Celeste
Am nächsten Morgen erwachte Celeste von dem Gezwitscher der Vögel und dem Duft von frisch gebackenem Brot. Die Bettseite neben ihr war leer. Makena war also schon auf den Beinen. Es war seltsam für sie gewesen, nicht neben Nathaniel einzuschlafen und seine Nähe zu spüren. Und jetzt, nicht zuerst in sein Gesicht zu blicken. Aber es hatte auch gutgetan, bis spät in die Nacht mit ihrer besten Freundin zu reden und ihr so nah zu sein. Das hatten sie lange nicht mehr getan. Früher hatte Makena häufig bei Celeste übernachtet, bis zu dem Zeitpunkt, wo Makena offiziell zu ihrer Zofe wurde. Sie waren damals 13 Jahre alt gewesen. Ab da hatte es sich nicht mehr geziemt, dass sie im selben Bett schlief wie die Priesterin, der sie diente.
Celeste hatte sich schon damals nur ungern an diese dumme Vorschrift halten wollen. So verantwortungsbewusst sie auch war, diese Regelung hatte für sie keinen Sinn ergeben. Und sie tat es bis heute nicht. Nun waren ihr die Umstände zu Hilfe gekommen, denn auf Sohalia gab es schlicht zu wenig Platz, um den vielen Gästen ein eigenes Bett zuzugestehen. Und da die Zofen bei ihren Priesterinnen nächtigen sollten, um ihnen zu Diensten zu sein, ergab es sich ausnahmsweise, dass Makena und Celeste in einem Bett schliefen. Und auch wenn Makena immer darauf bestand, die Regeln zu wahren, hatte sie sich über diese Ausnahme gefreut. Es erinnerte sicherlich auch sie an ihre Kindheit. Sie hatte sich damals freiwillig für das Amt der Zofe gemeldet und wollte es zu aller Zufriedenheit erfüllen. Und Celeste hätte nicht stolzer auf sie sein können. Noch nie hatte es in Sirion eine pflichtbewusstere Zofe gegeben. Und keine, der Celeste mehr verbunden war, die ihr näher sein konnte. Für nichts auf der Welt würde sie Makena eintauschen.
»Guten Morgen«, erklang just in diesem Moment die fröhliche Stimme ihrer besten Freundin, die die Tür öffnete und mit einem Tablett mit allerlei Köstlichkeiten hereinkam.
Ein Lächeln breitete sich auf dem Gesicht der Priesterin aus. »Guten Morgen. Aber du weißt, dass du mir kein Frühstück ans Bett bringen musst, oder?« Sie warf Makena einen tadelnden Blick zu, doch diese winkte ab.
»Purer Eigennutz, immerhin handelt es sich um ein Frühstück für zwei.« Sie zwinkerte Celeste zu und stellte das Tablett vorsichtig auf dem Bett ab.
»Als du dich letzte Nacht mehrmals an mich geschmiegt hast, habe ich mir kurz Sorgen gemacht, aber ich nehme an, du kuschelst einfach gern.«
Mit großen Augen sah Celeste ihre Freundin an, sie spürte deutlich, wie die Hitze in ihre Wangen schoss. Sie hatte sich an Makena geschmiegt? Im Schlaf? Wie unangenehm.
»Tut mir leid, kommt nicht wieder vor«, murmelte sie. Ein Versprechen, das sie im wachen Zustand leichtfertig geben konnte. Was sie tat, während sie schlief, war allerdings etwas anderes.
Makena lachte leise. »Macht nichts. Du hast heute Nacht offenbar die Nähe von jemand Bestimmtem gesucht. Daher das Frühstück.« Sie deutete auf das frische Brot, zwei Gläser Milch, Obst und Käse. Es sah fabelhaft aus.
Doch dann machte Makena Anstalten, den Raum wieder zu verlassen. Celeste hob eine Augenbraue.
»Wo willst du hin? Es ist doch alles da.«
Ein Funkeln trat in Makenas Augen. »Noch nicht. Ich sagte, dass es ein Frühstück für zwei wird, allerdings wäre ich eine zu viel.«
Wie auf Kommando trat in dem Moment ein breit grinsender Nathaniel in das kleine Zimmer. Er betrachtete mit einem zufriedenen Ausdruck im Gesicht Celestes nackte Beine, die unter der Decke hervorblitzten.
»Ist das ein Komplott?«, fragte Celeste belustigt, auch wenn sie rein gar nichts gegen diese Überraschung einzuwenden hatte.
»Nein, purer Eigennutz, wie ich schon sagte«, verkündete Makena. »Ich werde nämlich jetzt zu meinem eigenen Frühstück gehen. Euch viel Spaß. Und versucht, diskret zu bleiben.« Sie lachte leise und Celeste biss sich bei dieser Bemerkung auf die Zunge. Doch so leicht würde sie ihre Freundin nicht davonkommen lassen.
