Heute wundert mich, wie oft das Wort Angst in den frühen Gedichten auftaucht. Mit achtzehn oder neunzehn entstand «Geburtstag», das so beginnt: «Meine Angst hat / im Februar Geburtstag. / Zur Feier zeche ich / mit all meinen Feinden / abendlang –» Es endet mit: «Ich möge zufrieden sein und / meine wieder so reich beschenkte Angst / zurücklegen ins Herz.» Auch die vielfach nachgedruckte «Hymne» von 1964: «Ich habe Angst vor dir, Deutschland / Wort, den Vätern erfunden, nicht uns …» Wahrscheinlich hat hier doch der sonst von mir eher verabscheute Hermann Hesse recht: «Man hat nur Angst, wenn man mit sich selber nicht einig ist.» Erst in den frühen siebziger Jahren die etwas platte Gegenwehr, die Angst den anderen zuzuschreiben: «Moritat auf Helmut Hortens Angst und Ende» oder «Ein Bankier auf der Flucht».