1981 zog unsere kleine Familie nach Bielefeld, da meine Frau dort an der Universität und an Hartmut von Hentigs «Laborschule» ein linguistisches Forschungsprojekt anging. Seit dem Abitur hatte ich in Berlin oder im Ausland (England, Italien, Niederlande) gelebt, also von 1963 bis 1981, und realisierte nun erst richtig, dass nach fast zwanzig Jahren diese Bundesrepublik Deutschland sich in vielem stark verändert hatte. Die Veränderungen wollten beobachtet, erfasst und beschrieben werden, aber die formale Lösung dafür war nicht leicht zu finden. Die Rolle dessen, der seines Ortes nicht sicher ist, habe ich schließlich auf einen chilenischen politischen Flüchtling übertragen (> AGROBUSINESS). So konnte, nach ausführlichen Recherchen in diesem Milieu und im Lokalen, der Roman «Adenauerplatz» begonnen werden. Der deutsch-chilenische Asylant wird Nachtwächter bei einer Sicherheitsfirma, so mischten sich politische und romantische Motive. Diese Provokation ging auf, das Buch war bei Erscheinen (1984) heftig umstritten.

Erst heute realisiert man: einer der ersten deutschen Romane zum Thema «Ausländer», der erste «umgekehrte Exil-Roman» (Egon Schwarz). Im Herbst 2015, während der sogenannten «Flüchtlingskrise», druckte die «Süddeutsche Zeitung» eine längere Passage aus dem gut dreißig Jahre zuvor geschriebenen Roman, in dem das massenhafte Anrücken von Flüchtlingen aus der Dritten Welt nach Mitteleuropa imaginiert wird (> AUSBLICK).