»Lass mich raten, es ist auch ein Frühstück zu zweit? Auf dich wartet bestimmt ein gut aussehender Mann mit hübschen, braunen Augen und einem Dreitagebart?« Sie hob eine Augenbraue nach oben, während sie Makena angrinste.
Diese streckte ihr nur die Zunge heraus und schloss die Tür hinter sich. Nate lachte leise, überbrückte die wenigen Meter und setzte sich zu Celeste aufs Bett.
»Elio und Makena? Haben sie es endlich offiziell gemacht?«, wollte er wissen, als er sich eine Traube in den Mund schob.
Celeste schüttelte den Kopf. »Wäre es offiziell, würde sie dich nicht in ihre Heimlichtuereien einspannen.« Sie klopfte auf den Platz neben sich, wo zuvor noch Makena geschlafen hatte. Grinsend schloss Nate zu ihr auf.
»Süßes Nachthemd. In meinen Hemden gefällst du mir jedoch besser«, kommentierte er ihren Aufzug lachend. Seine grünen Augen leuchteten dabei.
Stirnrunzelnd blickte die Priesterin an sich herunter. Ihr Nachthemd war cremefarben und lang, aber gerade war es bis zu den Knien hochgerutscht.
»Du warst nicht da, um mir dein Hemd zu leihen«, sagte sie schulterzuckend und lehnte sich an ihn. Ihr Kopf lag an seiner Schulter und sie genoss die Wärme, die von ihm ausging.
»Vielleicht können wir einen Kompromiss mit Elio und Makena schließen. Du schläfst bei mir und Elio übernimmt deinen Platz.« Er legte die Hand auf ihr unbekleidetes Knie und zog kleine Kreise mit den Fingern darauf. Celeste bekam sofort eine Gänsehaut.
So gut Celeste diese Vorstellung auch gefiel, es ging nicht. Missmutig schnalzte sie mit der Zunge.
»Zahira ist mir nicht geheuer, da möchte ich mich nur ungern sehenden Auges mit ihr anlegen.« Die Septa von Sohalia war eine eigentümliche Frau, die Celeste kaum ergründen konnte. Trotz ihrer Gabe, die Auren von Menschen sehen zu können, war Zahira wie ein blinder Fleck für sie. Mit ihrer Gesichtsbemalung und der abweisenden Art blieb sie ein Fremdkörper im schillernden Meer des Hofstaates.
»Nicht einmal für mich?«, zog Nate sie auf und stieß sie mit der Schulter an. Celeste schüttelte den Kopf.
»Das hat nichts mit dir zu tun. Dir ist doch aufgefallen, dass hier Männer und Frauen erst nach der Ehe zusammenwohnen dürfen, oder? Ich will diese Tradition nicht mit Füßen treten.« Das gehörte sich ihrer Meinung nach nicht. Sie fühlte sich wie in einem fremden Land, zumindest war es eine eigene Provinz, es wäre unhöflich, die hier herrschenden Sitten und Traditionen zu missachten.
Neben ihr lachte Nate leise.
»Und das hier«, seine Finger tanzten auf ihrer nackten Haut, »verstößt nicht gegen diese Tradition?«
Celeste fiel es bei seiner Berührung schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Daher schlug sie leicht auf seine Finger und warf ihm einen eindringlichen Blick zu.
»Doch, das tut es. Und darum werden wir es auch nicht zur Gewohnheit werden lassen.«
Nate drehte sich ganz zu ihr um. Mit der linken Hand stützte er sich an der Wand ab, während er mit der rechten nach einer ihrer Haarsträhnen griff. Er war ihr so nahe, dass Celeste seinen Atem auf dem Gesicht spüren konnte.
»Du möchtest also für die nächsten Wochen gänzlich auf meine Berührungen verzichten?«, hauchte er leise.
Sein Gesicht wanderte zu ihrem Hals und Celeste spürte seine Lippen, die über ihre Halsschlagader wanderten. Sie schluckte schwer. Ihre Lider flatterten und ihre Kehle wurde trocken. Celeste wollte sich zurückhalten, ihn von sich schieben und sich an ihr Vorhaben halten. Doch sie konnte es nicht. Bei Nathaniel wurde sie immer schwach. Besonders, wenn er sie so berührte. Sie vergrub ihre Finger in seinem dunkelblonden Haar und zog ihn zu sich herauf.
Nate sah sie wissend an, bevor er seine Lippen auf ihre presste. Celeste konnte das Stöhnen, das ihr entkam, nicht zurückhalten. Und wollte es auch nicht. Sie spürte Nathaniels Grinsen in ihrem Kuss und biss ihn dafür spielerisch in die Unterlippe. Der Prinz knurrte leise und schob sie etwas von sich. In seinen Augen lag ein bedrohliches Funkeln.
