Ob gekocht oder gebraten, warm oder kalt – für viele Menschen ist die schnelle Zubereitung der Mahlzeiten das Wichtigste. Oft verhindert der volle Terminkalender, dass frisch zubereitete Speisen auf den Tisch kommen – selbst wenn der Wunsch nach gesunder Kost da ist. Was tun? Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten, wie Sie leckere Trennkostgerichte ohne Aufwand zubereiten können.
Genuss ohne Reue: Trennkostgerichte schmecken nicht nur köstlich, sondern sorgen auch für jede Menge neue Energie. Denn durch die einzigartige Nahrungsmittelkombination werden Ihrem Körper alle lebensnotwendigen Nähr- und Wirkstoffe zugeführt, gleichzeitig bleibt der Säure-Basen-Haushalt ausgeglichen und die „Verdauungschemie“ stimmt.
Die nach den Regeln der Trennkost harmonisch zusammengestellten Mahlzeiten sind verdauungsfördernd und lassen dadurch weniger Gifte im Darm entstehen. Sie brauchen also keine Unverträglichkeit von Speisen mehr zu befürchten. Im Gegenteil! Trennkost mobilisiert den Stoffwechsel und entgiftet zusätzlich ganz sanft die Körperzellen. Auch die Bauchspeicheldrüse wird entlastet. Sie muss jetzt weniger Insulin herstellen, um den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren – so werden Heißhungerattacken vermieden. Diese Veränderungen spüren Sie sehr schnell: Sie zeigen sich in mehr Gesundheit, neuer Lebensenergie, guter Konzentrationsfähigkeit und natürlich auch in einer Gewichtsabnahme.
Der Begründer der Trennkost, Dr. Howard Hay (1866–1940), trennte die sehr eiweißreichen Nahrungsmittel von den kohlenhydratreichen und teilte sie zudem in Basen bildende und Säure bildende auf. Gleichzeitig empfahl er vollwertige Ernährung. Der Grundgedanke dabei war, durch die Trennung der Nahrungsmittel innerhalb einer Mahlzeit „Ordnung“ in das Verdauungssystem zu bringen. Dabei strebte Dr. Hay keine hundertprozentige Trennung an, sondern nur eine Trennung der Extreme.
Was aber bewirkt die getrennte Nahrungsaufnahme? Alle Speisen, die wir essen, werden auf unterschiedliche Art verdaut. Ein Stück Fleisch, Fisch oder auch verschiedene Früchte brauchen zur Aufspaltung saure Verdauungssäfte, während kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Kartoffeln, Reis, Nudeln und Getreide basische Verdauungssäfte zur Zersetzung der Nahrung benötigen. Isst man innerhalb einer Mahlzeit Eiweiße und Kohlenhydrate in größeren Mengen zusammen, kann es neben Sodbrennen und Störungen im Magen-Darm-Bereich auch zu einer stark ansteigenden Insulinkurve kommen (siehe Kasten).
Dr. Hay erweiterte den Speiseplan, indem er zusätzlich leicht verdauliche Speisen in seinen Plan mit einbaute und diese „neutrale Nahrungsmittel“ bzw. „Kombis“ nannte. Da diese Speisen weder die Eiweiß- noch die Kohlenhydratverdauung stören, können sie mit eiweißreicher wie auch mit kohlenhydratreicher Nahrung zusammen verzehrt werden.
Es ist also ratsam, nur solche Nahrungsmittel innerhalb einer Mahlzeit miteinander zu kombinieren, die zusammen gut verträglich sind. Schauen Sie sich den Kombiplan (siehe Seiten 18 bis 19) genau an. Anhand der farbigen Auflistung können Sie auf einen Blick erkennen, welche Nahrungsmittel zu den Eiweißen (im Folgenden immer blau markiert) und welche zu den Kohlenhydraten (orange markiert) gehören. Lebensmittel der neutralen Kombigruppe sind grün markiert. Auch im anschließenden Rezeptteil sind Ihnen die farbigen Markierungen bei der Zuordnung der Mahlzeiten behilflich.
