Bevor Sie mit dem Häkeln der Figuren loslegen, können Sie hier die dazu benötigten Maschen erlernen oder Ihr Wissen auffrischen. Alle hier und in den Anleitungen genannten und benutzten Abkürzungen finden Sie auch auf Seite 80 zum schnellen Nachschlagen. Und schon können Sie ins Reich der Fantasie starten!
Luftmaschen bilden das Fundament der meisten Häkelarbeiten. Sie sollten besonders gleichmäßig gearbeitet werden. Meistens werden sie als Kette aus mehreren Luftmaschen gehäkelt. Die Abkürzung lautet LfM.
Die Anfangsschlinge:
1 + 2 Legen Sie das Garn ca. 10 cm nach dem Fadenende zu einer Schlinge. Dabei liegt der Arbeitsfaden – das ist der vom Garnknäuel kommende Faden – unter der Schlinge. Dann in die Schlinge stechen, den Arbeitsfaden mit der Nadel holen und ein Stück weit durch die Schlinge ziehen, sodass sich die Schlaufe nicht allzu fest um die Nadel legt. Die erste Luftmasche (Lfm) ist fertig.
Die Luftmaschenkette:
1 Achten Sie beim Häkeln einer Luftmaschenkette darauf, das Fadenende mit Daumen und Mittelfinger der linken Hand zu spannen. Dann die Häkelnadel an den Arbeitsfaden legen.
2 Den Haken so drehen, dass sich der Faden darum legt, und den Faden durch die Schlinge der vorhergehenden Luftmasche ziehen.
3 Diesen Vorgang wiederholen Sie so lange, bis Sie die gewünschte Maschenzahl gehäkelt haben. Halten Sie dabei die Luftmaschenkette zwischen Daumen und Mittelfinger, um die Spannung zu halten, und achten Sie darauf, dass alle Luftmaschen dieselbe Größe haben und weder zu fest noch zu locker geraten. Sind sie zu fest, wird die erste Reihe Ihrer Arbeit nach außen fächern und das Einstechen der Nadel sehr erschwert, sind sie zu lose, ziehen sich die Maschen in der folgenden Reihe zusammen.
Luftmaschen mit Sonderfunktion sind die sogenannten Wendeluftmaschen (Wende -Lfm). Sie werden beim Arbeiten in Reihen am Ende jeder Reihe gehäkelt, um die passende Höhe für die in der nächsten Reihe folgenden Maschen zu erreichen. Wenn man auf die Wendeluftmasche(n) verzichtet, verjüngt sich die Häkelarbeit unweigerlich – es zieht an den Rändern. Wendeluftmaschen sorgen also für gerade Kanten.
In Reihen, die aus festen Maschen bestehen, wird eine Wendeluftmasche gehäkelt. Besteht die Reihe aus halben Stäbchen, werden zwei Wendeluftmaschen benötigt, bei Stäbchenreihen drei.
Luftmaschen zählen
Das Zählen von (Luft-)Maschen bereitet immer wieder Probleme. Grundsätzlich gilt: Jedes Glied der Kette ist eine Masche. Nicht mitgezählt werden Anfangsschlaufe und Arbeitsschlaufe, also die Masche, die sich gerade auf der Nadel befindet.
Kettmaschen (Km) sind die niedrigste Maschenart. Man verwendet sie z. B. als Abschlussmaschen oder zur Stabilisierung von Kanten. Außerdem benutzt man sie wegen ihrer geringen Höhe, um Häkelnadel und Faden über eine Gruppe bereits bestehender Maschen in eine neue Position zu bringen. Eine Kettmasche arbeitet man in eine LfM-Kette wie folgt:
1 + 2 In das oben liegende Maschenglied einstechen (1), dann Faden holen und durch die beiden auf der Nadel liegenden Schlaufen ziehen (2). Wird die Km in eine andere Maschenart, wie z. B. feste Maschen, gearbeitet, sticht man zu Beginn in beide Maschenglieder ein.
Feste Maschen (fM) sind sehr robust und ergeben ein festes, gleichmäßiges Maschenbild. Beim Häkeln wird keine andere Maschenart so häufig verwendet wie die feste Masche. Auch zum Häkeln von Figuren sind sie ideal.
1 Mit der Nadel in die oberen beiden Maschenglieder der Masche der Vorreihe einstechen. Faden holen und durch die erste auf der Nadel liegende Schlaufe ziehen. Damit liegen 2 Schlaufen auf der Nadel.
2 Nun den Faden erneut um die Nadel legen und durch beide Schlaufen ziehen. Damit ist die Masche fertig und die nächste feste Masche kann in die nächste Masche der Vorreihe gehäkelt werden.