»Kätzchen, das hilft mir nicht gerade dabei, mich zu zügeln.«
»Du hast angefangen«, konterte sie und küsste ihn auf die Wange, bevor sie ihn gänzlich von sich schob. Nate quittierte ihre Geste mit zusammengekniffenen Augen.
»Ich fang an und du beendest es? Wird das nun immer so ablaufen?« Er klang sichtlich frustriert und fuhr sich mit beiden Händen durch die Haare, die Celeste etwas in Unordnung gebracht hatte.
»Solange wir auf Sohalia sind, ja. Wir sollten zumindest versuchen, uns an die Regeln zu halten. Wenigstens einmal im Leben.« Celeste verdrehte die Augen. Seit sie Nathaniel kannte, hatte sie mehr Regeln gebrochen, als sie zählen konnte. Und zu ihrem Entsetzen machte es ihr sogar Spaß.
Nate ließ sich mit einem Seufzen in die Kissen fallen und bedeckte sein Gesicht mit einem Kissen. »Ich hasse diese blöde Insel jetzt schon.«
Auf Celestes Lippen lag ein diabolisches Grinsen, während sie den frustrierten König neben sich ignorierte und unbekümmert ihr Frühstück genoss.
***
Nathaniel
Griesgrämig folgte Nathaniel den Ordensschwestern durch den Tempel der Mondgöttin Selinda. Zu behaupten, dass ihn diese Besichtigung kein bisschen interessierte, wäre eine Untertreibung. Hatte er bei seiner Ankunft noch etwas über die Göttin und ihre geheimnisvollen Rituale erfahren wollen, so verfluchte er diese nun. Nur wegen der dämlichen Sitten dieser Insel war es ihm verboten, Celeste nahe zu sein. Und der Rotschopf schien Gefallen daran gefunden zu haben, ihn zu quälen. Celeste lernte viel zu schnell, wie man dieses Spiel spielte. Sie hatte aber auch einen ausgezeichneten Lehrmeister gehabt, der dies nun bitterlich bereute.
Das war auch der Grund, warum er Ayla, die sie durch die Gänge führte, keinerlei Aufmerksamkeit schenkte. Mit seinen Gedanken war er noch immer bei dem heutigen Morgen. Makenas Plan hatte ihm auf Anhieb gefallen. Er hatte bis dahin nicht gewusst, dass die Zofe gegen Regeln verstieß. Nate gab zu: Er war positiv überrascht gewesen. Und die Aussicht, mit Celeste im Bett zu frühstücken, war auch mehr als verlockend gewesen. Da hatte er nicht ablehnen können.
»Du siehst aus, als hättest du schlechte Laune«, drang Linnéas Stimme an sein Ohr und Nate drehte sich ertappt zur Tochter des Waldes um.
Er wusste nicht, ob sie bereits die ganze Zeit neben ihm herlief oder erst seit einem Augenblick, so sehr war er in Gedanken versunken gewesen. Doch als er Linnéa ansah, schien es ihm, als sei auch sie mit ihren Gedanken woanders.
»Dasselbe könnte ich von dir behaupten«, stellte er fest. Um ihren Mund lag ein harter Zug, den Nate noch nie bei ihr gesehen hatte. Sie wirkte alles andere als erfreut.
Die Priesterin zuckte mit den Schultern. »Nicht direkt schlechte Laune, ich habe darum gebeten, in die hiesige Bibliothek zu dürfen, aber meine Bitte wurde abgelehnt.«
Nate hob eine Augenbraue. Warum verwehrte man einer Priesterin den Zugang zu Büchern?
»Haben sie gesagt warum?«
Kopfschüttelnd trat Linnéa einen Schritt näher an ihn heran.
»Angeblich dürfen nur die Septa und die Tochter des Mondes die Bibliothek betreten. Vermutlich wieder einer ihrer geheimnisvollen Bräuche.«
Allein bei dem Wort »Brauch« verschlechterte sich Nates Laune noch und er hätte am liebsten geknurrt.
Dann besann er sich aber und fragte nach: »Warum wolltest du dort überhaupt hin? Du bist doch sonst kein Bücherwurm.« Dieser Titel gebührte Celeste. Sie war immer die Erste, die etwas nachschlug, und sie konnte stundenlang ihre Nase in ein Buch stecken. Linnéa verbrachte ihre Zeit viel eher vor einer Leinwand.
Die Priesterin sah sich unauffällig um und senkte ihre Stimme.
