DAVID SCHMUNZELTE, als Jamie zum dritten Mal in die Küche kam, um sich ein Glas Wasser zu holen. Wieder spazierte er wie beiläufig den langen Weg um den Küchentisch herum und reckte dabei den Hals, um zu schauen, was David machte. Mit einem leisen Kichern über Jamies unverhohlene Wissbegier machte David eine Show daraus, die Liste zuzudecken, die er gerade schrieb. Schließlich wurde es Jamie zu viel; von Neugier übermannt, stützte er sich auf die Lehne eines unbesetzten Stuhls und stöhnte: „Ich geb’s auf. Was machst du da?“
David lachte leise über Jamies gequälte Miene und zuckte die Achseln. „Ich liste nur auf, wo ich überall Bücher herkriegen kann.“
„Ähm, David, schau dich mal um“, sagte Jamie mit einer ausholenden Handbewegung.
Doch David biss nicht an; er nickte nur und klopfte auf seine Liste. „Nicht für mich, für das Obdachlosenheim.“
Jetzt war Jamies Neugier richtig geweckt. Er zog sich den Stuhl heraus, setzte sich und drehte das Skizzenbuch leicht schräg, um Davids gekritzelte Liste lesen zu können. Sie bestand aus einzelnen Wörtern, halb-geformten Ideen und dem Wort „Fegefeuer“, mehrmals nachgezogen, und daneben anscheinend so etwas wie Öffnungszeiten. Jamie runzelte die Stirn und sah David fragend an. „Fegefeuer?“
„Das ist ein Raum in der Bücherei, wo die Bücher drin sind, die eingestampft werden sollen“, erklärte David. „Die Bibliothekarin hat gesagt, ich könnte mich bedienen. Ich hab‘ mir zwei Taschen voll herausgesucht, aber mehr konnte ich nicht tragen.“
Jamie nickte und lächelte ihn mit offensichtlicher Begeisterung an. „Du bist da hingegangen und hast das mit den Bibliothekarinnen organisiert, ja?“
„Ja.“ David verdrehte die Augen; ihm war ein bisschen unbehaglich zumute, da Jamie ihn immer noch breit angrinste. „Ich wollte die Bücher eigentlich morgen ins Obdachlosenheim bringen, wenn John bei seinem Meeting ist.“
„Mit den Anzugträgern.“ Jamie stöhnte auf und schnitt eine Grimasse. „Ich kann mich noch erinnern, als ich John zum ersten Mal gesehen habe – Designer-Anzug, Designer-Frisur und Designer-Einstellung.“ Er lachte und lehnte sich zurück. „Versteh mich nicht falsch, ich fand schon, dass er definitiv Potenzial hatte, aber …“
David dachte an sein erstes Zusammentreffen mit John zurück, an Johns angewiderten Blick, ehe er ihm den Rücken gekehrt hatte.
