Kapitel Zwei­und­zwanzig
Als Levi die Turnhalle verließ, erwartete ihn Doug Mason. Der Mann forderte ihn mit einer Geste auf, ein Stück mit ihm zu gehen. »Was gibt’s?«
»Haben Sie etwas von Lucy gehört?«, fragte Doug.
Levi schüttelte den Kopf. »Hätte ich sollen? Sie ist vor vier Tagen von mir zu Hause weg, nachdem Ihre Leute den Großteil von Flushing auseinandergenommen haben – was übrigens aus irgendeinem Grund nie in den Nachrichten war. Seither hab ich nichts von ihr gehört. Warum?«
Mason runzelte die Stirn. »Ihr Telefon ist offline, seit Sie Ihre Wohnung verlassen hat. Und sie hat auch nichts gesagt, bevor sie gegangen ist? Wohin sie wollte?«
Als Levi den Geheimagenten – oder was immer er sein mochte – betrachtete, konnte er wenig Mitgefühl für seine Notlage aufbringen. »Steckt sie in Schwierigkeiten?«
»Nein. Ich habe sämtliche Aufzeichnungen über sie vollständig beseitigt. Ihre Weste ist blütenweiß.«
»Und die Triade? Was ist aus der geworden?«
Mason grinste. »Wir haben fast 200 Möchtegern-Käufer und 50 Menschenhändler verhaftet, außerdem sind wir hinter weiteren 100 Verdächtigen her, alle im Inland. Die Behörden in Hongkong haben knapp 1000 direkte Mitglieder des Syndikats aus dem Verkehr gezogen, unter anderem die oberste Führungsriege der Organisation.«
»Sie haben der Schlange den Kopf abgeschlagen. Glückwunsch.«
Der Bundesagent nickte und seufzte. »Es ist ein Anfang. Aber sobald ein Menschenhändlerring gesprengt wird, scheinen zwei aus dem Boden zu sprießen. Es ist ein Problem, das nie endet.«
»Gibt’s sonst noch etwas?«
»Anspach. Wir können ihn nach wie vor nicht finden. Sie haben nicht zufällig ...«
»Ich habe keine Ahnung.«
Mason starrte ihn an. »Ganz sicher?«
Levi blieb stehen und sah dem Mann unverwandt in die Augen. »Würde ich Sie belügen?«
Mason gab einen zynischen Laut von sich und brummte. »Wahrscheinlich haben Sie ihn durch den Fleischwolf gedreht und als Bolognese-Soße serviert.«
Levi zog die Augenbrauen hoch. »Wissen Sie, das ist eigentlich gar keine üble Idee.«
Obwohl der Taxifahrer den Verkehr in den Straßen Manhattans wüst verfluchte, lächelte Levi zufrieden. Nichts würde ihm die gute Laune verderben. Er war fertig mit Washington, D. C. Kein Gepäck, keine Pseudo-Freundin, keine Verpflichtungen, nichts.
Das Taxi rollte an der East 86th Street vorbei und vor das vertraute Gebäude mit den Marmorsäulen zu beiden Seiten des Eingangs. Levi hatte sich immer noch nicht ganz daran gewöhnt, eine Adresse in der Park Avenue zu haben, auch wenn das Gebäude der Mafia gehörte. Die Worte »The Helmsley Arms«, die in Blattgold über den drei Meter hohen Türen prangten, zeugten von Vinnies Stil, und irgendwie funktionierte alles.
Es war ein Zuhause.
Als Levi aus dem Wagen stieg, umfing ihn die kühle, feuchte Luft der Stadt. Die gedämpften Gerüche, die Feuchtigkeit, die Wolkendecke – es würde in der Nacht schneien.