»Seit dem Brief von Sadik an Malia stelle ich in jeder Bibliothek auf unserer Reise Nachforschungen über das Auftauchen der neuen Mondtochter und die fast zeitgleichen Anschläge durch die Atheos an. Das scheint mich in die Vergangenheit zu führen: Auch zwischen dem Verschwinden der Mondgöttin damals und den allerersten Aufzeichnungen über die Atheos scheint es einen Zusammenhang zu geben. Falls das stimmt, sollten wir darüber Bescheid wissen.«
Der Brief, von dem Linnéa sprach, war eine Drohung des meistgesuchten Verbrechers in Sirion gewesen: Sadik hatte vor vielen Jahren Malia und Marco entführt. Er hatte die beiden Kinder als Druckmittel nutzen wollen, um von seinen Verbrechen freigesprochen zu werden. Admiral Emir hatte diesen Versuch damals vereiteln können. Doch nachdem Sadik vor einigen Monaten aus dem Gefängnis ausgebrochen war, hatte er Malia eine Nachricht zukommen lassen, in der er davor warnte, dass die Atheos näher seien, als das Königshaus vermutete. Und das war beinahe zur gleichen Zeit geschehen wie die Berufung von Selena zur neuen Tochter des Mondes. Nate wusste, dass Linnéa und Noah es sich zum gemeinsamen Ziel gemacht hatten, jede noch so kleine Spur zu verfolgen, die sie über dieses Phänomen finden konnten. Damit sie mit ihren Recherchen endlich auf einen grünen Zweig kämen, wäre es mehr als hilfreich, direkt an der Quelle zu forschen. Nur war Linnéa eben das nun untersagt worden.
Nate hatte plötzlich das Gefühl, dass sie viel zu laut sprachen. »Lass uns später weiter darüber reden. Ich will unbedingt wissen, was ihr bisher herausgefunden habt.«
Als Linnéa nickte, versuchte Nate ernsthaft, Aylas Worten über den Bau des Tempels zu lauschen. Aber gelingen wollte es ihm nicht.
Eine Stunde später gesellte sich Linnéa zu ihm und Noah. Als Treffpunkt hatten sie das Haus des Königs und seines Gefolges gewählt, ihre Unterredung sollte hinter verschlossenen Türen stattfinden. Nate war wichtig, dass die Bewohner der Insel so wenig wie möglich davon mitbekamen. Gleichwohl ihm bereits die Blicke aufgefallen waren, die Linnéa begleiteten, als sie die Hütte betrat. Die Menschen von Sohalia schienen nicht sonderlich begeistert von diesem Akt. Ob es daran lag, dass eine Frau eine Hütte betrat, in der Männer wohnten, oder weil sie ahnten, dass sie etwas im Schilde führte, konnte er nicht sagen.
»Also, sagt schon: Was konntet ihr herausfinden?«, platzte Nate direkt heraus. Abwartend sah er die Priesterin und seinen Halbbruder an. Die tauschten einen kurzen Blick.
»Wir sind ganz ehrlich: Es ist nicht besonders viel. Zumindest nichts Eindeutiges«, gab Linnéa zähneknirschend zu.
Noah nickte zustimmend. »In jedem Archiv werden die Geschehnisse von damals, als die letzte Tochter des Mondes verschwand, ein wenig anders ausgelegt.«
»Die Geschichte, die uns Zahira gestern erzählte, bot wieder einen anderen Blickwinkel«, brummte Linnéa und fuhr sich zermürbt durch das hellbraune Haar, das sie heute offen trug.
Nate hob eine Augenbraue. »Welche Geschichte?« Er hatte keine Ahnung, wovon Linnéa sprach.
Sein Bruder bedachte ihn mit einem finsteren Blick. »Du wüsstest, wovon wir sprechen, wenn du dich gestern nicht mit Selena aus dem Staub gemacht hättest«, fuhr er ihn an.
Der König hob abwehrend die Hände. »Sie hat mir nur eine alte Gruft gezeigt, in der alle Töchter des Mondes begraben liegen.«
Es war kein Schwerverbrechen gewesen, was er begangen hatte. Noahs Groll war daher absolut unbegründet. Celeste hatte nichts dagegen, dass er Zeit mit Selena verbrachte, und alle anderen ging es nichts an.
»Eine Gruft?«, Linnéa war hellhörig geworden und sah ihn erwartungsvoll an. Ihre Augen leuchteten plötzlich wieder und von ihrer Frustration war nichts mehr zu merken.
»Sie liegt auf der Ostseite der Insel, ein kurzer Marsch durch den Wald. Nichts Besonderes, wirklich.« Warum ausgerechnet diese Gruft Selenas liebster Ort auf der Insel war, konnte Nate nicht verstehen. Noch weniger, nachdem sie ihm die Ruhestätte gezeigt hatte.
Es war eine Gruft aus Marmor. Hinter den Tafeln, auf denen die Namen und die Lebensspanne der verstorbenen Frauen standen, waren die Särge eingelassen. Nate hatte es überrascht, dass die Frauen auf diese Art bestattet worden waren. In Sirion war es Tradition, dass man Verstorbene verbrannte, damit ihre Seelen wieder zu den Göttern gelangten.