Jamie bemerkte die rasche Veränderung in Davids Gesichtsausdruck; auch er erinnerte sich noch deutlich an Johns anfängliche Reaktion auf den „ortsansässigen Nichtsesshaften“ des Ladens. Daher wusste er, dass die Verletzung immer noch tief saß und rief David ins Gedächtnis: „Aber wir haben ihn dazu gekriegt, über den Tellerrand des Profits hinauszuschauen, nicht, David?“
„Ja.“ David lächelte und versuchte die Erinnerung abzuschütteln. „Wobei es mir schon zu denken gibt, dass er sich für morgen einen Anzug herausgeholt hat.“
Jamie runzelte die Stirn und sagte dann mit unumstößlicher Gewissheit: „Nein, er kann den Anzug anziehen, aber er wird bald merken, dass er ihm nicht mehr passt. Er ist nicht mehr der Mann, der er mal war.“
David dachte eine Weile über Jamies Worte nach und war drauf und dran, ihre Logik zu hinterfragen, aber Jamie hatte bereits das Thema gewechselt. „Ich kann dir helfen, sie durchzusehen“, sagte er nach einem weiteren Blick auf die Liste. „Die Bücher, meine ich. Und wir können John dazu überreden, sie mit seinem Auto zu transportieren, oder ich kenne da diesen Typen, der einen Truck hat. Na ja, ich hab‘ ihn einmal getroffen, aber seine Nummer habe ich glaub‘ ich noch.“
Er wusste, dass Jamie es gut meinte, aber David warf ihm ein leichtes, entschuldigendes Lächeln zu und meinte: „Vielleicht … vielleicht später. Aber im Moment muss ich das machen.“
VOM GEWICHT der Tüten schmerzten Davids Finger. Er blieb für einen Moment stehen und schob die Griffe aus den weißen Furchen, die sie in sein Fleisch gegraben hatten, dann ging er weiter seines Weges. Trotz der Unannehmlichkeiten war es ein schönes Gefühl, wieder draußen zu sein und etwas Sinnvolles zu tun. Zwei Wochen waren vergangen, seit er Adam gesehen hatte, und David hatte sich seither kaum aus dem Laden und aus Johns Wohnung getraut. Den anderen beiden war das auch aufgefallen; sie schienen sich in der Sorge um sein Wohlbefinden gegenseitig abzuwechseln. Wann immer John etwas zu tun hatte, tauchte Jamie auf. Es war David schon in den Sinn gekommen, dass sie tatsächlich Wache hielten, da der Rucksack John offenbar nicht ganz geheuer war. David schüttelte den Kopf. Ich brauche einfach die Gewissheit, dass ich gehen kann, wenn ich muss, aber das heißt doch noch lange nicht, dass ich wirklich fortgehe …
Bis er endlich vor der Tür des Obdachlosenheims stand, kam Davids Atem in kurzen, gequälten Stößen; teils von der Anstrengung des langen Fußmarsches, belastet mit den schweren Büchern, aber auch aus Widerwille, das Foyer zu betreten. Auch wenn er heute eine Mission hatte, erinnerte es ihn immer an das, was er gewesen war und so leicht wieder werden konnte. Nachdem er einmal tief durchgeatmet hatte, schluckte er nervös, stieß die Tür auf und ging hinein.
Gleich hinter dem Eingang blieb er unschlüssig stehen und schaute sich um. Er war schwer in Versuchung, die Bücher einfach hierzulassen, kehrt zu machen und zum „Margins“ zurückzulaufen. Aber Barbara wollte davon nichts wissen. Sie hatte ihn hereinkommen sehen und genau auf seine Reaktionen geachtet, ehe sie sich ihm näherte. Mit einem erfreuten Lächeln winkte sie ihn zu sich. „David! Wie schön, dich zu sehen.“ Sie schaute auf die Tüten hinab und sagte: „Die sehen verdächtig nach Büchern aus.“
David folgte ihren Blick und nickte. Trotz der Belastung für seine Finger hielt er eine der Tüten hoch und erklärte: „Die hab‘ ich von der Bücherei. Die haben noch viel mehr davon.“
„Danke, David. Die letzten Bücher, die du uns gebracht hast, waren ein großer Erfolg.“ Sie nahm ihm die Tüten ab und stellte sie auf den Empfangstresen. „Komm mit in die Küche. Meine Pause ist fällig, und ich würde mich über Gesellschaft freuen.“ Ohne auf eine Antwort zu warten ging sie in die Küche. Sie wusste, dass er ihr folgen würde, wenn sie ihm keine Wahl ließ.
Sobald sie am Tisch saßen, fragte Barbara mit einem freundlichen Lächeln: „Also, David, wie geht’s dir?“
David zuckte die Achseln und sagte in einem Ton, der deutlich machte, dass er ihr freiwillig nicht viel erzählen würde: „Besser, glaube ich.“
Barbara nickte, registrierte jedoch sehr wohl, dass er den Blick auf seine Hände gerichtet hielt und nervös an einer Schwiele herumzupfte, wo sein Stift normalerweise lag. Sie beließ es dabei und fragte stattdessen: „Und wie geht’s John?“
„Der ist gerade mit seinen Freunden beim Mittagessen“, antwortete David zurückhaltend.
