Das Wort Azzurro klingt trotz der zackigen Zs und der rollenden Rs besser als Azurblau, finde ich. Das leuchtende Blau des wolkenfreien Himmels mag es überall geben, aber nirgendwo erscheint es mir wärmer, kräftiger, tiefer, abgründiger, unendlicher als über Rom oder anderen italienischen Landschaften. Bei diesem Blau könnte ich bestechlich werden, da braucht es als Zugabe nicht unbedingt die Azzurri, die Fußballer der italienischen Nationalmannschaft. Oder Adriano Celetanos Schlager «Azzurro, der Nachmittag ist viel zu azurblau und zu lang für mich». Wie schön, dass selbst die perfekte Unendlichkeit der Azzurro-Kuppel täuscht: Auch dieses Himmelsblau zeigt nur einen Teil der Strahlen der weißen Lichtbündel der Sonne in der Atmosphäre, es ist nur Fragment.