Wenn Sie die festen Maschen als erste Reihe in eine Luftmaschenkette arbeiten, müssen Sie die Basiskette eine Masche länger häkeln, als für den Anschlag vorgesehen (siehe Wendeluftmasche). Diese Masche überschlagen Sie dann am Reihenanfang, d. h., Sie stechen von der Nadel aus gesehen in die zweite Luftmasche ein.
Halbe Stäbchen (hStb) ähneln in ihrem Musterbild den festen Maschen, sind jedoch lockerer und außerdem etwas höher. Das liegt daran, dass sie mit einem zusätzlichen Umschlag gearbeitet werden, und zwar so:
1 Um ein halbes Stäbchen zu häkeln, legt man den Faden zunächst einmal um die Nadel, d. h., man macht einen sogenannten Umschlag.
2 Dann sticht man in die oberen beiden Maschenglieder der Vorreihe ein. Nun sind drei Schlaufen auf der Nadel.
3 Im nächsten Schritt den Faden holen und durch die erste auf der Nadel liegende Schlaufe ziehen. Auf der Nadel sind immer noch drei Schlaufen.
4 Faden erneut holen und in einem Rutsch durch die drei auf der Nadel liegenden Schlaufen ziehen. Wenn Sie in Reihen häkeln, am Ende der Reihe zwei Wendemaschen arbeiten und in der nächsten Reihe in die vorletzte Masche der Vorreihe einstechen: Die Wendemaschen zählen als erste Masche.
Stäbchen (Stb) werden in Häkelmustern häufig in Kombination mit anderen Maschen oder in diversen Variationen verwendet und bringen Höhe in die Häkelarbeit.
1 Legen Sie den Faden zunächst einmal um die Nadel, um einen Umschlag zu machen, und stechen Sie dann in die oberen beiden Maschenglieder der Vorreihe ein, sodass drei Schlaufen auf der Nadel liegen.
2 Im nächsten Schritt wird der Faden geholt und durch die erste auf der Nadel liegende Schlaufe gezogen. Damit hat man weiterhin drei Schlaufen auf der Nadel.
3 Dann holt man den Faden erneut und zieht ihn durch die ersten beiden Schlaufen auf der Nadel. So verbleiben noch zwei Schlaufen.
4 Holen Sie den Faden jetzt noch ein letztes Mal und ziehen Sie ihn durch diese beiden Schlaufen. Damit ist das Stäbchen fertig gehäkelt.
Für ein Doppelstäbchen (DStb) gehen Sie genauso vor, machen jedoch zu Beginn zwei Umschläge um die Nadel und arbeiten Schritt 3 des Stäbchens zwei Mal.
Beim Häkeln in Reihen wird das erste Stäbchen durch drei Wendeluftmaschen ersetzt. Eingestochen wird für das zweite Stäbchen dann wie bei den halben Stäbchen in die vorletzte Masche der Vorreihe.
Maschen werden ab- und zugenommen, um der Häkelarbeit die gewünschte Form zu verleihen.
Um eine Masche innerhalb einer Reihe/Runde zuzunehmen, häkeln Sie einfach zwei Maschen der gewünschten Maschenart in eine Einstichstelle. Dies ist am Anfang, aber auch mitten in der Reihe/Runde möglich. Sie können auch über eine Reihe/ Runde verteilt mehrere Maschen zunehmen. In einer Häkelanleitung ist meist ganz genau angegeben, an welchen Stellen zugenommen werden soll, z. B. in einer Reihe/Runde „jede 3. Masche verdoppeln“.
Um Maschen innerhalb einer Reihe/Runde abzunehmen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Eine Methode besteht darin, einfach eine Masche zu überspringen. Allerdings entsteht dann an dieser Stelle ein Loch. Bei Arbeiten, die nur aus festen Maschen bestehen, ist das Loch ggf. so klein, dass es vernachlässigbar ist. Je größer (höher) die Maschenart, desto größer jedoch das Loch. Ein Loch können Sie verhindern, indem Sie zur Verringerung der Maschenzahl in einer Reihe/Runde mehrere Maschen zusammen abmaschen. Dazu arbeiten Sie die Maschen, die gemeinsam abgemascht werden sollen, zunächst alle bis auf den letzten Arbeitsschritt zu Ende, um dann zum Schluss den Faden in einem Rutsch durch alle auf der Nadel liegenden Schlingen zu ziehen. Das folgende Beispiel illustriert, wie man zwei Stäbchen zusammen abmascht.
1 Zunächst das erste Stäbchen arbeiten, bis nur noch zwei Schlingen auf der Nadel liegen: Dazu den Faden einmal um die Nadel legen, in die Masche der Vorreihe einstechen, Faden holen. Nun liegen drei Schlaufen auf der Nadel. Faden noch einmal holen und durch die ersten beiden Schlaufen auf der Nadel ziehen, sodass Sie nur noch zwei Schlaufen auf der Nadel haben.
