Sonntag, 1. September

Hier im Haus heißen die meisten Menschen einfach Piet, Kees, Nel und Ans und nicht Storm, Vlinder, Felicity oder Schwert des Islam.

Wir alle wurden lange vor der Zeit geboren, in der Eltern bei der Namensgebung ihrer Kinder unter Beweis stellen wollten, wie originell und modern sie sind. Mit allen Gefahren, die damit einhergehen. Wenn man seine Tochter zum Beispiel Vlinder (dt. Schmetterling) getauft hat und sie sich dann als träger, schlaffer Fettsack entpuppt, wäre sie mit einem Namen wie Ans doch besser bedient gewesen.

Heute Morgen um neun stand ich mit meinem Elektromobil auf der Brücke. Ich habe eine wunderschöne Fahrt durchs schlafende Amsterdam gehabt und dabei mal wieder gemerkt, dass es ein Privileg ist, in einer der schönsten Städte der Welt zu wohnen. Nur muss man von diesem Privileg auch Gebrauch machen, sonst hat man ja nichts davon. Das habe ich zum ersten Mal seit Jahren wieder getan, und ich werde es noch öfter tun, wenn mir die Zeit gegeben ist. Ich habe fast den ganzen Weg im »Schildkröten«-Modus zurückgelegt, um mich in aller Ruhe umsehen zu können.

Aber zurück zu den wichtigen Dingen: Die Bewohnerkommission hat vorgeschlagen, den Beitrag einmalig um zwei Euro zu erhöhen, um richtig schöne Preise fürs Weihnachtsbingo besorgen zu können. Regieren bedeutet Vorausschauen.