Römische Lehren 2008. Dass Politiker ihr Amt fleißig dafür nutzen, möglichst viele aus ihrer Klientel mit Posten zu versorgen, ist üblich und zur Genüge bekannt. Aber «die Politiker» sind nicht alle gleich, es gibt da große qualitative und quantitative Unterschiede. Einer toppt alles. Gerade zum Bürgermeister von Rom gewählt, lässt Gianni Alemanno auf einen Schlag tausendzweihundert seiner Parteifreunde bei den Verkehrsbetrieben und bei der Stadtreinigung für Bürojobs einstellen, wo sie unqualifiziert sind oder nichts zu tun kriegen und nur Chaos anrichten – so etwas schaffen nur Faschisten und Rechtsradikale. Außerdem will er eiligst eine Straße nach dem Altfaschisten und eifrigsten Mussolini-Adepten der Nachkriegszeit benennen, Giorgio Almirante, und entschuldigt die Jugendbanden seiner Garde, die Läden von Immigranten überfallen. Dazu passt, dass er die etwas strengeren Parkplatzregeln, die sein Vorgänger, Demokrat, eingeführt und damit das Verkehrschaos etwas gemindert hat, wieder abschafft. So viel zu Recht und Ordnung in Rom im frühen 21. Jahrhundert.