2 Dann auf die gleiche Weise das zweite Stäbchen in die nächste Masche der Vorreihe arbeiten. Zum Schluss liegen drei Schlaufen auf der Nadel. Nun den Faden holen und durch alle drei Schlaufen ziehen.
Kein Knäuel hält ewig, und es kann auch vorkommen, dass Ihr Arbeitsmaterial sich unauflösbar verknotet hat oder an einer Stelle schlecht versponnen ist. Dann müssen Sie einen neuen Faden ansetzen. Das Gleiche gilt, wenn Sie einen Farbwechsel vornehmen. Am besten eignet sich zum Anschlingen eines neuen Fadens der Reihenanfang, doch es geht auch innerhalb einer Reihe oder Runde.
Dieses Verfahren eignet sich für jede Maschenart, wenn es darum geht, am Anfang einer Reihe einen neuen Faden anzuschlingen.
Sichern Sie zunächst den alten Faden, indem Sie ihn durch die Arbeitsschlinge ziehen. Nun machen Sie eine neue Anfangsschlinge und legen diese auf die Nadel. Dann mit der Nadel in die erste Masche der Reihe einstechen, Faden holen und durch die Masche und die Anfangsschlinge ziehen. Mit dem neuen Faden weiterarbeiten. Wenn Sie Ihre Arbeit beendet haben, lösen Sie die Anfangsschlinge vorsichtig und vernähen den Faden gut.
Diese Methode können Sie verwenden, um beim Arbeiten in festen Maschen am Anfang oder innerhalb einer Reihe oder Runde einen neuen Faden anzusetzen.
1 Wenn Sie den neuen Faden am Anfang einer Reihe anschlingen wollen, arbeiten Sie die letzte Masche der Vorreihe bis zum vorletzten Arbeitsschritt einschließlich. Das bedeutet, dass Sie noch zwei Schlingen auf der Nadel haben. Nun holen Sie statt des alten Fadens den neuen Faden, ziehen ihn durch beide Schlingen und arbeiten die neue Reihe mit dem neuen Faden.
2 Zum Ansetzen des Fadens mitten in einer Reihe oder Runde häkeln Sie die letzte Masche mit dem alten Faden bis zum vorletzten Arbeitsschritt, sodass noch zwei Schlaufen auf der Nadel liegen. Nun mit der Nadel den neuen Faden holen, durch die beiden Schlaufen ziehen, Luftmasche häkeln und wie gewohnt weiterarbeiten.
Zum Häkeln eines Kreises häkelt man in Runden von innen nach außen. Zum Häkeln von Kreisen eignen sich alle Grundmaschenarten. Basis jeder kreisförmigen Arbeit sind zwei oder mehr Luftmaschen, um die dann die weiteren Runden gearbeitet werden. Dabei wird die in den Anleitungen angegebene Einstichmasche immer von der Nadel aus gezählt, z. B. „2 Lfm, 6 fM in 2. Lfm“ = 2 Luftmaschen häkeln, dann 6 feste Maschen in die 2. Luftmasche von der Nadel aus arbeiten.
Das Häkeln in endlosen Spiralrunden ist sehr unproblematisch, es empfiehlt sich jedoch, den Reihenbeginn immer mit einem Maschenmarkierer zu kennzeichnen, damit Sie bei den Zunahmen nicht den Überblick verlieren und wissen, wann eine Runde zu Ende gehäkelt ist. Je nachdem, wie viele Luftmaschen Sie zu Beginn des Kreises anschlagen, ist das Loch in der Kreismitte kleiner oder größer. Häkeln Sie mehr als zwei Luftmaschen, müssen diese mit einer Kettmasche in die erste Luftmasche zum Ring geschlossen werden, bevor Sie die nächste Runde des Kreises häkeln.
Alle Kreise bzw. runden Flächen bei den Modellen hinten im Buch werden hauptsächlich mit festen Maschen gehäkelt. Um den Verlauf der Spirale im Folgenden besser sichtbar zu machen, wurde diese jedoch mit Stäbchen gehäkelt. Die grundsätzliche Technik bleibt bei allen Grundmaschenarten dieselbe.
1 Schlagen Sie zwei oder mehr Luftmaschen an und häkeln Sie die erste Runde mit der gewünschten Maschenanzahl in die zweite Luftmasche von der Nadel aus oder, bei drei oder mehr Luftmaschen, in die erste Luftmasche nach der Kettmasche. In der Regel werden bei Kreisen ohne Loch in der Mitte (= Start mit zwei Luftmaschen) in der ersten Runde sechs feste Maschen gehäkelt. Mehr Maschen würden die Arbeit wellen, weniger sie zu sehr straffen.
2 Häkeln Sie zwei Maschen in die erste Masche der Vorrunde und hängen Sie einen Maschenmarkierer in die erste der beiden.
