Alessandra Mussolini, prominenteste italienische Faschistin und stolze Erbin ihres Nachnamens, erscheint auf der Piazza del Popolo bei einer Wahlkampfveranstaltung der römischen Rechten – von den Schläger-Nazis bis zur Berlusconi-Partei. Man wirbt für den rechtsradikalen Bürgermeisterkandidaten > ALEMANNO. Die Enkelin des Duce, braun gebrannt, figurbetont gekleidet, steht am Rand, von Fans umlagert. Viele Männer drängen sich, um mit ihr zusammen auf ein Foto zu kommen (es ist noch nicht die Zeit der sogenannten Selfies). Sie steht drei Meter vor mir, einen Moment überlege auch ich, mich mit ihr fotografieren zu lassen, irgendwas Freches müsste mir doch zu ihr einfallen. Mir fällt nichts Freches ein, bin nur angewidert und gucke mir weiter die Leute an, die sich hier versammeln und mich, wenn sie in meinen Kopf schauen könnten, verprügeln, vernichten oder zumindest verbieten würden.