Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Sie schon länger in der IT arbeiten, haben Sie bereits einige Hypes erlebt: die Cloud, Blockchains, Web 4.0 … Manches ist tatsächlich nicht mehr wegzudenken, anderes ist einen schnellen Tod gestorben. (Wann waren Sie zuletzt im Metaverse? Und was ist eigentlich aus den ganzen NFTs geworden?)

Wie steht es um den Einsatz von LLMs in der Softwareentwicklung? Werden sie Programmiererinnen und Entwickler ersetzen? Werden sie bald zu den selbstverständlichen Werkzeugen wie IDEs und Debuggern gehören? Oder verschwinden sie in ein paar Jahren wieder, weil sie abseits von Standardaufgaben zu fehleranfällig sind und das Prompting mehr Zeit frisst, als beim Coding eingespart wird?

Die Antwort auf diese Fragen ist nicht einfach, denn wir neigen dazu, die kurzfristigen Auswirkungen von Technologien zu überschätzen, während wir die langfristigen Folgen unterschätzen. Deswegen ist es so amüsant, sich die Zukunftsvisionen der Vergangenheit anzuschauen und sich über falsche Vorhersagen zu wundern: Die Begeisterung ist nach neuen Erfindungen oft groß, aber niemand konnte vollkommen abschätzen, wie der Verbrennungsmotor oder der Transistor die Welt verändern werden. Diese Auswirkungen wurden nicht über Nacht sichtbar, aber dennoch haben sie unser Leben gründlich auf den Kopf gestellt.

Wie die Softwareentwicklung in 100 Jahren aussehen wird, können wir auch nicht sagen. Michael Kofler, Bernd Öggl und Sebastian Springer liefern Ihnen aber einen pragmatischen Blick auf den Status quo. KI-Helfer begleiten ihren Arbeitsalltag nun schon seit gut zwei Jahren, daher kennen sie ihr Potenzial gut. Diese Erfahrungen teilen sie in diesem Praxisbuch mit Ihnen: Was können LLMs in der Softwareentwicklung leisten, wie setzt man sie effizient ein und wie geht man verantwortungsvoll mit ihnen um? Ich hoffe, dass Ihnen dieser Leitfaden bei diesen Fragen helfen wird.

Abschließend noch ein Wort in eigener Sache: Dieses Werk wurde mit großer Sorgfalt geschrieben, geprüft und produziert. Sollten Ihre Erwartungen dennoch nicht erfüllt werden, freue ich mich, wenn Sie sich mit mir in Verbindung setzen. Ihre Kritik und konstruktiven Anregungen sind jederzeit willkommen.

Ihr Christoph Meister
Lektorat Rheinwerk Computing

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