Snoop-ID: ANON101
Hört: offline
Snoopscriber: 1
Irgendwie bin ich erleichtert, dass es jetzt ans Licht gekommen ist. Ich hatte gemerkt, dass etwas nicht stimmt, und mochte es noch nie, zwischen den Zeilen lesen zu müssen, an meiner Wahrnehmung zu zweifeln, ein Stirnrunzeln oder einen verständnislosen Blick oder eine Gesprächspause zu hinterfragen.
Jetzt wissen wir beide, wo wir stehen. Und das ist eine echte Erleichterung. Allerdings ist es auch ein Problem. Denn ich mochte Erin. Nein, das stimmt nicht. Ich sollte nicht in der Vergangenheit von ihr sprechen. Noch nicht.
Ich mag sie. Ich mag sie wirklich gern. Ich möchte das nicht tun müssen. Aber es war wirklich, wirklich dumm von ihr, diese SMS zu schicken. Jetzt bleibt mir keine andere Wahl. Sie zwingt mich praktisch dazu. Wenn überhaupt, dann ist es ihre Schuld.
Das Gefühl der Ungerechtigkeit wallt wieder in mir auf. Es ist so unfair.
»Ich habe das alles nicht gewollt«, sage ich, als sie sich in einen Sessel fallen lässt und in die Flammen starrt. Sie zittert. Ich bin mir nicht sicher, ob es an der Kälte oder am Schock liegt.
»Was?«
Erin schaut hoch, und ich spüre, wie Zorn in mir brodeln will, doch ich unterdrücke ihn. Hat sie mir überhaupt zugehört?
»Ich habe gesagt, ich habe das alles nicht gewollt.« Ich lasse mich in den Sessel ihr gegenüber sinken. Auch ich schaue ins Feuer, spüre die Hitze im Gesicht. »Ich hätte sie niemals getötet, wenn ich es hätte vermeiden können. Ich bin auch nur ein Opfer.«
Sie blinzelt. Einen Moment lang scheint sie etwas sagen zu wollen, überlegt es sich dann aber offenbar anders.
»Erzähl es mir«, sagt sie stattdessen. Und das mache ich dann auch.