„A-ha“, sagte Barbara unverbindlich und wartete.
„Seinen Geschäftsfreunden. Oder vielleicht sind’s auch gar keine Freunde, sondern nur Leute, mit denen er arbeitet.“
Es entging Barbara nicht, dass David im Präsens über Johns Geschäftsfreunde sprach. „Und wie geht es ihm sonst so, abgesehen vom Mittagessen?“
An diesem Punkt wurde David ganz klar, dass Barbara ihm nicht viel durchgehen lassen würde. Er lächelte. „John geht’s gut … er macht sich zu viele Sorgen um mich, aber sonst geht’s ihm gut.“
Barbara lachte leise und stand auf, um das kochende Wasser in die bereitstehenden Becher zu schütten. David saß schweigend da, als sie die Becher an den Tisch brachte und sich setzte. Sie nahm den Deckel der Keksdose ab und runzelte die Stirn. „Nicht mehr viele übrig, fürchte ich. Die mit Schokolade hab‘ ich vorhin geplündert.“ Barbara beobachtete aufmerksam, wie er langsam in die Dose griff, einen Keks herausnahm und ihn neben seinen Becher legte. Er benahm sich immer noch wie jemand, der sich in seiner Umgebung nicht wohlfühlt, obwohl er in den letzten paar Monaten so große Fortschritte gemacht hatte. Sie nahm einen Bissen von ihrem Keks und sagte durch die Krümel: „Weißt du, es ist okay, dass er sich Sorgen macht. Wir machen uns alle Sorgen um Leute, die uns was bedeuten, selbst wenn die das ganz unnötig finden.“
Mit einem Nicken und einem angedeuteten Lächeln nahm David seinen Keks und biss hinein.
DAVID LIEß seine Kleider auf den Boden fallen und stellte sich unter die Dusche. Nicht unbedingt, weil er sich schmutzig fühlte, sondern eher, um sich einmal mehr zu bestätigen, dass er sauber bleiben konnte.
Er stand unter der voll aufgedrehten Dusche, den Kopf nach vorne gebeugt, sodass der Strahl seinen Nacken traf und das Wasser ihm über den Rücken strömte. Minutenlang hielt er die Augen geschlossen und gab sich einfach dem wohltuenden Gefühl des Wassers hin. Er hatte sich länger mit Barbara unterhalten als beabsichtigt. Sie hatten über die Bücher gesprochen, über Regale, die man aufstellen könnte, und irgendwie hatte sie ihm auch gelegentlich die eine oder andere Bemerkung über sich selbst entlockt. Sie ist gut in ihrem Job. David lächelte.
Mit einem zufriedenen Seufzer richtete er sich auf und legte den Kopf in den Nacken, um sich das warme Wasser über das Gesicht laufen zu lassen. Sein offener Mund füllte sich bald mit Wasser und er grinste, als es ihm über die Lippen floss und an seinem Körper entlang rann. Es fühlte sich gut an.
Er griff nach dem Shampoo und bald erfüllte Pfefferminzduft die feuchtwarme Luft im Badezimmer. Der Duft weckte Erinnerungen an den Abend, als er dieses Shampoo zum ersten Mal gerochen hatte, und wie er damals gewesen war: schmutzig, verängstigt und beschämt. David nahm die glatte, weiße Seife in die Hand und drehte sie wieder und wieder zwischen den Fingern, bis das Bild vor seinem geistigen Auge verblasst war. Erst dann gestattete er sich, mit seifiger Hand seine Haut zu berühren. Der Körper, den er unter seinen Fingern fühlte, war ihm beinahe fremd; die scharfen Kanten und Ecken waren weicher geworden und auch die Abscheu gegen Berührungen, selbst die seiner eigenen Hände, hatte nachgelassen.