WISSEN
Fettproduzent Insulin – eine Ursache für Übergewicht
Dass ein niedriger Insulinspiegel nicht nur zum Abnehmen, sondern grundsätzlich für die Gesundheit nützlich ist, haben zwei australische Forscherinnen wissenschaft lich belegt.
Sie entdeckten auf der Suche nach der Ursache für das weltweit grassierende Übergewicht, dass die Bauchspeicheldrüse bei verschiedenen gemischten Speisen mit einer stark ansteigenden Insulinkurve antwortete. So leiden viele übergewichtige Menschen daran, dass ihre Bauchspeicheldrüse aufgrund falscher Ernährung zu viel Insulin produziert.
Insulin bewirkt eine rasche Senkung des Blutzuckerspiegels, nimmt – vereinfacht gesagt – die Zuckerstoffe aus dem Blut, bildet daraus Fettsäuren und lagert diese dann in die Fettzellen ein. Die Konsequenz der raschen Blutzuckersenkung ist, dass das Blut, die Nerven und das Gehirn unter einer Glukose-Unterversorgung leiden und nun unerbittlich das Signal „Hunger“ senden. Ein Teufelskreis beginnt.
Übergewicht beruht auf einem langen Entwicklungsprozess. Die erste maßgebliche Rolle spielen die Gene, später entscheiden zusätzliche Faktoren über die Entwicklung der Fettreserven. So können z. B. im Kindesalter häufige seelische Verletzungen zu einem starken Verlangen nach Süßigkeiten führen. Süß schmeckt nach Geborgenheit und Entspannung. Die durch übermäßigen Süßigkeitenverzehr angesammelten Pfunde übernehmen dann die Funktion eines Schutzpanzers und des viel zitierten „dicken Fells“.
Auch geht vielen Betroffenen das Maß für die Menge, die sie essen, verloren. Mit Schuld sind hier die von der Industrie eingesetzten geschmacksverstärkenden Zusatzstoffe und großen Salzmengen, die den Appetit übermäßig anregen. Übergewicht kann aber auch aus einem falsch funktionierenden Stoffwechsel, einer Überforderung der Organe und durch übermäßige Insulinproduktion entstehen.
Wenn Sie entspannt und dauerhaft abnehmen möchten, sollten Sie sich nach den Regeln der Trennkost ernähren und folgende Ratschläge beherzigen:
Um eine schlanke Figur und um Gesundheit zu erreichen, ist es sehr sinnvoll, sich über das Säuren-Basen-Gleichgewicht zu informieren. Denn neben der Trennung der einzelnen Nahrungsmittel ist es äußerst wichtig, sich säurearm und basenreich zu ernähren. Eine Übersäuerung der Körperzellen macht auf lange Sicht den Körper krank.
Anzeichen einer Übersäuerung können Müdigkeit, Übelkeit, depressive Verstimmungen, ein Nachlassen der Konzentration, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen oder Kreislaufstörungen sein. Auch bei Erkrankungen wie Gicht, Arthrosen, Bandscheibenbeschwerden, Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs spielt die Gewebeübersäuerung eine Rolle.
Für die täglich benötigten Energien braucht unser Körper den geeigneten Brennstoff. Dieser wird ihm in Form von Eiweißen, Kohlenhydraten und Fetten geliefert. Diese Stoffe hinterlassen im Körper nach der Aufspaltung und Verbrennung saure Abfallstoffe wie etwa Harn- und Milchsäure, Kohlensäure oder sogenannte Transfettsäuren. Zu weiteren Säurebildnern zählen Kaffee, schwarzer Tee, Kakao, Alkohol, Nikotin und teilweise auch Medikamente, ebenso psychischer Stress. Der Körper verfügt zwar über F ähigkeiten der Entgiftung, doch eine ständige Flut saurer Abfallstoffe kann auch ein gesunder Organismus auf Dauer nicht verkraften, und es kann zu den genannten Zivilisationskrankheiten kommen.
Der Übersäuerungsprozess kann durch eine vernünftige Ernährung verhindert werden. Basen verfügen über eine ausgleichende Wirkung. Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und Spurenelemente, die sich vor allem in Gemüse, Salat, Obst und Keimlingen befinden, sind solche basischen Stoffe, die den Überschuss an Säuren neutralisieren.
