Cyrus Atabay, ein aus Persien stammender, deutsch schreibender Dichter, meinte ich in einer Rezension (für die «Weltwoche» 1965) so verreißen zu müssen, dass selbst meine gleichaltrigen Kollegen (> ARNOLD, LUTZ) in einem von Walter Höllerer organisierten Fortbildungsseminar für junge Kritiker protestierten: so viel Überheblichkeit (> ARROGANZ) gehe zu weit, und meine Rezension zerpflückten. Urteile wie «lyrische Inzucht, lyrische Falschmünzerei, hochgestelztes Geschwätz» seien nur Beschimpfungen, erklärten nichts. Ich gebe zu, ich wurde rot – und ich habe meine Beschämung nicht vergessen. Aber es dauerte noch ein, zwei Jahre, bis ich die regelmäßige Literaturkritik für drei Zeitungen («Welt der Literatur», «Spandauer Volksblatt», «Weltwoche») aufgab, diese allzu leicht genommene Studentenbeschäftigung mit kleinem Verdienst und großem Überheblichkeitsgewinn.