Die Türen öffneten sich, als sich Levi dem Eingang näherte. Frankie trat heraus und empfing ihn mit einem Lächeln. »Er ist wieder da!«
Levi bedachte ihn mit einem fragenden Blick, als sie sich umarmten und das Gebäude betraten. »Wo sollte ich denn sonst sein?«
Frankie schlang den Arm um Levis Schultern, als er ihn zu den Aufzügen begleitete. Kaum hatten sich die Fahrstuhltüren hinter ihnen geschlossen, meinte Frankie in unbeschwertem Ton: »Vinnie dachte, nachdem du dem Yakuza-Boss seine Enkelin zurückgeholt hast, würde er vielleicht versuchen, dich wegzulocken. Du weißt schon, um für ihn zu arbeiten. Er hat halb mit einem Brief von ihm in der Post gerechnet.«
Levi drehte sich dem Sicherheitsleiter der Familie Bianchi zu, als Frankie den Knopf für die oberste Etage drückte. In ihrer Branche scherzte man nicht darüber, die Zugehörigkeit zu wechseln. Das galt als sicherer Weg, sich eine Kugel einzufangen.
»Darüber macht man nicht mal Scherze«, sagte er.
Sein Freund lachte und klopfte ihm auf die Schulter. »Er hat’s nicht bös gemeint. Wirst du gleich sehen.«
Plötzlich sprang Levis Warnradar massiv an.
Sie verließen den Aufzug und gingen einen kurzen Flur entlang. Zwei weitere Mafiosi sprangen von ihren Stühlen auf und öffneten eine Doppeltür zu Don Bianchis Salon.
Als Frankie und Levi eintraten, hämmerte Levis Herz laut. Seine Sinne kribbelten. Beinah vermeinte er, das Knistern der Elektrizität in jeder Faser seiner Muskeln zu hören.
Der Raum hatte sich nicht verändert, seit er zuletzt hier gewesen war. Dieselben zwei Kamine, beide angezündet. Vinnies großer Schreibtisch, die Bar, die Sessel, die geschnitzte Holzvertäfelung, die Nachbildung der Venus de Milo .
Es war niemand anwesend.
Levi bemühte sich, ruhig zu atmen, und rechnete halb mit dem Schlimmsten, als sich die Tür am gegenüberliegenden Ende des Raums öffnete.
Don Vincenzo Bianchi, Oberhaupt der Mafiafamilie Bianchi und Levis lebenslanger Freund, kam herein. Ihre Blicke begegneten sich, und Vinnies Lächeln verriet Levi alles, was er wissen musste.
Der Mann war nervös.
»Levi!« Vinnie durchquerte den Salon mit schnellen Schritten. Sie umarmten sich und küssten sich gegenseitig auf die Wangen. Wie üblich – und vor allem, wenn er nervös war – schenkte sich der Don einen Amaretto Sour ein. »Kann ich dir ein Selters richten?«
»Nein, danke, ich möchte nichts.«
Frankie ging hinter Vinnies Schreibtisch und kehrte mit einer großen, teuer aussehenden Reisetruhe zurück. Levis Anspannung schlug in Richtung Verwirrung um.
»Weißt du was, Vinnie? Vielleicht nehm ich doch ein Glas Selters.« Levi ging zur Bar hinüber, wo Vinnie eine CO2 -Patrone in einen großen Metallkanister einlegte. Wenig später saßen die drei Männer mit ihren Getränken um eines der Feuer.
Levi wartete geduldig. Er wusste, dass er aus einem bestimmten Grund hierher gebracht worden war. Vereinzelt warf er Blicke zu der Reisetruhe, die auf Rollen zwischen Vinnie und Frankie stand. Sie wies keinerlei Kennzeichnung auf.
