«Brandt, es ist aus. Wir machen nicht mehr mit …», so beginnt das Gedicht «Abschied von Willy», im Dezember 1966 zuerst in der «Zeit» publiziert. Die Enttäuschung über den hochgeschätzten, verehrten Brandt und seine SPD, die gerade eine Große Koalition mit der CDU unter dem Ex-Nazi Kiesinger verabredet hatte, war bei mir und einigen anderen Jungautoren besonders groß, weil wir im Wahlkampf 1965 im «Wahlkontor deutscher Schriftsteller» mit Worten und Argumenten eifrig für Willy Brandt, Gustav Heinemann, Karl Schiller, Helmut Schmidt geworben und gegen die CDU polemisiert hatten. Ich war gerade für ein Jahr in das vergleichsweise idyllische London gezogen (> ABBEY ROAD, > ARROGANZ), konnte, als die Große Koalition beschlossen wurde, darüber nur mit Freund Rainer sprechen. Telefonieren war sehr teuer, so fiel mir als Antwort diese Art Rilke-Parodie ein, die teilweise etwas großmäulig geraten ist:
Wer jetzt nicht zweifelt, zweifelt niemals mehr.
Was jetzt versaut ist, wird es lange bleiben.
Von Feigheit, Dummheit lässt sich nichts mehr schreiben.
Kein Witz kommt auf. Verzweiflung nur und Spott, die treiben
Uns zurück, wohin ich gar nicht will,
Verflixt noch mal, ich stecke im Idyll.