Er folgte dem Weg seiner Hand mit den Augen. Winzige Bläschen hingen in den Haaren um seinen Nabel, bis sie von Wasserrinnsalen weggespült wurden. Das Wasser rann warm über seinen Bauch und seine Oberschenkel. Seine Hand hing für einen Moment in der Luft und kehrte dann zu ihrem Pfad zurück. Seifige Finger glitten mühelos zwischen seine Beine und kamen direkt unter seinem Schwanz zur Ruhe, umfassten ihn kaum fest genug, um zu spüren, wie er länger und dicker wurde. Lass dir Zeit, ermahnte er sich. Draußen wartete nicht noch ein Dutzend Männer auf eine Chance, sich den Straßendreck von der Haut zu spülen.
Doch bei der unerwünschten Erinnerung an raue, hastig erzwungene Erlösung zog David seine Hand weg. Er presste beide Hände flach gegen die Fliesen an der Rückwand der Duschkabine und blieb so stehen, bis die ganze Seife abgespült war.
Nachdem er sich die Haare trockengerubbelt hatte, blieb er in der Schlafzimmertür stehen. Er war jetzt seit fast sechs Monaten mit John zusammen und trotzdem verspürte er den Zwang, über die Schulter zu schauen, erwartete zu hören, dass er hier nichts verloren hätte. David schüttelte den Kopf und wandte sich wieder dem Bett zu, das John heute Morgen frisch bezogen hatte; jeden Sonntagmorgen.
Er ging hinüber, strich mit den Fingern über Johns Kissen und lächelte kurz, ehe er den Blick auf sein eigenes Kissen richtete. David ging langsam um das Bett herum zu seiner Seite, schlug sorgfältig die Tagesdecke zurück und fuhr mit der flachen Hand glättend über das frische weiße Laken. Es war kühl und sauber.
David nahm das Handtuch ab, das er sich um die Taille gewickelt hatte, und legte es griffbereit an die Bettkante.
Nackt streckte er sich aus, lockerte langsam jeden angespannten Muskel einzeln, bis sein Körper sich in der Kühle des Bettes entspannte. Seines Bettes … er wälzte den Gedanken im Kopf herum und streckte den Arm über den leeren Teil der Matratze, wo John normalerweise lag. David schloss die Augen.
Die Vorhänge raschelten leise in der leichten Brise, die durch das offene Fenster hereinwehte; ein erster warmer Hauch von Sommer, der seine nackte Haut streichelte. Zum ersten Mal seit einer scheinbaren Ewigkeit fühlte David sich nicht im Krieg mit seinem Körper. Die allgegenwärtige Erschöpfung plagte ihn kaum noch, und er kämpfte nicht gegen das aufkeimende Verlangen an.
Davids Hand ruhte jetzt auf seinem Bauch. Ohne die Augen zu öffnen ließ er die Wärme seiner Handfläche durch seine Haut dringen, ehe er sie langsam weiter nach unten bewegte. Sein Schwanz zuckte erwartungsvoll, doch er vermied den direkten Kontakt, ließ seine Hand stattdessen durch seine Leistenbeuge gleiten. Seine Finger erforschten die glatte Haut, die immer noch feucht war von der Dusche vorhin, ertasteten die Struktur der Haargrenzen. Die andere Hand bewegte sich spiegelbildlich zur ersten ebenfalls langsam voran.
David stieß zittrig den Atem aus und hob die Hüften, wie um zu weiterer Erkundung aufzufordern. Die Brise wehte jetzt stärker, wenn auch immer noch warm, sodass die Lusttropfen rascher abkühlten, die inzwischen über seinen harten Schaft rannen.
Schließlich lenkte David ein. Seine Fingerkuppen berührten flüchtig die Unterseite seines Glieds, dann umfasste er es fest. Seine Hand bewegte sich mit Bedacht; er streichelte sich in langen, langsamen, abwärts gerichteten Zügen, sodass seine Finger jedes Mal an seinen prallen Hodensack stupsten. Vor seinem inneren Auge tanzten Bilder von John, wie er ihn berührte, ihn küsste … alle abweichenden Gedanken einstweilen blockiert und vergessen. Seine andere Hand näherte sich seinem Mund, und die schwache Spur des Begehrens passierte seine Lippen.
