Anspruch

Anfang der neunziger Jahre, nach dem Fall der Mauern und strengeren Grenzbestimmungen, in einer Phase hoffnungsvoller Nüchternheit, saßen der polnische Lyriker, Übersetzer und Verleger Ryszard Krynicki, damals Posen, heute Krakau, und ich, beide Kinder des Kriegsjahrgangs 1943, in einer Wohnung in Berlin, wo Krynicki Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD war, und sprachen über das Schreiben, was naheliegend scheint, aber unter Autoren recht selten vorkommt, weil es auch für uns das diffizilste aller Themen ist. Wir beide sind äußerst schüchterne Menschen, und Ryszard ist ein noch begabterer Schweiger als