Eines Abends, Frühsommer 1967, im Londoner Marquee Club, wo Pink Floyd und andere Gruppen ihre ersten Auftritte hatten, wurden mehrere Gäste, auch Rainer Nitsche (> ABBEY ROAD) und ich, von einem Londoner Girl und einer Japanerin angesprochen, die uns mitten im heftigen psychodelischen Musiklärm überreden wollten, unseren «bottom», genauer: «ass» filmen zu lassen. Gekicher, Erläuterungen, die Japanerin sei Künstlerin, wolle einfach nur möglichst viele Hinterteile filmen in einem Raum im Keller, es dauere nur fünf Minuten, garantiert. Kriminelle Aktionen waren in diesem Umfeld damals nicht bekannt, trotzdem hätte das eine Falle sein können, vielleicht etwas mit Drogen, zumal auch die ästhetische Idee nicht so ganz einleuchtete. Also sagten der deutsche Lehrersohn und der deutsche Pfarrerssohn: «Sorry, no.» Zwei, drei Monate später wurde die bis dahin unbekannte Filmerin mit ihrem Kurzfilm «Bottoms», in dem man nacheinander über hundert menschliche Hinterteile sah, in der Off-Szene berühmt. Die Aufführung wurde von der britischen Zensur verboten, ein Skandal der Film, ein Skandal sein Verbot, die Filmerin wurde bekannt in der Szene, so begann die Karriere von Yoko Ono. Nach allem, was man hörte, dank dieser «Bottoms» auch die Geschichte von Yoko Ono und John Lennon. (Wie anders wäre die Popgeschichte verlaufen, wenn der Womanizer Rainer aus Eckernförde damals im Marquee nachgegeben und Frau Ono an diesem Abend Gefallen an ihm gefunden hätte …)