»Ich weiß, dass du deinen Vertrag mit dem Tanaka-Syndikat erfüllt hast.« Vinnie nippte an seinem bernsteingelben Drink und deutete dann damit auf Levi. »Man war ausgesprochen zufrieden mit dir.«
»Um ehrlich zu sein, war mir nicht klar, dass wir einen echten Vertrag hatten. Immerhin hab ich Watanabe nur versprochen, dass ich mein Bestes tun würde, um die Enkelin seines Bosses zu finden.«
Frankie schlug die Beine auseinander, beugte sich vor und stellte seinen Drink auf der Armlehne des Ohrensessels aus Leder ab. »Glaub mir, Vinnie hat einen super Deal ausgehandelt. Zu unserem Glück hast du’s durchgezogen.«
Levi zeigte auf die Truhe. »Ist das ein Teil des Deals?«
Vinnie schüttelte den Kopf und räusperte sich. »Ich hatte heute Morgen einen Anruf von diesem Watanabe. Sein Boss war an der Strippe, er hat für ihn gedolmetscht. So, wie der Mann von dir gesprochen hat, hätte man meinen können, er redet über seinen leiblichen Sohn. Levi, keine Ahnung, ob er ’ne Schraube locker hatte oder so, jedenfalls war es mehr als merkwürdig. Er hat mich gebeten, ihm einen Gefallen zu gewähren. Für dich.«
Verwirrt zeigte Levi auf sich. »Einen Gefallen für mich?«
»Gib dir das: Er wollte wissen, wie viel es kostet, dich aus unserem Arrangement herauszukaufen und dir die Freiheit zu ermöglichen.«
Levi verstand nicht. Tanaka und er hatten sich kaum richtig kennengelernt, trotzdem wollte ihn der alte Mann aus dem Geschäft haben. Außer Gefahr. Warum?
Und plötzlich ergab es einen Sinn.
Zu Levis Überraschung breitete sich ein warmes Gefühl in seiner Brust aus. Er drängte es zurück und holte tief Luft.
»Levi ...« Vinnie sprach leise und klang auf einmal heiser. »Es spielt keine Rolle, was du machst. Wenn du dich schneidest, blute ich. Mir fiele im Traum nicht ein, dich von irgendwas abzuhalten. Als du nach Marys Tod gegangen bist, hab ich keine Fragen gestellt. Ich hab dich verstanden.
Als du zurückgekommen bist – auch keine Fragen.
Und wenn du jetzt gehen willst, versteh ich das, und es wird wieder keine Fragen geben.«
Levi holte erneut tief Luft und blies sie aus. Er schüttelte den Kopf und wollte gerade etwas sagen, als Vinnie ein Zeichen in Frankies Richtung gab.
Frankie stand auf und rollte die schwere Truhe zu Levi.
»Mach sie auf, Levi«, sagte Vinnie. »Was immer da drin ist, es gehört dir. Ein Geschenk von Tanaka, eine Art Bonus.«
Frankie schnaubte, als Levi die Metallschnallen der Truhe öffnete. »Tja, das Ding haben heute Morgen vier der größten asiatischen Muskelprotze hergeschleppt, die ich je außerhalb eines Zoos gesehen hab.«
Levi ließ die letzte Schnalle aufschnappen und klappte den Deckel hoch – dann fiel ihm die Kinnlade runter. Die Truhe enthielt ein Vermögen in Dollar, Yen und Euro. Zig Kilo Bargeld. »Das nenn ich mal ’nen Bonus.« Eine Überschlagsrechnung im Kopf ergab, dass es sich leicht um mehrere Millionen Dollar handelte. Vielleicht zehn? 20?
Frankie stieß einen Pfiff aus. »Mann, so was sieht man nicht alle Tage.«
Auf dem riesigen Geldhaufen lag eine schwarz lackierte Geschenkkassette aus Holz, ungefähr einen halben Meter lang, mit einem glänzenden goldenen Verschluss. Levi hob sie auf und öffnete sie.
Die Kassette enthielt eine mit einem roten Seidenband verschnürte Schriftrolle. Darunter befand sich ein länglicher, in ein grünes Tuch gewickelter Gegenstand.
Levi löste das Band und breitete die Schriftrolle aus.
Sie enthielt eine mit Tinte verfasste Botschaft auf Japanisch, präzise gezeichnet, aber ohne künstlerisches Flair. Nicht Ryukis Handschrift. Die von Tanaka?
Levi,
mein Flugzeug hat gerade US-Gebiet erreicht. In wenigen Stunden sehen wir uns wieder. Ich vermag nicht ansatzweise, meine Dankbarkeit für alles auszudrücken, was Sie für mich und meine Enkelin getan haben, die mir teurer als alles ist, was ich besitze.
