4    Refactoring

Der Quellcode einer Applikation ist kein statisches Gebilde, das man ein einziges Mal schreibt und dann nicht wieder anfasst. Es ist vielmehr ein dynamisches Gebilde, mit dem man sehr häufig zu tun hat. In den meisten Fällen liest man den Quellcode und muss ihn deutlich seltener modifizieren. Diese Modifikation bezeichnet man häufig als Refactoring.

Das Refactoring ist ein wichtiger Bestandteil der Softwareentwicklung, denn es dient der Verbesserung des bestehenden Quellcodes. Die Gründe für ein Refactoring können vielfältig sein: Sie reichen von der Tatsache, dass der bestehende Code schnell entstanden ist und aufgeräumt werden muss, über die Erkenntnis, dass man im Verlauf der Entwicklung der Applikation etwas dazugelernt hat oder sich die Konventionen in der Applikation geändert haben, bis hin zu erforderlichen Modernisierungen, weil neue Versionen der verwendeten Bibliotheken und Frameworks erschienen sind.

Egal, was Sie zu einem Refactoring motiviert, es ist immer ein kritischer und meist auch zeitintensiver Eingriff in Ihre Applikation, bei dem Sie sich von Werkzeugen unterstützen lassen können. Moderne Entwicklungsumgebungen können Sie bei einfachen Aufgaben wie Umbenennungen oder der Extraktion von Strukturen unterstützen, jedoch erreichen auch sie irgendwann ihre Grenzen. Genau an diesen Stellen können KI-Werkzeuge eine gute Unterstützung leisten.

Meistens geht es beim Refactoring nicht um kreative und herausfordernde Aufgaben, sondern darum, viele Codestellen auf die gleiche Art und Weise anzupassen. Bei solchen Routineaufgaben spielen KI-Werkzeuge ihre Stärken aus, da sie Ihnen sich wiederholende Aufgaben abnehmen und so Fehler reduzieren können.

Der Einsatz von KI-Werkzeugen hat jedoch nicht nur Vorteile, sondern birgt auch einige Risiken. Kennen Sie diese Risiken, können Sie frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen und sie damit minimieren. Welche potenziellen Probleme das sind und wie Sie damit umgehen können, erfahren Sie in diesem Kapitel.

4.1    Einführung ins Refactoring

Bevor wir uns mithilfe von KI-Werkzeugen ins Refactoring stürzen, werfen wir zunächst einen Blick hinter die Kulissen und finden heraus, worum es beim Refactoring genau geht, damit wir uns optimal helfen lassen können.

Refactoring ist der Prozess der Verbesserung der internen Struktur des Quellcodes einer Applikation, Sie sollten die Entwicklung neuer Features also von einem Refactoring trennen. Beim Refactoring liegt der Fokus stattdessen rein auf der bestehenden internen Struktur. Die Schnittstellen zu anderen Teilen der Applikation oder gar zu anderen Systemen bleiben gleich.

Ziele des Refactorings

Ein Refactoring sollte niemals zum Selbstzweck erfolgen. Planen Sie stattdessen, was konkret verbessert werden soll. Halten Sie sich nicht daran, können Sie den Code zwar verändern, werden ihn jedoch nicht verbessern. Ein Refactoring hat zum Ziel, einen oder mehrere der folgenden Aspekte zu adressieren:

Durch kontinuierliches Refactoring schaffen Sie eine stabile und flexible Codebasis, die es Ihnen ermöglicht, schneller und zuverlässiger auf neue Anforderungen zu reagieren. Ihre Applikation bleibt also auch langfristig zukunftsfähig.