»Hast du zufällig den Namen ›Chandra‹ dort gelesen?«, wollte Noah angespannt wissen. Nate dachte kurz nach, schüttelte dann aber den Kopf. Er hatte sich nicht jeden der zwanzig Namen eingeprägt, aber grob würde er sich sicher daran erinnern, wenn er ihn gelesen hätte. Chandra sagte ihm nichts.
»Wer soll das gewesen sein?«
»Die letzte Mondpriesterin«, verkündete Linnéa irgendwie feierlich. »Zahira hat uns gestern am Lagerfeuer von ihr erzählt. Angeblich ist sie hier auf der Insel vor zweihundertfünfzig Jahren an Liebeskummer gestorben. Die Liebe ihres Lebens, der Auserwählte Sohn der Sonne, hat sich für eine andere entschieden. Das hat sie nicht verkraftet.«
Wenn Nate darüber nachdachte, hatte die Auswahlzeremonie der Götter bereits viel Leid über ihre irdischen Töchter und Söhne gebracht. Nicht immer war dem König die Wahl einer Braut leichtgefallen, nicht immer waren die Priesterinnen damit einverstanden und häufig war so ein zerbrochenes Herz zurückgeblieben. So wie bei der Mondpriesterin Chandra und bei Miro und Iolana.
Nate spürte deutlich Noahs eindringlichen Blick auf sich ruhen. Und er wusste auch warum. Es klang stark nach einem Déjà-vu. Auch Selena hegte große Gefühle für ihn und erhoffte sich eine gemeinsame Zukunft, die Nate ihr nicht würde geben können. Er hoffte inständig, dass es sich bei der Geschichte von damals um eine Legende handelte, die nur im Kern einen Funken Wahrheit besaß und dazu diente, besonders anschaulich zu sein. Wer starb schon tatsächlich an einem gebrochenen Herzen?
»Der Auserwählte von damals hieß Lucian und stammte ebenfalls von dieser Insel«, sprach Linnéa weiter.
Erstaunt schaute Nate auf. Der Namen kam ihm wiederum bekannt vor. Unter den Briefen der vergangenen Könige von Sirion, die nach seiner Krönung in seinem Gemach auf ihn gewartet hatten, war tatsächlich einer gewesen, den ein Lucian verfasst hatte. Der König von Sirion vor rund zweihundertfünfzig Jahren.
»Seine Frau war Sora, die Priesterin von Samara«, vollendete Nate selbst die Geschichte, obwohl er sie noch nie gehört hatte.
Linnéa und Noah sahen ihn verwirrt an. »Woher weißt du das?«, wollte Noah wissen und runzelte verständnislos die Stirn.
Nate brummte. »Es existiert eine Briefsammlung der vergangenen Könige, die an den jeweils herrschenden weitergegeben wird. Ich habe mir nur den von Miro durchgelesen. Die Namen der anderen Könige und ihrer Auserwählten habe ich nur überflogen«, gestand Nate und bereute es nun zutiefst, dass er sich nicht die restlichen Papiere genauer angesehen hatte. In dieser Kiste lag verborgenes Wissen, das ihnen gerade jetzt vielleicht weiterhelfen könnte. Nate war egoistisch und engstirnig gewesen. Er hatte es nicht für nötig gehalten, die Briefe mit nach Sohalia zu nehmen. Sie lagen noch immer in besagter Kiste, jetzt aber unter seinem Bett in Solaris. Und verhöhnten ihn vermutlich gerade.
»Schade, vielleicht hätte uns Lucians Brief weiterhelfen können«, sprach Linnéa aus, was Nate dachte. Sie verzog schmerzlich das Gesicht, seufzte, aber versuchte dabei zu lächeln. Immerhin sprach sie mit dem König.
»Inwiefern sollte der Brief uns eine Hilfe sein?«, fragte Nate scheinheilig nach.
Jetzt hob Noah zu einer Erklärung an: »In Samara ist uns die Geschichte von Chandra und Lucian indirekt schon einmal begegnet. In alten Aufzeichnungen der damaligen Priesterin. Es ging darum, dass diese Priesterin Königin geworden war. Sie berichtete auch von ihren Mitstreiterinnen. Allerdings fehlten die Namen von zwei Priesterinnen. Bis gestern war uns nicht bewusst, dass eine von ihnen Chandra war.« Noah rieb sich über den Bartansatz.
»Zwei Priesterinnen?«, fragte Nate verwirrt nach.
Linnéa nickte. »In dem Schriftstück war die Rede von einer Tragödie, die sich ereignet hatte, aber dort stand nichts Konkretes. Lucians Name fiel und auch der der Tochter des Meeres. Doch die Namen der Priesterinnen von Silvina und Sohalia fehlten.« Sie zuckte mit den Schultern, als könne sie sich selbst nicht erklären, warum diese wichtigen Einzelheiten fehlten.
