Snoop-ID: ANON101

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Irgendetwas stimmt nicht mit Erin, aber ich weiß nicht, was. Sie behauptet, sie mache sich Sorgen um Danny, aber warum jetzt auf einmal? Bis vor zwei Stunden war sie noch ganz munter. Dann wurde sie nervös und gereizt.

Wir liegen seit etwa einer Stunde in der Dunkelheit, aber sie schläft nicht. Ich kann sehen, dass sie die Augen offen hat, weil sich das Licht der Glut darin spiegelt. Sie liegt einfach da und beobachtet mich. Sie denkt nach.

Worüber denkt sie bloß nach?

Ich kneife die Augen zu und versuche, so normal wie möglich auszusehen.

Ein paar Minuten später knarren die Sprungfedern der Matratze. Erin schwingt vorsichtig die Beine aus dem Bett.

»Wo gehst du hin?«

Sie fährt zusammen wie ein Verbrecher, den man auf frischer Tat ertappt hat. Legt die Hand aufs Herz.

»Gott! Liz, du hast mich vielleicht erschreckt.«

»Tut mir leid.« Mehr sage ich nicht. Ich weiß aus Erfahrung, dass Leute nervös werden, wenn man schweigt. Dann fangen sie an zu reden. Füllen die Stille mit ihren eigenen Worten. Auf diese Weise findet man eine Menge heraus. Und natürlich beantwortet Erin meine Frage, ohne dass ich sie wiederholen muss.

»Okay.« Ich drehe mich um und ziehe mir die Decke bis ans Kinn. »Denk dran, die Leitungen sind eingefroren.«

»Ich weiß.« Sie öffnet den Ofen und legt noch ein Scheit nach. »Ich gehe oben auf eine Toilette. Ich glaube, hier unten haben wir in beiden schon gespült.«

Ich sage nichts weiter. Schaue nur zu, wie sie sich fester in den Mantel wickelt und die Treppe hinaufgeht. Dann drehe ich mich um und taste in meiner Hosentasche nach dem Schlüssel.

Er ist weg.