Arco di Settimio Severo

Dieser Stich von Luigi Rossini aus Rom mit dem Triumphbogen im Vordergrund und langer Treppe zu einem mächtigen Gebäude hinauf, von dem ich noch nicht wusste, dass es das Kapitol war, hing neben dem Schreibtisch meines Vaters in Wehrda, Kreis Hünfeld, wenige Schritte entfernt von der Dorfstraße mit Pfützen und Kuhfladen: VEDUTA DELLARCO DI SETTIMIO SEVERO. So prägte sich mir Rom ein, im Vordergrund ein Eselskarren mit zwei Bauern, abseits ein vornehmer Herr, eine Frau streckt den Arm weit aus, alle winzig vor der Wucht der Steine. Wie steinern, wie steingrau muss Rom sein. Je länger man auf die feinen Striche der Figuren schaut, desto mehr Rätsel, deshalb war der kindliche Blick auf diesen Stich in «Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde» zu beschreiben. Das Kind lernte: Da ist eine andere Zeit, eine andere Welt. Und fragte sich, warum dies Bild dem Vater so wichtig war. Eines der wenigen Andenken, das er bezahlen konnte, an seinen Sehnsuchtsort Rom.