Ich habe mit Ihrem Don Bianchi gesprochen und dabei erkannt, dass Sie und er nicht wirklich kohai und senpai sind, Untergebener und Vorgesetzter. Zumindest sieht es sein Herz nicht so. Er betrachtet sie als lieben Bruder, auch wenn er es vielleicht nicht ausspricht. Ryuki hat gedolmetscht, aber ich konnte seine Stimme, seine Emotionen hören und die Bedeutung seiner Worte fühlen.
Levi spähte zu Vinnie und achtete darauf, gleichmäßig weiterzuatmen. Er konzentrierte sich wieder auf das Papier in seiner Hand.
Wie Sie vermutlich gerade sehen, habe ich Ihnen die Mittel für einen Neuanfang bereitgestellt. Ich kann Ihnen nur wünschen, was ich meinem Sohn ermöglichen wollte: die Grundlage für ein gesundes, glückliches und langes Leben.
Ich wünsche mir aufrichtig, dass Sie einen anderen Weg als den in Betracht ziehen, den wir beide gewählt haben. Damit können Sie es, hoffe ich. Aber auch, wenn Sie in dieser Branche bleiben, sollen Sie wissen, dass Sie in mir einen Verbündeten und Freund haben. Dasselbe gilt für jene, die mir gegenüber loyal sind.
Ich wünsche Ihnen nur das Beste.
Außerdem habe ich etwas hinzugefügt, von dem ich denke, dass allein Sie es zu schätzen wissen. Es war der kostbarste Besitz meines Sohns, bevor er nach Amerika ging, ungefähr zu der Zeit, als Sie ihn gekannt haben. Benutzen Sie es nach Ihrem Ehrempfinden.
Shinzo Tanaka
Neugier durchströmte Levi, als er das grüne Tuch behutsam auswickelte. Er schnappte nach Luft, als ein funkelnder Dolch zum Vorschein kam – ein Tanto .
Niemand sonst existierte auf der Welt in jenem Moment, als Levis Herz raste und seine Erinnerung ein Dutzend Jahre in die Vergangenheit schwenkte. Damals hatte er von Meister Oyama, seinem Kampfkunstlehrer, ein genau solches Geschenk erhalten.
Balance, Gewicht und natürlich das Zeichen des Herstellers – Juns Messer erwies sich als beinah exaktes Ebenbild.
Levis eigener Tanto war ihm vor über einem Jahr gestohlen worden. Er schaute zu Frankie und Vinnie auf, die ihn schweigend beobachteten. Levi hob sich den Dolch an die Lippen, küsste ihn, legte ihn zurück in die Kassette und schloss lächelnd den Deckel. »Also, das war definitiv unerwartet.« Er platzierte die Kassette wieder auf dem Geld. »Irgendeine Schätzung, wie viel da drin ist?«
»Plus minus 30 Millionen«, antwortete Frankie.
»Also, was meinst du?«, fragte Vinnie. »Hebst du ab nach Hawaii, kaufst dir dort eine schicke Hütte und vergnügst dich für den Rest deines Lebens mit Hula-Mädchen am Strand?«
Levi stand auf und verdrehte die Augen. »Ich hab zu Hause bei meiner Mutter genug Mädchen, die eine Ausbildung, Kleidung, Bücher und mit der Zeit noch allen möglichen sonstigen Kram brauchen.« Er ging um die Truhe herum und herzte den Don. »Ich hebe nirgendwohin ab.«
Vinnie umarmte ihn innig und flüsterte: »Du bist immer mein Bruder gewesen, vergiss das nie. Ich würde für dich sterben, Levi.«
»Kann ich nur zurückgeben.« Levi löste sich von ihm und sah Vinnie in die Augen. Sie glänzten feucht und erwiesen sich als leicht gerötet, höchstwahrscheinlich vor Emotionen. »Weißt du noch, dass du mich mal ’nen Engel in Teufelsgestalt genannt hast?«
Der Don wischte sich über die Augen. »Kann sein, vielleicht.« Er tätschelte Levis Brust und schmunzelte. »Passt jedenfalls für dich wie die Faust aufs Auge.« Dann wandte er sich an Frankie und zeigte auf die Truhe. »Rede mit den Rosenbergs. Sie müssen das Geld so ins System schleusen, dass Levi nichts davon an die Behörden abtreten muss.«
Während Vinnie und Frankie fachsimpelten, ließ Levi in Gedanken Revue passieren, wie Vinnie auf die Erwähnung jener Floskel reagiert hatte.