»Vielleicht finden wir woanders noch Informationen über diese Zeit«, versuchte Nate die niedergeschlagene Tochter des Waldes milder zu stimmen.
Doch diese tauschte einen seltsamen Blick mit Noah. »Das haben wir bereits versucht. Egal, in welchem Archiv wir nachschauten, es fehlt jede Spur der beiden Priesterinnen aus dieser Zeit.«
Das war mehr als seltsam, befand auch Nate. In Sirion wurde akribisch genau protokolliert, wer die Gotteskinder gewesen waren. Alles war irgendwo nachlesbar. Festgehalten für die Nachwelt.
Noahs Blick verfinsterte sich. »Es ist, als hätte es die beiden Priesterinnen nie gegeben.«
Ein kalter Schauer lief Nate über den Rücken. Das war nicht möglich. Irgendwo musste es Aufzeichnungen darüber geben, wer die Frauen gewesen waren und was damals passiert war. Und Linnéa und Noah hatten vermutlich recht: Diese Informationen befanden sich mit großer Bestimmtheit ganz in ihrer Nähe. Versteckt in einem für sie unzugänglichen Archiv, das seit Jahrhunderten nicht mehr von Außenstehenden betreten worden war.
»Gibt es bereits etwas Neues?«, fragte Noah plötzlich. Nate sah ihn irritiert an. »Wegen der Atheos, meine ich. Mein Vater wollte mir nichts sagen.«
Nate verzog das Gesicht. Seit dem Mord an Miro waren die Atheos wie vom Erdboden verschluckt. Von ihnen fehlte jede Spur und Nate wusste nicht, wo er mit der Suche nach ihnen beginnen sollte. Am liebsten würde er jeden einzelnen von ihnen hinrichten lassen für das, was sie Miro angetan hatten. Doch er konnte es nicht, weil er nicht die leiseste Ahnung hatte, in welches Loch sie sich verkrochen hatten.
»Nein, gibt es nicht. Aber früher oder später werden sie für ihre Taten bezahlen«, verkündete er mit finsterer Stimme. Das hatte er sich geschworen, als Miro sterbend in seinen Armen gelegen hatte. Die Atheos würden für ihre Verbrechen büßen, so wahr er der neue König von Sirion war.
»Nate«, begann Linnéa zaghaft und legte ihm eine Hand auf die Schulter. Dass sie in diesem Moment jede seiner Emotionen fühlen konnte, störte Nate nicht. Linnéas Gabe war Empathie in einer höchst seltenen Form. Sie empfand durch bloße Berührung alles, was die entsprechende Person durchlitt.
»Egal, was Emir, Karim oder die anderen Lords dir erzählen, Krieg ist nicht die Lösung. Wörter und Ideen können die Welt verändern, dazu benötigt es keine Gewalt.« Ihre olivfarbenen Augen sahen flehend zu ihm auf.
Doch Nate schüttelte den Kopf. So moralisch-wertvoll ihr Vorschlag auch war, Linnéa jagte seiner Meinung nach einer Wunschvorstellung hinterher, die sich niemals in die Realität verkehren würde.
»Über diesen Punkt sind wir längst hinaus, Linnéa«, erwiderte Nate und sah ihr in die Augen. »Die Atheos haben so viele Leben genommen, so viel Verwüstung angerichtet, ich glaube nicht, dass wir um einen Krieg noch herumkommen. Die Frage ist nur, wann er stattfinden wird.«
Nate war kein Pessimist, er betrachtete die Situation lediglich realistisch. Die Atheos wollten alle Gotteskinder tot sehen und verfolgten darüber hinaus vermutlich noch andere Ziele, die Nate noch nicht bekannt waren. Aber was er wusste: Keiner dieser Rebellen würde mit sich reden lassen.
Linnéa seufzte leise. In ihren Augen war das Bedauern deutlich zu sehen. »Wie willst du diese Monster zerstören, ohne selbst eines zu werden?«
Bei dem Wort ›Monster‹ zuckte Nate kaum merklich zusammen. Er war kein Monster, nicht mehr. Er hatte schlimme Dinge getan, Dinge, auf die er nicht stolz war und die ihn nachts in seinen Träumen verfolgten. Doch das gehörte der Vergangenheit an. Er hatte sich geändert. Sollte er die Atheos jedoch nur zur Rechenschaft ziehen können, indem er wieder zu einem Monster wurde, würde er es in Kauf nehmen.
***
Celeste
Am späten Abend saßen sie erneut am Lagerfeuer zusammen. Celeste musterte die Anwesenden. Besonders die Präsenz einer Person stach ihr immer wieder ins Auge. Sie lehnte sich zu Nate, der neben ihr saß, hinüber.