3 Häkeln Sie nun je zwei Maschen in jede Masche der Vorrunde (= jede Masche verdoppeln), bis Sie wieder am Rundenanfang mit der Markierung angelangt sind. Maschenmarkierer entfernen und in die erste Masche der nächsten Runde wieder einhängen.
Möchten Sie einen flachen Kreis häkeln, reicht es im Normalfall, in den folgenden Runden alle zwei bis drei Maschen eine Zunahme zu häkeln, also jede zweite bis dritte Masche zu verdoppeln. Für eine runde oder halbrunde Form wie einen Kopf oder eine Schale, die mit sechs Maschen in der ersten Runde begonnen wurde, wird in der Regel in den nun folgenden Runden jede 3., dann jede 4., 5., 6. Masche und so weiter verdoppelt. Auf diese Weise wölben sich die Ränder automatisch nach oben. Häkeln Sie so lange weiter, bis die Arbeit die gewünschte Größe erreicht hat. In der Anleitung wird jeweils angegeben, an welcher Stelle wie viele Zunahmen gemacht werden, also wo wie viele Maschen verdoppelt werden sollen.
Eine Häkelarbeit wird abgeschlossen, indem der Faden ca. 10 cm lang abgeschnitten, durch die letzte Masche gezogen und dann mit einer Nadel mit ausreichend großem Öhr und ohne Spitze (Wollnadel) vernäht wird. Dies ist der Standard-Abschluss und wird in den Anleitungen im Buch nicht erneut vermerkt.
Bei manchen Modellteilen muss der Faden jedoch länger abgeschnitten werden, er dient dann später direkt zum Annähen der Teile aneinander. Schneiden Sie den Faden in diesem Fall ca. 20 bis 30 cm lang ab, je nach Umfang der notwendigen Näharbeiten. Bei rund gehäkelten Teilen kann der Faden auch zum Abschluss nochmals durch alle Maschen geführt und dann zusammengezogen werden, sodass die Öffnung des Häkelteils sich schließt. In diesen beiden Fällen findet sich eine entsprechende Anweisung in den Anleitungen.
Sicherheitsaugen bestehen i. d. R. aus einem Kunststoffauge mit einem Stiel mit Widerhaken sowie einem Gegenstück, das auf den Stiel aufgesteckt wird. Besonders, wenn Häkelfiguren in die Reichweite von Kindern gelangen können, sollten Sie unbedingt Sicherheitsaugen verwenden, da diese sich nur sehr schwer versehentlich lösen können.
1 Um das Auge zu befestigen, dieses an der gewünschten Stelle einstechen und das Gegenstück aufsetzen, wie auf dem Foto zu sehen.
2 Dann das Gegenstück bis über den letzten Widerhaken auf den Augenstiel schieben. Mithilfe einer Unterlegscheibe lässt sich das Gegenstück besser fassen und mit mehr Druck schieben.
Für einige Modelle im Buch werden Rück-, Knötchen- und Margeritenstich für Verzierungen benötigt. Für einen einfachen Rückstich, mit dem sich durchgezogene Linien sticken lassen, ein Fadenende verknoten und mit Nadel und Faden eine Stichlänge vom vorgesehenen Linienanfang entfernt von unten nach oben ausstechen. Dann am vorgesehenen Linienanfang von oben nach unten einstechen, Faden durchziehen, und eine Stichlänge von der ersten Ausstichstelle entfernt wieder ausstechen. Oben erneut einen Rückstich machen und so weiter, bis die gewünschte Länge der Linie erreicht ist.
Knötchen- und Margeritenstich sind etwas komplexer und werden wie folgt gearbeitet:
1 Einen Knoten in das Fadenende machen. Von unten nach oben aus dem Stoff ausstechen.
2 Den Faden nun zwei Mal von links nach rechts um die Nadel wickeln.
3 Die Nadel dann wieder in die Ausstichsstelle von Punkt 1 einstechen bzw. knapp daneben.
4 Vor und während des Durchziehens der Nadel die Wicklung mit den Fingern stets kompakt halten und nah an den Stoff schieben, bis die Nadel vollständig durchgezogen wurde. Der Knötchenstich ist fertig.
1 Ein Fadenende verknoten, mit Nadel und Faden ausstechen, zum Ausstechpunkt zurückführen, erneut einstechen und die Nadelspitze eine Stichlänge darüber oder darunter wieder ausstechen. Faden um die Nadelspitze legen und Nadel locker durchziehen, sodass eine Schlaufe entsteht.
2 Kurz über der Schlaufe einstechen und so die Schlaufe fixieren. Das erste Blütenblatt ist fertig.
3 Die nächsten Blütenblätter genauso arbeiten, dabei um die erste Ausstichstelle als zentralen Punkt herum arbeiten, in den immer wieder aus- bzw. eingestochen wird.