumig und geben etwas Vanillearoma, 1 Ei sowie 2 Eiweiß (Eigelb für später aufheben!) dazu. Anschließend 130 ml Milch, 250 g Mehl und einen Beutel Backpulver hinzufügen. Der Teig wird in Muffin-Förmchen verteilt und bei 180 Grad gebacken.
Dann bereiten wir die Creme, für die wir 250 ml Sahne, gut 20 g Zucker, 160 ml Milch und etwas Vanillearoma in einen Topf geben. Besser noch eignet sich das Mark einer Vanilleschote, zum Beispiel von der französischen Vanilleinsel La Réunion. Dazu hält man die Schote an einem Ende fest und kratzt mit der Rückseite des Messers entlang der Innenseite. Das Mark löst sich und bleibt am Messer kleben. Das Ganze erhitzen und so lange rühren, bis sich der Zucker auflöst.
Nun rühren wir 4 Eigelb und 100 g Zucker zusammen mit etwas Stärkemehl zu einer sämigen Creme und geben sie zu der Milch-Vanille-Mischung. Fleißig weiterrühren, bis sich die Masse verdickt. Jetzt haben wir uns eine Pause verdient, denn die Füllung muss etwas abkühlen.
Anschließend stechen wir daumendicke Löcher in die fertig gebackenen Cupcakes und verteilen die Vanillecreme. Alles großzügig mit Zucker bestreuen und mit einem Küchenbrenner flambieren, sodass der Zucker karamellisiert.