»Etwa ein halbes Kilo, verstehe.« Maroulas notierte sich alles. Mit dem Handy in der linken, einem Stift in der rechten Hand lehnte er am Schreibtisch und schrieb mit großen runden Buchstaben alles auf, was ihm Jannis sagte.

Wie sich herausstellte, war der handwerklich begabte Nachbar, der für Mariama Milandi kleinere Reparaturen im Haus vornahm, Ioannis Sozos, ein entfernter Cousin des jungen Polizeianwärters. Um möglichst viel über die tödliche Waffe in Erfahrung zu bringen, telefonierte er zunächst nur mit ihm. Für eine beeidete Aussage wollte er ihn später vorladen.

Zimmermannshammer, gummiüberzogener Metallstiel, las Markou in Maroulas’ Notizen. Ca. 25 Zentimeter lang, gängiges Werkzeug, ein halbes Kilo schwer.

»Und du bist ganz sicher, hundert Prozent, dass du ihn dort aufbewahrt hast?«, fragte Maroulas zum zweiten Mal.

Ioannis’/Jannis’ melodische Stimme wurde eine Spur lauter, da man ihn durchs Telefon nicht zu verstehen schien.

»Ja! Ich habe erst gestern ein paar Haken in die Pergola eingeschlagen. Wegen der Party wollte Mariama Lampions aufhängen. Danach habe ich ihn wieder zurückgelegt – in den alten Eisbehälter und ganz oben, weil ich ihn heute noch mal gebraucht hätte, um mit der Klaue die Haken wieder rauszuziehen.«

Markou fuhr mit dem Zeigefinger ein paarmal dicht vor

»Würdest du ihn denn erkennen, wenn du ihn sehen würdest?«, fragte der Kadett in der Hoffnung, die Zeichensprache des Kommissars richtig verstanden zu haben.

»Aber klar, natürlich. Aber ob es auch der ist, der Mariama gehört, könnte ich nicht mit Sicherheit sagen. Es ist ein gängiges Modell. Ich habe auch so einen. Wahrscheinlich haben fast alle auf Nissos so einen. Da es auf der Insel nur eine Eisenwarenhandlung gibt, ist die Auswahl ziemlich begrenzt.«

Während die zwei Cousins noch kurz weiter miteinander sprachen, um einen Termin für eine offizielle Aussage zu vereinbaren, schaute Markou unverwandt auf den Zettel.

Die Beschreibung des Werkzeugs passte zu den Verletzungen. Da sie inzwischen wussten, wonach sie Ausschau halten mussten, würden sie die Umgebung des Tatorts noch einmal gründlicher absuchen. Allerdings war sehr unwahrscheinlich, dass der Täter den Hammer dort zurückgelassen hatte. Selbst wenn er die Tat nicht geplant hatte, dürfte er hinterher kaum etwas dem Zufall überlassen haben. Der aufgedrehte Wasserhahn hatte nicht nur viele Spuren am Tatort zerstört, sondern auch dafür gesorgt, dass seine Tat garantiert einen tödlichen Ausgang nahm. Unabhängig davon, ob Lucy Davis nun an den Schlägen gestorben oder bewusstlos ertrunken war, hatte sie keine Chance gehabt, den Angriff zu überleben.

»Er hat ihn weder am Tatort zurückgelassen noch irgendwo im Innenhof versteckt«, dachte Markou laut nach. »Was könnte er dann damit gemacht haben?«

Ein fünfundzwanzig Zentimeter langes und fünfhundert Gramm schweres Werkzeug ließ sich problemlos vom Tatort mitnehmen. Der Kommissar sah seinen Verdacht bestätigt: Der Täter dürfte in seiner blutbespritzten Kleidung und mit

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich der Mörder zu Beginn seiner Flucht der Tatwaffe entledigt hatte, mussten er und Maroulas noch einmal die Umgebung von Milandis Haus absuchen.

Auf jeden Fall hatten sie schon einmal die Antwort auf eine der wichtigsten Fragen, die sich bei allen Mordermittlungen stellte: die Frage nach dem Wie. Was die wichtigste von allen anging, tappten sie jedoch immer noch im Dunkeln: Warum?

Markou schaute von seinem Notizblock auf und Sophie an, die auf dem Boden saß und auf dem Handy ihrer Mutter daddelte. Als Erstes würde er das Mädchen befragen, das die Leiche entdeckt hatte.