Freitag, 12. Juli
Ich habe vorsichtig vorgefühlt, ob Interesse an einer kurzen Sommerreise mit dem Club besteht. Natürlich erst mal bei meiner Freundin Eefje. Wenn sie die Idee hoffnungslos schlecht findet, brauche ich weiter keine Energie hineinzustecken. Aber nach einigem Überlegen (das mich ziemlich nervös machte) war sie richtig begeistert.
»Auf den Gedanken bin ich noch nie gekommen, aber vielleicht ist es eine ganz gute Idee«, sagte sie nachdenklich. »Ich lass es noch ein wenig sacken, Hendrik.«
Ich fragte sie, wie lang »ein wenig« sei.
»Ich dachte mir, heute Nachmittag oder heute Abend sag ich dir Bescheid. Hast du noch so lang Zeit?«
Es bleibt uns nur noch wenig Zeit, aber wir haben alle Zeit.
Wir müssten es eilig haben, aber es gibt fast nichts mehr, was die Mühe des Beeilens wert wäre.
Die bitterbösen Schwestern Slothouwer haben »versehentlich« eine Vase mit Chrysanthemen über Frau Van Diemen ausgekippt. Edward hat es beobachtet und schwört, dass sie es mit Absicht gemacht haben. Die Schwestern können die Van Diemen nicht ausstehen, so wie jeden, der irgendwann mal eine Bemerkung über ihr unsoziales Verhalten gemacht hat. Natürlich haben sie es vor allem auf die Schwächeren abgesehen. Sie sind gestört und blutrünstig. Es gibt eine Menge Aufregung, weil der Wolf in den Niederlanden wieder heimisch geworden ist, dabei laufen hier schon seit Jahren zwei Hyänen herum. Die Direktorin muss zähneknirschend zusehen. Es gibt nicht viele Machtmittel gegen sadistisches Verhalten. Ich mag die Damen Slothouwer zum Beispiel nicht treten. Dann steht nämlich gleich die Presse vor der Tür: »Betagte Schwestern (87 und 85) misshandelt!« Niemals würden sie schreiben: »Betagte Schwestern (87 und 85) VÖLLIG ZU RECHT misshandelt!«