«Ansprachen» (1970) war das erste Buch von Peter Schneider und das erste Buch, das mich Klaus Wagenbach, bei dem ich gerade als Halbtagslektor für Literatur begann, lektorieren ließ. Es gab nicht viel zu tun, die meisten Texte waren Reden und Aufsätze, gut geschliffen und gebaut. Auch an seinen «Notizen», deutschen Ordnungswahn betreffend, und den drei Gedichten fand ich nur wenige Details zu verbessern. Wichtiger war, dass wir uns gut verstanden und er mir bald anvertraute, an einer größeren Prosaarbeit, an «Lenz» zu sitzen. Es dauerte eine Weile, bis er dem Lektor und dem Verleger ein paar Seiten zu lesen gab, wir waren sofort überzeugt von diesem ganz neuen Ton in der Nachkriegsliteratur. Ein vielversprechendes Projekt, mit dem der skrupelbeladene Autor nur langsam vorankam, das dann (aus Gründen, die in «Als die Bücher noch geholfen haben» beschrieben sind) nicht mehr bei Wagenbach, sondern im Herbst 1973 im ersten Programm des Rotbuch Verlags erschien. Ein Bestseller, der für den Start, das Ansehen und die Konsolidierung unseres neuen, kollektiv geführten Verlags enorm wichtig war. Und dem ein zweiter Bestseller folgte, «Schon bist du ein Verfassungsfeind», danach die Erzählungen «Die Wette» (1978), bevor meine und seine Zeit bei Rotbuch endete.