Davids Augen blieben fest geschlossen, während er um seine Finger herum stöhnte. Seine Hüften hoben sich vom Bett, drängten seine Hand zu einem entschlosseneren Rhythmus. Fester, schneller, mit mehr Druck auf die dicke Eichel. Atmen wurde schwieriger. Sein Atem kam stoßweise und ächzend bis er spürte, wie es begann. Aus der Anspannung in seinem Bauch und seinen Eiern wurde eine Schockwelle, die immer höher schlug und sich schnell immer weiter ausbreitete. Finger stockten, und David kam mit einem ungehemmten Schrei.
EINE GANZ andere Welt. Die Phrase ging John zum x-ten Mal durch den Kopf, als er auf seinen Parkplatz in der Nähe des Ladens fuhr. Nachdem er den Motor abgestellt hatte, lockerte er als erstes den Knoten seiner Krawatte.
Das Wiedersehen mit seinen alten Freunden hatte ihn stärker verunsichert als erwartet. Aus einem kurzen Geschäftsessen war ein mehrstündiges Meeting geworden, und er war viel zu leicht wieder in seine „Manager“-Denkweise verfallen. Gespräche über den Abschluss von Geschäftsvorgängen hatten sich in eine Diskussion über seine Rückkehr am Jahresende verwandelt, und er hatte den Wechsel des Gesprächsthemas nicht einmal bewusst mitbekommen. Es war alles schon fest geplant. Er würde sein Jahr im Exil ableisten und wieder in den Schoß der Gemeinschaft zurückkehren.
Sein Magen rebellierte, möglicherweise wegen des schweren Essens und des Alkohols mitten am Tag, wahrscheinlicher aber bei dem Gedanken, diesem Leben den Rücken zu kehren. Diesem Leben, das er sich aufgebaut hatte, sich immer noch aufbaute. Mit David.
John griff ins Handschuhfach und holte ein fast vergessenes Päckchen Zigaretten heraus, zündete sich eine an und kurbelte das Fenster hinunter. Das Jahr war halb vorüber, eine Erkenntnis, die John bisher immer erfolgreich verdrängt hatte. Doch er wusste, dass er allmählich anfangen musste, Entscheidungen zu treffen. Er inhalierte tief und lehnte sich zurück, dann ließ er den Rauch langsam wieder ausströmen. Bis zu diesem Moment hatte er Angst gehabt, dass David weggehen könnte. Aber jetzt musste er sich überlegen, ob nicht vielleicht er derjenige sein würde, der wegging – ob er den Pachtvertrag für den Laden auslaufen lassen und da weitermachen sollte, wo er aufgehört hatte. John runzelte die Stirn und drückte die Zigarette im Aschenbecher aus.
Er stieg aus dem Auto und schaute an dem Gebäude hinauf, in dem sich zur Zeit sein Leben abspielte.
Als er schließlich den Schlüssel ins Schloss seiner Wohnungstür steckte, hatte John seine Krawatte in der Hand und die inzwischen wohlbekannten Schmetterlinge im Bauch. Er schüttelte den Kopf und mahnte sich selbst zur Ruhe, doch diesmal wusste er, dass es Vorfreude war.
Alles war still, als er eintrat. Es gab keine Spur von David, daher ließ John seine Schlüssel auf dem Kaffeetisch liegen und ging direkt in sein Zimmer. Im Türrahmen blieb er stehen. David saß im Schneidersitz auf dem Bett und zeichnete etwas in sein Skizzenbuch. John nutzte den Moment, um den Mann einfach nur anzuschauen. Er trug die alte Jogginghose, die John ihm an jenem ersten Abend geschenkt hatte, und ein zerknittertes T-Shirt. Bei seinem Anblick breitete sich ein belustigtes Lächeln auf Johns Gesicht aus, denn David war barfuß und seine Haare waren vom Schlafen verstrubbelt.
Die Schmetterlinge tanzten noch wilder, als David zu ihm aufblickte und lächelte.