Alexander von Bormann, freundlich-sachverständiger Literaturprofessor, wie er die geheime Geschichte des holländischen Königs, des Gatten der beliebten Regentin Emma (aus > AROLSEN), erzählt. Willem III. tat sich bei Jagdausflügen mit seinen Kumpanen als königlicher Vergewaltiger holländischer Dorfmädchen hervor, berüchtigt im ganzen Land. Für seine illegitimen Kinder musste das Königshaus, noch unter Emmas Regentschaft, nachdem Willem früh gestorben war, jahrzehntelang Alimente zahlen. Ein großes Tabu in den Niederlanden bis heute, Alexander kannte einen königstreuen Professor, der die Geschichten recherchiert hat, aber nichts darüber publizieren durfte. Ebenso wenig wie über die Geschichte meiner Urururgroßmutter, der illegitimen Tochter König Willems I. (> AHNENGALERIE).
Alexander Fest, Verleger, wie er mit feinem Lächeln, intelligenten Komplimenten und sehr hohem Vorschuss den Autor zu seinem Verlag zu ziehen versucht – bevor er dann Chef meines Verlags wurde, was für mich das Beste war.
Alexander Kluge, ein so gescheiter, versierter, flinker Autor, immer mit Vergnügen gelesen (längst nicht alles), seine Filme gesehen, nie habe ich, obwohl es einige Gelegenheiten gab, seine Nähe gesucht, weil ich fürchtete: Niemand wird schneller als er durchschauen, was du für ein naiver, mittelmäßiger Kerl bist.
Alexander Lonquich, Pianist, wie er 1972 mit elf Jahren in der Villa Massimo in Rom (> ACCADEMIA TEDESCA) mit seinem Vater, dem Musiker-Stipendiaten, Beethoven spielt.
Alexander Völker, als Jungpfarrer Nachfolger meines früh gestorbenen Vaters in Korbach, etwa zehn Jahre älter als ich, wie er meinen groben pubertären Ansichten freundlich und geduldig scheinbar recht gibt, um dann doch mit eleganter theologischer Dialektik (und ebenfalls feinem Lächeln) den Zeigefinger zu heben. Und auf die Ironien bei Johann Sebastian Bach aufmerksam macht – etwa wenn der laute, stimmgewaltige Chor singt: «Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen, lass dir die matten Gesänge gefallen.»