Albert Schweitzer, der gütige schnauzbärtige medizinische Missionar «im afrikanischen Urwald», ein Vorbild des zehnjährigen Dorfjungen.
Albert Camus, der radikale Fragensteller und Sisyphos-Deuter, ein unbegriffenes Idol des achtzehnjährigen Kleinstadtjugendlichen (> ABSCHREIBEN).
Albert > AYLER, der wildeste aller Musiker des Free Jazz, konnte kein Vorbild sein für den dreiundzwanzigjährigen New-York-Besucher und Wortmenschen, aber ein Fixpunkt: Versuche, beim Schreiben nie gefällig zu sein, baue Widerhaken ein, geh zu weit, wenigstens so weit du kannst! («Die Zukunft der Schönheit»)
Albert Gerhardt, der mir als junger Rechtsanwalt im Siemens-Prozess beim Landgericht und Oberlandesgericht Stuttgart fünf Jahre lang zur Seite stand, klug, flink, geschickt der Gegenseite trotzend, der renommierten, mächtigen Stuttgarter Kanzlei Löffler, die für die Siemens AG und die Deutsche Bank (> ABS) mit enormem Aufwand die Satire bekämpfte.
Albert Mangelsdorff, der große alte Jazzer, der 1999 bei der Premierenlesung der «Flatterzunge» dem Publikum erklärt und mit seiner Posaune vorführt, wie die Technik des Flatterzungenspiels klingt.
Albert Rusch, Hauptfigur des «Königsmachers», erfolgloser Schriftsteller, der sich in die Familiengeschichte seiner (und meiner) adligen Mutter versteigt und daraus einen Bestseller machen will. Doch die Stammbäume, die bis zu holländischen und preußischen Königen reichen (> AHNENGALERIE), treiben ihn in den Größenwahn, er scheitert und reüssiert schließlich als Erfinder des Preußenjahres 2001. Ich nannte ihn Albert, als bessere Variante des scheußlichen > ADELBERT. Ich nannte ihn Rusch, weil die Mutter meines Vaters aus der Familie Rausch kam.