Snoop-ID: ANON101

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Elliot ist tot. Das sieht man, dafür muss man ihn nicht anfassen. Er ist in vollkommen unnatürlicher Haltung zusammengesackt, ein Arm baumelt herunter, der Kaffee bildet einen Ring um sein Gesicht.

Aber das ist noch nicht alles. Auch sein Laptop spricht eine deutliche Sprache. Elliot wäre lieber gestorben, als jemanden an diesen Computer zu lassen.

Man hat ihn – zerstört ist nicht ganz das richtige Wort. Er wurde ausgelöscht. Die Tastatur wurde herausgebrochen, sodass man das Innenleben sehen kann. Der LCD-Monitor ist gesprungen, ein dunkler Fleck bereitet sich darauf aus. Die Festplatte wurde herausgerissen, gewaltsam geöffnet, verdreht und verbogen.

»Was –« Tophers Gesicht ist kalkweiß. So erschrocken habe ich ihn noch nicht erlebt. »Was ist passiert? O Gott, er wollte mir etwas sagen – und ich wollte nicht – o Gott …«

Er taumelt aus dem Zimmer. Er sieht aus, als müsste er sich übergeben.

Ani wirkt wie betäubt. Sie steht mit offenem Mund da, während ihr die Tränen über das Gesicht laufen. Schließlich nimmt Tiger sie am Arm und führt sie weg.

Erin spricht als Erste.

»Alle raus.«

»Raus hier. Raus aus dem Zimmer. Das hier ist ein Tatort.«

Sie geht zu Elliot, legt ihm zwei Finger an den Hals, schiebt die Augenlider hoch, blickt zu Danny und schüttelt leicht den Kopf.

»Na los, worauf warten Sie?«, sagt Danny fast schon zornig. »Habt ihr nicht gehört, was sie gesagt hat? Raus!«

Wir verlassen nacheinander das Zimmer. Erin zieht einen Generalschlüssel aus der Hosentasche und schließt hinter uns ab. Nach außen hin wirkt sie ruhig, aber sie muss bestimmt aufsteigende Panik unterdrücken.

»Inigo, ich weiß, dass ich Ihnen das nicht sagen muss, aber bitte prüfen Sie weiter, ob Ihr Handy Empfang hat. Wir müssen jetzt unbedingt die Polizei verständigen.«

»Hm, ja, natürlich.« Inigo ist ebenso fassungslos wie Carl. »Ich schaue gleich nach. Ich hab es unten liegen lassen.«

»Was können wir tun?«, fragt Miranda ratlos. »Was können wir tun?«

»Nichts«, sagt Erin. Ihre Miene hat sich verdüstert. »Wir können überhaupt nichts tun. Außer uns zusammenzureißen, bis die Bergwacht hier ist.«