Haben Sie die Ziele definiert, eine grobe Strategie entwickelt, wie Sie vorgehen wollen, wird es konkret. Dabei sollten Sie beachten: Gute Vorbereitung ist die halbe Miete auf dem Marktplatz der Chancen. Vertrauen Sie nicht auf „Kommissar Zufall“ oder das Glück, das ist zu ungewiss oder dauert zu lange. „Die Menschen, die in der Welt vorwärtskommen, sind diejenigen, die aufstehen und nach dem von ihnen benötigten Zufall Ausschau halten!“ wusste schon George Bernard Shaw. Die Franzosen sprechen sogar von „corriger la fortune“ – man muss dem Glück nachhelfen (durch Betrug). Letzteres lässt man besser. Nachhelfen, ja, falschspielen, nein.
Wer ein Ziel verfolgt, sollte jede sich bietende Chance nutzen. Chancen gibt es tagtäglich viele. Wir erkennen sie nur nicht immer, und wenn wir sie sehen, fehlt uns oft der Mut, sie zu ergreifen.
Häufig mangelt es uns schon an den erforderlichen Informationen über interessante Optionen. Das lässt sich ändern.
Welche Informationen benötigten Sie konkret oder im Allgemeinen? Wer könnte sie beisteuern? Ein japanisches Sprichwort sagt: „Wer Fische fangen will, muss dahin gehen, wo die Fische sind.“ Ich ergänze: Er sollte nicht vergessen, ein Netz mitzunehmen, dieses zuvor auf Löcher untersuchen und sie zumindest notdürftig flicken.
Qualifizierte Informationen zu Ihren Anliegen finden sie großenteils in öffentlich zugänglichen Quellen: Zeitschriften, Büchern, Blogs, Seminaren, bei Messen, Kongressen, Vortragsveranstaltungen, in Fachvereinigungen und natürlich bei Menschen, die sich mit dem Thema auskennen, Spezialisten, Experten, Menschen aus Ihrem Umfeld, im Betrieb, in Ihrem Bekanntenkreis etc., und solchen, die Sie kennenlernen sollten.
Gut informiert bedeutet möglichst umfassend informiert – idealerweise aus erster Hand und frühzeitig. Falls die Information dann noch exklusiv ist, man der Einzige oder zumindest der Erste ist, der Kenntnis hat, hat man einen Riesenvorsprung vor der Konkurrenz. Voraussetzung ist zu wissen, wer der Hüter des Schatzes, also der Informationen, ist.
Gründliche Recherche verleiht ein gutes Gefühl und damit mehr Sicherheit, wenn man auf jemanden zugeht. Das gilt insbesondere bei hochrangigen Persönlichkeiten. Recherchieren Sie stets auch den persönlichem Werdegang einer Person, nicht nur Funktion und Aufgabenkreis. Das erleichtert die Einschätzung und den Small Talk.
Doch immer wieder erlebe ich, dass selbst versierte Fachleute schlecht informiert sind, sobald es über das rein Fachliche hinausgeht. Oft kennen sich Menschen in ihrem Unternehmen nicht wirklich aus. In Konzernen fehlt häufig der Gesamtüberblick. Manche leben nur in der vergleichsweise kleinen Welt ihrer Abteilung, schauen nicht links oder rechts. Was gar in Konkurrenzunternehmen geschieht, ist nicht selten unbekannt. Sei es Desinteresse oder eine Form von Betriebsblindheit, die sich einstellt, wenn man längere Zeit etwas tut – keiner kann sich leisten, nicht informiert zu sein.
Gut vernetzte Menschen werden von hochrangigen Personen aus ihrem Netzwerk direkt informiert, erfahren wichtige Dinge im Gespräch, hören sie aus Zwischentönen heraus, da sie in regem Austausch stehen. Bei wichtigen Kontakten, die sie nicht häufig treffen, bringen sie sich selbst unaufdringlich (!) in Erinnerung. Weniger gut Vernetzte müssen sich gezielt um Informationszufluss kümmern.
Aktiv werden
Stellen Sie sich darauf ein: Menschen, die nicht zu unserem „Inner Circle“ gehören, machen sich i. d. R. nicht allzu viele Gedanken über uns, unsere Karriere oder Wünsche. Wenn Sie etwas von anderen möchten: Formulieren Sie es. Je konkreter Ihre Vorstellung ist und je präziser Sie sich ausdrücken, desto leichter kann sich der Gesprächspartner ein Bild machen und überlegen, ob und ggf. welche Hilfestellung er geben könnte, wenn er wollte.
Viele klagen über die Informationsflut, mit der wir alle zu kämpfen haben. Sie ist tatsächlich einer der größten Zeitfresser. Gleichwohl sollten wir dankbar sein, dass es so viele und zudem qualifizierte Informationen gibt, die leicht und häufig sogar kostenlos zugänglich sind. Was für einen Aufwand bedeutete Recherche früher: den Besuch von Bibliotheken, womöglich weit entfernten Institutionen, vieles war unzugänglich. Heute wird schnell gegoogelt – mit guten Ergebnissen. Auch hier bedeutet mehr Routine bessere und schnellere Ergebnisse.
Übung: Netzwerkstrategie Teil 3 von 3
Planung der weiteren Schritte: