Vorwort

Warum Rügen? Warum nicht Usedom oder Sylt? Überall ist es doch schön, aber Rügen ist anders, nicht nur größer, sondern auch wilder und abwechslungsreicher. Wer nach Rügen reist, will außer Meer und Strand noch etwas mehr.

97 Prozent der Rügenurlauber kommen derzeit aus Deutschland. Mehr als 30 Jahre nach dem Mauerfall sind darunter viele Stammgäste aus allen Bundesländern.

Sie betreten mit diesem Reiseführer also kein Neuland, wollen aber mehr erfahren, die neusten Trends oder kleine Geheimtipps. Auf Rügen ist vieles möglich. Der Hamburger bekommt in Binz seine Austern, in Nonnevitz steht der Sachse wie vor 50 Jahren mit dem Wohnwagen am FKK-Strand. Der Berliner feiert im Surfhostel an der Tikibar und der Bayer fährt ganz groß raus zum Hochseeangeln. Alles geht hier parallel, ohne dass man sich auf die Füße tritt und das ist gut so. Doch eine kleine Veränderung schadet auch nicht.

Die letzten Jahre waren für viele Menschen eine Herausforderung und voller Stress. Der Urlaub bekam noch mal eine ganz andere Bedeutung, wurde auch neu gedacht. Darum empfehle ich heute bei 50 Mikroabenteuern nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern vielleicht auch ungewöhnliche Orte der Schönheit und Ruhe, wo man nachhaltig und unaufgeregt unterwegs sein kann. Die Insel einmal neu entdecken, sie mit anderen Augen sehen, ohne auf sportliche Angebote, Kultur und Kulinarisches verzichten zu müssen.

Rügen verfügt über eine unglaublich schöne Natur und es ist gut, dass sie rechtzeitig geschützt wurde. Doch nicht nur die großen Kreidefelsen und der Wald sind sehenswert, sondern auch die sehr abwechslungsreiche Boddenlandschaft, die Naturstrände oder die kleinen Dörfer. Es gibt bezaubernde Plätze wie den Palmer Ort oder den Wald Goor, wo man auf dem „Pfad der Muße und Erkenntnis“ wandeln kann. Still und abwechslungsreich ist auch eine Wanderung um den Tetzitzer See oder über die Zicker Berge auf dem Mönchgut.

Für mich immer wieder berauschend sind die Alleen, oft bleibe ich stehen und bewundere das Blätterdach der riesigen Bäume. Ganze 175 Alleen gibt es auf Rügen, manche Bäume sind schon 200 Jahre alt wie die Mustitzer Rotbuchen.

Nicht zuletzt sind es auch die Menschen, die Rügen ausmachen. Ich möchte mich hier bei allen bedanken, mit denen ich sprechen durfte, die mir geholfen haben bei diesem Reiseführer. Mein Dank gilt auch dem Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern, der mich bei meinen Recherchereisen unterstützte und immer, wenn ich Hilfe brauchte.

Wir Reisenden sind nur zu Gast auf der Insel, zu Gast in der Natur und zu Gast bei den Menschen, die hier ihre Heimat haben. Dies sollten wir nicht vergessen, wenn wir uns auf dem wunderschönen Eiland bewegen. Respekt und Achtsamkeit werden hier aber fürstlich belohnt.

Dolores Kummer