Alternative

Kurz nachdem ich, drei Wochen nach dem Abitur, Ende März 1963 in Berlin angekommen war, schickte ich verschiedene Gedichte an drei Literaturzeitschriften, «alternative», «Neue Deutsche Hefte» und S. Fischers «Neue Rundschau», die damals in Berlin von Rudolf Hartung redigiert wurde. Als Schüler ermuntert von den Zusagen dreier Herausgeber von Lyrik-> ANTHOLOGIEN («Kleines Lyrik-> ALPHABET» von V. O. Stomps, «Das > ATELIER 2» von Klaus Wagenbach, «Zeitgedichte» von Horst Bingel, alle 1963), suchte der zwanzigjährige Student, noch bevor er an der Uni eingeschrieben war, am neuen, völlig unbekannten Ort sogleich literarische Kontakte. Auch dies Vorpreschen lohnte sich, «alternative» und «Neue Rundschau» druckten je zwei Gedichte, die in der «alternative» erschienen schon im Juni, neben denen von Johannes Bobrowski.

Noch wundersamer war es, bald darauf eine Postkarte zu erhalten, die Redaktion wolle mich gern kennenlernen. Nach einem längeren Gespräch mit dem Lyriker Volker von Törne, dem Essayisten Reimar Lenz und dem Publizisten Stefan Reisner stellte sich heraus, dass die drei ihrer jahrelangen unentgeltlichen Arbeit müde waren, Herausgeber werden wollten und neue Mitarbeiter suchten. So kam es, dass ich als der nun für Lyrik zuständige