»Sag mal, gibt es einen Grund, warum mir Espen auf Schritt und Tritt folgt?«, fragte sie leise und spürte bereits die Blicke des ehemaligen Leibwächters des Königs auf sich.
Nate folgte ihrem Blick und zuckte mit den Schultern. Auf seinem Gesicht breitete sich ein schuldbewusstes Grinsen aus.
»Kann sein, dass ich ihn beauftragt habe, auf dich aufzupassen«, gestand er kleinlaut.
Die Augen der Priesterin wurden groß. »Du hast was?« Damit hatte sie nicht gerechnet. Espen war der Leibwächter von König Miro gewesen und Celeste hatte sich ohnehin gefragt, warum er mit ihnen nach Sohalia gekommen war. Er hatte keine Aufgabe mehr, der er nachgehen konnte. Das hatte sie zumindest bis eben gerade angenommen.
»Nach allem, was passiert ist, wollte ich dich in Sicherheit wissen. Espen ist gut in dem, was er tut. Er kann dich beschützen.«
Eine tiefe Falte erschien auf ihrer Stirn. Bereits damals in Sirena, als sie vergiftet worden und beinahe in der Badewanne ertrunken war, hatte Nate Soldaten zu ihrem Schutz abkommandiert. Auch damals hatte sie es gehasst. Daran hattes sich bis jetzt nichts geändert.
»Wieso hast du mich nicht vorher gefragt? Oder es mir zumindest erzählt? Ich will einfach nicht, dass er mir ständig hinterläuft.« Ihre Stimme war leise, aber sie konnte die Empörung darin nicht verbergen. Wären sie allein, hätte Celeste trotzig die Hände in die Hüften gestemmt.
Nate beugte sich näher zu ihr heran. »Ich habe dir nichts gesagt, weil ich mit dieser Reaktion gerechnet habe. Und mal ehrlich: Wenn ich dich vorher gefragt hätte, hättest du mir die Erlaubnis gegeben?« Er hob eine Augenbraue und in seinen grünen Augen reflektierte das Feuer.
Celeste schnaubte. »Nein, hätte ich nicht.« Sie hasste es, bevormundet zu werden. Sie war eine Priesterin und eine selbstständige Frau. Keiner musste Entscheidungen für sie treffen, das konnte sie gut allein. Simea hatte sie zur Selbstständigkeit erzogen und Celeste legte viel Wert auf ihre Freiheit.
»Kätzchen, sieh es mir nach. Wenn du mir schon nicht erlaubst, auf dich aufzupassen, dann wenigstens ihm. Ihr habt eine Verbindung zueinander, seitdem klar ist, dass er deine Mutter früher gekannt hat.«
Es stimmte, Espen und ihre verstorbene Mutter Estelle waren zusammen in einem Waisenhaus in Samara aufgewachsen. Die Priesterin hatte ihn um diese frühe Bekanntschaft mit ihrer Mutter, bevor diese zu den Atheos übergetreten war, mehr als einmal beneidet. Sie selbst war ihrer Mutter nur ein einziges Mal begegnet, und zwar kurz bevor sie vor ihren Augen starb.
»Mir gefällt es trotzdem nicht, dass du mich einfach übergehst«, brummte Celeste und verzog noch immer verärgert das Gesicht.
Nate stieß sie leicht mit der Schulter an. »Aber du liebst mich trotzdem«, sagte er in einem neckenden Tonfall. Celeste sah ihn wieder an, eine Augenbraue hochgezogen.
»Dem kann ich gerade nicht guten Gewissens zustimmen.« Sie reckte trotzig das Kinn vor und funkelte ihn herausfordernd an. Doch Nate schien ihr Verhalten zu amüsieren. Er lachte leise und wirkte alles andere als besorgt.
»Ich liebe dich auch, Kätzchen. Auch wenn du manchmal eine echte Kratzbürste bist.«
Seine Worte trafen sie mitten ins Herz. Egal, wie ärgerlich Celeste auch war, wenn Nate solche Dinge zu ihr sagte, konnte sie ihm nicht länger böse sein.
Sie hob ihren Zeigefinger, als würde sie mit einem kleinen Kind schimpfen.
»Ich werde für den Moment über deine kleine Frechheit hinwegsehen, aber wir müssen noch mal darüber reden. Glaub bloß nicht, dass du so glimpflich davonkommst.«
Nate sah sie erstaunt an, dann fing er an zu grinsen.
»Willst du mich etwa bestrafen?« Das Funkeln, das in seine Augen trat, ließ Celestes Wangen heiß werden.
»Hör auf, so was zu sagen!«, zischte sie leise. Sie sah sich panisch um, ob jemand ihrem Gespräch lauschte. Zu peinlich wäre ihr das.
Nate lachte wieder. Ein Klang, den Celeste über alles liebte.