Mason konnte doch unmöglich rein zufällig auf dieselben Worte gekommen sein, oder? Andererseits konnte sich Levi nicht vorstellen, dass Vinnie irgendetwas mit Mason oder sonstigen Agenten zu tun haben könnte. Vinnie hatte nie etwas anderes als tiefreichende Verachtung für jegliche Behörden übrig gehabt.
Levi blickte auf das Bargeld hinab. Allmählich dämmerte ihm, was eine so schwindelerregende Summe in Wirklichkeit für ihn bedeutete. Ihn hatte immer nagend beunruhigt, wie er seine Mutter und die Kinder versorgen sollte, vor allem, falls ihm etwas zustieße. Aber damit könnte er es so einrichten, dass es ihnen nie an etwas fehlen würde, ganz gleich, was aus ihm wurde.
Er schloss die Augen, atmete tief durch und lächelte.
Da er im Augenblick keine komplizierte Beziehung hatte, ihm keine Bundesagenten im Nacken saßen und gerade niemand etwas von ihm erwartete, nahm das Leben endlich wieder einen gewissen Anschein von Normalität an.
Levi schlief tief und fest, als das Telefon klingelte. Benommen setzte er sich auf, hob das Handteil aus der Halterung und meldete sich. »Ja?«
»Tut mir leid, Levi. Hier ist Tony vom Eingang. Wir haben hier ’ne Lady namens Lucy. Sie sagt, sie kennt dich und es ist wichtig, aber sie hat ziemlich deutlich gemacht, dass sie sich nicht von uns filzen lässt.«
Levi rieb sich den Schlaf aus den Augen und stellte fest, dass es drei Uhr morgens war. Er schmunzelte. »Asiatin, richtig? Unheimlich heiß, aber wenn Blicke töten könnten, wärt ihr schon alle im Jenseits, stimmt’s?«
»Mehr als heiß, und ja. Stimmt haargenau.«
»Okay, schick sie rauf. Ich rede mit ihr.«
»Geht klar.«
Wackelig rappelte sich Levi aus dem Bett. Als er die Tür erreichte, hörte er bereits das erste Klopfen.
Er öffnete, und da stand sie, betörend und statuenhaft wie immer. Ein paar Schneeflocken funkelten in ihrem pechschwarzen Haar.
Sie trat einen Schritt auf ihn zu. »Denk dran, nicht anfassen.«
Dann schlang sie ihren Arm um seinen Nacken, zog ihn für einen Kuss zu sich und schmiegte sich an ihn.
Bevor er wusste, wie ihm geschah, ging sie an ihm vorbei und nahm auf demselben Ledersessel wie bei ihrem letzten Besuch Platz.
Völlig verwirrt sah Levi sie an. »Was ...«
»Ich wollte sicherstellen, dass ich deine volle Aufmerksamkeit habe.« Ihr leicht russischer Akzent kam deutlicher zur Geltung. »Ich habe einen Vorschlag für dich.«
»Ach ja?« Levi stand am Couchtisch. »Etwas, wofür ich mich lieber setzen sollte?«
Lucy lächelte – ein bei ihr ungewöhnlicher Gesichtsausdruck. Sie wirkte freudig erregt über etwas. »Ja, wahrscheinlich solltest du lieber sitzen.«
Levi nahm Platz. Unwillkürlich durchlebte er in Gedanken, was sich soeben an seiner Eingangstür abgespielt hatte.
»Na schön, was gibt’s?«
Lucy lehnte sich vor. Ihr Lächeln wurde breiter. »Ich denke, du und ich müssen unser eigenes Unternehmen gründen.«