Unser Körper verfügt aber auch über eigene Basenreserven. Sie sind die Bestandteile unserer Knochen, Knorpel, Gelenke, Sehnen und Bänder. Werden dem Körper nicht genügend basische Stoffe zugeführt, holt er sie sich während des Verdauungsprozesses aus den körpereigenen Depots. Dabei entmineralisiert er ganz langsam, Muskulatur und Knorpel werden abgebaut, und die Knochen entkalken.
Tipp
Essen Sie zu einer Eiweiß- bzw. Kohlenhydratmahlzeit drei- bis viermal so viel Gemüse, Salat und/oder Rohkost, und beugen Sie so einer Gewebeübersäuerung vor.
Säurereiches Obst, z. B. Beeren, Stein- und Kernobst oder Zitrusfrüchte, wird sauer verdaut und zählt daher zur Gruppe der Eiweiße. Aus Gründen der Verträglichkeit sollte es daher nicht mit kohlenhydratreichen Lebensmitteln zusammen gegessen werden.
Der Apfel spielt eine besondere Rolle. Frisch geerntet enthält er viel Fruchtsäure und zählt zur Eiweißverdauung. Der mürbe, etwas runzelig gewordene Apfel hat diese Fruchtsäure verloren und zählt jetzt zu den Kohlenhydraten. Die Sorte spielt dabei keine Rolle.
Tomaten zählen im Rohzustand zur neutralen Kost, doch nach dem Erhitzen zum sauren Obst. Erhitzen ver ändert die Substanz der Früchte, und sie schmecken sauer. Tomaten sollten möglichst nicht in Aluminiumtöpfen gekocht werden. Die Säure greift das Metall an, wodurch das Kochgut einen metallischen Geschmack annimmt, was sich auch gesundheitsschädlich auswirken kann.
Milch, egal welche Fettstufe, zählt zu den Eiweißen. Sie ist schwer verdaulich, da sie im Magen sofort gerinnt und einen »Klumpen« bildet.
Joghurt, Quark oder andere gesäuerte Milchprodukte sind zwar eiweißreich, dennoch neutral. Der Grund hierfür liegt im Säuerungsprozess – herbeigeführt durch Milchsäurebakterien, die die schwer verdauliche Milch praktisch vorverdauen.
Rohes Fleisch bzw. roher Fisch, wie z. B. Tatar, Matjes oder Lachs, sind zwar eiweißreich, gehören aber in die neutrale Spalte, da die Zellstruktur noch unverändert ist. Erst durch Kochen oder Erhitzen verhärtet sich die Zellhaut. Dadurch werden Fleisch und Fisch schwerer verdaulich.
Tofu, Soja und Sojadrinks zählten bisher zu den Eiweißen, aber nach den neuesten Erkenntnissen gehören sie in die Gruppe der Neutralen. Sie sind cholesterinfrei, voller Mineralstoffe und wirken alkalisierend. So können sie einen gestörten Säuren-Basen-Haushalt ausgleichen.
Dr. Hay empfahl, am Abend auf schwer verdauliche Eiweißgerichte zu verzichten, da diese zu lange im Magen und Darm verweilten. Durch Wärme und Feuchtigkeit käme es schnell zu Gärung und Fäulnisbildung, was sich negativ auf das Säuren-Basen-Gleichgewicht auswirken könne. Gesünder am Abend wäre ein leichter Kohlenhydratimbiss in Verbindung mit Gemüse. Dieser fördert das Schlafhormon „Melatonin“, erleichtert so das Einschlafen und sorgt für einen erholsamen Schlaf.
Neuere Abnehmmethoden hingegen empfehlen, abends auf Kohlenhydrate zu verzichten, damit über Nacht die Fettreserven angegriffen werden. Wenn Sie abnehmen möchten, ist diese Variante wegen des ausbleibenden Insulinanstiegs sicherlich sinnvoll. Dennoch machte ich in meinen Trennkost-Seminaren die Erfahrung, dass Kohlenhydrate, am Abend gegessen, auch zur Gewichtsabnahme führen. Entscheiden Sie selbst nach individueller Verträglichkeit.