»Das kann ich leider nicht, sonst würde ich diesen hübschen Ausdruck auf deinem Gesicht ja nicht mehr sehen.«
Nicht nur die Hitze des Feuers spürte sie nun deutlich auf der Haut. Celeste räusperte sich und stand auf.
»Ich gehe mir noch etwas Fleisch holen«, verkündete sie und erntete dafür ein Lachen von Nathaniel.
Das Lamm, das geschlachtet worden war, briet auf einem Feuer etwas abseits des Lagers. Einer der Männer, die auf der Insel wohnten, lächelte Celeste an, als er ihr ein weiteres Stück auf den Teller legte.
»Ihr passt gut zusammen«, erklang plötzlich eine Stimme hinter ihr. Verwirrt drehte die Priesterin sich um und fand sich Auge um Auge mit Zahira, der Septa von Sohalia, wieder.
Wie immer war ihr Gesicht bemalt und ihr Körper in dunkle Gewänder gehüllt. Celeste fühlte sich in der Gegenwart der Ordensschwester unwohl. Der Blick aus ihren beinahe schwarzen Augen war so intensiv, dass ihr ein Schauer über den Rücken lief.
»Wie bitte?«, fragte Celeste verwirrt.
Zahiras Augen wurden schmal, als sie zum Lagerfeuer zurückblickte.
»Ihr und der Sohn der Sonne. Ihr gebt ein sehr harmonisches Paar ab, das kann ich sehen.«
Celestes Blick wanderte zu Nate, der sich gerade mit Kiah, der zu seiner anderen Seite saß, unterhielt. Sein Lachen hörte sie bis hierher.
Die Einschätzung der Septa erstaunten sie sehr, Celeste kniff misstrauisch die Augen zusammen und musterte sie.
»Und ich dachte, Ihr würdet Selena als Königin favorisieren«, stellte Celeste klar. Immerhin war Zahira die Mentorin der Mondtochter.
Der Blick der Septa verriet nichts. Doch Celestes Gabe aktivierte sich in solchen Momenten ganz von allein. Verschiedene Farben tanzten also um Zahiras Gestalt und Celeste versuchte, die einzelnen Nuancen zu deuten. Auch in der Aura der Septa sah sie deutlich Misstrauen mitschwingen.
»Ich favorisiere Selena nicht. Ich habe ihre Ankunft damals auf Sohalia als Zeichen unserer Göttin verstanden. Sie war rein und unschuldig. Ich sah in ihr die Chance, Vergangenes wiedergutzumachen. Doch vielleicht habe ich mich geirrt.« Die letzten Worte sprach die Septa nur leise aus. Ihre Stimme war trotz der fehlenden Lautstärke aber eindringlich und prägnant.
Celeste sah sie erstaunt an. Sie hatte bis eben angenommen, das Misstrauen von Zahira richte sich gegen sie. Vielleicht auch gegen die anderen Gotteskinder und sogar gegen alle Menschen, die vom Festland kamen. Doch sie hatte sich offenbar getäuscht.
»Was meint Ihr damit? Hat Selena sich etwas zu Schulden kommen lassen?« Die Priesterin war mehr als verwirrt. Zahira sprach für sie in Rätseln, die Celeste nicht ergründen konnte.
Die Frau vor ihr schüttelte den Kopf.
»Mir steht es nicht zu, über ein Gotteskind zu urteilen. Ich weiß nur so viel: Wenn ich dieses Mädchen heute ansehe, sehe ich nichts als Dunkelheit. Und ein Kind des Mondes sollte niemals von Dunkelheit erfüllt sein.«
Eis breitete sich in Celestes Adern aus. Zahira meinte jedes ihrer Worte ernst. Celeste wusste nicht, worin Zahiras Ablehnung gegen Selena begründet war, aber sie entsprach ihrer eigenen.
Die Priesterin konnte nichts auf die Worte der Septa erwidern. Sollte sie ihr zustimmen oder widersprechen und Selena in Schutz nehmen? Wenn Celeste ehrlich war, dann konnte sie das nicht. Sie würde niemanden verteidigen, dem sie selbst nicht über den Weg traute.
»Ich habe Euch beobachtet, Euch und den König. Ihr gehört an seine Seite.« Zahira sah sie ein letztes Mal eindringlich an, bevor sie langsam zurück zum Lagerfeuer ging.
Celeste konnte ihr nur verwirrt nachblicken. Was war gerade geschehen? Hatte Zahira ihr einen Hinweis auf einen potenziellen Verrat seitens Selena gegeben? Oder interpretierte Celeste zu viel in die Worte der Septa hinein?
Das einzig Klare, was Celeste in diesem Moment im Kopf herumschwirrte, waren Zahiras letzte Worte.
Ihr gehört an seine Seite.
Egal, was kommen würde, welchen Herausforderungen sie sich noch stellen mussten, Celeste würde ihren Platz an Nathaniels Seite verteidigen. Koste es, was es wolle.